16.03.2010 · Infineon Dresden erweitert Produktion, Österreichische Post - Umsatz- und Gewinnrückgang, HSH Nordbank mit Verlust von 700 Millionen Euro, Zumtobel bleibt in roten Zahlen, Kuka will 2010 operativ Gewinn schreiben, Freenet rechnet mit Umsatzrückgang, Solarworld erhöht die Dividende, Zeitung - Starker Quartalsgewinn bei Canon, Zeitung - Daimler und Renault prüfen Beteiligung, Bertelsmann/KKR und Warner erwägen Gebot für EMI, Solar-Millennium-Chef Claasen tritt zurück, Lehman will sich neu gründen, Eurogruppe einigt sich auf Notfallplan für Griechenland, ACEA: Pkw-Neuzulassungen auf tiefstem Stand seit Monaten, Vereinigten Staaten wollen Internetverbindungen um das 25fache beschleunigen - Hilfen für Arbeitsmarkt nehmen Hürde im Senat
Unternehmen
Infineon Dresden erweitert Produktion
Der Chiphersteller Infineon Technologies Technologies Dresden investiert in den kommenden Monate rund 18 Millionen Euro. Damit sollen die Fertigungskapazitäten bis Juli 2010 um zehn Prozent erweitert werden, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Grund sei die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleiter- und Systemlösungen. „Die neuen Anlagen werden unsere Fertigungskapazität für moderne und schnelle Mikroprozessoren in den Segmenten Automobil, Chipkarten/Sicherheit und mobile Kommunikation erweitern“, betonte Geschäftsführer Pantelis Haidas. Erst im Januar hatte Infineon die Kapazität um zehn Prozent erweitert. Das Unternehmen mit 1900 Mitarbeitern ist eine Tochter der Infineon Technologies AG. Neben der Chip-Fertigung ist Infineon Dresden Entwicklungsstätte für neue Technologien. (dpa-AFX)
Österreichische Post - Umsatz- und Gewinnrückgang
Die Wirtschaftskrise hat auch die Österreichische Post nicht verschont und im Jahr 2009 zu erheblichen Belastungen geführt. Die Rezession sorgte für verstärkten Druck auf Brief- und Paketumsätze, denn viele Unternehmen versuchen Kosteneinsparungen auch bei Postdienstleistungen zu erzielen, mit negativen Auswirkungen auf die Mengen- und Preisentwicklung für die Österreichische Post. Damit beschleunigte die Krise gleichzeitig auch den Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Der Umsatz der Österreichischen Post reduzierte sich daher im Jahr 2009 um 3,5 Prozent auf 2.356,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) reduzierte sich als Resultat dieser Entwicklungen 2009 um 11,9 Prozent auf 149,4 Millionen Euro. Der Free Cash-Flow konnte durch restriktive Investitionspolitik verbessert, und auch die Finanzmittel in der Bilanz von 340,6 Millionen Euro auf 350,5 Millionen Euro im Jahr 2009 weiter erhöht werden. Beim Umsatz wird ein mittelfristiges Wachstum von ein bis zwei Prozent pro Jahr angestrebt. Einbußen im Briefgeschäft sollen vorrangig durch Zuwächse im Paket- und Logistikgeschäft kompensiert werden. Die hohe Ertragskraft der Österreichischen Post soll in einer nachhaltigen Ebitda-Marge von 10-12 Prozent zum Ausdruck kommen. Basis dafür sind anhaltende Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Und schließlich werden auch weiterhin eine attraktive Dividendenpolitik sowie eine angepeilte nachhaltige Dividende von 1,50 Euro pro Aktie fortgesetzt. Auch für das Geschäftsjahr 2009 wird der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie vorgeschlagen. (Ad-hoc)
HSH Nordbank mit Verlust von 700 Millionen Euro
Die krisengeschüttelte HSH Nordbank hat ihren Verlust im vergangenen Jahr um drei Viertel gesenkt. Der Jahresfehlbetrag ging auf weniger als 700 Millionen (Vorjahr: minus 2,8 Milliarden) Euro zurück, wie HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher am Montagabend in Hamburg sagte. Darin seien 600 Millionen Euro schwere Belastungen für den Konzernumbau enthalten sowie für Gebühren, die Hamburg und Schleswig-Holstein für ihre Milliarden-Garantien kassieren. „Vier Quartale hintereinander sind wir jetzt im Plan“, bilanzierte Nonnenmacher. Die Kernkapitalquote stieg 2009 um gut drei Punkte auf 10,5 Prozent. Die Bilanzsumme schrumpfte im Zuge der Trennung von nicht mehr zum Kerngeschäft gezählten Aktivitäten um 33 Milliarden auf 175 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet die durch Fehlspekulationen und eine risikofreudige Zeichnungspolitik an den Rande des Abgrunds geratene Landesbank wieder schwarze Zahlen. (Reuters)
Leuchtenhersteller Zumtobel bleibt in roten Zahlen
Ein schwaches Baugeschäft und Währungsverluste haben dem österreichischen Leuchtenhersteller Zumtobel im dritten Quartal 2009/10 unerwartet schwer zugesetzt. Bei einem fast stabilen Umsatz von 255 Millionen Euro stand unter dem Strich ein Minus von 3,6 Millionen Euro, nach einem Verlust von vier Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit konnte der Verlust mit Hilfe von Einsparungen zwar leicht reduziert werden, doch Analysten hatten deutlich mehr erwartet: Im Schnitt hatten sie ein Minus von nur noch 2,1 Millionen Euro prognostiziert. Das bereinigte operative Ergebnis sackte im dritten Quartal auf 1,2 (Vorjahr 2,5) Millionen Euro und lag damit ebenfalls deutlich unter den Prognosen. Das Geschäft des Vorarlberger Unternehmens folgt mit etwas Verzögerung der Bauindustrie, die im vergangenen Jahr starke Einbussen verbuchen musste. Auch die Schwäche des britischen Pfund machte sich bemerkbar. Einen konkreten Ausblick für das Ende April endende Geschäftsjahr 2009/10 gab Zumtobel nicht. (Reuters)
Freenet rechnet für 2010 mit Umsatzrückgang
Das Mobilfunkunternehmen Freenet zollt dem intensiven Wettbewerb der Branche Tribut. Im laufenden Jahr sei mit einem Rückgang von Kundenzahlen und Durchschnittserlösen zu rechnen, teilte das Unternehmen aus Büdelsdorf in Schleswig-Holstein am Dienstag mit. Der Umsatz werde schrumpfen, auch wenn Freenet darauf hofft, wegbrechendes Geschäft teilweise mit Angeboten zur mobilen Datenübertragung zu kompensieren. Das Ergebnis vor Steuern soll 2010 dennoch über dem Vorjahresniveau liegen. Den um Einmaleffekte bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) steigerte der Mobilfunkdienstleister im vergangenen Jahr auf 393 (Vorjahr: 255) Millionen Euro. Das Konzerergebnis kletterte auf 256,5 (111,6) Millionen Euro, der Umsatz legte auf 3,65 (2,78) Milliarden zu. Durch Verkäufe verringerten sich die Schulden auf unter 800 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Freenet noch mit 1,4 Milliarden Euro in der Kreide gestanden. (Reuters)
Solarworld erhöht trotz Gewinneinbruchs die Dividende
Das Photovoltaik-Unternehmen Solarworld will trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr seine Dividende erhöhen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung im Mai die Ausschüttung von 16 Cent je Aktie vor, wie die im TecDax notierte Gesellschaft am Dienstag in Bonn mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 15 Cent je Anteilsschein gezahlt. Die Ausschüttungsquote beträgt nach Solarworld-Angaben nun 30 Prozent. Am meisten freut sich darüber Vorstandschef Frank Asbeck. Der Unternehmensgründer hält ein Viertel der Aktien. Der Überschuss war im vergangenen Jahr um 60 Prozent auf 59 Millionen Euro eingebrochen. (dpa-AFX)
Kuka will 2010 zumindest operativ wieder Gewinn schreiben
Nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr will der krisengeschüttelte Roboter- und Anlagenbauer Kuka 2010 wieder zulegen. Das operative Ergebnis (Ebit) sollte sich soweit verbessern, dass es - zumindest, wenn die hohen Sanierungskosten nicht eingerechnet werden - nicht negativ ausfalle, bekräftigte der Augsburger Konzern am Dienstag. Die Aufwendungen für die Restrukturierungen würden deutlich geringer ausfallen. Beim Umsatz erwartet Kuka für 2010 ein Plus „im mittleren einstelligen Prozentbereich“. Danach sei mit einer höheren Wachstumsrate zu rechnen. Dann sollten die Kostensenkungen dafür sorgen, dass ab einem Konzernumsatz von einer Milliarde Euro wieder frühere Ertragsniveaus erreicht werden, hieß es. 2009 hatte Kuka einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 53 Millionen Euro angehäuft. Der Umsatz brach um 29 Prozent auf 902 Millionen Euro ein. (Reuters)
Zeitung - Starker Quartalsgewinn bei Kamerahersteller Canon
Der weltgrößte Digitalkamera-Hersteller Canon steuert im laufenden Quartal einem Zeitungsbericht zufolge auf einen überraschend starken Abschluss zu. Der Konkurrent von Sony und Olympus werde mit 75 Milliarden Yen (rund 600 Millionen Euro) einen fast doppelt so hohen Gewinn erwirtschaften wie bisher prognostiziert, berichtete das japanische Wirtschaftsblatt „Nikkei“ am Dienstag. Dazu trage vor allem der Absatz hochwertiger Kameras mit austauschbaren Linsen in Asien bei. Canon stellt zudem Drucker und Kopierer her. (Reuters)
Zeitung - Daimler und Renault prüfen Beteiligung
Daimler und Renault verhandeln einem Bericht der „Financial Times“ zufolge über eine gegenseitige Beteiligung. Die beiden Konkurrenten wollten damit eine langfristige Partnerschaft einleiten, berichtete das Blatt am Dienstag weiter unter Berufung auf zwei nicht näher genannte Informanten, die mit den Gesprächen vertraut seien. Die Allianz solle die Zusammenarbeit über das Kleinwagengeschäft hinaus erweitern. Der jeweilige Anteil werde wahrscheinlich unter zehn Prozent bleiben. Die Gespräche laufen den Angaben zufolge seit langem und halten an. Daimler ist an der Börse 37 Milliarden Euro wert, Renault nach Reuters-Daten 9,7 Milliarden Euro. Im Dezember hat der französische Konzern Gespräche mit Daimler und anderen Konkurrenten bestätigt. Er will über Partnerschaften seine Kosten bei der Entwicklung und Produktion von Motoren reduzieren und seinen Zugang zu neuen Technologien erleichtern. Daimler ist seinerseits auf Brautschau und sucht einen Partner für Entwicklung, Produktion und Einkauf bei Klein- und Kompaktwagen. Dem Stuttgarter Konzern drohen in den kommenden Jahren hohe Strafen, sollte es ihm nicht gelingen, die CO2-Bilanz seiner Flotte zu verbessern. (Reuters)
Bertelsmann/KKR und Warner erwägen Gebot für EMI
Das Musik-Joint-Venture von Bertelsmann und KKR erwägt offenbar zusammen mit dem amerikanische Konzern Warner Music ein Gebot für den angeschlagenen Rivalen EMI. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium, sagten zwei damit vertraute Personen. Zunächst blieb unklar, ob es um EMI insgesamt oder nur um Teile des britischen Traditionskonzerns geht. EMI ist der weltweit viertgrößte Musikkonzern und vermarktet Gruppen wie Pink Floyd und die Beatles. Doch in der krisengeschüttelten Musikbranche hatte EMI in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren und im Februar vor Zahlungsschwierigkeiten gewarnt. Bertelsmann hatte den amerikanische Finanzinvestor KKR im vergangenen Jahr als Kapitalgeber ins Boot geholt, um das Geschäft mit der Verwertung von Musikrechten auszubauen. KKR übernahm 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen BMG Rights Management. Es war seit längerem erwartet worden, dass das Joint Venture an einem Gebot für den EMI-Musikverlag interessiert sein könnte. (Reuters)
Solar-Millennium-Chef Claasen tritt zurück
Überraschung beim zuletzt wegen vermeintlicher Bilanztricks in den Schlagzeilen stehenden Unternehmens Solar Millennium: Der erst seit Jahresbeginn amtierende Chef Utz Claasen hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. „Er beruft sich auf ein ihm eingeräumtes Recht, innerhalb einer definierten Überlegungsfrist sein Amt niederzulegen. Weitere Gründe hat er dem Unternehmen nicht mitgeteilt“, teilte das Unternehmen am späten Montagabend in Erlangen mit. Der Solar-Millennium-Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Pflaumer sagte: „Der Weggang kam für den Aufsichtsrat unerwartet. Wir respektieren die Entscheidung und begrüßen, dass er dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben möchte. Der Aufsichtsrat wird die Geschäftsverteilung im Vorstand zeitnah neu ordnen, um so den nachhaltigen Wachstumskurs der Solar Millennium AG weiter sicherzustellen.“ In den vergangenen Monaten hatte die „Wirtschaftswoche“ wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Das Unternehmen wies immer alle Vorwürfe zurück. Der Aktienkurs fiel seit dem Anfang 2010 erreichten Mehrjahreshoch von rund 44 Euro deutlich. Zuletzt kostete das Papier noch knapp 29 Euro. Das Unternehmen kommt damit auf einen Börsenwert von rund 360 Millionen Euro. Solar Millennium deckt von der Projektentwicklung und - finanzierung, über den Kraftwerksbau bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese Kraftwerke konzentrieren mit riesigen Spiegeln das Sonnenlicht, die dabei entstehende Hitze treibt Turbinen über Wasserdampf an. So entsteht der Strom. (dpa)
Lehman will Insolvenzverfahren abschließen und sich neu gründen
Anderthalb Jahre nach dem folgenschweren Zusammenbruch der Lehman-Bank will das amerikanische Finanzinstitut das Insolvenzverfahren abschließen und sich neu gründen. Insolvenzverwalter Bryan Marsal legte am Montag beim New Yorker Insolvenzgericht einen entsprechenden Plan vor. Dieser beinhalte „eine faire wirtschaftliche Lösung für alle Lehman-Gläubiger“, erklärte Marsal. Es werde versucht, „unnötige, ausgedehnte und teuere Rechtsverfahren“ zu vermeiden, die die Rückzahlungen an die Lehman-Gläubiger erschweren könnten. Der Plan dürfte Streit unter den Gläubigern allerdings nicht verhindern. Schließlich werden an Lehman Forderungen in Höhe von 875 Milliarden Dollar (636 Milliarden Euro) gestellt. Ein Großteil davon dürfte bei der Neu-Organisation von Lehman abgeschrieben werden. Das aus Lehman hervorgehende neue Finanzinstitut soll dem Plan zufolge LAMCO heißen. Es soll sich vor allem auf Geschäftsimmobilien und Wohnungshypotheken spezialisieren. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 hatte eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. (AFP)
Wirtschaftsnachrichten
Eurogruppe einigt sich auf Notfallplan für Griechenland
Die Euro-Staaten haben die Weichen für Finanzhilfen an Griechenland in der Schuldenkrise gestellt, nennen dazu aber vorerst kaum Details. „Wir haben die technischen Modalitäten geklärt, die uns Maßnahmen erlauben würden, die rasch aktiviert werden könnten, wenn sich die Notwendigkeit dazu abzeichnet“, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag nach dem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel. Möglich seien bilaterale Hilfen von allen Staaten der Währungsunion, allerdings keine Darlehensgarantien. Den endgültigen Beschluss darüber sollen die Staats- und Regierungschefs bei ihrem nächsten Gipfel Ende März fassen. Bis dahin seien noch einige technische Fragen zu klären. Die Euro-Finanzminister gaben zur Schuldenkrise Griechenlands eine schriftliche Erklärung ab, was in der Geschichte der informellen Gruppe bisher nur sehr selten der Fall war. Darin wird Griechenlands Sparprogramm für 2010, das die Regierung auf Druck der EU Anfang März nachgebessert hatte, ausdrücklich unterstützt. Die Regierung in Athen will gegen den massiven Widerstand der Gewerkschaften mit Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen das Defizit von zuletzt 12,7 Prozent in diesem Jahr auf 8,7 Prozent drücken. „Griechenland ist jetzt auf dem richtigen Weg, um die vier Prozentpunkte Defizitabbau durchzusetzen“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. „Die Eurogruppe unterstreicht, dass die griechischen Behörden nicht um finanzielle Unterstützung gebeten haben“, hieß es weiter. Mitte Februar hatten die EU-Staats- und Regierungschefs bereits eine allgemeine Beistandserklärung an Griechenland abgegeben, um die Stabilität der Euro-Zone zu sichern. Wegen der ausufernden Staatsverschuldung muss das Euro-Land für seine Staatsanleihen immer höhere Zinsen bieten. Auch der Euro ging wegen der Krise, die auf andere hoch verschuldete Euroländer überzugreifen droht, schon auf Talfahrt. Die Eurogruppe ging jetzt einen Schritt weiter und ließ die Finanzmärkte wissen, dass sie Waffen im Kampf gegen die Schuldenspirale im Arsenal hat. Doch setzen sie darauf, dass der Sparkurs Griechenlands die Anleger überzeugt und das Land keine Hilfe seiner Partnerstaaten brauchen wird. „Die Botschaft an die Märkte heißt nicht, dass Griechenland diese Hilfe bekommt - sondern dass es unterstützt würde, wenn es gebraucht würde“, sagte Juncker. „Wir gehen davon aus, dass es nicht gebraucht wird.“ Juncker zufolge verstößt das geplante Instrument nicht gegen den EU-Vertrag, der den EU-Staaten eine gegenseitige Schuldenübernahme verbietet. Es würde dem Land starke Anreize geben, sich so schnell wie möglich wieder am Kapitalmarkt zu finanzieren. „Das Ziel wäre nicht, eine Finanzierung zum durchschnittlichen Zins in der Euro-Zone bereitzustellen, sondern die Stabilität des gesamten Euro-Raums zu sichern.“ Auf der Sitzung, die Rehn als „sehr wichtig“ bezeichnete, diskutierten die Finanzminister auch über Wege, die großen Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder einzuebnen. Dies sei die Wurzel der Probleme, mit denen einige Länder in der Wirtschaftskrise zu kämpfen hätten. Es müsse in den Ländern eingegriffen werden, die Leistungsbilanzdefizite hätten - so wie Griechenland, sagte Rehn. Diese müssten durch niedrigere Löhne und Preise ihren Exportsektor stärken. Länder mit hohen Exportüberschüssen wie Deutschland sollten dagegen Reformen anpacken, die die Inlandsnachfrage stärken. Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte Deutschland vorgeworfen, dass sich die Exportnation mit zurückhaltender Lohnpolitik Kostenvorteile verschafft habe. Als Lehre aus der Griechenland-Krise wollen die Finanzminister auch über neue Instrumente zum Umgang mit überschuldeten Ländern diskutieren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte als langfristige Lösung einen Europäischen Währungsfonds angeregt, der wie der Internationale Währungsfonds Finanzhilfen gegen strenge Auflagen zur Verfügung stellen könnte. „Die Kommission ist bereit, einen Vorschlag für ein europäisches Rahmenwerk zur Koordination und bedingten Hilfe vorzulegen“, sagte Rehn. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte, ein solcher Fonds dürfe nur unter strengen Voraussetzungen tätig werden und müsse die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes einhalten. (Reuters)
ACEA: Pkw-Neuzulassungen fallen im Februar auf tiefsten Stand seit Monaten
Die Autohersteller konnten im Februar europaweit nicht mehr so stark von den staatlichen Stützungsprogrammen profitieren wie noch in den Vormonaten. Vor allem im deutschen Markt bekommen BMW, Daimler, VW & Co. das Auslaufen der Abwrackprämie jetzt schmerzlich zu spüren. Wegen der Schwäche des deutschen Marktes sind die Pkw-Neuzulassungen im Februar europaweit auf den tiefsten Stand seit mehreren Monaten gefallen. Im Vergleich zum äußerst schwachen Februar 2009 legten die Neuzulassungen zwar noch um drei Prozent auf 974.346 Stück zu, wie der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA am Dienstag in Brüssel mitteilte. Dies war allerdings der niedrigste absolute Wert seit dem Ferienmonat August. (dpa-AFX)
Amerikanische Hilfen für Arbeitsmarkt nehmen Hürde im Senat
Das Förderprogramm für den amerikanische Arbeitsmarkt hat eine wichtige Hürde im Kongress genommen. Mit 61 zu 30 Stimmen machte der Senat am Montag den Weg für eine endgültige Abstimmung in den kommenden zwei Tagen frei. Das Gesetz sieht Steuererleichterungen bei der Einstellung von Arbeitslosen und Investitionen in den Straßenbau vor. Es gehört zu einem Maßnahmenpaket, mit dem die Demokratische Partei von amerikanische Präsident Barack Obama noch vor den Kongresswahlen im November die Arbeitslosenrate von derzeit 9,7 Prozent senken will. (Reuters)
Vereinigten Staaten wollen Internetverbindungen um das 25fache beschleunigen
Die Vereinigten Staaten bereiten einen ehrgeizigen Ausbau ihres Internets vor. Die zuständige Regulierungsbehörde legte am Montag einen Plan vor, unter dem der Zugang zu dem Netz im Schnitt um das 25fache beschleunigt wird und zahlreiche Regionen erstmals einen schnellen Anschluss erhalten sollen. Auch der Mobilfunk soll mit erweiterten Frequenzen von dem Ausbau des Breitband-Netzes profitieren. Der Plan bildet die Grundlage für die Gesetzgebung des Kongresses und wird am Dienstag offiziell von der Bundeskommission Kommunikation FCC verabschiedet. Rund 100 Millionen Amerikaner und damit ein Drittel der Bevölkerung hätten noch keinen schnellen Anschluss an das Internet, stellt die FCC in ihrem Plan fest. „Wie Elektrizität vor einem Jahrhundert ist heute das Breitband-Netz die Basis für wirtschaftliches Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit und einen höheren Lebensstandard.“ Unter dem Plan sollen langfristig unter anderem Radio- und TV-Sendefrequenzen für den Mobilfunk freigeschaufelt werden. Dies kommt Mobilfunkunternehmen wie Verizon Wireless, Sprint Nextel oder der amerikanische Tochter der Deutschen Telekom zugute. Für Ausrüster wie Alcatel-Lucent, Qualcomm oder den Kabelverleger CommScope eröffnet sich die Aussicht auf lukrative Aufträge. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |