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Medienschau Fed hebt Diskontsatz auf 0,75 Prozent an

19.02.2010 ·  Nestlé - robust und profitabel, Gewinn von Anglo American halbiert, Lafarge erwartet Erholung, Reifenhersteller Bridgestone rechnet mit Erholung, Dell enttäuscht mit Marge, Thales rutscht in rote Zahlen, ETH schafft Ethanolriesen in Brasilien, Schlumberger will angeblich Smith kaufen, Enel erhöht die Anleiheemission, Fed hebt Diskontsatz an, Deutschland: Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet, Singapurs Wirtschaft weniger schwach als befürchtet, Bank of Japan: Einschätzung der Wirtschaftslage unverändert - gesamtwirtschaftliche Aktivität sinkt, Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster steigt

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Unternehmen

Nestlé - robust und profitabel

Nestlé hat im vergangenen Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 107,6 Milliarden Franken erwirtschaftet, nach 110 Milliarden Franken im Vorjahr. Das organische Wachstum lag bei 4,1 Prozent; dieses setzt sich zusammen aus einem Realwachstum von 1,9 Prozent und Preisanpassungen von 2,2 Prozent. Wechselkurseffekte wirkten sich mit minus 5,5 Prozent und akquistionsbereinigte Veräusserungen mit minus 0,7 Prozent negativ auf den Gruppenumsatz aus. Kostensenkungsinitiativen habe zu Einsparungen von mehr als 1,5 Milliarden Franken geführt, wozu alle operativen Segmente beigetragen hätten, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt verringerten sich die Kosten den Angaben zufolge um 110 Basispunkte, trotz eines Anstiegs der Rohstoff- und Verpackungskosten um 2 Prozent. Vertriebskosten gingen um 40 Basispunkte zurück. Die operative stieg um 30 berichtete Basispunkte und um 40 Basispunkte bei konstanten Wechselkursen auf 14,6 Prozent, mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 15,7 Milliarden Franken. Der Reingewinn 2009 betrug 10,4 Milliarden Franken und der Gewinn pro Aktie 2009 2,92 Franken. Diese Zahlen sind allerdings aufgrund des Gewinns durch den 2008 getätigten Verkauf von 24,8 Prozent der Anteile an Alcon nicht direkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. Damit lag das Jahresergebnis von Nestlé tendenziell im oberen Bereich der Marktschätzungen. Das Management schlägt eine Dividendenerhöhung um 14 Prozent auf 1,60 Franken pro Aktie vor. (Unternehmen)

Gewinn von Anglo American halbiert sich auf 2,43 Milliarden Dollar

Anglo American hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch erlitten. Wie der Bergbauriese am Freitag aus London miteilte, lag der Nettogewinn im Jahr bis zum 31. Dezember 2009 bei 2,43 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro). Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 5,22 Milliarden Dollar verdient. Der Betriebsgewinn betrug 5 Milliarden Dollar. Anglo American gehören Anteil an den weltgrößten Platin- und Goldproduzenten. Beim Eisenerz-Förderprojekt Minas Rio in Brasilien ist der Investitionsanteil von Anglo American in der Phase eins auf 3,8 Milliarden Dollar gestiegen, von zuvor 2,7 Milliarden Dollar. Eine Dividende versucht der Konzern 2010 zu zahlen. Bedingung dafür sei allerdings, dass sich das Preisumfeld im Rohstoffsektor weiter verbessert. (Bloomberg)

Zementkonzern Lafarge erwartet 2010 Nachfrage-Erholung

Der Zement-Weltmarktführer Lafarge rechnet nach dem Einbruch infolge der Wirtschaftskrise 2010 wieder mit einer Erholung. Die Geschäfte in Schwellenländern liefen gut und kurbelten die Nachfrage weiterhin an, teilte der französische Konzern am Freitag mit. In entwickelten Märkten werde voraussichtlich im Laufe des zweiten Halbjahrs eine langsame Erholung einsetzen. Insgesamt erwarte man einen Anstieg der Nachfrage bis zu fünf Prozent. Schlimmstenfalls dürfte sie stagnieren. 2009 fiel der Gewinneinbruch des Konkurrenten von HeidelbergCement noch stärker aus als wegen der Abschwächung der Bautätigkeit im Zuge der Krise ohnehin schon befürchtet. Operativ verdiente Lafarge mit 2,5 Milliarden Euro 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn brach sogar um 54 Prozent auf 736 Millionen Euro ein; Analysten hatten im Schnitt mit knapp über einer Milliarde Euro gerechnet. Der Umsatz ging um 17 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zurück. (Reuters)

Carrefour-Gewinn knickt wegen Abschreibungen ein

Europas größter Handelskonzern Carrefour hat im vergangenen Jahr einen überraschend starken Gewinnrückgang verbucht. Abschreibungen im Italien-Geschäft und Restrukturierungskosten in Milliardenhöhe drückten den Nettogewinn aus fortgeführtem Geschäft um 70 Prozent auf 385 Millionen Euro, teilte Carrefour am Freitag mit. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 39 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr kräftig Preise gesenkt, um Kunden in seine Geschäfte zu locken. Der Umsatz ging um 1,2 Prozent auf 86,967 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Währungs- und Kalendereffekte legte der Umsatz zu. 2010 will Carrefour eigenen Angaben zufolge seinen Marktanteil ausbauen. Die operative Marge soll sich verbessern und die Kosten weiter sinken. (dpa-AFX)

Reifenhersteller Bridgestone rechnet 2010 mit Erholung

Nach einem Gewinneinbruch 2009 rechnet der größte japanische Reifenhersteller Bridgestone in diesem Jahr wieder mit besseren Geschäften. Im vierten Quartal verfünffachte das Unternehmen seinen Betriebsgewinn auf 63,6 Milliarden Yen (rund 513 Millionen Euro). Dabei profitierte Bridgestone außer von den weltweiten Staatshilfen für die Autobranche auch von Einsparungen. Zwar wies das Unternehmen am Freitag für das Gesamtjahr einen Rückgang des Betriebsergebnisses um 42 Prozent auf 75,7 Milliarden Yen aus, es übertraf damit aber die Markterwartungen. Für 2010 rechnet der Konzern nun wieder mit einem Gewinnanstieg und peilt ein Betriebsergebnis von 94 Milliarden Yen an. Damit bleibt Bridgestone allerdings hinter den Expertenprognosen zurück. Erst vergangene Woche hatte der französische Rivale Michelin vor anhaltenden Unsicherheiten gewarnt. Steigende Kautschukpreise und das Auslaufen der staatlichen Kaufanreize für Neuwagen könnten die Branche belasten. Der deutsche Konkurrent Continental legt am Dienstag seine Bilanz vor. Der Konzern aus Hannover hatte nach einem Milliardenverlust im Quartal zuletzt von Aufwind zum Jahresende gesprochen. (Reuters)

Dell enttäuscht mit Marge - Aktie fällt

Der weltweit drittgrößte Computerhersteller Dell hat im vierten Geschäftsquartal zwar mehr verdient als erwartet, mit seiner Bruttomarge aber enttäuscht. Grund seien Preisnachlässe bei PCs für Privatkunden und zugleich gestiegene Kosten für Speicherchips und andere Komponenten, teilte der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss in New York mit. Die Dell-Aktie verbilligte sich nachbörslich um fünf Prozent. Das Unternehmen bezifferte die bereinigte Bruttomarge mit 17,4 Prozent nach 18,2 Prozent vor einem Jahr. Analysten hatten sich einen deutlich besseren Wert ausgerechnet. An ihrer Enttäuschung änderten auch die Gewinn- und Umsatzzahlen nichts, die die Erwartungen übertrafen. Der Nettogewinn schrumpfte in den drei Monaten bis zum 29. Januar zwar auf 334 Millionen Dollar nach 351 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Mit einem Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 0,28 Dollar schlug sich Dell allerdings einen Cent besser als von Analysten im Schnitt erwartet. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar. Hier war mit 13,8 Milliarden Dollar gerechnet worden. Einen detaillierten Ausblick auf das laufende Jahr gab Dell nicht. Die Firma teilte aber mit, die Nachfrage von Firmenkunden habe im Verlauf des abgelaufenen Quartals angezogen. Dell sei vorsichtig optimistisch, dass dieser Trend bis ins Geschäftsjahr 2011 anhalten werde. Am Tag zuvor hatte Dells Erzrivale Hewlett-Packard überzeugendere Zahlen vorgelegt. Nach einem überraschend kräftigen Ergebnisplus im abgelaufenen Quartal schraubte der Branchenprimus seine Ziele für das Gesamtjahr nach oben. (Reuters)

Thales rutscht in rote Zahlen

Der französische Rüstungselektronikkonzern Thales ist wegen hoher Abschreibungen im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Netto belief sich das Minus auf 128 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. 2008 erwirtschaftete Thales noch einen Gewinn von 650 Millionen Euro. Analysten hatten für 2009 mit einem Gewinn von 238 Millionen Euro gerechnet. Negativ habe sich unter anderem die Krise in der zivilen Luftfahrt ausgewirkt, sagte Vorstandschef Luc Vigneron. Zudem seien im abgelaufenen Jahr Abschreibungen von insgesamt 535 Millionen Euro vorgenommen worden. Rückstellungen seien in Höhe von 233 Millionen Euro in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres gebildet worden, davon 102 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Verzögerungen beim Militärtransporter A400M von Airbus. Der Umsatz stieg den Angaben nach um zwei Prozent auf 12,89 Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit Erlösen auf ähnlichem Niveau. Der Auftragseingang fiel 2009 mit 13,9 Milliarden Euro drei Prozent niedriger aus. 2010 dürfte die Zahl der Aufträge nach Einschätzung des Unternehmens weiter zurückgehen. (Reuters)

Manz Automation: Aufträge über 25 Millionen Euro

Die Manz Automation AG hat zu Jahresbeginn Aufträge im Wert von über 25 Millionen Euro aus Asien erhalten. Dabei entfielen 13 Millionen Euro auf LCD-Aufträge und mehr als 12 Millionen Euro auf Solar-Ausrüstungen, wie das TecDax-Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Auftragsbestand habe sich dadurch zum 31. Januar 2010 auf 70 Millionen Euro erhöht. Die im vierten Quartal 2009 eingeleitete Trendwende werde dadurch untermauert. Die deutlich belebte Nachfrage nach Liquid-Crystal-Display-Fernsehern (LCD) in China sowie das wachsende Segment der berührungsempfindlichen Displays (Touchpanels) führe zu einem deutlichen Anstieg der Investitionen asiatischer Hersteller, hieß es weiter. Die Aufträge im Solarbereich habe das Reutlinger Unternehmen von Bestandskunden in Taiwan und China sowie von zwei Neukunden, die ebenfalls aus der Volksrepublik stammen, erhalten. Für die weitere operative Entwicklung im Solarbereich ist Vorstandsvorsitzender Dieter Manz laut Mitteilung positiv gestimmt: „Infolge der geplanten Reduktion der Einspeisevergütung in Deutschland sind die Hersteller mehr denn je gefordert, die Produktionskosten weiter zu senken“, erklärt der Manager. „Wir erwarten daher eine weiter steigende Nachfrage nach unseren innovativen und hocheffizienten Produkten.“ (Dow Jones Newswires)

ETH schafft mit Übernahme Ethanolriesen in Brasilien

Der brasilianische Ethanolproduzent ETH übernimmt den kleineren Rivalen Brenco und mischt damit künftig in der Weltspitze der Branche mit. Das neue Unternehmen ETH Bioenergia soll bis 2012 auf eine jährliche Produktionskapazität von drei Milliarden Liter Ethanol und einen Jahresumsatz von rund vier Milliarden Real (1,6 Milliarden Euro) kommen, wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Zwischen Mitte 2011 und Anfang 2012 soll ETH Bioenergia an die Börse gebracht werden. Die ETH-Aktionäre, der brasilianische Bau- und Petrochemieriese Odebrecht und das japanische Handelshaus Sojitz, werden 65 Prozent an ETH Bioenergia halten, die Anteilseigener von Brenco den Rest. Die Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht. Brenco wird von Risikokapitalgeber Vinod Khosla und AOL-Gründer Steve Case unterstützt. Dem Unternehmen gingen infolge der Krise die Barmittel aus. Die Kreditkrise hat die brasilianischen Zuckerrohrverarbeiter hart getroffen, da sie sich in den vergangenen Jahren hohe Schulden aufgeladen, um ihre Expansion zu finanzieren. Die Konsolidierung in der schnell wachsenden Branche gewinnt daher derzeit an Fahrt. Anfang Februar kündigten der Ölmulti Royal Dutch Shell und der weltgrößte Zucker- und Ethanolhersteller Cosan an, mit einem Gemeinschaftsunternehmen den drittgrößten Brennstoffverteiler des südamerikanischen Landes schaffen zu wollen. Der amerikanische Agrarriese Bunge steigt mit dem im Dezember angekündigten Kauf des brasilianischen Zucker- und Ethanolproduzenten Moema ebenfalls in die Topliga der Zuckerindustrie auf. Auch der vor allem auf die Öl- und Gasproduktion fokussierte staatliche Energiegigant Petrobras will seine Ethanolproduktion in den kommenden Jahren deutlich steigern. (Reuters)

Ölfeldausrüster Schlumberger will Wettbewerber Smith kaufen

In der Ölbranche bahnt sich eine milliardenschwere Übernahme an. Nach Aussage informierter Personen verhandelt die Schlumberger Ltd mit dem Wettbewerber Smith International Inc über eine Übernahme. Die Gespräche seien in einem fortgeschrittenem Stadium, und eine Transaktion könnte kurz bevorstehen. Schlumberger ist das weltweit größte Unternehmen im Bereich der Ölfeldausrüster. Die derzeitige Marktkapitalisierung von Smith International beträgt rund 7,5 Milliarden Dollar. Inklusive eines Aufschlages, der bei einer solchen Transaktion typischerweise bei ungefähr 20 Prozent liegt, könnte das Geschäft einen Wert von 9 Milliarden Dollar haben, fügte eine informierte Person hinzu. Der genaue Preis habe am späten Donnerstagabend noch nicht bestimmt werden können. Zudem sei auch noch keine endgültige Einigung erzielt worden und die Verhandlungen könnten noch scheitern. Ein Sprecher von Smith International wollte in der Sache keine Stellungnahme abgeben, während Schlumberger nicht erreichbar war. Schlumberger mit Sitz in Houston im amerikanische Bundesstaat Texas hat wie die Wettbewerber unter der Wirtschaftskrise und dem fallenden Ölpreis gelitten. Für 209 musste Schlumberger einen Gewinnrückgang von 42 Prozent hinnehmen. Allerdings hatte sich in den vergangenen Monaten wieder eine leichte Erholung gezeigt. Dank der Größe von Schlumberger und seiner geografische Aufstellung ist der Konzern mit der Wirtschaftskrise besser zurecht gekommen als die Wettbewerber. Dies und der hohe Barmittelbestand von Schlumberger haben des öfteren Gerüchte über einen größeren Zukauf genährt. Smith International wies 2009 einen Gewinneinbruch von 80,7 Prozent aus, alleine im vierten Quartal ermäßigte sich das Ergebnis um 90 Prozent, was mit deutlich geringeren Bohraktivitäten in Nordamerika zusammenhing. (Dow Jones Newswires)

Enel erhöht die Anleiheemission

Enel erhöht die Anleiheemission für italienische und europäische Privatanleger auf 3 Milliarden Euro und verlegt den Schluss der Zeichnungsfrist auf Freitag, 19.02.2010 vor Rom (ots) - Wie im Emissionsprospekt vorgesehen, gibt die Enel S.p.A. („Enel“) bekannt, dass sie in Abstimmung mit den Koordinatoren des Angebots die Option ausgeübt hat, den nominellen Wert des paneuropäischen Angebots an Privatanlegern vorbehaltenen Anleihen bis zu der Gesamtobergrenze von 3 Milliarden zu erhöhen. Bis zum Gesamtwert von 3 Milliarden werden Anleihen zu je 1.000 Euro ausgegeben. Enel gibt ferner bekannt, dass die Angebotsfrist in Abstimmung mit den Koordinatoren früher als geplant bereits am Freitag, den 19. Februar 2010, im Anschluss an die vollständige Platzierung der Anleihen in Höhe von maximal 3 Milliarden Euro endet. (Ad-hoc)


Wirtschaftsnachrichten

Fed hebt Diskontsatz auf 0,75 Prozent an

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve verteuert die Notkredite für Banken. Der Diskontsatz werde ab Freitag auf 0,75 Prozent steigen von 0,5 Prozent, teilte die Fed am Donnerstagabend nach Handelsschluss in New York mit. Die Notenbank begründete dies mit einer Verbesserung der Lage an den Finanzmärkten. Mit den Änderungen werde eine weitere Normalisierung der Kreditfazilitäten der Fed angestrebt. Sie signalisierten jedoch keinen Wandel bezüglich des Ausblicks für Wirtschaft und Geldpolitik. Es werde auch nicht erwartet, dass die Änderungen zu verschärften finanziellen Konditionen für Haushalte und Unternehmen führten. Die Fed hatte wegen der Finanzkrise die Zinsen auf nahe Null Prozent gesenkt und anschließend insgesamt mehr als eine Billion Dollar in das Finanzsystem gepumpt, um einen wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern. Die Wirtschaft hat sich zwar dank dieser Schritte spürbar erholt, aber die Arbeitslosigkeit bleibt mit knapp zehn Prozent relativ hoch. (Reuters)

Deutschland: Erzeugerpreise steigen im Januar stärker als erwartet

In Deutschland sind die Preise auf Erzeugerebene im Januar überraschend stark gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat legte das Preisniveau um 0,8 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Vor allem die im Monatsvergleich um 2,2 Prozent gestiegenen Energiepreise seien für die Zunahme verantwortlich. Im Dezember waren die Erzeugerpreise im Monatsvergleich noch um 0,1 Prozent gefallen. Im Jahresvergleich sanken die Erzeugerpreise im Januar hingegen um 3,4 Prozent. Hier hatten die Volkswirte jedoch einen stärkeren Rückgang um 3,9 Prozent prognostiziert. Die Energiepreise sanken im Jahresvergleich um 8,3 Prozent. Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung zwar nicht direkt, schlagen aber erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung teilweise auf die Verbraucherpreise durch. (dpa-AFX)

Singapurs Wirtschaft im vierten Quartal weniger schwach als erwartet

Die Wirtschaft Singapurs hat im vierten Quartal eine geringere Schrumpfung verzeichnet als zunächst angenommen. Wie eine Regierungsbehörde am Freitag in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. In einer ersten Schätzung war ein Rückgang um 6,8 Prozent genannt worden. Volkswirte hatten im Vorfeld der zweiten Veröffentlichung ein Minus von 5,2 Prozent prognostiziert. Die günstigeren Daten gingen unter anderem auf das verarbeitende Gewerbe und den Bausektor zurück, die eine bessere Entwicklung verzeichneten. Zum Teil resultierte die Aufwärtsrevision auch aus einer Abwärtskorrektur für das dritte Quartal, wodurch sich für das vierte Quartal eine niedrigere Vergleichsbasis ergab. Binnen Jahresfrist wuchs das BIP im vierten Quartal um 4,0 Prozent. Das Ministerium für Handel und Industrie erhöhte seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2010 auf 4,5 Prozent bis 6,5 Prozent, während zuvor ein Plus von 3,0 Prozent bis 5,0 Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Bank of Japan lässt Beurteilung der Wirtschaftslage unverändert

Die Bank of Japan (BoJ) hat die Einschätzung der Wirtschaftslage in ihrem Monatsbericht für Februar unverändert gelassen. Wie in den drei vorangegangenen Monaten erklärte die BoJ, dass die japanische Wirtschaft anzieht. „Die wirtschaftlichen Bedingungen in Japan werden sich voraussichtlich weiter verbessern, wenngleich das Expansionstempo vorerst moderat bleiben dürfte“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Report. Weniger optimistisch zeigte sich die BoJ hinsichtlich der Verbraucherausgaben, die stagnieren dürften, während die Einkommensentwicklung gedrückt bleibe. Die BoJ hatte am Donnerstag wie erwartet ihren Leitzins unverändert gelassen. Die Ratsmitglieder votierten einstimmig dafür, den Zinssatz für Tagesgeld bei 0,10 Prozent zu belassen. Die Wirtschaft Japans hat sich im vierten Kalenderquartal kräftig erholt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen Oktober und Dezember um 1,1 Prozent zum Vorquartal, womit sich das annualisierte Wachstum auf 4,6 Prozent stellte. Indessen fiel der Deflator für die Binnennachfrage - eine Maßzahl für die inländischen Preise - im vierten Quartal um den Rekordwert von 3,0 Prozent zum Vorjahr. Die Notenbank befürchtet, dass die Deflation den privaten Konsum, der rund die Hälfte des BIP ausmacht, bremsen könnte. (Dow Jones Newswires)

Gesamtwirtschaftliche Aktivität sinkt im Dezember

Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Japan ist im Dezember zurückgegangen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag mitteilte, sank die aggregierte Produktion im Dienstleistungssektor und verarbeitenden Gewerbe (inklusive Bau und Primärindustrien) im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent. Im November war der Index um 0,2 Prozent gestiegen. Der Index für den tertiären Sektor fiel auf Monatssicht um 0,9 Prozent, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Vormonat. Im vierten Quartal 2009 stieg die gesamtwirtschaftliche Aktivität allerdings um 1,0 Prozent zum Vorquartal. Der Dienstleistungsindex umfasst die Wirtschaftsaktivität in den Bereichen Versorger, Transport und Telekommunikation, Groß- und Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Immobilien und allgemeine Dienstleistungen. Der Gesamtindex schließt neben dem Index für den tertiären Sektor noch die Bereiche Bau, Landwirtschaft und Fischerei, Industrie sowie den öffentlichen Sektor ein. Beide Indizes werden als brauchbare Vorläufer für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts betrachtet und genießen daher unter Ökonomen erhöhte Aufmerksamkeit. (Dow Jones Newswires)

US/Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster steigt auf 1,20

Die vorläufige Book-to-Bill-Ratio für die Ausrüster der Halbleiterindustrie in Nordamerika ist im Januar auf 1,20 (Vormonat: 1,07) gestiegen. Wie der Branchenverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) am Donnerstag (Ortszeit) weiter mitteilte, lag der Auftragseingang im Dreimonatsdurchschnitt bei 1.132,4 (912,7) Millionen Dollar. Der entsprechende Umsatz betrug 946,3 (850,1) Millionen Dollar. Ein Book-to-Bill-Ratio von 1,20 bedeutet, dass für je 100 Dollar Umsatz neue Aufträge in Höhe von 120 Dollar eingegangen sind. „Der Ordereingang der Ausrüster für die Halbleiterindustrie liegt auf dem höchsten Niveau seit April 2008“, sagte der Präsident und CEO des Verbands, Stanley Myers. „Die Book-to-Bill-Ratio reflektiert die robusten Investitionspläne der Branche, die in den vergangenen Monaten angekündigt wurden.“ (Dow Jones Newswires)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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