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Medienschau IKB braucht keine Staatsgarantien mehr

10.02.2010 ·  Medion verzeichnet einen Gewinneinbruch, BHP Billiton einen Gewinnrückgang, Disney profitiert dagegen von der Erholung des Anzeigengeschäfts. Bundesregierung und EZB beraten angeblich über Griechenland-Hilfen, Japans Maschinenbauaufträge steigen kräftig, Chinas Exporte weniger als angenommen.

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Unternehmen

IKB braucht für Neuemissionen keine Staatsgarantien mehr

Die durch die Finanzkrise an den Rand der Insolvenz geratene Mittelstandsbank IKB braucht für neue Anleiheemissionen keine Staatshilfe mehr. Die Bank gibt deshalb die noch ungenutzten Garantien über zwei Milliarden Euro an den Bankenrettungsfonds SoFFin zurück. Ihre Liquiditätslage habe sich stabilisiert, nachdem die Kundeneinlagen gestiegen und Aktiva abgebaut worden seien.

Noch im vergangenen Juli hatte die IKB eine Aufstockung der Staatshilfen um sieben auf zwölf Milliarden Euro beantragt, weil sie sich am Kapitalmarkt kaum noch refinanzieren konnte. Die Bank hatte sich mit amerikanischen Ramschhypotheken verspekuliert und war deshalb Mitte 2007 fast zusammengebrochen. Sie konnte nur durch Milliardenhilfen ihrer damaligen Großaktionärin KfW und des Bundes gerettet werden. Heute gehört die IKB dem
amerikanischen Finanzinvestor Lone Star. (Reuters)

Arcelor-Mittal verbucht hauchdünnen Überschuss im Gesamtjahr

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal hat seinen leichten Aufwärtstrend zum Jahresende fortgesetzt. Im vierten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,1 Milliarden amerikanischen Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Das war ein Rückgang um 700 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, aber über ein Drittel mehr als im dritten Quartal. Im Gesamtjahr ging das Ebitda wegen der Wirtschaftskrise um gut drei Viertel auf 5,8 Milliarden Dollar zurück. Unter dem Strich stand für 2009 ein hauchdünner Nettogewinn von 100 Millionen Dollar. 2008 hatte der Konzern einen Überschuss von 9,4 Milliarden Dollar erzielt. (dpa-AFX)

Medion mit Gewinneinbruch

Der Elektronikgroßhändler Medion hat im vergangenen Jahr einen weniger starken Gewinneinbruch verbucht als erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um 45 Prozent auf 18,8 Millionen Euro zurück, wie der Aldi-Lieferant am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Anfang November hatte Medion nur mit einem Ebit von 15 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz schrumpfte angesichts der Konsumflaute in Deutschland und Europa 2009 um knapp zwölf Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Auch ein Preisrückgang bei Elektronikprodukten belastete das Geschäft. (Reuters)

Sanofi-Aventis erwartet 2010 wegen Generika niedrigeres Gewinnwachstum

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis erwartet im laufenden Geschäftsjahr wegen der Konkurrenz von Generika für Kernprodukte ein schwächeres Gewinnwachstum. 2009 sei der Überschuss nach Minderheiten bei konstanten Wechselkursen um 12,8 Prozent auf 8,47 Milliarden Euro gestiegen, wie der im EuroStoxx-50 notierte Pharmakonzern am Mittwoch in Paris mitteilte. Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Sonderposten erhöhte sich um 13,1 Prozent auf 6,49 Euro.

Angetrieben von der Nachfrage nach dem in Frankfurt-Hoechst hergestellten Diabetesmittel Lantus, dem Impfstoffgeschäft und der Nachfrage aus den Schwellenländern nahm der Umsatz um 5,3 Prozent auf 29,30 Milliarden Euro zu. Für 2010 stellt Konzernchef Christopher Viehbacher ein Gewinnwachstum je Aktie zu konstanten Wechselkursen von 2 bis 5 Prozent in Aussicht. (dpa-AFX)

Disney profitiert von Erholung auf Anzeigenmarkt

Der amerikanische Unterhaltungskonzern Walt Disney hat dank einer Erholung auf dem Anzeigenmarkt im ersten Geschäftsquartal die Markterwartungen übertroffen. Ohne Sonderposten belief sich der Gewinn auf 47 Cent je Aktie, wie Disney am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Experten hatten lediglich mit 38 Cent gerechnet. Der Nettogewinn fiel auf 844 Millionen Dollar - eine Million Dollar weniger als ein Jahr zuvor. Der Konzern musste in seinen Vergnügungspark- und Filmstudiosparten stagnierende Umsätze verkraften. Die anziehende Werbenachfrage stützte dagegen das Mediengeschäft. Disney-Aktien legten nachbörslich zwei Prozent zu. (Reuters)

BHP Billiton mit Gewinnrückgang im ersten Halbjahr

Der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton hat im ersten Halbjahr (31. Dezember) des laufenden Geschäftsjahres einen Rückgang von Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Das Nettoergebnis ohne Sonderposten sank gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 7 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Umsatz ging sogar um 17,5 Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar zurück.

