Unternehmensnachrichten
FMC kauft Dialysesparte von Euromedic
Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) übernimmt für 485 Millionen Euro das Dialysedienstleistungsgeschäft des Medizindienstleisters Euromedic International. Mit dem Schritt wolle FMC das Geschäft insbesondere in Osteuropa ausweiten, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Die unter dem Namen International Dialysis Centers (IDC) firmierende Sparte nimmt dort den Angaben nach eine marktführende Position ein.
Die Übernahme bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden. Sie soll in der ersten Jahreshälfte 2011 abgeschlossen werden. FMC rechnet danach mit einem jährlichen Umsatzbeitrag von rund 180 Millionen amerikanischen Dollar. Ab 2012 soll sich die Akquisition positiv auf das Konzernergebnis auswirken. Der Kaufpreis soll den Angaben nach zunächst aus dem Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und vorhandenen Kreditlinien finanziert werden. Nach Abschluss der Übernahme plane FMC eine langfristige Refinanzierung, hieß es. (dpa-AFX)
Metro-Chef hält an Warenhaus AG fest
Auch nach dem Einstieg des Investors Nicolas Berggruen beim Karstadt-Konzern wirbt der Düsseldorfer Handelsriese Metro für eine Deutsche Warenhaus AG. Die Fusion der Metro-Tochter Galeria Kaufhof mit Karstadt biete die beste Zukunft für sichere Jobs, sagte Unternehmenschef Eckhard Cordes den NRW-Ausgaben der „Bild“-Zeitung (Dienstag). (dpa-AFX)
Vereinigte Staaten erlassen Ölkonzernen Umweltchecks für Tiefseebohrungen
Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko lässt die amerikanische Regierung bei der Genehmigung von Tiefseebohrungen die Zügel wieder lockerer. Mehr als einem Dutzend Ölkonzernen wurden für bestimmte Projekte neue Überprüfungen erlassen, wie das Innenministerium am Montag mitteilte. Es geht demnach um Tiefseebohrungen, die bereits begonnen worden waren und wegen des Moratoriums gestoppt wurden. Die Konzerne wie Chevron und Shell müssten aber die neuen Umweltauflagen erfüllen, bevor sie ihre Arbeit fortsetzten. Der nach der Ölpest erlassene Bohrstopp wurde im Oktober aufgehoben. Das Ministerium wurde seitdem dafür kritisiert, nicht schnell genug wieder Bohrungen zuzulassen. (Reuters)
Bank of America zahlt Milliarden an Hypothekenfirmen
Die Bank of America zahlt im Streit über faule Kredite den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Mit der Einigung ist ein großer Teil der Rechtsstreitigkeiten mit staatlich gestützten Instituten beilegt, nicht jedoch mit privaten Investoren. Der Vergleich mit Fannie Mae und Freddie Mac kommt die Bank of America längst nicht so teuer zu stehen, wie viele Analysten erwartet hatten.
Die Einigung betrifft Immobilienkredite der 2008 übernommenen Countrywide. Der Mitteilung zufolge entfallen auf Freddie Mac 1,28 Milliarden Dollar in bar. Damit sind alle Forderungen im Zusammenhang mit Countrywide-Darlehen bis einschließlich 2008 beglichen.
Aufgrund der Einigung mit Fannie und Freddie stellt die Bank of America im vierten Quartal 2010 drei Milliarden Dollar zurück. In der Hypotheken- und Versicherungssparte werde eine Abschreibung von zwei Milliarden Dollar erwartet, teilte das Institut mit. Aufgrund dessen wird die Bank am 21. Januar wahrscheinlich zum zweiten Mal in Folge einen Quartalsverlust bekanntgeben.
Mit der Einigung lässt die Bank of America nicht alle Probleme mit faulen Krediten hinter sich. Nach eigener Schätzung fordern Fannie und Freddie noch die Rücknahme von Darlehen im Volumen von 2,7 Milliarden Dollar. Hinzu kommen Forderungen privater Investoren, die eine Rücknahme der Darlehen erreichen wollen. (Reuters)
Arcelor-Mittal will Gebot für Baffinland nicht erhöhen
Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal will sein Gebot für den kanadischen Eisenerzproduzenten Baffinland nicht erhöhen, obwohl Nunavut Iron Ore ihr Gegenangebot abermals aufgestockt hat. ArcelorMittals Angebot von 1,40 kanadischen Dollar je Aktie für 100 Prozent an Baffinland bleibe dem Gebot von Nunavut für eine Mehrheit an dem Eisenerzproduzenten überlegen.
In einer Mitteilung bezeichnete Baffinland das Gebot von Arcelor-Mittal am Montag als „im besten Interesse“ des Unternehmens und empfahl ihren Aktionären, nicht auf das nachgebesserte Angebot von Nunavut einzugehen. Nunavut konnte für eine Stellungnahme
zunächst nicht erreicht werden. (Dow Jones)
Wirtschaftsnachrichten
Chile stemmt sich gegen drastischen Anstieg des Peso-Kurses
Im Kampf gegen die drastische Aufwertung der Landeswährung interveniert die chilenische Zentralbank auf den Devisenmärkten. Ab Mittwoch sollen für insgesamt zwölf Milliarden Dollar Peso gekauft werden. Das Programm soll noch bis Ende Dezember laufen. Zentralbankpräsident Jose De Gregorio wollte sich am Dienstag zu dem Schritt äußern. Der chilenische Peso legte seit Ende Juni um mehr als 17 Prozent im Vergleich zum Dollar zu, was chilenischen Exportunternehmen Sorgen bereitet. Auch Brasilien und Kolumbien versuchen, die Aufwertung ihrer Währungen zu stoppen. (Reuters)
Zahl der Privatinsolvenzen in Amerika steigt 2010 um 9 Prozent
Die Zahl der Privatinsolvenzen in den Vereinigten Staaten ist im vergangenen Jahr einer Studie zufolge um neun Prozent im Vergleich zu 2009 gestiegen. Wie das American Bankruptcy Institute am Montag mitteilte, beantragten 1,53 Millionen Amerikaner Gläubigerschutz. Auch für 2011 rechnet das Institut mit mehr Privatinsolvenzen. Grund sei die hohe Verschuldung und der stockende Einkommenszuwachs. (Reuters)
