12.11.2009 · RWEs Ergebnis' sinkt, das von K+S bricht ein, Q-Cells und Salzgitter schreiben weiter Verluste, neuerdings auch Celesio. Hochtief und Stada verdienen mehr, Lanxess übertrifft die Schätzungen, Hewlett-Packard übernimmt 3Com und hebt die Jahresprognose an.
Unternehmen
Ergebnis von RWE sinkt
Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE hat im dritten Jahresviertel die Wirtschaftskrise deutlicher als bislang zu spüren bekommen. Das drückte das betriebliche Ergebnis nach neun Monaten um 4,4 Prozent auf 5,534 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte. Damit verfehlte RWE die Erwartungen von Analysten. Sinkende Ölpreise und eine enttäuschende Ertragslage im britischen Geschäft hinterließen negative Spuren, die auch eine gute Ertragslage in der Stromproduktion und im Handelsgeschäft nicht ausgleichen konnten. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um zwei Prozent auf 33,8 Milliarden Euro. Das für die Dividendenberechnung wichtige nachhaltige Nettoergebnis schmolz um 6,7 Prozent auf 2,87 Milliarden Euro. Dennoch bekräftige der Vorstand seine Prognose, für das Gesamtjahr, betriebliches Ergebnis und den nachhaltigen Überschuss auf Vorjahresniveau zu halten. (dpa-AFX)
Salzgitter schreibt Verluste
Der Stahlkonzern Salzgitter hat in den ersten neun Monaten des Jahres rote Zahlen geschrieben. Vor Steuern verbuchte der Konzern nach Angaben von Donnerstag einen Verlust von 261,3 Millionen Euro; vor Jahresfrist stand noch ein Gewinn von gut einer Milliarde Euro zu Buche. Unterm Strich stand jetzt ein Fehlbetrag von 232,1 Millionen Euro, nach einem Überschuss von 689 Millionen Euro. Der Umsatz brach von Januar bis Ende September 2009 um 38 Prozent auf 5,96 Milliarden Euro ein.
Im abgelaufenen dritten Quartal habe sich das Ergebnis (minus 66,1 Millionen Euro) im Vergleich zu den Vorquartalen verbessert, teilte Salzgitter weiter mit. Damit setze sich der moderate Aufwärtstrend fort. Es sei davon auszugehen, dass sich das
Vorsteuerergebnis weiter in Richtung eines etwa ausgeglichenen Resultats bewegen werde. (Reuters)
Operatives Ergebnis von K+S bricht im dritten Quartal ein
Der Salz- und Düngermittelhersteller K+S hat wegen schwacher Kali-Nachfrage und niedrigen Preisen einen Einbruch beim operativen Ergebnis erlitten. Der Betriebsgewinn (Ebit I) schrumpfte im dritten Quartal auf 9,4 Millionen Euro von 502,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Kasseler Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich schrieb K+S mit einem bereinigten Verlust von 2,1 Millionen Euro das zweite Quartal in Folge rote Zahlen. Der Umsatz fiel um 52 Prozent auf 698 Millionen Euro. Damit schnitt K+S schlechter ab als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit einem Umsatz von 712 Millionen Euro und einem Ebit I von 18 Millionen Euro gerechnet hatten.
Für 2009 bestätigte K+S seine Prognose und rechnet weiterhin mit einem deutlich Ergebnisrückgang. 2008 hatte K+S bei einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro erzielt. Für 2010 rechnet der Konzern jedoch
mit einem Anziehen des Düngemittelabsatzes. (Reuters)
Q-Cells fährt auch im dritten Quartal hohen Verlust ein
Der Absturz des Solarzellenherstellers Q-Cells ist auch im dritten Quartal weitergegangen. Das operative Verlust (Ebit) lag mit 163,8 Millionen Euro noch tiefer als im zweiten Jahresviertel, wie die im TecDax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) mitteilte. Das war noch schlechter als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen an dieser Stelle noch einen Gewinn von 53,8 Millionen Euro verbucht. Unter dem Strich stand auch aufgrund von neuerlichen Abschreibungen auf Beteiligungen ein Fehlbetrag von 248,2 Millionen Euro. Der Umsatz lag mit 184,1 Millionen Euro in etwa nur halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum, im Vergleich zum zweiten Quartal stellte dies aber eine Verbesserung dar. (dpa-AFX)
Hochtief verdient im dritten Quartal mehr
Der Bau- und Dienstleistungskonzern Hochtief hat auch im dritten Quartal dank guter Geschäfte seiner australischen Tochter Leighton die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise kaum zu spüren bekommen. Das Ergebnis vor Steuern sei auf 141,9 Millionen Euro gestiegen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Essen mit. Damit übertraf Hochtief die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von einem EBT in Höhe von 135,7 Millionen Euro ausgegangen waren - nach 121,7 Millionen Euro noch im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig hoben die Essener ihren Ausblick für den Auftragsbestand an. Weiterhin peilt das Unternehmen einen Gewinn auf dem Rekordniveau von 2008 an. Der Umsatz ging im dritten Jahresviertel von 4,834 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,597 Milliarden Euro zurück. (dpa-AFX)
Stada legt bei Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal zu
Der Generikahersteller Stada hat im dritten Quartal operativ mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn sei um acht Prozent auf 43,7 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bad Vilbel am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt 43 Millionen Euro erwartet. Der Überschuss nahm um 40 Prozent auf 23,2 Millionen Euro zu. Das Arzneimittelunternehmen setzte im Zeitraum Juli bis September 383,3 Millionen Euro um - das sind sechs Prozent weniger auf Jahressicht.
Für das Gesamtjahr bekräftigte Stada das Mindestziel für das Konzernergebnis: 2009 soll ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mindestens 250 (Vorjahr: 294) Millionen Euro erreicht werden. Der Umsatz werde
unter Vorjahr liegen. (Reuters)
Werbekosten schmälern Gewinn von Fielmann
Hohe Werbeausgaben haben den Gewinn der Optikerkette Fielmann im dritten Quartal gedrückt. Der Vorsteuergewinn sank in den Monaten Juli bis September auf 46,2 (Vorjahr: 47,1) Millionen Euro, wie das Hamburger Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte dank eines höheren Brillenabsatzes um 7,5 Prozent auf 248 Millionen Euro zu. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Umsatz von 243 Millionen Euro und einem Vorsteuerergebnis von 45 Millionen gerechnet hatten.
Die Verkaufszahlen kletterten - angekurbelt durch höhere Werbeausgaben - binnen Jahresfrist um 100.000 Stück auf 1,6 Millionen. Seit Jahresbeginn verkaufte Fielmann 4,8 (4,5) Millionen Brillen. Die Werbeausgaben fuhr der Konzern im Vergleich zur
ersten Jahreshälfte zurück. Daher fiel der Gewinnrückgang geringer aus als noch zu Jahresbeginn.
Schon im zweiten Quartal hatte Fielmann auf die Kostenbremse getreten. Der Konzern beschäftigte Ende September rund 13.300 Mitarbeiter. Im Gesamtjahr sollen insgesamt 650 neue Arbeitsplätze geschaffen werden und die Zahl der Filialen weiter steigen. In den ersten neun Monaten seien 21 neue Niederlassungen eröffnet worden, bis zum Jahresende sollen es 25 werden. Damit käme Fielmann dann auf 644 Läden. (Reuters)
Lanxess übertrifft im dritten Quartal Analystenschätzungen
Der Chemiekonzern Lanxess hat im dritten Quartal wegen der Konjunkturkrise deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Mit seinen Zahlen schnitt der Leverkusener Konzern aber deutlich besser ab, als Analysten erwartet hatten. Lanxess kam in den Monaten Juli bis September auf ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 143 Millionen Euro, ein Minus von 26 Prozent binnen Jahresfrist, aber 28 Prozent mehr als im zweiten Quartal, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich einen bereinigten operativen Gewinn von 117 Millionen Euro erwartet. Das globale wirtschaftliche Umfeld bleibe trotz der Verbesserungen herausfordernd, erklärte das Unternehmen. Die konjunkturelle Erholung falle regional unterschiedlich aus. (Reuters)
Celesio rutscht im dritten Quartal in rote Zahlen
Währungsschwankungen setzen dem Pharmahändler Celesio weiter zu. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 habe der Umsatz unter anderem wegen Belastungen aus der Umrechnung des britischen Pfunds um 0,4 Prozent auf 15,73 Milliarden Euro nachgegeben, teilte das Stuttgarter Unternehmen am Donnerstag mit. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei in den Monaten Januar bis Juni um 4,5 Prozent auf 456,3 Millionen Euro geschrumpft. Wegen der jüngsten Abschreibungen auf Firmenwerte wie die Apothekenmarke DocMorris fiel netto ein Verlust in Höhe 72 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 192,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der von der Haniel-Gruppe kontrollierte Konzern bekräftigte zugleich seine Geschäftsprognose, im laufenden Jahr ein Ebitda in Höhe von 625 Millionen Euro zu erwirtschaften. (Reuters)
Deutsche Euroshop bestätigt nach neun Monaten Prognosen
Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilieninvestor Deutsche Euroshop hat in den ersten neun Monaten der Krise zum Trotz Umsatz und Ergebnis zweistellig gesteigert. Dank neuer Shoppingcenter stieg der Umsatz von Januar bis September um 12 Prozent auf 94,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 15 Prozent auf 80,9 Millionen Euro. Der Überschuss verbesserte sich um 23 Prozent auf 38,5 Millionen Euro. Die Zahlen lagen im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Die Gesamtjahresprognose wurde bestätigt. (dpa-AFX)
Hewlett-Packard übernimmt 3Com und hebt Jahresprognose an
Der amerikanische Computerkonzern Hewlett-Packard kauft den Netzwerkausrüster 3Com für 2,7 Milliarden Dollar. Damit solle die Präsenz in China ausgebaut und das Geschäft im Netzwerkbereich verbessert werden. Pro 3Com-Aktie legt HP 7,90 Dollar auf den Tisch. Das Geschäft solle im ersten Halbjahr 2010 abgeschlossen werden. 3Com bemüht sich derzeit um einen Strategiewechsel und hat sein Auslandsgeschäft ausgeweitet, um mit dem Konkurrenten Cisco mithalten zu können.
Hewlett-Packard hat nach einer Gewinnsteigerung im vierten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2010 nach Angaben vom Mittwoch mit einem Gewinn von 4,25 bis 4,35 Dollar pro Aktie. Zuvor war HP von 4,20 bis 4,30 Dollar ausgegangen. Der Umsatz werde voraussichtlich zwischen 118 und 119 Milliarden Dollar liegen.
Im vierten Quartal verbuchte der Konzern einen Gewinn von 1,14 Dollar je Aktie ohne Sonderposten. Analysten hatten mit 1,12 Dollar gerechnet. Unter dem Strich belief sich der Gewinn auf 99 Cent pro Anteilsschein, während vor einem Jahr 84 Cent zu Buche standen. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 30,8 Milliarden Dollar.