Gleichwohl hob BHP die Dividende für das Halbjahr um einen Cent auf 0,42 Dollar je Anteilsschein an. Das wirtschaftliche Umfeld habe sich in den vergangenen sechs Monaten zwar verbessert, hieß es in der Mitteilung weiter. Dennoch bleibe der Konzern bei den Erwartungen für die nähere Zukunft noch zurückhaltend, vor allem, was die die Geschwindigkeit und die Stärke der Erholung in den Industrieländern angehe. Zudem sei nicht sicher, wie sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Kreditvergabe in China auswirkten. (dpa-AFX)

Vodafone dementiert Bericht über Gebot für Kabel Deutschland

Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone Group hat einen Medienbericht dementiert, wonach das Unternehmen für den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland biete. Vodafone habe keine Transaktionspläne im Zusammenhang mit Kabel Deutschland, sagte Vodafone-Sprecher Bobby Leach am Dienstag. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg News berichtet, Vodafone sei einer der Bieter für Kabel Deutschland, den größten Kabelnetzbetreiber des Landes. (Dow Jones)


Wirtschaftsnachrichten

Regierung und Trichet beraten Griechenland-Hilfe

Im Ringen um eine Lösung für das hoch verschuldete Griechenland hat das Bundesfinanzministerium einem Zeitungsbericht zufolge mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beraten. Deutschland habe mit Trichet über Kreditgarantien für Griechenland und andere in Finanznöte geratene Länder Europas gesprochen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Deutschland könnte eine führende Rolle bei Garantien für Griechenland anpeilen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Schon zuvor hatten sich am Dienstag Hinweise darauf verdichtet, dass das Mittelmeerland in seiner Schuldenkrise nun doch auf Unterstützung aus Europa bauen kann. Reuters hatte aus Berliner Koalitionskreisen erfahren, dass die Entscheidung in der Euro-Zone für Griechenland-Hilfen schon praktisch gefallen sei. (Reuters)

Chinas Exporte steigen im Januar um 21 Prozent zum Vorjahr

Die chinesischen Exporte haben zu Jahresbeginn nicht so deutlich zugelegt wie erwartet. Die Ausfuhren erhöhten sich um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die chinesische Zollbehörde am Mittwoch berichtet. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen mit einem stärkeren Plus von 28,5 Prozent gerechnet. Es war der zweite Anstieg der Exporte in Folge.

Die Importe legten im Januar um 85,5 Prozent zum Vorjahr zu und damit ebenfalls etwas schwächer als erwartet. Volkswirte hatten im Mittel ein Plus von 89,5 Prozent prognostiziert.

Der Überschuss in der Handelsbilanz belief sich im Januar auf 14,17 Milliarden Dollar und lag damit niedriger als im Vormonat mit 18,44 Milliarden Dollar. Volkswirte hatten einen leichten Anstieg des Aktivsaldos auf 19,70 Milliarden Dollar prognostiziert.

Der Anstieg der Importe beruhe zum Teil auch auf höheren Rohstoffpreisen. Die Handelsdaten seien zudem von dem Chinesischen Neujahrsfest „Lunar New Year“ verzerrt, das im vergangenen Jahr im Januar lag und dieses Jahr auf Februar fiel. (Dow Jones)

Japans Maschinenbauaufträge steigen überraschend kräftig

Die Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauunternehmen sind im Dezember 2009 in der Kernberechnung (ohne Berücksichtigung von Kraftwerksanlagen und Schiffbau) sprunghaft gestiegen. Wie das Kabinettsbüro der Regierung am Mittwoch mitteilte, wurde gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt ein Anstieg von 20,1 Prozent verzeichnet, nach einem Minus von 11,3 Prozent im Vormonat. Analysten hatten im Mittel mit einem Plus von 8,4 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht lagen die Auftragseingänge im Dezember um 1,5 Prozent niedriger.

Beobachter sagten, die Daten wiesen auf eine sich festigende Erholung im verarbeitenden Gewerbe Japans. Der Ordereingang im Maschinenbau wird von Volkswirten als vorlaufender Indikator für die Entwicklung der Ausgaben der Unternehmen für langfristige Sachanlagen gewertet.

Der Rückgang der japanischen Großhandelspreise binnen Jahresfrist hat sich im Januar weiter abgeschwächt. Wie die Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch mitteilte, lagen die Preise um 2,1 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Im Dezember 2009 waren die Großhandelspreise noch um 3,9 Prozent gefallen, nach einem Rückgang um 5,0 Prozent im Vormonat.

Es war bereits der 13. Monat in Folge, in dem ein Preisrückgang auf Jahressicht verzeichnet wurde. Wegen der steigenden Rohstoffpreise dürfte sich der Rückgang in den kommenden Monaten weiter verlangsamen, sagten Beobachter. (Dow Jones)

Indonesiens Wirtschaft wächst unerwartet deutlich

Das Wachstum der indonesischen Wirtschaft hat sich im vierten Quartal stärker als erwartet beschleunigt. Wie die nationale Statistikbehörde am Mittwoch berichtete, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,4 Prozent zum Vorjahr, während der Zuwachs im dritten Jahresviertel 4,2 Prozent betragen hatte. Ökonomen hatten ein BIP-Wachstum von 4,9 Prozent erwartet.

Auf Quartalssicht schrumpfte die größte Volkswirtschaft in Südostasien um 2,4 Prozent, verglichen mit einem Plus von 3,9 Prozent im dritten Quartal. Ein BIP-Rückgang zwischen Oktober und Dezember ist wegen des niedrigeren Outputs bei der Landwirtschaft aber nicht
unüblich. Volkswirten hatten im Vorfeld ein Minus von 2,9 Prozent zum Vorquartal prognostiziert.

Im Gesamtjahr 2009 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent. Hier hatten Ökonomen ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet, die indonesische Regierung hatte lediglich ein Plus von 4,3 Prozent erwartet. Im Vorjahr war das BIP allerdings noch um 6,1 Prozent gestiegen. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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