Unternehmen
Rückversicherer hofft auf höhere Preise
Hurrikan „Gustav“ und weitere Stürme könnten eine Trendwende bei den Preisen für die Rückversicherung einleiten, erwartet die amerikanische Tochtergesellschaft der Münchener Rück, Munich Re America (MRAm). „Eine heftige Hurrikansaison könnte zusammen mit der internationalen Finanzmarktkrise dazu führen, dass die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz steigt“, sagte MRAm-Chef Anthony Kuczinski der „Financial Times Deutschland“ wenige Tage vor Beginn des Welt-Rückversicherungstreffens in Monte Carlo. Bei den Anbietern dürfte die Kapazität wegen der marktweiten Investmentverluste durch die Finanzkrise gesunken sein, sagte er. (dpa-AFX)
Boston Consulting betreut Fusion von Dresdner und Commerzbank
Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) wird angeblich die Integration der Dresdner Bank in die Commerzbank betreuen. Dabei komme der BCG offenbar eine federführende Rolle zu, berichtete das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. „Es läuft auf BCG raus“, wird diese zitiert. An der Spitze des Integrationsteams stehen dem Bericht zufolge Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter und Commerzbank-Finanzvorstand Eric Strutz. Die Commerzbank hatte sich am vergangenen Sonntag mit dem bisherigen Eigentümer der Dresdner Bank, dem Allianz-Konzern, auf die Übernahme des angeschlagenen Kreditinstituts verständigt. (dpa-AFX)
Roche erhält Zulassung für Hepatitis-B-Test
Der Schweizer Pharmakonzern Roche Holding hat von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für seinen Hepatits-B-Test Cobas TaqMan erhalten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Der Test messe mit Hilfe von Roches PCR Technologie die Zahl der Hepatitis-B-Viren im Blut eines Patienten. Ärzte könnten die Testergebnisse nutzen, um das Ausmaß der Infektion und die Reaktion auf ihre Therapie zu ermitteln. Ähnliche Tests seien bereits von der FDA für die Behandlung von HIV- und Hepatitis C-Patienten verwendet worden. (dpa-AFX)
Konkurrenz für Lufthansa um Brussels Airlines
Neben der Deutschen Lufthansa hoffen einem Zeitungsbericht zufolge zwei weitere Fluggesellschaften auf den Zuschlag beim Verkauf von Brussels Airlines. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) haben sich auch British Airways und die chinesische Linie Hainan Airlines beworben. Lufthansa werde jedoch weiterhin vom Management favorisiert. (dpa-AFX)
Adidas kooperiert mit russischem Fußballverband
Der russische Fußballverband will mit dem deutschen Sportartikelhersteller Adidas am Montag in Moskau ein langfristiges Kooperationsabkommen abschließen. Sportminister Mutko, der auch Präsident des Fußballverbandes ist, und Nationaltrainer Guus Hiddink sowie der Russland-Chef von Adidas, Martin Shankland, haben am Donnerstag zu der für den 8. September geplanten Vertragsunterzeichnung eingeladen. (dpa-AFX)
Telefonica hält an Glasfaser-Breitbandnetzwerk fest
Der spanische Telekomkonzern Telefonica will trotz Protesten von Konkurrenten ab Ende Oktober Zugänge zu seinem neuen Glasfaser-Breitbandnetzwerk vermarkten. Zu Beginn sollen nach Angaben des Unternehmens Internetzugänge mit Geschwindigkeiten von 30 Megabytes (MB) je Sekunde angeboten werden, das ist etwa zehn bis 30 Mal schneller als andere ADSL-Produkte auf dem Markt. Später könnte das Netzwerk sogar Geschwindigkeiten von einem Gigabyte (GB) je Sekunde bieten. (dpa-AFX)
Mehr Wettbewerb in der Abwicklung von Aktiengeschäften
Rund ein Jahr nach der Einführung des Verhaltenskodex für die Verrechnung und Abwicklung von Aktiengeschäften hat die EU-Kommission ein positives Resümee gezogen. „Der größte Erfolg war, dass die Preise im Nachhandelsgeschäft inzwischen gesunken sind“, sagte Mario Nava, Direktor für Finanzmarktinfrastruktur der EU-Kommission, am Donnerstag während des internationalen Forums der Swiss Futures and Options Association (SFOA) in Interlaken. Er forderte aber zugleich von den Dienstleistern im Clearingbereich, auch die Anbindung untereinander voranzutreiben. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Fed-Banker zweifelt an Abschwächung der Inflation
Das amerikanische Wirtschaftswachstum schwächt sich nach Einschätzung des amerikanischen Notenbankers Richard Fisher weiter ab. Ob die konjunkturelle Abkühlung wie erhofft die Inflation dämpfen werde, bleibe aber unklar, sagte Fisher, der als stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Federal Reserve sitzt, der über die Leitzinsen entscheidet. Es sei eindeutig, dass sich der Auftrieb bei den Verbraucherpreisen in den vergangenen Monaten beschleunigt habe, sagte er in einer Rede in Houston am Donnerstag.
In einem Interview der Zeitung „USA Today“ erklärte Fisher, er erwarte ein schleppendes amerikanisches Wirtschaftswachstum in den kommenden zwei Quartalen. Trotz Fishers Inflationssorgen wird erwartet, dass die Fed bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 16. September den Leitzins unverändert bei zwei Prozent belassen wird. Nach den Worten Fishers machen die angeschlagenen Kreditmärkte indes einen „langsamen Heilungsprozess“ durch. „Ich glaube, es werden deutliche Fortschritte gemacht“, sagte er nach seiner Rede zu Journalisten. Allerdings wird sich der Heilungsprozess noch länger hinziehen. (Reuters)
Einlagensicherungsfonds: Kreditkrise nicht vorbei
Angesichts einer voraussichtlich steigenden Zahl von Problemkrediten müssen Banken nach Einschätzung des amerikanischen Einlagensicherungsfonds (FDIC) ihre Rückstellungen erhöhen. „Man muss einfach akzeptieren, dass die Kreditkrise noch lange nicht vorbei ist“, sagte FDIC-Chefin Sheila Bair am Donnerstag bei einer Rede vor einem Bankenverband in Florida. Sie forderte Banken aus diesem von der Immobilienkrise stark getroffenen Bundesstaat auf, ihre Rückstellungen für Problem-Kredite aufzustocken. Die Geldhäuser hatten bereits mehr Kapital für eventuelle Verluste aus Kreditgeschäften zurückgestellt. (Reuters)
Japans Währungsreserven sinken unter eine Billion Dollar
Die japanischen Währungsreserven sind erstmals seit drei Monaten unter die Marke von einer Billion Dollar gesunken. Wie das Finanzministerium in Tokio am Freitag mitteilte, verringerten sich die Bestände zum Ende August im Vergleich zum Vormonat um 7,92 Milliarden Dollar auf den Stand von 996,74 Billion Dollar. Damit verfügt die zweitgrößte Wirtschaftsnation über die nach China weltweit zweithöchsten Bestände an konvertiblen fremden Währungen, Gold und Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds. (dpa-AFX)
