17.07.2009 · IBM: Umsatzrückgang - steigender Gewinn, Carrefour spürt die Konsumzurückhaltung, Swedbank - großer Verlust, Georg Fischer: deutlicher Umsatzrückgang und Verlust, OMV - Margenrückgänge, Aktien von Carl Zeiss Meditec im Plus, Gewinneinbruch bei Marriott, Irland plant Massenentlassungen im öffentlichen Dienst
Unternehmen
IBM: Umsatzrückgang - steigender Gewinn
Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM hat trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs im zweiten Quartal seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Kostensenkungen und die Verlagerung auf profitablere Geschäftsfelder verhalfen dem einstigen PC-Giganten zudem zu einem überraschend hohen Gewinn im Berichtszeitraum. IBM-Aktien verteuerten sich nach Vorlage der Zahlen nach amerikanische Börsenschluss am Donnerstag um etwa drei Prozent auf 112,40 Dollar, nachdem sie in Erwartung eines guten Ergebnisses im Handelsverlauf bereits 3,2 Prozent zugelegt hatten. Für das Gesamtjahr erwartet IBM nun mindestens einen Gewinn je Aktie von 9,70 Dollar. Bislang hatte der Konzern 9,20 Dollar als Marke ausgegeben. IBM verdiente im zweiten Quartal 3,1 Milliarden Dollar nach 2,8 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Je Aktie waren dies 2,32 Dollar - Analysten hatten lediglich 2,01 Dollar erwartet. Den Umsatz bezifferte IBM mit 23,3 Milliarden Dollar - ein Minus von 13 Prozent. Hier hatten Marktexperten mit etwas mehr gerechnet. In Anbetracht der Wirtschafts- und Finanzkrise seien dies unglaublich gute Zahlen, bewertete Mike Holland von der Investmentfirma Holland & Co die Ergebnisse. Analyst Kim Caughey von Fort Pitt Capital Group sagte, nach den guten Zahlen von IBM und des Chip-Giganten Intel blicke er nun optimistischer in die Zukunft. Insgesamt traue er dem Technologiesektor nun wieder mehr zu. IBM-Chef Samuel Palmisano sagte, die Zahlen seien ein Beleg für den Erfolg des Konzernumbaus. „Auf dem Weg zu unserem Ziel für 2010 von einem Gewinn von zehn bis elf Dollar je Aktie kommen wir schneller voran als geplant“, sagte er. Finanzchef Mark Loughridge sagte, trotz des noch rauen wirtschaftlichen Umfelds sehe er noch weiteren Spielraum für eine Steigerung der Profitabilität. Zudem dürften das Konjunkturprogramm der Regierung und ein schwächerer Dollar dem Unternehmen weiteren Rückenwind geben.
Google: Schwaches, aber hoch profitables Wachstum
Google hat trotz der Krise auf dem Werbemarkt im zweiten Quartal mehr verdient und umgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sei auf 1,48 Milliarden Dollar von 1,25 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Suchmaschinenbetreiber am Donnerstag nach amerikanische Börsenschluss mit. Der Umsatz erhöhte sich um drei Prozent auf 5,52 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit Erlösen von 5,49 Milliarden Dollar gerechnet. Der Marktführer verdiente ohne Sonderposten 5,36 Dollar je Aktie und übertraf damit die durchschnittlichen Markterwartungen von 5,08 Dollar je Papier. Das Unternehmen gab wie gewohnt keinen Ausblick für das Gesamtjahr. Den größten Teil seiner Umsätze erzielt der Suchmaschinenanbieter mit der Vermarktung von Online-Werbung. Google-Chef Eric Schmidt sagte bei einer Telefonkonferenz, dass sich das Geschäft wohl stabilisiert habe. Es sei jedoch noch zu früh zu sagen, wann die Konjunkturerholung einsetze. Trotz der unerwartet guten Zahlen straften Händler die Google-Aktie ab. Im nachbörslichen Handel fiel das Papier um knapp drei Prozent auf 432,0 Dollar. Ein Analyst sagte, die Investoren hätten offenbar einen noch stärkeren Umsatzanstieg erhofft. „Die Flüsterschätzung für das Umsatzwachstum war wahrscheinlich deutlich höher“, sagte JPM-Securities-Experte Sameet Sinha. (Reuters)
Carrefour spürt die Konsumzurückhaltung
Der weltweit zweitgrößte Einzelhändler Carrefour hat im zweiten Quartal die Kaufzurückhaltung der Kunden in Westeuropa zu spüren bekommen. Der Umsatz sank binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent auf 23,44 Milliarden Euro, wie der französische Rivale des amerikanische Branchenführers Wal-Mart am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten allerdings einen noch stärkeren Rückgang befürchtet. Vor allem in Westeuropa verlaufe das Geschäft schleppend, erklärte die Supermarktkette. So sei etwa in Frankreich der Umsatz um drei Prozent gesunken. Kurzfristig sei wegen der Wirtschaftskrise keine Besserung zu erwarten. Für das zweite Halbjahr bekräftigte Carrefour-Finanzchef Pierre Bouchut aber seine Prognose eines Betriebsgewinns von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro. Carrefour beschäftigt rund 490.000 Mitarbeiter in mehr als 15.000 Supermärkten in 30 Ländern. Der kleinere heimische Rivale Casino hatte am Mittwoch einen Umsatzrückgang für das zweite Quartal von 1,9 Prozent ausgewiesen. (Reuters)
Georg Fischer: Deutlicher Umsatzrückgang und Verlust
Der Halbjahresabschluss des Georg Fischer Konzerns widerspiegelt die globale Krise der Märkte. Der Umsatz liegt 39 Prozent unter dem Wert des ausgezeichneten ersten Halbjahrs 2008. Das Betriebsergebnis (Ebit) beträgt minus 122 Millionen Franken, einschließlich 59 Millionen Franken einmalige Sonderbelastungen für das laufende Strukturprogramm. Der Freie Cashflow liegt bei minus 125 Millionen Franken. Der Freie Cashflow liegt bei Franken -125 Millionen. Der Konzernverlust im Halbjahr beläuft sich auf minus139 Millionen Franken. GF Automotive und GF AgieCharmilles waren besonders hart von der Krise getroffen, während GF Piping Systems weniger stark litt. Das im Mai 2009 veröffentlichte Strukturprogramm ist auf Kurs und zeigt bereits positive Auswirkungen, die sich im Verlaufe des Jahres noch verstärken werden. Die Betriebs- und Personalkosten im ersten Halbjahr 2009 wurden gegenüber der Vorjahresperiode um 26 Prozent gesenkt. (Ad-hoc)
Swedbank verbucht zweiten Quartalsverlust in Folge
Die stark im Baltikum engagierte schwedische Bank Swedbank verzeichnete im zweiten Qaurtal mit einem Minus von 2,01 Milliarden schwedischen Kronen den zweiten Periodenverlust in Folge. Das Minus lag weit über den Befürchtungen. (Bloomberg)
OMV verzeichnet deutliche Margenrückgänge
Der österreichische Ölkonzern OMV hat im zweiten Quartal deutlich rückläufige Margen verbucht. Die Referenz-Raffineriemarge der OMV fiel auf 1,64 Dollar je Barrel (USD/bbl) von 6,76 Dollar/bbl im Vorjahresquartal, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Die NWE-Raffineriemarge sank ebenfalls deutlich auf 2,30 (Vj 9,44) Dollar/bbl. Ihre Gesamtproduktion hat die Wiener OMV AG im zweiten Quartal leicht auf 315.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d) von 310.000 boe/d im Vorjahresquartal gesteigert. Erstmals habe das Ölfeld Maari in Neuseeland wesentliche Mengen zur Produktion beigetragen. Die niedrigeren OPEC-Quoten in Libyen wirkten sich jedoch weiterhin negativ auf die Produktionsmengen aus, hieß es von OMV. Der saisonalbedingt übliche Gasproduktionsrückgang in Petrom im zweiten Quartal wurde laut OMV AG durch Stillstände in der lokalen Düngemittelindustrie noch verstärkt. Der Konzern erwartet, dass sich im Vergleich zum ersten Quartal 2009 die Differenz zwischen Brent und dem von OMV realisierten Ölpreis aufgrund der negativen Wirkung der 2009 für die Produktion 2010 abgeschlossenen Ölpreis-Hedges vergrößern wird. Für die Sparte Raffinerien und Marketing fielen laut OMV die Mitteldestillat- Spreads aufgrund der geringen Nachfrage und der vollen Speicher in Europa auf das niedrigste Niveau seit einigen Jahren. Zusätzlich belasteten im Vergleich zum ersten Quartal höhere Rohölpreise die Raffineriemargen der OMV, vor allem wegen der erhöhten Kosten des Eigenenergieverbrauchs bei der rumänischen Petrom. (Dow Jones Newswires)
Gewinneinbruch bei Marriott
Die weltweite Rezession und die Schweinegrippe haben der Hotelkette Marriott im zweiten Quartal deutlich zu schaffen gemacht. Der Nettogewinn fiel zum Vorjahr um 76 Prozent auf 37 Millionen Dollar, wie die weltweite Nummer drei der Branche am Donnerstag mitteilte. Der Betreiber von Hotels der Marken Courtyard, Ritz-Carlton und Fairfield Inn bekomme zudem schmerzhaft zu spüren, dass immer mehr Firmen wegen der Finanzkrise bei Dienstreisen den Rotstift ansetzen. Der Umsatz schrumpfte um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Unter den Folgen der sogenannten Schweinegrippe litten vor allem die Marriott-Hotels in Mexiko und Asien. Auch für das Gesamtjahr erwartet Marriott keine Erholung. Das Unternehmen senkte seine Gewinnprognose auf 76 bis 86 Cent je Aktie von zuvor 88 Cent bis 1,02 Dollar. Im zweiten Quartal verbuchte Marriott ein Ergebnis je Aktie von 23 Cent je Anteilsschein ohne Restrukturierungskosten. Gemessen an der Zahl der Räume folgt der Konzern auf Intercontinental Hotels und Wyndham Worldwide. Die Marriott-Aktie brach an der New Yorker Börse um neun Prozent ein. (Reuters)
Aktien von Carl Zeiss Meditec gewinnen nach Prognose
Papiere von Carl Zeiss Meditec haben sich am Freitag im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz (L&S) um 2,97 Prozent auf 10,39 Euro verteuert. Der Medizintechnik-Anbieter zeigt sich für den weiteren Jahresverlauf optimistischer und gibt einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr. Nun werde mit einem Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Ende September) gerechnet, teilte das Unternehmen mit. Händler werteten es als positiv, dass der Konzern überhaupt eine Prognose wagt. Manche hätten mit einer Gewinnwarnung gerechnet, hob ein Börsianer hervor. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Irland plant Massenentlassungen im öffentlichen Dienst
Die irische Regierung plant als Ausweg aus der gravierenden Haushaltsmisere Massenentlassungen im öffentlichen Dienst. Um das irische Haushaltsdefizit im Zaum zu halten, sollen mehr als 17.000 Arbeitsplätze gestrichen und die Gehälter der staatlich Bediensteten deutlich verringert werden, wie eine Expertengruppe des irischen Finanzministeriums am Donnerstag mitteilte. „Wir alle - einschließlich jene im öffentlichen Dienst - müssen akzeptieren, dass wir nicht einfach weitermachen können wie bisher“, sagte Finanzminister Brian Lenihan. Mit den anvisierten 17.300 Stellen würde die Regierung den Beamtenapparat mit einem Schlag um fünf Prozent verkleinern. Mit den Einschnitten soll die öffentliche Hand jährlich bis zu 5,3 Milliarden Euro einsparen können. Die Gewerkschaften kündigten massiven Widerstand an. Die Regierung müsse sich auf „lange und schmerzhafte“ Streiks gefasst machen, sollte sie diese Pläne in die Tat umsetzen, erklärte Impact-Gewerkschaftschef Peter McLoone. Die Regierung werde sehen, dass es bei dieser Rechnung nur Verlierer geben werde. Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 10.000 Elektriker die Arbeit niedergelegt, was zu einem Chaos auf zahlreichen Baustellen und in Fabriken führten. Irland ist von der Finanzkrise besonders hart betroffen. Die einst wirtschaftlich starke Insel konnte zwar lange Zeit zweistellige Wachstumsraten vorweisen. Vor allem durch die geplatzte Immobilienblase haben Banken und Verbraucher nun aber viel Geld verloren. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 9,8 Prozent einbrechen wird. Das Haushaltsdefizit liegt bei knapp zehn Prozent und damit weit über der erlaubten Drei-Prozent-Grenze im Euro-Raum. (Reuters)
EU: strenge Vorgaben für die Banken-Sanierung
Staatlich unterstützte Banken müssen sich auf strikte Auflagen der EU-Wettbewerbsaufsicht gefasst machen. Bei einer Restrukturierung sollen die Geldhäuser einen Teil ihrer Vermögenswerte abstoßen und sich aus riskanten Geschäftsfeldern zurückziehen. Die Regierungen sollen nicht davor zurückschrecken, eine Bank notfalls Pleite gehen zu lassen. Angesichts der schweren Krise will die Kommission den Banken aber ausreichend Zeit für einen Umbau geben und keine Notverkäufe provozieren. Das geht aus einem Entwurf der Leitlinien zur Sanierung von Banken hervor, der Reuters am Donnerstag vorlag. Die Prinzipien werden am 23. Juli vorgestellt. Die EU will damit erreichen, dass der Bankensektor saniert werden kann, ohne dass der Wettbewerb zwischen Geldhäusern in verschiedenen EU-Staaten leidet oder Banken, die ohne Staatshilfe die Krise meistern, Nachteile erleiden. Ein schädlicher Subventionswettlauf soll vermieden werden. (Reuters)
Sechs Tote bei Bombenanschlägen in Jakarta
Bei zwei Bombenanschlägen auf Hotels in Jakarta sind am Freitag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren nach Polizeiangaben vier Ausländer. Dutzende wurden teilweise schwer verletzt. In die umliegenden Krankenhäusern seien 29 Opfer gebracht worden, berichteten Medien. Es sei mit höheren Opferzahlen zu rechnen, sagte Polizeisprecher Chrysnanda, weil viele Menschen lebensgefährlich verletzt wurden. Die Identifizierung sei im Gange. Über Deutsche unter den Opfern lagen zunächst keine Angaben vor. Getroffen wurden die Luxushotels Ritz Carlton und JW Marriott. Die Sprengsätze explodierten nach ersten Ermittlungen offenbar in den Hotels und nicht davor. Terrorismus-Experten verdächtigten die Terrororganisation Jamaah Islamiyah, die auch für den Marriott- Anschlag 2003 und die Bali-Bomben 2002 und 2005 verantwortlich waren. Die Bomben explodierten am Morgen während der Frühstückszeit. Die beiden Hotels im Geschäftsbezirk gelten als besonders gut geschützt und werden deshalb häufig von Ausländern auch für Geschäftstreffen genutzt. (dpa-AFX)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |