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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau Deutsche Großhandelpreise sinken in Rekordtempo

 ·  Hypo Real Estate: Garantien plus 10 Milliarden EuroRio Tinto - Kostenbremse - 14.000 Jobs wegLinde-Konkurrent Praxair senkt GewinnprognoseErneut Gewinnwarnung bei Electronic ArtsBayer und Lanxess im Blick - ProduktionssenkungVendata: Produktion bei Madras Aluminium angehaltenPotash Corp. of Saskatchewan kürzt ProduktionSprint erwartet Erholung ab Ende 2009USA: Rettungspaket für Autobauer kommt voranDelphi: Mitarbeiter in Kurzarbeit„Playboy“-Verlag vor weiterem StellenabbauAxel Springer kauft 15 Prozent von StepstoneDeutsche Großhandelpreise sinken in RekordtempoJapans Großhandelspreise November : Minus 1,9%Japan - Auftragseingang im Maschinenbau sinktAusländische Investitionen in China eingebrochenChina will weniger Flugzeuge kaufenBericht - Globale Öl-Nachfrage fälltWeltbank - Entwicklungsländer vor AbschwungKreditklemme: Kalifornien droht InvestitionsstoppVereinigte Staaten: Zinsfreie MilliardenkrediteZeitung - Fed erwägt Ausgabe eigener Anleihen

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Unternehmen

Aufstockung des Garantierahmens für Hypo Real Estate

Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat den Garantierahmen für die angeschlagene Hypo Real Estate aufgestockt. Der am 21. November 2008 gewährte Rahmen sei zu gleichen Bedingungen und mit gleicher Laufzeit von 20 auf 30 Milliarden Euro aufgestockt worden, teilte der noch im Dax notierte Immobilienfinanzierer am Dienstagabend in München mit. Die Hypo Real Estate Group und die SoFFin befinden sich nach Angaben des Unternehmens zudem weiter in Gesprächen hinsichtlich umfassender Liquiditäts- und Kapitalunterstützung. Das Unternehmen steigt am 22. Dezember in den MDax ab. Ein Händler sagte mit Blick auf die Neuigkeiten: „Eigentlich ist die Nachricht negativ zu werten, aber da der Kurs ohnehin schon so stark gefallen ist und die Kursziele der Analysten noch niedriger sind, dürfte das die Märkte kaum schocken.“ (dpa)

Rio Tinto - Kostenbremse - 14.000 Jobs weg

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto steuert mit einem harten Sparkurs gegen den Konjunkturabschwung an. Auf der Agenda stehen massive Stellenstreichungen, eine deutliche Reduzierung der Investitionen sowie mehr Verkäufe von Unternehmensteilen. Wie der Bergbaukonzern am Mittwoch in Sydney mitteilte, sollen 14.000 Jobs gestrichen werden. Die Investitionen für das kommende Jahr werden um 5 Milliarden auf 4 Milliarden zusammengestrichen. Mit diesen Maßnahmen will das Unternehmen seine Schulden senken. Bereits am 15.Oktober hatte Rio Tinto vor den schlechten Bedingungen gewarnt, die sich seit dem noch einmal verschlimmert hätten. Die Dividende für 2008 soll dagegen auf dem Niveau von 2007 von 1,36 amerikanische Dollar gehalten werden. (dpa-AFX)

Vendata: Aluminiumproduktion angehalten

Der Rohstoffkonzern Vendata hat aufgrund fallender Preise bei seiner indischen Tochter Madras Aluminium die Produktion mit sofortiger Wirkung vorläufig ausgesetzt. (Bloomberg)

Linde-Konkurrent Praxair senkt Gewinnprognose

Der amerikanische Industriegase-Hersteller und Linde-Konkurrent Praxair hat seine Gewinnerwartung für das laufende Quartal gesenkt. Die Produkte des Konzerns würden deutlich weniger nachgefragt, teilte der Konzern am Dienstag nach amerikanische Börsenschluss mit. Zudem werde davon ausgegangen, dass Kunden ihre Lagerbestände weiter herunterfahren würden. Praxair gehe nun noch von einem Gewinn pro Aktie im vierten Quartal zwischen 0,95 und 1,00 Dollar aus. Analysten hatten im Schnitt bislang 1,04 Dollar erwartet. Die Praxair-Aktie fiel nachbörslich um 2,6 Prozent. (Reuters)

Erneut Gewinnwarnung bei Electronic Arts

Der Videospiele-Hersteller Electronic Arts (EA) hat angesichts enttäuschender Geschäfte in Europa und Nordamerika erneut eine Gewinnwarnung ausgegeben. Gewinn und Umsatz würden im laufenden Geschäftsjahr unter den Ende Oktober genannten Planzahlen liegen, teilte der Konzern am Dienstag nach amerikanische Börsenschluss mit. Daher würden weitere Schritte zur Kostensenkung unternommen. Die Produktpalette solle gekürzt und die Zahl der Mitarbeiter weiter verringert werden. Die Aktien von EA verloren nachbörslich zehn Prozent, nachdem sie bereit im regulären Handel 11,5 Prozent nachgegeben hatten. Die schlechten Nachrichten von EA kamen unerwartet, da Rivalen wie Microsoft oder Take Two erst vergangene Woche von überraschend guten Geschäften berichtet hatten. Bereits Ende Oktober hatte Electronic Arts seine Prognose für den Gewinn pro Aktie im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr auf 1,00 bis 1,40 Dollar gesenkt. Zuvor war der Konzern von 1,30 bis 1,70 Dollar ausgegangen. EA hatte damals den Abbau von 580 Stellen angekündigt, was sechs Prozent der Belegschaft entspricht. Neben der Zurückhaltung der Kunden hatte der Konzern als Grund für die schlechten Nachrichten auf Verzögerungen beim neuesten „Harry Potter“-Videospiel verwiesen. Am Dienstag hieß es nun, auch die Prognose von Ende Oktober sei nicht mehr zu halten. Eine neue Spanne wollte der Konzern nicht nennen. Firmenchef John Riccitiello sagte, einige Händler würden angesichts der unsicheren Wirtschaftslage weniger Spiele in ihre Lagerbestände nehmen. (Reuters)

Bayer und Lanxess im Blick - Produktionssenkung

Die Aktien der Chemiekonzerne Bayer und Lanxess dürften mit Produktionskürzungen am Mittwoch in den Blick der Anleger rücken. Wie eine Tageszeitung berichtete, will Lanxess bis Januar in etwa einem Drittel seiner deutschen Betriebe die Produktion herunterfahren. Bayer senke inzwischen die Herstellungsmengen, heißt es in dem Beitrag. Händler bewerteten in einer ersten Einschätzung den Bericht tendenziell schlechter für Lanxess. Der Konzern gehöre zu den wenigen in dem Sektor, der bislang noch keine Gewinnwarnung ausgesprochen habe, daher dürften die Nachrichten dem Kurs kaum helfen. Bei Bayer hingegen sollte sich laut Börsianern der negative Effekt auf den Kurs im Rahmen halten, da das Unternehmen stärker als Pharmakonzern wahrgenommen werde. Zudem habe Bayer bereits vor einer Woche angekündigt, dass man ein paar Werke schließen könnte. (dpa-AFX)

Potash Corp. of Saskatchewan kürzt Produktion

Der Düngemittelförderer Potash Corp. of Saskatchewan wird die Kaliproduktion im kommenden Jahr aufgrund nachlassender Nachfrage um zwei Millionen Tonnen kürzen. (Bloomberg)

Sprint erwartet Erholung ab Ende 2009

Der drittgrößte amerikanische Mobilfunkanbieter Sprint Nextel hofft ab Ende 2009 eine Kehrtwende bei den rückläufigen Abonnentenzahlen zu erreichen. Mit einem Werbefeldzug für seine Dienstleistungen und einer Verbesserung des Services solle der Kundenschwund gestoppt werden, sagte Finanzvorstand Bob Brust am Dienstag. Die Prioritäten würden bei der Kostensenkung und der Aufrechterhaltung der Liquidität liegen. Im kommenden Jahr sollten mehrere hundert Millionen Dollar eingespart werden. Sprint Nextel hatte Anfang November einen Quartalsverlust von 326 Millionen Dollar mitgeteilt. (Reuters)

Vorläufige Einigung auf Rettungspaket für amerikanische Autobauer

In den Vereinigten Staaten gibt es eine vorläufige Einigung auf das 15 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die drei großen Autobauer GM, Ford und Chrysler. Es sei eine prinzipielle Einigung in den Gesprächen erreicht worden, hieß es am Dienstagabend (Ortszeit) übereinstimmend im Weißen Haus und bei Beratern der Demokraten. Fragen etwa zur Überlebensfähigkeit der Firmen oder die Aufsicht für die Autobauer (Auto-Zar) seien gelöst. Letzte Details müssten aber noch ausgehandelt werden. (Reuters)

Delphi: Mitarbeiter in Kurzarbeit

Einer der weltweit größten Autozulieferer Delphi schickt wegen der Absatzflaute in der Automobilindustrie jetzt in Deutschland Mitarbeiter in die Kurzarbeit. „Auch wir führen bereits an ersten Standorten Kurzarbeit ein und sprechen über weitere Maßnahmen mit den entsprechenden Gremien“, sagte der Delphi-Deutschlandchef Michael Gassen dem „Handelsblatt“(Mittwochausgabe). Die deutsche Tochter des amerikanische Unternehmens, Delphi Deutschland GmbH, hat ihren Firmensitz in Wuppertal und beschäftigt rund 5.200 Mitarbeiter an 19 Standorten. Große Autobauer wie Daimler und BMW haben in den vergangenen Tagen ihre Produktion weiter eingeschränkt und teilweise Kurzarbeit für zahlreiche Werke angeordnet. Die Kürzungen treffen die Zulieferer hart, da ihnen damit ebenfalls die Geschäfte weg brechen. Fast alle großen Autoteile-Hersteller traten bereits angesichts des drastischen Nachfrageabschwungs auf die Bremse. Bei Bosch gilt bereits für fast 4.000 Mitarbeiter Kurzarbeit. Konkurrent Conti griff zu ähnlichen Maßnahmen. Auch bei der Rheinmetall-Tochter Kolbenschmidt Pierburg steht an nahezu allen deutschen Standorten in der ersten Hälfte 2009 Kurzarbeit an. (dpa-ADX)

„Playboy“-Verlag vor weiterem Stellenabbau

Der Verlag des Männermagazins „Playboy“ will im kommenden Jahr weitere Stellen streichen. „Es wird wie bisher bei unseren heimischen Publikationen aggressive Ausgabenkürzungen geben“, sagte Linda Havard, Finanzchefin von Playboy Enterprises, am Dienstag bei einer Analystenkonferenz. Das Haus hat in diesem Jahr 14 Prozent seines Personals abgebaut. Havard nannte keine Zahl zum Umfang der Streichungen, sagte aber, das Sparprogramm werde alle Bereiche des Verlags erfassen. Wegen seiner Rolle als Aushängeschild für alle übrigen Publikationen bleibe der „Playboy“ auch mit Verlusten von bis zu zehn Millionen Dollar im Jahr eine lohnende Investition. Das Unternehmen hat weniger als 800 Mitarbeiter. (Reuters)

Axel Springer kauft 15 Prozent von Stepstone

Die Axel Springer AG hat 15 Prozent der Anteile der Online-Arbeitsplatzbörse Stepstone ASA erworben und will den Anteil auf ein Maximum von 33 Prozent ausbauen. Ein öffentliches Übernahmeangebot sei nicht geplant, teilte das Unternehmen weiterhin mit. (Bloomberg)

Roche: Neue positive Daten zu Herceptin, Xeloda und Avastin bei Brustkrebs

Roche hat neue positive Daten zu Herceptin (Trastuzumab), Avastin (Bevacizumab) und Xeloda (Capecitabin) bei Brustkrebs vorgelegt. Das Gesamtüberleben oder. krankheitsfreie Überleben verbessere sich, wenn die Medikamente prä- und postoperativ sowie in den fortgeschrittenen Krankheitsstadien eingesetzt würden, teilte der Pharmakonzern am Mittwoch mit. Roche will die Erkenntnisse bei dem vom Cancer Therapy & Research Centre (CTRC) und der American Association for Cancer Research (AACR) abgehaltenen San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) zwischen dem 12. und 14. Dezember vorstellen. (dpa-AFX)



Wirtschaft

Großhandelpreise sinken im November in Rekordtempo

Die Großhandelspreise sind im November in Rekordtempo gefallen. Sie schwächten sich im Vergleich zum Vormonat um 3,3 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. „Ein derart starker Preisrückgang wurde seit dem Beginn der Berechnungen im Jahr 1968 noch nicht beobachtet“, sagte eine Statistikerin. Im Vergleich zum November 2007 sanken die Preise um 0,8 Prozent. Das war der stärkste Rückgang seit mehr als sechs Jahren. Im Juli hatte es mit 9,9 Prozent noch den stärksten Preisanstieg seit 27 Jahren gegeben. Der Preisverfall geht vor allem auf billigere Rohstoffe zurück. Benzin, Diesel, Kohle sowie weitere Mineralölprodukte und feste Brennstoffe kosteten im Schnitt 9,3 Prozent weniger als im Oktober. Erze, Eisen, Stahl und andere Metalle verbilligten sich um 5,9 Prozent. Die Preise im Großhandel gelten als Indikator für die künftige Entwicklung der Lebenshaltungskosten, weil der Einzelhandel und andere Abnehmer einen Teil der Preisveränderungen an die Verbraucher weiterreichen. Analysten hatte mit einem Anstieg um 1,5 Prozent zum Vorjahr gerechnet und ein Minus von 1,4 Prozent zum Vormonat erwartet. (Reuters)

Japans Großhandelspreise November : Minus 1,9 Prozent zum Vormonat

Die japanischen Großhandelspreise sind im November auf Jahressicht um 2,8 Prozent gestiegen. Binnen Monatsfrist wurde ein Rückgang um 1,9 Prozent registriert, wie die Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch mitteilte. Die Daten basieren auf dem Corporate Goods Price Index (CGPI). Für den Oktober wurde ein Anstieg der Großhandelspreise um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ermittelt, während sich binnen Monatsfrist ein Rückgang von 1,4 Prozent ergab. (Dow Jones Newswires)

Japan - Auftragseingang im Maschinenbau sinkt deutlich

In Japan ist der Auftragseingang für den Maschinenbau im Oktober gesunken. Zudem gingen die Order ausländischer Firmen kräftig zurück. Die Entwicklung ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Unternehmen angesichts der globalen Wirtschaftsschwäche ihre Ausgaben zurückfahren und Japan in eine schwere und lang andauernde Rezession drücken. An der Börse in Japan legten die Kurse dennoch zu. Händler sagten, die Maschinenbau-Daten seien offenbar nicht so schlecht ausgefallen wie von manchen Anlegern befürchtet. Der Auftragseingang aus dem Privatsektor sank von September zum Oktober um 4,4 Prozent, während Volkswirte im Schnitt nur einen Rückgang von 3,9 Prozent erwartet hatten. Im Vergleich zum Oktober 2007 betrug der Rückgang 15,5 Prozent. (Reuters)

Ausländische Investitionen in China eingebrochen

Die ausländischen Investitionen in China sind im Zuge der Finanzkrise im November gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel eingebrochen. Wie aus Daten des chinesischen Handelsministeriums hervorgeht, betrug die Summe der Investitionen im vergangenen Monat nur noch 5,3 Milliarden Dollar (rund 4 Milliarden Euro) - 36,5 Prozent weniger als im November 2007. Eine Aufschlüsselung nach Ländern gab es nicht. Besonders der Süden Chinas mit seiner exportabhängigen produzierenden Industrie wurde von der Krise getroffen. Tausende Arbeiter verloren dort ihre Jobs. (AP)

China will weniger Flugzeuge kaufen und Auslieferung verzögern

China will weniger Flugzeuge kaufen oder die Auslieferung bestellter Maschinen hinauszögern. Wegen der Wirtschaftskrise und des Rückgangs der Passagierzahlen sollen ferner Leasing-Verträge mit ausländischen Unternehmen nicht erneuert werden. Wie die staatliche Luftverkehrsbehörde (CAAC) in Peking am Mittwoch bestätigte, sollen chinesische Airlines auch Flugzeuge stilllegen oder verkaufen, mehr ältere Maschinen ausmustern oder Passagiermaschinen in Cargoflugzeuge umwandeln. Um den Fluggesellschaften die Anpassung an den Rückgang im Luftverkehr zu erleichtern, sollen Gebühren und Steuern verringert werden. Die Anweisung der chinesischen Luftverkehrsbehörde dürfte Konsequenzen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus und seinen amerikanische Konkurrenten Boeing haben. Fest vereinbarte Auslieferungen im neuen Jahr dürften zwar nur schwerlich gekündigt werden können, doch trüben sich damit die Aussichten für den - nach den Vereinigten Staaten - zweitgrößten Luftverkehrsmarkt in China. Airbus hat in den nächsten Jahren 440 Maschinen zur Auslieferung an China bereit - etwa zehn Prozent seiner weltweiten Aufträge. Um dem immer wichtiger werdenden chinesischen Markt zu erobern, hatte Airbus erst im September offiziell sein erstes Montagewerk außerhalb Europas in der chinesischen Hafenstadt Tianjin eröffnet. Nach Schätzungen von Experten haben rund 70 Prozent der chinesischen Luftverkehrsunternehmen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres rote Zahlen geschrieben. (dpa-AFX)

Bericht - Weltweite Öl-Nachfrage fällt erstmals seit Jahrzehnten

Der weltweite Bedarf nach Öl wird in diesem und kommenden Jahr erstmals seit den frühen 80er Jahren sinken. Wie die amerikanische Energie-Informationsbehörde (EIA) am Dienstag mitteilte, werde die Nachfrage 2008 um 50.000 Barrel pro Tag und 2009 sogar um 450.000 Barrel pro Tag abnehmen. Der Ölpreis geriet nach dem Bericht weiter unter Druck. Ein Fass amerikanische Leichtöl verbilligte sich um drei Prozent auf unter 43 Dollar. Im Juli kostete das Barrel (159 Liter) noch 147 Dollar. Für 2009 prognostiziert die EIA einen Ölpreis von 51 Dollar. Zuvor hatte sie noch 63,50 Dollar pro Fass erwartet. Die EIA-Prognose ist die erste größere Vorhersage eines weltweit sinkenden Energiebedarfs infolge der Finanzkrise. Das letzte Mal sank die Öl-Nachfrage der Behörde zufolge im Jahr 1983. (Reuters)

Weltbank - Entwicklungsländer vor Abschwung

Die Weltbank hat in Folge der Finanzkrise vor einem massiven Konjunkturabschwung in Schwellen- und Entwicklungsländern gewarnt. Die Wachstumsrate in diesen Staaten werde im kommenden Jahr unter 4,5 Prozent fallen, während sie 2007 noch bei 7,9 Prozent gelegen habe, teilte die Weltbank am Dienstag mit. Beim Investitionsvolumen sei lediglich mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent zu rechnen. Vor zwei Jahren sei hier noch eine Steigerung von mehr als 13 Prozent zu erkennen gewesen. Die Exportmöglichkeiten für Entwicklungsländer würden unter anderem wegen der Rezession in reicheren Staaten sehr stark abnehmen, hieß es weiter. Die Entwicklungsländer sind im Zuge der Finanzkrise zunehmend unter Druck geraten, weil viele Investoren ihr Kapital abzogen. Wegen der weltweiten Kreditklemme haben sie zugleich große Probleme, sich an den Märkten frisches Geld zu besorgen. (Reuters)

Kalifornien droht Investitionsstopp wegen Kreditklemme

Kalifornien muss nach Angaben des Finanzministerium wegen der Kreditklemme möglicherweise bereits in der kommenden Woche zahlreiche öffentlichen Investitionen stoppen. „Der Bau von Schnellstraßen, Bauarbeiten an Schulen und andere grundlegende Investitionen in den kalifornischen Gemeinden müssen dann verschoben oder können nie begonnen werden“, warnte Bill Lockyer, Finanzminister unter Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Bedingung für eine Fortsetzung der kreditfinanzierten Maßnahmen seien stärkere Bemühungen um einen Abbau der horrenden Schulden und einen ausgeglichenen Haushalt. Lockyer forderte das Parlament auf, umgehend ein „ehrliches, nachhaltiges und ausgeglichenes Budget“ vorzulegen. „Nicht nächsten Monat, auch nicht in drei Monaten oder nächstes Jahr im Juni, sondern jetzt“, hieß es in seinem Schreiben. Ansonsten seien zehntausende, „möglicherweise sogar hunderttausende Arbeitsplätze“ und milliardenschwere Aufträge in Gefahr. Am Montag waren beide Kammern des Parlaments zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammengetreten, um sich über die Finanznöte des Bundesstaates informieren zu lassen. Kalifornien ist als bevölkerungsreichster Bundesstaat der Vereinigten Staaten die weltweit achtgrößte Volkswirtschaft, dennoch droht ihm Anfang des Jahres das Geld auszugehen. Die staatlichen Einnahmen liegen wegen der Finanzkrise und der Rezession weit unter den veranschlagten Summen. Damit steuert der Staat für den Rest des laufenden Haushaltsjahres sowie im nächsten Finanzjahr auf ein Defizit von 28 Milliarden Dollar zu. Wegen seiner schwachen Finanzen findet Kalifornien kaum noch Interessenten für staatliche Anleihen, mit denen es seine Investitionen finanzieren möchte. (Reuters)

Vereinigte Staaten: Zinsfreie Milliardenkredite

Verängstigte Investoren haben der amerikanische Regierung erstmals einen zinsfreien Kredit über 30 Milliarden Dollar gewährt. Bei der regulären Versteigerung von vierwöchigen Staatspapieren war die Nachfrage am Dienstag so groß, dass die Rendite auf 0,0 Prozent sank - ein bislang einmaliger Vorgang. Angesichts der Furcht vor Deflation und Sorgen über das Banksystem stürzten sich die Anleger am Finanzmarkt auch auf bereits gehandelte dreimonatige Papiere, deren Rendite dadurch erstmals seit 1940 sogar unter 0,0 Prozent sank. „Das ist ein sicheres Zeichen dafür, das die Angst noch lange nicht aus dem Markt verschwunden ist“, kommentierte ein Analyst. Bei Anleihen bewegen sich Preis und Rendite in gegensätzlicher Richtung: Treibt hohe Nachfrage den Preis nach oben, sinkt automatisch die Rendite. Weil die Anleger anderen Formen der Geldanlage misstrauen, nehmen sie offenbar als Preis für Sicherheit derzeit im Notfall sogar eine negative Rendite in Kauf - also einen Teilverlust des Geldes. (Reuters)

Zeitung - Fed erwägt Ausgabe eigener Anleihen

Die amerikanische Notenbank Fed erwägt einem Zeitungsbericht zufolge erstmals die Ausgabe eigener Anleihen. Vertreter der Federal Reserve hätten diesbezüglich Kontakt mit dem Kongress aufgenommen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Neben der Ausgabe von Bonds könnte sich die Fed auch anderweitig selbst Geld leihen, hieß es. Die Gespräche seien in einem frühen Stadium und es sei unklar, ob die Fed die Pläne wirklich umsetzen werde, hieß es. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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