HP-Aktien gaben im nachbörslichen Handel 0,5 Prozent auf 49,73 Dollar nach, 3Com-Titel verteuerten sich um 35 Prozent auf 7,66 Dollar. (Reuters)
Conergy mit Umsatzrückgang im dritten Quartal
Das Geschäft des Hamburger Solarunternehmen Conergy hat sich im dritten Jahresviertel nicht belebt. Der Umsatz lag mit 140,2 Millionen Euro rund 40 Prozent unter dem Vorjahreswert und auch gut 20 Millionen Euro niedriger als im Vorquartal, wie die im TecDax notierte Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. Das Geschäft sei vom anhaltenden Preisdruck für Solarmodule und der weiter schwierigen Finanzierung von Großprojekten weiter belastet worden. Trotzdem konnte das Unternehmen seinen Nettoverlust mit 20 Millionen Euro deutlich reduzieren. Vor einem Jahr hatte Conergy einen Fehlbetrag von 20 Millionen Euro ausgewiesen. Das Unternehmen kämpft seit der Beinahe-Pleite Ende 2007 ums Überleben. Seitdem hat es weiter in jedem Quartal rote Zahlen geschrieben. (dpa-AFX)
Telekom Austria senkt Ausblick und schreibt Verlust
Der österreichische Telekommunikationskonzern Telekom Austria hat den Ausblick für das laufende Jahr aufgrund von Währungsfaktoren und rückläufigen Erlösen nach unten korrigiert. Unter Berücksichtigung der negativen Auswirkungen aus den Währungsabwertungen in den ausländischen Märkten erwartet der Konzern einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,8 Milliarden Euro auf einer realen Währungsbasis, wie die in Wien ansässige Telekom Austria AG am Donnerstag mitteilte. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen unter dem Strich zudem in die Verlustzone.
Bislang hatte Telekom Austria ausgehend von einer konstanten Währungsbasis mit einem Ebitda von rund 1,9 Milliarden Euro gerechnet. Beim Umsatz war man dabei von einem Wert ausgegangen, der leicht schwächer ausfällt als die ursprünglich einmal angepeilten 5,1 Milliarden Euro. (Dow Jones)
Anheuser-Busch Inbev profitiert vom Sparprogramm
Die weltgrößte Brauerei Anheuser-Busch Inbev hat im dritten Quartal wegen des Sparprogramms infolge der Fusion operativ mehr verdient als vor einem Jahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei auf vergleichbarer Basis um 12 Prozent auf 3,55 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das im Eurostoxx 50 notierte Unternehmen am Donnerstag in Brüssel mit. Der Umsatz fiel um 0,4 Prozent auf 9,76 Milliarden Dollar. Dabei konnte der Rückgang beim Volumen von rund drei Prozent teilweise durch Preiserhöhungen kompensiert werden. Der operative Gewinn fiel damit im Rahmen der Erwartungen aus. Beim Erlös enttäuschten die Belgier etwas. Das Unternehmen bilanziert nach der 52 Milliarden Dollar schweren Übernahme der amerikanischen Brauerei Anheuser Busch im vergangenen Jahr erstmals in amerikanischen Dollar. Das Unternehmen sei auf gutem Weg, die angepeilten Kostensenkungen von einer Milliarde Dollar in diesem Jahr zu erreichen. (dpa-AFX)
Macy's geht freudlos ins Weihnachtsquartal
Die hohe Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten trübt bei der amerikanischen Kaufhauskette Macy's die Vorfreude aufs wichtige Weihnachtsgeschäft. Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im dritten Quartal geht der Betreiber hochpreisiger Warenhäuser nicht mehr von einem funkelnden Schlussquartal aus. Macy's war am Mittwoch der erste amerikanische Einzelhändler, der seine Bilanz für die drei Monate bis Ende September vorlegte.
Macy's Erwartungen an das Quartal mit dem jahresentscheidenden Weihnachtsumsatz entlarvten die Prognosen der Branchenexperten als zu optimistisch. Die Kette rechnet nun mit einem Gewinn von 1,00 bis 1,05 Dollar je Aktie. Analysten gingen bislang von 1,17 Dollar je Anteilsschein aus. Der Umsatz werde auf vergleichbarer Basis voraussichtlich um bis zu zwei Prozent hinter dem Vorjahr zurückbleiben, teilte Macy's weiter mit.
Einer Studie der Beratungsfirma Deloitte LLP zufolge hat sich das Konsumverhalten in den Vereinigten Staaten dennoch nachhaltig geändert. Diese Tendenz bekam auch Macy's zu spüren. Im dritten Quartal setzte das Unternehmen mit 5,3 Milliarden Dollar 3,9 Prozent weniger um als im Vergleichszeitraum. Der Verlust erreichte 35 Millionen Dollar nach 44 Millionen Dollar im Vorjahr. Ohne Sonderposten wie diese betrug das Minus nicht einmal halb so viel wie erwartet. Dies sei dem besseren Geschäft in den Bloomingdale's-Häusern und im Internet zu verdanken, erklärte der Konzern. Wegen des enttäuschenden Ausblicks verlor die Aktie in New York über 8 Prozent an Wert und zog die Wettbewerber mit ins Minus. (Reuters)
Applied Materials streicht nach Gewinnrückgang Arbeitsplätze
Der weltgrößte Hersteller von Maschinen für die Chip-Produktion, Applied Materials, will nach einem Gewinnrückgang weltweit bis zu 1500 Stellen streichen. Applied Materials rechnet indes damit, dass der Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2010 um 30 Prozent zulegen wird. Konzernchef Mike Splinter sagte, der kriselnde Chipmarkt befinde sich in einem frühen Stadium einer Kehrtwende. Auch die Solarbranche zeige Anzeichen einer Erholung. Die Aktien von Applied Materials stiegen nachbörslich um fast 2,5 Prozent.
In seinem vierten Geschäftsquartal verbuchte der Konzern einen Nettogewinn von 137,9 Millionen Dollar gegenüber 231,1 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Pro Aktie lag der Gewinn bei zehn Cent. Der Umsatz fiel auf 1,53 Milliarden Dollar von 2,04 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem Gewinn von drei Cent je Aktie und einem Umsatz von 1,32 Milliarden Dollar gerechnet. (Reuters)
AIG-Chef bleibt im Amt und kritisiert Regierung
Der Chef des staatlich gestützten amerikanischen Versicherungsriesen AIG, Robert Benmosche, hat Spekulationen über einen möglichen Rücktritt dementiert. Zugleich kritisierte er die amerikanische Regierung deutlich wegen der angeordneten Gehaltsgrenzen für Manager. Er stehe absolut zu seiner Aufgabe, American International Group (AIG) durch die schwierigen Zeiten zu führen, schrieb Benmosche am Mittwoch in einem Brief an seine Mitarbeiter. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, der AIG-Chef habe wegen der Staatskontrolle und der Vergütungslimits seinen Abgang angedroht.
In seinem von der Zeitung dokumentierten Brief beklagte sich Benmosche nun erneut über die Gehaltsgrenzen: Der Verwaltungsrat und er selbst seien in der Tat „frustriert“. Der Konzern führe zu dem Thema noch Diskussionen mit dem Finanzministerium. Der einst weltgrößte Versicherer AIG musste in der Finanzkrise mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Insgesamt hatte der Staat einen Rahmen von 180 Milliarden Dollar abgesteckt. Die Regierung kontrolliert dafür eine Beteiligung von 80 Prozent. (dpa-AFX)
Motorola will Netzwerksparte verkaufen
Der amerikanische Handy-Hersteller Motorola will nach Informationen der Zeitung „Wall Street Journal“ sein Geschäft mit Netzwerktechnik verkaufen. Als Verkaufspreis für den Geschäftsbereich „Home and Network Mobility“ werden 4,5 Milliarden Dollar genannt. Mögliche Käufer seien neben Finanzinvestoren Hersteller wie Samsung und Huawei, berichtete die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Eine Motorola-Sprecherin sagte, zu Gerüchten und Spekulationen nehme man nicht Stellung. (Dow Jones)
BA und Iberia könnten diese Woche Fusion bekanntgeben
Die Fluggesellschaften British Airways und Iberia werden einem Medienbericht zufolge möglicherweise noch in dieser Woche ihren Zusammenschluss bekanntgeben. Wie der Fernsehsender Sky News am Mittwoch unter Berufung auf Kreise berichtete, haben die beiden Konzerne wichtige Streitfragen - etwa zum Führungspersonal - geklärt. BA erklärte dazu lediglich, die Gespräche dauerten an und Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Eine Einigung sei noch keine ausgemachte Sache. Von Iberia war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (Reuters)
Wirtschaft
EU will Vereinigten Staaten Zugriff auf Bankdaten gewähren
Die Europäische Union will den amerikanischen Behörden einem Zeitungsbericht zufolge Zugriff auf Daten europäischer Bankkunden gewähren. Künftig sollten amerikanische Terrorfahnder Daten zu grenzüberschreitenden und inländischen Überweisungen in Europa auswerten können, zitierte die „Financial Times Deutschland“ vorab (Donnerstagausgabe) aus einem Entwurf der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft.
Die schwedische Regierung wolle das auf ein Jahr angelegte Abkommen noch vor dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags am 1. Dezember verabschieden. Mit dem Lissabon-Vertrag erhält das EU-Parlament erstmals Mitspracherecht in der Justiz- und Innenpolitik. In Brüssel haben laut FTD die Botschafter mehrerer EU-Länder, darunter Deutschlands und Frankreichs, bereits Bedenken gegen die Pläne geäußert.
Wie die Zeitung weiter berichtete, sollen amerikanische Terrorfahnder ihre Anfrage im Finanzministerium in Washington begründen. Sei die auf dem Weg der Rechtshilfe gestellte Anfrage aber nicht präzise formuliert, sollten alle relevanten Daten im Paket übermittelt werden. Dazu zählten Name, Adresse, Konto- und Personalausweisnummer des Bankkunden. Die Fahnder sollten dabei nicht nur Zugriff auf Daten des für internationale Überweisungen zuständigen belgischen Unternehmens Swift erhalten, sondern auch nationale Dienstleister für den Zahlungsverkehr anzapfen können. (Reuters)
Weniger Zwangvollstreckungen in Amerika
Die Zahl der in den Vereinigten Staaten beantragten Zwangsvollstreckungen ist im Oktober den dritten Monat in Folge gesunken. Wie das Marktportal Realtytrac am Donnerstag mitteilte, durchliefen im Berichtsmonat 332.292 Haushalte in den Vereinigten Staaten einen Zwangsversteigerungsprozess. Das waren 3,3 Prozent weniger als im September, aber immer noch 19 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Damit wurde im Oktober für eines von 385 Häusern eine Zwangsvollstreckung beantragt. Die Probleme am Markt für Wohnimmobilien dürften sich Realtytrac zufolge wegen der steigenden Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten weiter fortsetzen. (Dow Jones)
Südkoreas Notenbank lässt Leitzins unverändert auf Rekordtief
Koreas Notenbank hat ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet den neunten Monat in Folge unverändert gelassen. Damit liegt der geldpolitische Schlüsselsatz weiterhin auf seinem Rekordtief von 2,00 Prozent, wie die Bank of Korea (BoK) mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten diese Entscheidung erwartet.
Die Notenbank will an ihrer akkommodierenden Geldpolitik weiterhin festhalten. Die Wirtschaft dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verbessern und die Inflation gedämpft bleiben, heißt es in dem Begleittext zum Zinsentscheid. Ökonomen rechnen ab dem ersten Quartal 2010 mit ersten Zinserhöhungen. (Dow Jones)
Japans Großhandelspreise fallen im Oktober um 6,7 Prozent
Die japanischen Großhandelspreise sind im Oktober auf Jahressicht um 6,7 Prozent gesunken. Binnen Monatsfrist gingen die Preise um 0,7 Prozent zurück, wie die Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag mitteilte. Die Daten basieren auf dem Corporate Goods Price Index (CGPI). (Dow Jones)
Schäuble schließt große Steuerreform aus
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat eine grundlegende Steuerreform für diese Legislaturperiode ausgeschlossen. „Ein grundlegend neues Steuersystem ist nicht die Verabredung“, sagte der Minister der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Die im Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahmen für 2010 und 2011 seien ein erster Schritt dahin. Gleichzeitig kündigte der Finanzminister eine Überprüfung des Systems der ermäßigten Mehrwertsteuersätze an. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |