08.03.2010 · Hewlett-Packard revidiert die Quartalsergebnisse leicht nach unten, Funkwerk rutscht in die roten Zahlen. Die Union ist für eine Banken-Sonderabgabe, die FDP dagegen. Der Maschinenbau will keine Abwrackprämie und China warnt vor Risiken für die globale Erholung.
Unternehmen
Gericht kippt Entlastung der Commerzbank-Spitze
Die Übernahme der Dresdner Bank bereitet der Spitze der Commerzbank neben ökonomischen auch weiterhin juristische Probleme. Das Landgericht Frankfurt hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Hauptversammlungsbeschlüsse aufgehoben, mit denen der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller und der Vorstandschef Martin Blessing für das Geschäftsjahr 2008 entlastet worden waren. Die Bank hat nach Angaben eines Sprechers gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Das Urteil sei daher nicht rechtskräftig.
Die Richter bemängelten laut „Spiegel“, dass die Übernahme laut Satzung von der Hauptversammlung hätte beschlossen werden müssen. Stattdessen hatten laut Urteil allein Vorstand und Aufsichtsrat die vollständige Übernahme des früheren Konkurrenten von der Allianz- Versicherung beschlossen. (dpa-AFX)
Hewlett-Packard revidiert Quartalsergebnisse leicht nach unten
Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) hat seine Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal leicht nach unten überarbeitet. Das um Sondereffekte bereinigte (Non-GAAP) Ergebnis je Aktie liege aufgrund eines Rechtsstreits in Großbritannien bei 1,07 statt bei 1,10 Dollar, wie Mitte Februar bekanntgegeben worden sei, teilte HP am Freitag in Palo Alto mit. Der Non-GAAP-Überschuss betrage 2,59 anstelle von 2,67 Milliarden Dollar. (dpa-AFX)
Funkwerk rutscht in die roten Zahlen
Nach einem Umsatzeinbruch von etwa 24 Prozent ist der Kommunikationstechnik-Anbieter Funkwerk in die roten Zahlen gerutscht. Im Geschäftsjahrs 2009 seien die Erlöse auf 219 Euro gesunken und liegen damit noch unter der Prognose von 230 Millionen Euro, teilte die Funkwerk AG am Freitag am Sitz in Kölleda mit. Wegen Umstrukturierungskosten und Abschreibungen werde nach vorläufigen Zahlen mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von minus 42 Millionen Euro gerechnet. Der Vorstand erwartet, dass im laufenden Geschäftsjahr eine Umsatzverbesserung und ein positives Konzernergebnis erzielt werden können.
Das Restrukturierungsprogramm sei weitgehend abgeschlossen und werde in diesem und den kommenden Jahren zu einer Kostenentlastung von voraussichtlich zehn Millionen Euro führen. Verlustquellen seien geschlossen und Randgeschäfte eingestellt worden. (dpa-AFX)
Bahn war nicht börsenreif
Die Bahn war nach Ansicht von Unternehmens-Chef Rüdiger Grube vor der geplanten Börsennotierung nicht reif für den Gang aufs Parkett. „Wäre der Börsengang im Oktober 2008 geglückt, dann hätten wir schnell ein Problem bekommen“, sagte Grube in einem Interview der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Der Konzernchef sieht den Grund für die mangelnde Börsenreife zwar nicht bei der Bahn selbst, sondern bei den Zugherstellern, die mangelhafte Fahrzeuge geliefert hätten. „Aber der Aktienkurs hätte darauf keine Rücksicht genommen“, sagte Grube.
Vor der Präsentation der DB-Jahresbilanz am 25. März erläuterte Grube bereits einige Ergebnisse des Jahres 2009: Demnach sank der Umsatz des Konzerns um rund 12 Prozent. In der Logistik seien zumindest ab September wieder durchgehend schwarze Zahlen geschrieben worden. Den Schaden, der dem Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren noch aus den anhaltenden Problemen mit ICE-Achsen entstehen wird, bezifferte Grube auf insgesamt etwa 350 Millionen Euro. (dpa-AFX)
Solon kann auf Staatsbürgschaft hoffen
Das Berliner Solarunternehmen Solon kann laut „Berliner Morgenpost“ (Samstag) auf eine staatliche Bürgschaft hoffen. Dem Bericht zufolge soll der Bürgschaftsausschuss des Deutschlandsfonds bereits zugestimmt haben. Nun müsse der Lenkungsausschuss noch entscheiden, die Zusage gelte als wahrscheinlich. Die Vereinbarung soll in der kommenden Woche unterschrieben und dann auch verkündet werden. Solon ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust betrug 195 Millionen Euro. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit seinen Banken über eine Umschuldung für kurzfristige Kredite von rund 200 Millionen Euro. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Union für Banken-Sonderabgabe - FDP dagegen
Die Banken sollen sich nach dem Willen der Union mit einer Sonderabgabe an den Kosten zur Rettung des Finanzsektors beteiligen. Das Bundesfinanzministerium arbeite mit Hochdruck an einer neuen Bankenregulierung, sagte der Unions-Fraktionsvize Michael Meister der „Wirtschaftswoche“. Mit der Sonderabgabe soll auch ein Puffer für künftige Krisen gebildet werden
Der Koalitionspartner FDP reagierte ablehnend. Generalsekretär Christian Lindner sagte der „Bild am Sonntag“, es seien nicht alle Banken gleichermaßen verantwortlich für die Krise. „Seriöse Institute dürfen deshalb nicht in unfaire Mithaftung kommen.“ Lindner lehnte auch eine Finanztransaktionssteuer ab. Damit würden normale Transaktionen wie der Kauf von Anteilen für eine Riester-Rente erschwert. (dpa-AFX)
EU unterstützt Idee eines Europäischen Währungsfonds
EU-Währungskommissar Olli Rehn unterstützt die Idee eines Europäischen Währungsfonds. „Wir arbeiten in dieser Frage eng mit Deutschland, Frankreich und anderen EU-Mitgliedsstaaten zusammen“, sagte er der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). „Die Kommission ist bereit, solch ein europäisches Instrument vorzuschlagen, das die Unterstützung der Mitglieder der Eurozone erhält.“ Durch einen Fonds gewährte Hilfen sollten aber „mit strengen Bedingungen verbunden sein.“ (dpa-AFX)
Maschinenbau will keine Abwrackprämie
Die deutschen Maschinenbauer stehen der Idee einer Abwrackprämie für alte Produktionsanlagen skeptisch gegenüber. „Der Staat täte gut daran, sich um die Investitionsschwäche in Deutschland zu kümmern“, sagte Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbandes VDMA, dem „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe). „Allerdings sollte in der jetzigen Lage niemand die Unternehmen dazu verleiten, Investitionsgüter anzuschaffen, die sie angesichts akuter Unterauslastung nicht brauchen“, fügte Hesse hinzu. „Ganz abgesehen davon, dass sie damit Eigenkapital binden müssten, das sie im Aufschwung dringend brauchen werden.“
Damit reagierte Hesse auf einen Vorschlag des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger. Bofinger hatte angesichts der schwachen Konjunktur eine Abwrackprämie für alte Produktionsanlagen ins Spiel gebracht. Der Wirtschaftsweise hatte vorgeschlagen, Unternehmen mit einer Abwrackprämie zu belohnen, wenn sie alte Anlagen durch klimafreundliche ersetzen. Beim Verband kommt das nicht gut an, „Umweltschutz mit der Brechstange können sich weder Unternehmen noch der Staat leisten“, sagte Hesse. Die bessere Alternative wäre aus Sicht des Verbandes eine nachhaltige Verbesserung der Abschreibungsbedingungen. (dpa-AFX)
Notenbankchef: Griechenland braucht keine Hilfen
Griechenland wird sich nach Einschätzung von Notenbankchef Georgios Provopoulos aus eigener Kraft aus dem Schuldensumpf ziehen - ohne Unterstützung aus dem Ausland. „Ein Szenario, in dem Hilfe nötig sein wird, wird nicht Wirklichkeit werden“, sagte Provopoulos am Freitag der „Financial Times Deutschland“ (FTD - Montagausgabe). Die Regierung habe mit den nun vorgelegten Sparplänen bewiesen, dass sie zu „mutigen Schritten“ bereit sei.
Zudem habe die Emission der zehnjährigen Staatsanleihe am Donnerstag „bewiesen, dass die Regierung in der Lage war, an den Märkten die gewünschte Summe einzusammeln“. Zwar habe sie diesmal noch einen „ziemlich hohen“ Preis zahlen müssen - was dauerhaft als nicht tragbar gilt. Er zeigte sich aber überzeugt, dass die Kosten sinken werden.
Mit Blick auf die Ratingurteile über sein Land sage Provopoulos, er erwarte „keine weiteren negativen Überraschungen“ mehr. Explizit sagte er: „Ich bin nicht besorgt, dass Moody's Griechenland weiter herabstufen wird.“
Skeptisch äußerte er sich zu der nun auch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorangetriebenen Idee eines Europäischen Währungsfonds. „Wenn wir den Stabilitäts- und Wachstumspakt konsequent respektieren und wenn alle Euro-Länder sehr glaubwürdige und mutige Konsolidierung betreiben, wird solch ein Mechanismus nicht nötig sein“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) der FTD. (Dow Jones)
China warnt vor Risiken für globale Erholung
China warnt vor Ungewissheiten für die Erholung der Weltwirtschaft. Der neue Exportweltmeister rechnet frühestens in zwei bis drei Jahren mit einer Rückkehr seiner Ausfuhren auf das Niveau zum Beginn der Krise. Vorerst will China den Wert des Yuan nicht steigen lassen, deutet aber eine Abkehr von der festen Wechselkurspolitik in der Zukunft an. Auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking äußerten sich die obersten chinesischen Wirtschaftslenker am Samstag skeptisch über den wirtschaftlichen Aufschwung in China und dem Rest der Welt. China will weiter den inländischen Konsum ankurbeln, um seine Exportabhängigkeit zu verringern und die Wirtschaft zu beleben. (dpa-AFX)
Japans Leistungsbilanzüberschuss im Januar höher als erwartet
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz ist zu Jahresbeginn höher ausgefallen als erwartet. Wie das Finanzministerium am Montag berichtete, belief sich der Positivsaldo im Januar auf 899,8 Milliarden Yen. Analysten hatten einen Überschuss von 750 Milliarden Yen erwartet, nachdem im Dezember ein Plus von 900,8 Milliarden Yen verzeichnet worden war.
Im Vorjahresmonat war noch ein Defizit in der Leistungsbilanz von 132,7 Milliarden Yen verzeichnet worden. Der Überschuss in der Handelsbilanz verringerte sich im Januar auf 197,2 Milliarden Yen von 631,2 im Vormonat.
Den weiteren Angaben zufolge legten die Exporte im Januar um 40,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 4,617 Bill Yen zu und lagen damit den zweiten Monat in Folge wieder über dem Vorjahresniveau. Es war außerdem der stärkste Zuwachs seit Beginn der Datenreihe im Januar 1986. Die Importe stiegen um 7,1 Prozent zum Vorjahr auf 4,420 Bill Yen. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |