09.03.2010 · Paris und Berlin wollen Spekulanten bremsen, auch wenn Beweise für Manipulationen gegen Griechenland fehlen. Die Deutsche Post schreibt wieder schwarze Zahlen, EADS stürzt dagegen in die roten. Dort befindet sich auch KlöCo, während Phoenix Solar dem trotz Gewinneinbruch entgeht.
Unternehmen
Deutsche Post schreibt 2009 wieder schwarze Zahlen
Weniger Brief- und Expresssendungen im Zuge der der Wirtschaftskrise haben im vergangenen Jahr die Geschäfte der Deutschen Post belastet. Der Umsatz fiel um 15,2 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der operative Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten sank um 26,8 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Damit lag der Konzern im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich schrieb die Post mit einem Überschuss von 644 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem 2008 wegen Kosten für die Sanierung des defizitären amerikanischen Expressgeschäfts ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro angefallen war. Die Dividende für 2009 soll konstant bei 0,60 Euro pro Aktie bleiben.
Für das laufende Jahr zeigte sich der Konzern verhalten optimistisch.Das Ebit vor Einmaleffekten soll auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro steigen. Der Konzerngewinn soll sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verbessern. Auch für 2011 erwarte das Unternehmen eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung. (Reuters)
EADS stürzt wegen A400M in die roten Zahlen
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist im abgelaufenen Jahr wegen des Debakels um den Militärtransporter Airbus A400M in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich belief sich der Verlust auf 763 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Paris mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern hier noch 1,6 Milliarden Euro verdient. Die Dividende soll nun ausfallen. Hauptursache für das Minus war eine erneute Verlustrückstellung von 1,8 Milliarden Euro wegen der Mehrkosten für den verspäteten Militärflieger.
Der Konzernumsatz blieb mit 42,8 Milliarden Euro fast stabil. Der Auftragseingang fiel mit 45,8 Milliarden Euro nur knapp halb so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Der Auftragsbestand ging dabei um 3 Prozent auf 389 Milliarden Euro zurück. (dpa-AFX)
Klöckner & Co mit dreistelligem Millionenverlust
Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) hat im Krisenjahr 2009 einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe hinnehmen müssen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 186 Millionen Euro, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Dienstag in Duisburg mitteilte. Damit verfehlte das Unternehmen die Schätzungen der Experten knapp. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Überschuss 384 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz sank 2009 um 42,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.
Für 2010 rechnet Klöckner & Co bei „weiterhin herausfordernden Bedingungen“ mit nur einem leichten Anstieg der realen Nachfrage. Inklusive der beiden jüngsten Akquisitionen geht das Unternehmen von einem Umsatzzuwachs von über 20 Prozent aus, das operatives Ergebnis (Ebitda) soll deutlich positiv sein. (dpa-AFX)
Phoenix Solar kürzt nach Gewinneinbruch Dividende
Dank guter Geschäfte im Abschlussquartal hat das Solartechnikunternehmen Phoenix Solar im Krisenjahr 2009 sein Umsatzziel noch erreicht. Wegen des Preisverfalls verbuchte die Firma aus dem bayerischen Sulzemoos aber einen Gewinneinbruch. Die Dividende soll um zehn Cent auf 20 Cent je Aktie gekürzt werden, wie Phoenix am Dienstag mitteilte.
Firmenchef Andreas Hänel kündigte für 2010 wieder steigende Umsätze und Gewinne an. Seine Zuversicht stützt er dabei auf einen Auftragsbestand, der zum Jahresanfang mit 296 Millionen Euro rund 180 Millionen Euro über dem Vorjahreswert liegt. Eine genaue Prognose wagte er wegen der noch unsicheren Auswirkungen der gekürzten Solarförderung nicht.
2009 erreichte der Umsatz 473 (Vorjahr: 402) Millionen Euro und lag damit über den Markterwartungen. Dabei steuerte allein das vierte Quartal beinahe 50 Prozent der Erlöse bei. Wegen des Preisverfalls brach der Betriebsgewinn allerdings auf 12,2 (33,8) Millionen Euro ein, der Nettogewinn auf 8,6 (23,7) Millionen Euro. Insgesamt schlug sich Phoenix damit besser als andere aus der Branche, die wie Q-Cells oder Solon tiefrote Zahlen schreiben. (Reuters)
Tankjet-Jahrhundertdeal für EADS/Airbus geplatzt
Der Airbus-Konzern EADS ist beim „Jahrhundertgeschäft“ mit der amerikanischen Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar aus dem Rennen. Der amerikanische Partner Northrop Grumman zog das gemeinsame Angebot am Montag zurück. Er begründete das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden. Airbus-Chef Thomas Enders warf der amerikanischen Regierung „Voreingenommenheit“ vor.
Schon vor drei Monaten hatte Northrop Grumman (NGC) gedroht, das Handtuch zu werfen, weil mit gezinkten Karten gespielt werde. So hatte Boeing Einsicht in das Airbus-Preisangebot erhalten und konnte sein Angebot darauf abstimmen. NGC/EADS hatte den Tankerauftrag 2008 bereits gewonnen gehabt, auf Protest von Boeing aber wieder aberkannt bekommen. (dpa-AFX)
Kabel Deutschland soll in zwei Wochen an die Börse
Zwei Wochen vor Ostern soll Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber an die Börse gebracht werden. Mit einem angestrebten Emissionsvolumen von 700 Millionen Euro dürfte Kabel Deutschland der größte Börsengang in Frankfurt seit über zwei Jahren werden. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht, will der bisherige Eigentümer mit bis zu 45 Millionen Aktien maximal die Hälfte der eigenen Beteiligung über die Börse verkaufen.
Die Preisspanne, zu der private und institutionelle Anleger Aktien zeichnen können, will das Unternehmen im Laufe der Woche, spätestens aber am Freitag mitteilen. Spätestens eine Woche später soll feststehen, zu welchem Preis genau die Anteilsscheine zugeteilt werden. Ab Montag, dem 22. März, soll die Kabel-Deutschland-Aktie im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden.
Es wird eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 6,75 Millionen Aktien eingeräumt. Die Erlöse werden ausschließlich dem Alteigentümer Cable Holding zufließen, deren Anteile zu 88 Prozent dem Private-Equity-Investor Providence gehören.
Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires erfahren haben will, streben die Anteilseigner von Kabel Deutschland eine Unternehmensbewertung von 2,5 Milliarden Euro an. Mit den knapp 3 Milliarden Euro Verbindlichkeiten käme der Kabelnetzbetreiber damit auf einen Wert von rund 5 Milliarden Euro.
Im Spätherbst 2009 war der Kabel-Deutschland-Wettbewerber Unity Media für gut 3,5 Milliarden Euro an den amerikanischen Medienkonzern Liberty Global verkauft worden. (Dow Jones)
Sony kündigt Markteinführung von 3-D-Fernsehern an
Der Elektronikkonzern Sony will im Juni seine ersten 3-D-Fernseher auf den japanischen Markt bringen. Im Ausland solle der Verkauf der Geräte ebenfalls um diesen Zeitpunkt beginnen, kündigte das japanische Unternehmen am Dienstag an. Im Geschäftsjahr bis März 2011 sollten diese Modelle zehn Prozent des angepeilten Gesamtabsatzes von mindestens 25 Millionen LCD-Fernsehern ausmachen. Panasonic hatte jüngst Pläne für die Markteinführung solcher Geräte in den Vereinigten Staaten angekündigt, Samsung hat damit in Südkorea bereits begonnen und will das Geschäft bald international ausweiten. (Reuters)
Geschäft bei Texas Instruments läuft rund
Die Erholung in der wichtigen Halbleiter-Branche scheint sich zu verfestigen. Am Montag präzisierte das Branchenurgestein Texas Instruments (TI) die Prognose für das laufende Quartal. Der Konzern aus Dallas verzichtet nun auf den „Sicherheitspuffer“ nach unten. Die Obergrenzen behielt er bei.
TI erwartet ein Ergebnis je Aktie von 0,48 bis 0,52 Dollar. Bis dato war das Unternehmen schlimmstenfalls von 0,44 Dollar ausgegangen. Der Umsatz von Januar bis März soll bei 3,07 bis 3,19 Milliarden Dollar herauskommen. Bis dato hatte der Konzern mit 2,95 Milliarden Dollar als Minimalwert kalkuliert. (dpa-AFX)
HSH Nordbank fährt 2009 erneut Milliardenverlust ein
Die HSH Nordbank AG hat das Jahr 2009 mit einem Verlust von 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Diese Information des „Handelsblatts“ (HB - Dienstagausgabe) aus Aufsichtsratskreisen bestätigte die Bank gegenüber der Zeitung. Aufwendungen für erhaltene Garantien und Restrukturierungen seien in dem Milliardenverlust noch nicht eingerechnet - sie belaufen sich laut der Zeitung auf einen zusätzlichen dreistelligen Millionenbetrag.
Auf Anfrage von Dow Jones Newswires verwies ein Sprecher der Landesbank auf Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher vor wenigen Wochen vor Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen. Darin habe Nonnenmacher erklärt, dass die Bank im Plan bleibe. Dieser Plan sehe für 2009 einen Verlust von bis zu 1 Milliarden Euro vor den Kosten für erhaltene Garantien vor. (Dow Jones)
Wirtschaftsnachrichten
Keine Anhaltspunkte für Spekulationen gegen griechische Anleihen
Der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) liegen derzeit keine Anhaltspunkte für Spekulationen auf griechische Staatsanleihen vor. In jüngster Zeit seien Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) nicht verstärkt für Spekulation gegen griechische Anleihen genutzt worden, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Wesentliche Ursache der Risikoabstände (Spreads) zwischen verschiedenen CDS sei vielmehr die wachsende Nachfrage nach Kreditabsicherung für das Länderrisiko Griechenlands.
Die von der zentralen Datensammelstelle, der amerikanischen Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), veröffentlichten Daten sprechen demnach nicht für den Aufbau neuer offener Positionen und deuten damit nicht auf massive spekulative Aktivitäten hin. Zwar habe sich das Bruttovolumen und damit der Handelsumsatz ausstehender CDS-Kontrakte auf Jahressicht verdoppelt. Das Nettovolumen als geeigneter Indikator für mögliche Spekulationen habe sich seit Mitte Januar aber kaum verändert. (dpa-AFX)
Paris und Berlin wollen Spekulanten bremsen
Deutschland und Frankreich wollen nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und große Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen. Wie die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe schreibt, soll dazu der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar komplett verboten werden.
Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt.
Nach Informationen der Zeitung sind Merkel, Sarkozy, Juncker und Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit, sollten wichtige G-20-Partner wie die Vereinigten Staaten und China nicht mitziehen. (dpa)
Draghi deutet strengere Regulierung der CDS-Märkte an
Die Sorge über den spekulativen Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) nimmt nach Aussage des italienischen Notenbankpräsidenten Mario Draghi in einigen Staaten zu. Grund seien die damit einhergehenden „systemischen Implikationen“, die ähnlich wie bei sehr großen Banken gelagert seien, erklärte der Chairman des Financial Stability Board (FSB) am Montag in Basel. An einer Regulierung für diese hochspekulativen Instrumente werde deswegen gearbeitet.
„Wann immer etwas systemisch relevant ist, können sie davon ausgehen, dass es auch systemisch reguliert werden wird“, sagte Draghi. Die Märkte würden wahrscheinlich nicht in dem Zustand belassen, in dem sie sich vor der Krise befanden. Viele CDS-Kontrakte seien rein spekulativer Natur und dienten nicht nur der Absicherung. Details zur Regulierung wollte er nicht nennen. (Dow Jones)
Japans Frühindikatoren im Januar gestiegen
Der japanische Frühindikatorenindex hat seinen Aufwärtstrend zu Jahresbeginn fortgesetzt. Wie das Kabinettsbüro der Regierung am Dienstag meldete, legte der Index im Januar um 2,4 Punkte gegenüber dem Vormonat zu. Der Index der gleichlaufenden Indikatoren erhöhte sich um 2,5 Punkte gegenüber Dezember 2009. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |