20.11.2009 · GAP erspart sich Gewinnzuwachs, Rosenbauer wächst profitabel, Airbus will keine Preisnachlässe gewähren, Trichet - EZB will Stützungsmaßnahmen schrittweise zurückfahren, deutsche Steuereinnahmen: 4,5 Prozent unter Vorjahr, deutsche Erzeugerpreise sinken, Bank of Japan lässt Leitzins unverändert, Regierung - Japan wieder in Deflation, Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster sinkt, Studie - mehr Bilanzfälschungen wegen der Krise
Unternehmen
Dell enttäuscht hohe Erwartungen
Der weltweit drittgrößte Computerhersteller Dell hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Der Gewinn sei von August bis Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 53 Prozent auf 337 Millionen Dollar eingebrochen, teilte die Nummer Drei hinter Hewlett-Packard und Acer am Donnerstag nach amerikanischem Börsenschluss mit. Der Umsatz fiel um 15 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar und lag damit unter den Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 13,2 Milliarden Dollar gerechnet. Der Computerkonzern äußerte sich aber recht optimistisch in die Zukunft. „Wir machen eine Verbesserung bei der Nachfrage nach IT-Produkten aus, die sich im vierten Quartal fortsetzen wird“, sagte Dell-Chef Michael Dell. Einen Ausblick auf die wichtige Weihnachtssaison wagt der Konzern weiterhin nicht. Branchenprimus Hewlett-Packard verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Gewinnsprung. Jedes andere Unternehmen in der PC-Branche habe Quartalszahlen vorgelegt, die besser als erwartet ausgefallen seien, sagte Analyst Shaw Wu. Deswegen sei davon auszugehen, dass Dell viel Marktanteil verloren habe. Die Dell-Aktien fielen nachbörslich in New York um sechs Prozent. (Reuters)
GAP erspart sich Gewinnzuwachs
Umfassende Sparmaßnahmen haben der amerikanischen Bekleidungskette GAP im dritten Quartal zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 307 Millionen Dollar gestiegen, teilte der Konzern mit weltweit rund 3000 Filialen am Donnerstag mit. Analysten hatten mit diesem Ergebnis gerechnet. Bereits zuvor hatte GAP bekanntgegeben, dass der Umsatz um ein Prozent auf rund 3,6 Milliarden Dollar gewachsen war. Vor allem der Absatz in der preisgünstigeren Ladenkette Old Navy habe sich vergrößert, teilte GAP weiter mit. Die Verkäufe in den GAP-Läden sowie in den höherpreisigen Banana-Republic-Filialen seien allerdings weiterhin schwach. Im laufenden Schlussquartal wolle man den Marktanteil ausbauen, kündigte GAP-Chef Glenn Murphy an. Einen konkreten Ausblick gab er nicht. Das vierte Quartal ist wegen des Feiertagsgeschäfts für Einzelhändler besonders wichtig. (Reuters)
Rosenbauer wächst profitabel
In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres konnte der Rosenbauer Konzern sowohl umsatz- wie auch ergebnisseitig Steigerungen erzielen. So erhöhte sich der Umsatz gegenüber den ersten drei Quartalen 2008 um 16 Prozent auf 374,4 Millionen Euro (1-9/2008: 322,0 Millionen Euro). Das operative Ergebnis (Ebit) konnte in den ersten neun Monaten um 27 Prozent auf 27,2 Millionen Euro (1-9/2008: 21,5 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Ebit- Marge erhöhte sich von 6,7 Prozent auf 7,3 Prozent. Der Auftragseingang des Rosenbauer Konzerns konnte gesteigert werden; Mit 454,0 Millionen Euro lag er um 24 Prozent über dem Niveau der Vorjahresperiode (1-9/2008: 365,8 Millionen Euro). Der Auftragsbestand des Konzerns lag per 30. September 2009 mit 553,2 Millionen Euro 31 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das Management des Rosenbauer Konzerns bestätigt das weitere Wachstum für das Jahr 2009. Der Umsatz wird in der Dimension von rund 10 Prozent über dem Vorjahresniveau (2008: 500,3 Millionen Euro) erwartet. Beim Ebit geht das Management zumindest von einem Erreichen des Rekord-Vorjahreswertes (2008: 39,9 Millionen Euro) aus. Aufgrund des verschärften Wettbewerbes wird jedoch von einer gegenüber dem Vorjahr reduzierten Ebit-Marge von 7,0 Prozent bis 7,5 Prozent ausgegangen (2008: 8,0 Prozent). (Ad-hoc)
Airbus will keine Preisnachlässe gewähren
Der europäische Flugzeughersteller Airbus will von der Wirtschaftskrise betroffenen Fluggesellschaften keine Preisnachlässe gewähren, um Aufträge zu halten. „Es wird bei den Preisen keine Deals geben. Wir werden nicht unsere Preise oder Profitmargen untergraben“, sagte Christopher Buckley, Airbus Executive Vice President für Europa und die Region Asien Pacific, zu Dow Jones Newswires am Freitag am Rande einer Veranstaltung in Singapur. Airbus wolle flexibel auf Kundenanfragen hinsichtlich einer Verschiebung bei den Auslieferungen der Flugzeuge reagieren, sagte Buckley weiter. Er ergänzte, dass Airbus hinsichtlich der Auslieferungen für 2010 und 2011 auf gutem Weg sei. Allerdings könnte Airbus möglicherweise die Produktion des A320 auf 32 Flugzeuge von derzeit 34 Maschinen im Monaten herunterfahren, „obwohl die Anzeichen darauf hindeuten, dass wir es nicht müssen“. (Dow Jones Newswires)
Wirtschaft
Steuereinnahmen: 4,5 Prozent unter Vorjahr
Die Steuereinnahmen in Deutschland haben im Oktober erneut unter dem Vorjahresniveau gelegen, allerdings sind sie weniger stark als in den beiden Vormonaten gesunken. Wie das Bundesfinanzministerium (BMF) in seinem am Freitag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht mitteilte, fielen die Steuereinnahmen ohne reine Gemeindesteuern im Oktober im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent auf insgesamt 32,908 Milliarden Euro. Im September hatte sich ein Minus von 7,4 Prozent und im August sogar ein Rückgang um 9,9 Prozent ergeben. Im Zeitraum von Januar bis Oktober verringerten sich die Steuereinnahmen insgesamt um 5,8 Prozent auf 385,749 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen des Bundes gingen im Oktober um 10,4 Prozent auf 13,464 Milliarden Euro zurück. Dieser Rückgang kam laut BMF „erwartungsgemäß“ wegen der für diesen Monat deutlich höheren EU-Abführungen. In die Kassen der Bundesländer flossen im Oktober um 5,1 Prozent weniger Steuern als noch im Vorjahr. Insgesamt betrugen die Ländersteuereinnahmen im Oktober 14,266 Milliarden Euro. Von Januar bis Oktober gingen die Steuereinnahmen des Bundes um 4,3 Prozent auf 179,380 Milliarden Euro zurück und die der Bundesländer verringerten sich um 6,7 Prozent auf 167,093 Milliarden Euro. Angesichts der Wirtschaftskrise sind aus BMF-Sicht die Einnahmen aus der Lohnsteuer mit einem Minus von 3,4 Prozent auf 10,312 Milliarden Euro im Oktober erneut moderat ausgefallen. Bei der veranlagten Einkommensteuer habe sich das kassenmäßige Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 800 Millionen Euro verschlechtert. Bei der Körperschaftsteuer hingegen errechne sich aktuell „unerwartet“ eine Verbesserung von 300 Millionen Euro. Die Steuern vom Umsatz erhöhten sich im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 14,391 Milliarden Euro. Von Januar bis Oktober gab es bei den Einnahmen aus den Steuern vom Umsatz einen leichten Anstieg um 0,5 Prozent auf 145,268 Milliarden Euro. Die reinen Bundessteuern übertrafen mit 7,057 Milliarden Euro das Vorjahresniveau um 10,8 Prozent. Dieser Anstieg geht laut BMF in erster Linie „auf den Wechsel in der Ertragskompetenz bei der Kraftfahrzeugsteuer“ zurück. Ohne diesen Wechsel hätten sich die Einnahmen aus den reinen Bundessteuern mit plus 0,8 Prozent kaum verändert. Von Januar bis Oktober lagen die Bundessteuern mit 3,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und erreichten ein Volumen von 67,930 Milliarden Euro. Die reinen Ländersteuern gingen im Oktober um 43,9 Prozent auf 922 Millionen Euro zurück. Ohne die Kraftfahrzeugsteuer gerechnet hätte das Minus bei 5,6 Prozent gelegen, teilte das BMF mit. Von Januar bis Oktober verringerten sich die reinen Ländersteuern um 23,3 Prozent auf 14,482 Milliarden Euro. (Dow Jones Newswires)
Deutsche Erzeugerpreise sinken weiter
Die deutschen Erzeugerpreise haben im Oktober wegen des Rückgangs der Energiepreise das Vorjahresniveau weiterhin deutlich unterschritten. Im Vergleich zum Vormonat stagnierten die Erzeugerpreise, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Binnen Jahresfrist ergab sich ein Rückgang um 7,6 Prozent. Hier hatte die Prognose auf ein geringeres Minus von 7,4 Prozent gelautet. Ohne Energie ist der Index der Erzeugerpreise im Oktober um 0,1 Prozent im Monats- und um 3,3 Prozent im Jahresvergleich gesunken. Den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate hatte im Oktober weiterhin die Preisentwicklung bei der Energie. Fast drei Viertel der Veränderung des Gesamtindex gegenüber Oktober 2008 seien darauf zurückzuführen, erklärten die Statistiker. Die Preise für Energie lagen um 16,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, stiegen jedoch gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Die Preise der drei Hauptenergieträger Mineralölerzeugnisse, Strom und Erdgas wiesen im Oktober unterschiedliche Entwicklungen auf. So kostete Erdgas insgesamt 32,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise um 1,4 Prozent. Für Industriekunden waren die Preise um 29,0 Prozent niedriger als im Vorjahr (minus 5,4 Prozent zum Vormonat). Für Kraftwerke war Erdgas im Vorjahresvergleich um 22,9 Prozent billiger, gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 2,9 Prozent. Mineralölerzeugnisse waren im Oktober insgesamt um 12,4 Prozent günstiger als im Vorjahr, gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise hingegen um 1,6 Prozent. Die Preise für Strom lagen im Oktober über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet um 9,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie jedoch um 1,4 Prozent. Vorleistungsgüter waren auf Jahressicht um 6,1 Prozent billiger. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise um 0,2 Prozent. Zu dem starken Rückgang gegenüber dem Vorjahr trugen in besonderem Maße die Preise für Metalle bei. Sie lagen um 17,9 Prozent niedriger als im Vorjahr (minus 0,5 Prozent zum Vormonat). Chemische Grundstoffe waren um 7,3 Prozent günstiger als im Vorjahr, jedoch stiegen die Preise zum Vormonat um 1,0 Prozent. Die Preise für Verbrauchsgüter waren um 2,8 Prozent niedriger als im Vorjahr, gegenüber dem Vormonat sanken sie um 0,4 Prozent. Nahrungsmittel waren um 5,7 Prozent günstiger als im Vorjahr (minus 0,7 Prozent zum Vormonat). (Dow Jones Newswires)
Trichet - EZB will Stützungsmaßnahmen schrittweise zurückfahren
EZB-Chef Jean-Claude Trichet will die Politik des billigen Geldes schrittweise beenden. Natürlich sei die Notenbank darauf verpflichtet, dafür den angemessenen Zeitpunkt zu finden, sagte Trichet am Donnerstag bei einer Konferenz in Paris. Dabei blieben die mittelfristigen Inflationserwartungen eine „absolut fundamentale“ Orientierung. (Reuters)
Bank of Japan lässt Leitzins bei 0,1 Prozent
Die japanische Zentralbank belässt ihren Leitzins bei 0,1 Prozent. Das teilte die Bank of Japan (BoJ) am Freitag in Tokio mit. Der Zinsbeschluss war allgemein unter Experten erwartet worden. Zugleich hob die Zentralbank ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im dritten Monat in Folge an. Japans Wirtschaft lege vor allem dank fiskalpolitischer Maßnahmen der Regierungen im In- und Ausland zu. Von einer vom privaten Binnenkonsum getragenen Erholung kann in Japan dagegen laut Ökonomen noch keine Rede sein. (dpa)
Regierung - Japan befindet sich wieder in Phase der Deflation
Die japanische Wirtschaft befindet sich nach Angaben der Regierung wieder in einer Phase der Deflation. Damit wachse das Risiko, dass weiter fallende Preise die von der weltweiten Rezession mitgenommene Wirtschaft des Landes zusätzlich belasteten, erklärte die Regierung in ihren Monatsbericht. Zuvor hatte die japanische Notenbank die Leitzinsen bei nahe Null belassen und die Wirtschaftslage des Landes besser bewertet. Zentralbank und Regierung haben hier unterschiedliche Einschätzungen. Die Regierung erklärte dazu, sie erwarte eine enge Abstimmung mit der Bank von Japan, um eine angemessene und flexible Geldpolitik zu sichern, die der Wirtschaft dabei helfe, zu einem nachhaltigen Wachstum zurückzukehren und Preisstabilität zu erreichen. (Reuters)
Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster sinkt auf 1,10
Die vorläufige Book-to-Bill-Ratio für die Ausrüster der Halbleiterindustrie in Nordamerika ist im Oktober auf 1,10 (Vormonat: 1,17) gesunken. Wie der Branchenverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, lag der Auftragseingang im Dreimonatsdurchschnitt bei 756,2 (758,9) Millionen Dollar. Der entsprechende Umsatz betrug 689,8 (648,4) Millionen Dollar. Ein Book-to-Bill-Ratio von 1,10 bedeutet, dass für je 100 Dollar Umsatz neue Aufträge in Höhe von 110 Dollar eingegangen sind. „Die Book-to-Bill-Ratio liegt nun seit vier Monaten über der Marke von 1,00, was eine langsame und stetige Erholung der Halbleiterindustrie anzeigt“, sagte der Präsident und CEO des Verbands, Stanley Myers. Im Oktober habe sich der Ordereingang abgeschwächt. Der Verband halte jedoch an seiner Prognose fest, dass die Investitionen der Branche bis zum Jahresende und in das nächste Jahr hinein langsam zunehmen werden. (Dow Jones Newswires)
Studie - mehr Bilanzfälschungen wegen der Krise
Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise steigen auch die Fälle von Bilanzfälschung, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) jetzt zeigt. Eine Umfrage bei 3000 ranghohen Managern in 54 Ländern ergab, dass der Anteil von Bilanzfälschungen an den Wirtschaftsstraftaten 2009 auf 38 Prozent gestiegen ist. 2007 lag ihr Anteil noch bei 27 Prozent. Die Entwicklung gehe einher mit einem höheren Druck auf die Beschäftigten, ihre Leistungsziele zu erreichen und ihren Job zu behalten. Eine weitere wichtige Rolle spiele der Zwang, Kapitalquellen zu erhalten oder zu erschließen. In einigen Unternehmen manipulierten Leute die Zahlen, um ihr Überleben zu sichern. Rund 40 Prozent der von PwC befragten Unternehmen gab an, dass das Risiko von Bilanzfälschungen und anderen Wirtschaftsstraftaten wegen der Rezession gestiegen sei. Mehr als zwei Drittel räumten ein, dass höherer Druck oder größere Anreize das Risiko von Bilanzfälschungen erhöht haben. Der Personalabbau bei den Finanzabteilungen habe zudem die Möglichkeiten dafür erweitert. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |