Unternehmen
FedEx rechnet mit Belastungen von 1,2 Milliarden Dollar
Der amerikanische Paketdienst FedEx rechnet in seinem bis Ende Mai dauernden vierten Quartal mit Belastungen von mehr als einer Milliarde amerikanischen Dollar. So würden allein etwa 900 Millionen amerikanische Dollar (633 Millionen Euro) auf den Firmenwert abgeschrieben, wie FedEx am Mittwoch mitteilte. Grund für die Wertminderungen seien die finanzielle Entwicklung bei der Kopier- und Druckdienstleistungs-Tochter FedEx Office (ehemals Kinko's) und die Frachtsparte FedEx National LTL auf Grund der schwachen wirtschaftlichen Bedingungen. Hinzu kämen bereits angekündigte Abschreibungen auf Flugzeuge und Kosten für das laufende Sparprogramm von rund 100 Millionen Dollar, so dass sich die Belastungen im Schlussquartal insgesamt auf 1,2 Milliarden Dollar beliefen. Der amerikanische Logistiker hatte in den vergangenen Monaten wie sein direkter Konkurrent UPS die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen und die Prognose für das bis Ende Mai dauernde Geschäftsjahr 2008/2009 bereits gesenkt. Für die Tochter FedEx Office waren schon im vergangenen Jahr Abschreibungen von mehreren hundert Millionen Dollar angefallen - und zwar als diese von Kinko's umbenannt wurde. (dpa-AFX)
Deutlicher Gewinnrückgang bei Voestalpine
Der Voestalpine-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2008/09 aufgrund der hervorragenden Entwicklung im 1. Halbjahr bei einem Rekordumsatz von 11,63 Milliarden Euro sowohl beim Ebitda als auch beim operativen Ergebnis (Ebit) annähernd an das Vorjahr anschließen, obwohl es ab dem 3. Quartal infolge der sich weltweit verschärfenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vier der fünf Divisionen zu deutlichen Mengen- und Preisrückgängen kam. Das Nettoergebnis fiel um knapp 19 Prozent auf 612 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund des drastischen Konjunktureinbruches seit Herbst 2008 gestaltet sich eine Prognose für das Geschäftsjahr 2009/10 äußerst schwierig. Das Management des Voestalpine Konzerns geht davon aus, dass in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 mit einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und damit einem - überschaubaren - negativen operativen Ergebnis zu rechnen ist, wogegen die zweite Jahreshälfte durch eine leichte konjunkturelle Entspannung sowohl umsatz- als auch ergebnismäßig deutlich positiver verlaufen sollte. Unterstützt wird dieser Trendverlauf durch ein umfangreiches zusätzliches Kostenoptimierungsprogramm, ein fokussiertes Working Capital-Management zur aktiven Steuerung der Liquiditätsentwicklung und ein weiteres kritisches Durchleuchten der Investitions- und Instandhaltungsaufwendungen. Damit ist für das Gesamtjahr 2009/10 auch aus heutiger Sicht - unverändert - von einem positiven operativen Ergebnis auszugehen. (Ad-hoc)
Air Berlin besorgt sich frisches Kapital
Die Fluggesellschaft Air Berlin besorgt sich frisches Kapital. Geplant sei die Ausgabe von rund sechs Millionen neuen Aktien, teilte die zweitgrößte deutsche Airline am Donnerstag mit. Für den Großteil der Papiere stehen die Käufer den Angaben zufolge bereits fest: Der mit einem Anteil von zuletzt 15,3 Prozent größte Air-Berlin-Aktionär, die türkische ESAS Holding, will vier Millionen weitere Aktien zum Platzierungspreis erwerben. Der Verwaltungsratschef der als britische PLC firmierenden Air Berlin, Johannes Zurnieden, beabsichtigt, 350.000 neue Papiere zu zeichnen, Unternehmenschef Joachim Hunold hat den Angaben zufolge den Erwerb von 150.000 Aktien zugesagt. Der Abschluss der Platzierung im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren wird am oder um den 9. Juni herum erwartet. Der Erlös der Platzierung soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Das Bezugsrecht der Altaktionäre wird ausgeschlossen. (dpa-AFX)
Metro will 60 der 90 Karstadt-Häuser übernehmen
Im Gezerre um die Zukunft der Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor stellt der Metro-Konzern eine rasche Fusion seiner Kaufhof-Häuser mit dem Großteil der Karstadt-Filialen in Aussicht. „Ende Juli könnte das erste Gerüst der Deutschen Warenhaus AG stehen“, sagte Metro-Finanzvorstand Thomas Unger der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe). Arcandor mit seinen rund 50.000 Beschäftigten in Deutschland braucht nach eigener Darstellung bis zum 12. Juni eine Staatsbürgschaft, um der Insolvenz zu entgehen. In der Bundesregierung gibt es große Zweifel, ob das Unternehmen die Bedingungen für eine Bürgschaft erfüllt. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick betrachtet den Fusionsvorschlag von Metro als Störmanöver, ist aber zu Gesprächen darüber bereit. „Wir sind sicher, dass wir von den 90 Häusern 60 übernehmen und in unser Galeria-Kaufhof-Konzept integrieren können“, sagte Unger in dem Interview. Damit würde der Konzern „dem weit überwiegenden Teil der Karstadt-Beschäftigten eine gesicherte Zukunft geben“. Die rund 4000 Mitarbeiter in den 30 nicht übernommenen Filialen „würden doch nicht alle arbeitslos“, betonte der Metro-Manager. „Es gibt Interesse einer ganzen Reihe von Handelsketten an den Häuern“, fügte er hinzu. (Reuters)
K+S sichert sich Kredite in Milliardenhöhe
Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S hat sich Kredite in Milliardenhöhe gesichert. Bereits am 18. Mai sei ein Konsortialkredit und eine revolvierende Kreditlinie über 1,55 Milliarden Euro unterzeichnet worden, teilte die Dax-Gesellschaft am Mittwoch in Kassel mit. Der Kredit werde zur Finanzierung der Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Morton Salt (Transaktionsvolumen 1,675 Milliarden Dollar) und für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt. Der Konzern sei eines der ersten Unternehmen, dem seit rund einem Jahr eine Syndizierung in dieser Größenordnung im Bankenmarkt gelungen sei. Die deutliche Überzeichnung des ursprünglich angestrebten Kreditrahmens bestätige die gesunde finanzielle Basis der Gesellschaft. (dpa-AFX)
Fresenius erlöst 138 Millionen Euro aus Aufstockung von Anleihe
Der Gesundheitskonzern Fresenius SE hat über eine Tochtergesellschaft seine im Jahr 2006 begebene Anleihe aufgestockt und damit 138 Millionen Euro erlöst. Die Transaktion habe ein Volumen von 150 Millionen Euro nominal zu einem Ausgabepreis von 92,0 Prozent umfasst, teilte das Bad Homburger Unternehmen am Mittwoch mit. Bei einem Kupon von 5,5 Prozent ergibt sich eine Rendite von 7,0 Prozent. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis 2016 und ist von der Emittentin ab 2011 vorzeitig kündbar. Die Tranche wurde im Rahmen einer Privatplatzierung ausschließlich institutionellen Anlegern angeboten. Die Transaktion sei deutlich überzeichnet gewesen. Mit dem Erlös sollen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt werden. Entsprechend verlängere sich das Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten. (Dow Jones Newswires)
Klöckner & Co begibt Wandelanleihe
Der Vorstand der Klöckner & Co SE („Klöckner & Co“) hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats heute beschlossen, eine vorrangige, unbesicherte Wandelanleihe zu begeben. Die Anleihe wird von Klöckner & Co Financial Services S.A., einer 100 Prozentigen luxemburgischen Tochtergesellschaft von Klöckner & Co, ausgegeben, von Klöckner & Co garantiert und ist in existierende oder neue Aktien von Klöckner & Co wandelbar. Die Anleihe wird ausschließlich institutionellen Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten zum Kauf angeboten. Bezugsrechte für bestehende Klöckner & Co-Aktionäre zum Bezug der Anleihe sind ausgeschlossen. Das Emissionsvolumen beträgt circa Euro 95 Millionen, dabei wäre die Anleihe insgesamt in bis zu 4.625.000 Aktien wandelbar. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre. Die Anleihe wird zu 100 Prozent des Nennwertes voraussichtlich am 9. Juni 2009 begeben. Der Wandlungspreis wird mit einer Wandlungsprämie zwischen 30 Prozent - 35 Prozent über dem volumen-gewichteten Durchschnittskurs der Klöckner & Co-Aktien in Xetra im Zeitraum zwischen der heutigen Beschlussfassung des Vorstands über die Begebung der Anleihe und der ebenfalls für heute geplanten endgültigen Zuteilung festgesetzt werden. Der Kupon wird zwischen 6,00 Prozent - 7,00 Prozent p.a. liegen und im Rahmen eines Bookbuilding-Prozesses ermittelt werden, dessen Durchführung für heute geplant ist. Die Anleihe kann von der Emittentin in den ersten drei Jahren nicht vorzeitig gekündigt werden. Danach besteht eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit, sofern der Börsenkurs der Klöckner & Co-Aktien über gewisse Perioden hinweg 130 Prozent des Wandlungspreises übersteigt. Klöckner & Co beabsichtigt, die Anleihe in den Börsenhandel im Open Market (Freiverkehr) der Frankfurter Wertpapierbörse einbeziehen zu lassen. J.P. Morgan und die Deutsche Bank AG begleiten die Platzierung als gemeinsame Bookrunner, gemeinsame Lead-Manager und alleinige Syndikatsbanken. Klöckner & Co beabsichtigt, die Erlöse aus dem Verkauf der Wandelanleihe für allgemeine Unternehmenszwecke sowie zu einem späteren Zeitpunkt zur Fortführung der dargelegten externen Wachstumsstrategie einzusetzen. (Ad-hoc)
Zeitung - United Airlines holt Angebote von Boeing und Airbus
Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat einem Zeitungsbericht zufolge Boeing und Airbus zu einem Angebot für bis zu 150 neue Flugzeuge aufgefordert. Der Auftrag könne sich auf mehr als zehn Milliarden Dollar belaufen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf eingeweihte Personen. United Airlines verspreche sich von den konkurrierenden Angeboten günstigere Preise. Die Airbus-Mutter EADS hatte zuletzt eingeräumt, dass es wegen der Rezession schwieriger sei, die Geschäftsziele 2009 zu erreichen. Der amerikanische Rivale Boeing hat im ersten Quartal mehr Auftragsstornierungen als Bestellungen verzeichnet. (Reuters)
Wirtschaft
Lettland in schweren Währungsturbulenzen
Die Finanzkrise in Lettland hat sich am Mittwoch verschärft, nachdem das Land mit dem Versuch komplett scheiterte, Staatsanleihen an Investoren zu verkaufen. An den Finanzmärkten wuchsen deshalb die Spekulationen, dass das einstige Boomland im Baltikum bald seine Währung abwerten muss. Dies würde vor allem skandinavische Banken schwer treffen, die stark in der Region engagiert sind. Die Aktienkurse von schwedischen Banken und die schwedische Krone kamen unter kräftigen Druck. „Angesichts eines hohen Budgetdefizits im Jahr 2009 wurde mit diesem Scheitern der verwundbarste Punkt Lettlands getroffen“, sagte UniCredit-Analyst Gyula Toth. „Die Fähigkeit der Regierung, eine Abwertung zu vermeiden, nimmt damit weiter ab.“ Sollte Lettland seine Währungskoppelung an den Euro aufgeben, was immer wahrscheinlicher werde, dürfte dies angesichts des starken Engagements schwedischer Banken im Baltikum negative Konsequenzen für die Schwedenkrone haben, meinte ein weiterer Analyst. Wegen eines dramatischen Wirtschaftseinbruchs hatte Lettland im Jahr 2008 einen Notfallkredit des Internationalen Währungsfonds über 7,5 Milliarden Euro erhalten. Das seit 2004 zur EU gehörende Land verzeichnete im ersten Quartal 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 18,0 Prozent zum Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet die Regierung mit einer BIP-Schrumpfung von rund 10 Prozent. (Dow Jones Newswires)
