30.07.2010 · Heidelbergcement steigert Umsatz und operatives Ergebnis, EADS erhöht die Umsatzprognose. Wacker Chemie verdient deutlich mehr als erwartet, der Gea-Gewinn enttäuscht. Die Citigroup zahlt ein Bußgeld wegen Täuschung der Aktionäre.
Unternehmensnachrichten
Heidelbergcement mit Plus bei Umsatz und operativem Ergebnis
Heidelbergcement ist im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Umsatz und operatives Ergebnis legten zu, wie der Baustoffhersteller mit Sitz in Heidelberg am Freitag mitteilte. Netto verdiente der Konzern hingegen mit 120 (333) Millionen Euro weniger. Außerordentliche Aufwendungen für Restrukturierung und Refinanzierung belasteten mit insgesamt 101 Millionen Euro. Zudem hatte Heidelbergcement im Vorjahresvergleich positive Sondereffekte verbucht.
Der Umsatz verbesserte sich auf 3,3 (3,0) Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg auf 492 (446) Millionen Euro. Vor Abschreibungen erhöhte Heidelbergcement das operative Ergebnis auf 693 (635) Millionen Euro.
Eine Prognose für 2010 gab Heidelbergcement erneut nicht. Das Kostensparprogramm liege im Plan, im laufenden Jahr sollen 300 Millionen Euro eingespart werden. Die Reduzierung der Verschuldung steht weiterhin im Vordergrund.
Gleichzeitig setze das Unternehmen die gezielten Investitionen in zukünftiges Wachstum insbesondere im Bereich Zement in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Osteuropas fort. Heidelbergcement sehe sich gut gerüstet, um von einem wirtschaftlichen Aufschwung im laufenden und nächsten Jahr überproportional zu profitieren. (Dow Jones)
EADS erhöht Umsatzprognose
Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat aufgrund des stärkeren Dollars seine Umsatzprognose erhöht. Basierend auf einem Wechselkurs von 1,35 Dollar rechnet der Konzern den Angaben vom Freitag zufolge nun im Gesamtjahr mit Erlösen von über 44 Milliarden Euro nach zuvor rund 43 Milliarden Euro. Den Ausblick für den operativen Gewinn bekräftigte die Muttergesellschaft des Flugzeugbauers Airbus und erwartet ein Ebit von rund einer Milliarden Euro. Sollte sich die Erstarkung des Dollar als nachhaltig erweisen, werde sich die Profitabilität ab 2012 verbessern, teilte der Konzern mit.
Im ersten Halbjahr musste der Konzern trotz der Erholung der Luftfahrtbranche wegen negativer Wechselkurseffekte und hoher Belastungen durch das A380-Programm einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Ebit ging um 54 Prozent auf 406 Millionen Euro zurück. Das Nettoergebnis fiel um 51 Prozent auf 185 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 20,3 Milliarden Euro stabil. Der Auftragseingang kletterte um 79 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro. (Reuters)
Wacker Chemie verdient deutlich mehr als erwartet
Wacker Chemie hat im zweiten Quartal von einer wieder anziehenden Nachfrage profitiert und deutlich mehr verdient als erwartet. Zudem erhöhte der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.
Der Periodengewinn erreichte im zweiten Quartal 135,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 74,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Münchener MDax-Konzern am Freitag mitteilte. Die Umsätze kletterten um 30 Prozent auf 1,202 (0,926) Milliarden Euro und lagen damit leicht über der Marktprognose. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 120 Millionen Euro bei Einnahmen von 1,145 Milliarden Euro gerechnet.
Zum deutlichen Ertragswachstum im Berichtsquartal hätten sowohl das Chemie- als auch das Halbleitergeschäft beigetragen. Infolge der deutlich stärkeren Kundennachfrage seien die Produktionsanlagen wesentlich besser ausgelastet als im Vorjahresquartal und die Herstellkosten seien für viele Produkte spürbar gesunken. „Die Nachfrage der Kunden nach unseren Produkten hat in allen Geschäftsbereichen weiter zugenommen. Das treibt unseren Umsatz und die Margen,“ sagte der Vorstandsvorsitzende Rudolf Staudigl laut Mitteilung. „2010 wird ein sehr erfolgreiches Jahr für Wacker werden.“
Im Gesamtjahr 2010 rechnet der Wacker-Konzern mit einem Umsatz in der Größenordnung von 4,5 Milliarden Euro. Bislang war hier ein Überschreiten der Schwelle von 4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt wurden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde das Niveau des Rekordjahres 2008 von 1,06 Milliarden Euro überschreiten. (Dow Jones)
Gea-Gewinn enttäuscht
Der Maschinenbau-Konzern Gea hat im zweiten Quartal besonders von der wachsenden Nachfrage in Asien profitiert und bei Auftragseingang und Umsatz leicht stärker zugelegt als von Analysten erwartet. Der operative und der Gewinn unter dem Strich blieben allerdings unter den Schätzungen. „Die Nachfrage nach unserer Getränke- und Nahrungsmittelprozesstechnik in Asien und dort insbesondere in China ist derzeit sehr erfreulich“, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Freitag in Bochum.
Der Bestelleingang entwickele sich im Rahmen der eigenen Erwartungen. „Falls dieser positive Trend nicht von neuen weltwirtschaftlichen Turbulenzen gebremst wird, sollten wir den geplanten Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro erreichen“, sagte Oleas und bekräftige damit den Jahresausblick. Der Auftragseingang wuchs um 12,7 Prozent auf 1,167 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 13,5 Prozent auf 1,065 Milliarden zu. Vor Zinsen und Steuern verdiente Gea 56,7 Millionen Euro und damit etwas weniger als im Vorjahr. Unter dem Strich waren es mit 28,8 Millionen Euro ebenfalls weniger als im Vorjahreszeitraum. (dpa-AFX)
Conergy wendet Insolvenz zunächst bis Weihnachten ab
Das Solarunternehmen Conergy hat sich im Tauziehen um eine Kreditverlängerung mit den finanzierenden Banken geeinigt. Zumindest bis kurz vor Weihnachten dieses Jahres muss das Unternehmen die Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe nicht zurückzahlen, wie es am Donnerstag mitteilte.
Grundsätzlich wurden die Kredite bis Ende 2011 verlängert. Dies betrifft ein Darlehen von 250 Millionen Euro sowie eine nach Bedarf auszuschöpfende Bürgschaftslinie von 200 Millionen Euro. Dazu kommen noch über 56 Millionen Euro, die das Unternehmen für einen zweiten Kredit schuldet. Am Ende des ersten Quartals verzeichnete Conergy Finanzschulden in Höhe von 341 Millionen Euro. Bei einer Fälligstellung jetzt hätte dem Unternehmen die Insolvenz gedroht.
Bestandteil der Verlängerung ist jedoch eine Klausel zur Überprüfung der Finanzstruktur. Dies soll eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft übernehmen. Sollten die Prüfer feststellen, dass eine Stärkung der Kapitalbasis nötig ist, werden gemeinsam mit den Gläubigern Möglichkeiten zur Anpassung der Passivseite erarbeitet. Im Gespräch sind laut Finanzkreisen für diesen Fall der Tausch von Fremd- in Eigenkapital, ein Abschlag auf die Schuldensumme oder eine Kapitalerhöhung als denkbare Möglichkeiten. (Dow Jones)
Bußgeld für Citigroup wegen Täuschung der Aktionäre
Die Citigroup muss sich wegen der Irreführung ihrer Aktionäre verantworten. In einem Vergleich mit der Börsenaufsicht SEC zahlt die Großbank 75 Millionen Dollar. Die SEC sieht es als erwiesen an, dass die Citigroup im Jahr 2007 ihr Engagement in die riskanten zweitklassigen Hypothekenpapiere bewusst schöngeredet hat, um bei den Anlegern besser dazustehen. Nach außen hin habe die Citigroup von einem Engagement in sogenannte Subprime-Papiere von 13 Milliarden Dollar gesprochen, tatsächlich seien es aber mehr als 50 Milliarden Dollar gewesen.
Die SEC belangte wegen der krassen Fehlinformationen auch zwei Citigroup-Manager direkt: den damaligen Finanzchef Gary Crittenden, der 100.000 Dollar zahlen muss, und den damaligen Chef der Finanzmarkt-Kommunikation, Arthur Tildesley, der 80.000 Dollar ärmer wird. Weder die Bank noch die Mitarbeiter gaben in dem Vergleich aber eine Schuld zu. (dpa-AFX)
Höhere Risikovorsorge drückt Gewinn der Erste Group Bank
Die Erste Group Bank hat im zweiten Quartal wegen einer höheren Risikovorsorge weniger Gewinn gemacht. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten lag bei 216,7 (Vorjahreszeitraum: 260) Millionen Euro, wie die österreichische Bank am Freitag mitteilte. Damit blieb das Institut hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die im Schnitt mit einem Überschuss von 223 Millionen Euro gerechnet hatten.
Die Kreditrisikovorsorge stieg binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 553 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 stiegen sie vor allem wegen höherer Dotierungen im Großkundengeschäft um 4,1 Prozent. Eine allmähliche Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds habe aber positive Auswirkungen auf die Kreditqualität, erklärte die Bank. Für das Jahr 2010 rechnet die Erste daher mit einer Risikovorsorge auf Vorjahresniveau.
Mit Ausnahme der Ukraine und Serbiens schrieb die Bank in allen Ländern schwarze Zahlen. Stabile Zinsspannen in allen Regionen sowie ein anhaltendes Kreditwachstum hätten im zweiten Quartal zu einer Steigerung im Zinsgeschäft auf 1,36 (1,28)
Milliarden Euro geführt. Den Provisionsüberschuss bezifferte die Bank mit 493,5 (443,6) Millionen Euro, das Handelsergebnis mit 98,8 (199,3) Millionen Euro. (Reuters)
Renault steigert Umsatz im ersten Halbjahr um fast ein Viertel
Der französische Autohersteller Renault hat seinen Umsatz in der ersten Jahreshälfte um fast ein Viertel auf rund 19,7 Milliarden Euro gesteigert. Der operative Gewinn vor Sonderposten belief sich auf 780 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Unter dem Strich fuhren die Franzosen demnach 823 Millionen Euro ein. Am Vortag hatte die japanische Renault-Tochter Nissan Zahlen vorgelegt: Dank florierender Geschäfte auf dem chinesischen Markt konnte Nissan seinen Betriebsgewinn verzehnfachen und erzielte mit umgerechnet knapp 1,5 Milliarden Euro sein bestes Quartalsergebnis seit mehr als zwei Jahren. (Reuters)
Samsung Electronics erneut mit Rekordgewinn
Dank der robusten Nachfrage nach Chips und Fernsehern hat der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics im zweiten Quartal in Folge einen Rekordgewinn erzielt. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal 2010 im Jahresvergleich um 83 Prozent auf 4,28 Billionen Won (etwa 2,8 Milliarden Euro). Das teilte der weltweit größte Produzent von Speicherchips, LCD-Flachbildschirm-Fernsehern sowie die Nummer zwei des Handy-Marktes am Freitag mit. Der Umsatz legte konzernweit um 17 Prozent auf 37,89 Billionen Won zu.
Samsung profitiert vor allem von der Erholung in der Computerindustrie und der starken Nachfrage nach Unterhaltungselektronik. Das hat die Preise für Schlüsselkomponenten wie Computerchips und LCD-Panels für Fernsehgeräte in die Höhe getrieben. (dpa)
Amgen senkt Umsatzprognose für 2010
Der weltgrößte Biotech-Konzern Amgen hat seine Umsatzprognose für 2010 wegen des schwächeren Euro leicht gesenkt. Das amerikanische Unternehmen rechnet nach Angaben vom Donnerstag nun noch mit Erlösen von etwas weniger als 15,1 Milliarden Dollar. Bisher hatte Amgen einen Umsatz von mindestens 15,1 Milliarden Dollar erwartet. Zugleich bekräftigte Amgen seine Erwartungen eines bereinigten Gewinns am unteren Ende einer Spanne von 5,05 bis 5,25 Dollar je Aktie für das Gesamtjahr.
Im abgelaufenen zweiten Quartal ging das Nettoergebnis zurück auf 1,2 Milliarden Dollar von 1,27 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie vor Sonderposten belief sich auf 1,38 Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 1,30 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls leicht über den Markterwartungen. Allerdings blieben die Umsätze bei einigen der wichtigsten Produkte des Konzerns hinter den Erwartungen zurück. Die Amgen-Aktie legte nachbörslich elf Cent auf 53,48 Dollar zu. (Reuters)
Island droht Herabstufung durch Moody's
Island droht eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf Ramschstatus. Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für die Bonität des hoch verschuldeten Inselstaates am Donnerstag auf negativ und begründete dies unter anderem mit dem ungelöstem Streit um die Rückzahlung ausländischer Sparguthaben. Die Agentur bewertet den EU-Beitrittskandidaten derzeit mit Baa3 - eine Stufe über Ramschstatus. Diese Note könnte Island nun in den kommenden anderthalb Jahren verlieren. (Reuters)
Saint-Gobain übertrifft mit Halbjahresumsatz Markterwartungen
Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain hat im ersten Halbjahr seinen Umsatz höher als vom Markt erwartet gesteigert und die Ziele für das Gesamtjahr 2010 bekräftigt. Die Erlöse seien um 4,3 Prozent auf 19,529 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in Paris mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 19,067 Milliarden Euro gerechnet. Beim Überschuss, der von 128 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 501 Millionen Euro gestiegen ist, blieb Saint-Gobain jedoch hinter der Konsensschätzung von 533 Millionen Euro zurück. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem deutlich steigenden Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). (dpa-AFX)
Enel hebt Prognose an
Der italienische Energiekonzern Enel hat nach einem zweistelligen Ergebnisplus im ersten Halbjahr die Prognose für 2010 angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde voraussichtlich die bisherige Prognose von 16 Milliarden Euro übertreffen, teile das größte italienische Energieunternehmen am Donnerstag in Rom mit. Enel steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten um 22,3 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro, das Ebitda legte um 11,8 Prozent auf 8,88 Milliarden Euro zu - positiv wirkte sich die erstmals volle Konsolidierung der spanischen Endesa aus. (dpa-AFX)
Amerikanische Regierung verklagt Oracle wegen Betrugs
Das amerikanische Justizministerium hat den Softwarekonzern Oracle wegen mutmaßlichen Betrugs verklagt. Der SAP-Konkurrent habe Regierungsstellen bei zwischen 1998 und 2006 laufenden Software-Verträgen nicht wie abgemacht über Preisnachlässe informiert, teilte das Ministerium am Donnerstag zur Begründung mit. Dadurch seien der Regierung schlechtere Konditionen als Geschäftskunden erwachsen. Die Verträge hatten ein Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar. (Reuters)
KLA Tencor kehrt in die Gewinnzone zurück
Der amerikanische Chipausrüster KLA Tencor schreibt wieder schwarze Zahlen. Der Nettogewinn betrug im vierten Geschäftsquartal 113 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach amerikanischen Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 26 Millionen Dollar in den Büchern. Mit einem bereinigten Gewinn von 70 Cent je Aktie übertraf die Firma die Markterwartungen um zehn Cent. Den Umsatz verdoppelte KLA Tencor binnen Jahresfrist nahezu. Die Erlöse beliefen sich auf 559,4 Millionen Dollar und lagen damit leicht über den Schätzungen. Das Unternehmen hatte die wichtigsten Kennzahlen des abgelaufenen Quartals bereits vorab bekanntgegeben. KLA Tencor-Aktien notierten daher nach Veröffentlichung der Zahlen nahezu unverändert. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Deflation in Japan hält an
Japan steckt weiter in einer hartnäckigen Deflation. Die Lebenshaltungskosten für die japanischen Verbraucher sanken im Juni den 16. Monat in Folge. Die Verbraucherpreise gingen in der Kernberechnung um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie das Statistikbüro der Regierung am Freitag berichtete. Volkswirte hatten ein Minus von 1,1 Prozent erwartet. Die Bank of Japan (BoJ) achtet für die Bestimmung ihrer Geldpolitik besonders auf die Kernrate. Der Gesamtindex der Verbraucherpreise in Japan sank im Juni auf Jahressicht um 0,7 Prozent.
Beobachter sagten, der Abwärtstrend der Preise habe sich in jüngster Zeit zwar verlangsamt, was darauf hindeute, dass die stetige Erholung der Wirtschaft die Nachfrage stärke. Doch einige Experten befürchten, dass die Deflation wegen eines starken Yen anhalten wird, da die japanische Landeswährung von der wirtschaftlichen Unsicherheit in Europa und den Vereinigten Staaten gestützt wird.
Die japanische Industrieproduktion ist im Juni nach vorläufigen Angaben unerwartet gesunken, teilweise verursacht von einer rückläufigen Fertigung von Automobilen und elektronischen Geräten. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag berichtete, ging die Produktion saisonbereinigt und gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent zurück. Ökonomen hatten mit einer kleinen Wachstumsrate von 0,1 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat gab es ein nicht saisonbereinigtes Plus von 17,0 Prozent.
Die Arbeitslosenquote in Japan ist im Juni saisonbereinigt auf 5,3 Prozent gestiegen, nachdem sie im Vormonat bei 5,2 Prozent gelegen hatte. Wie die Statistikbehörde der Regierung am Freitag mitteilte, fiel die Gesamtzahl der arbeitslosen Personen in Japan allerdings auf Jahressicht um 40.000 auf 3,44 Millionen. Zugleich verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen um 200.000 auf 62,80 Millionen. Beobachter sagten, viele Unternehmen zeigten sich angesichts der ökonomischen Unsicherheit sehr zögerlich bei der Einstellung von neuem Personal, weshalb eine durchgreifende Verbesserung am Arbeitsmarkt unwahrscheinlich sei.
Die Kfz-Produktion in Japan ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 25,9 Prozent auf 861.045 Fahrzeuge gestiegen. Damit hat die Produktion den achten Montag in Folge zugenommen. Wie der Herstellerverband (JAMA) am Freitag weiter mitteilte, hat sich die Inlandsnachfrage auf Jahressicht um 17,4 Prozent auf 448.831 Einheiten erhöht. Die Exporte sind um 38,7 Prozent auf 445.387 Fahrzeuge gestiegen.
Die Kfz-Exporte sind im Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38,7 Prozent auf 445.387 gestiegen. Dies teilte der Verband der japanischen Automobilhersteller am Freitag mit. Damit wurde den sechten Monat in Folge ein Anstieg verzeichnet. (Dow Jones)
Fed-Mitglied befürchtet „japanische Entwicklung“
James Bullard, Mitglied des Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank, warnt vor einer wirtschaftlichen Stagnation der Vereinigten Staaten, wie sie Japan in den 90er Jahren erlebte. Ein Ausweg aus der Deflation sei problematisch. Um einer sich selbst verstärkenden Spirale aus fallenden Preisen, gelähmten Unternehmen und sich immer weiter verlangsamendem Wachstum zu entkommen, sollten sich die Vereinigten Staaten nach Auffassung Bullards wieder auf Maßnahmen besinnen, wie sie zur Bekämpfung der Finanzkrise getroffen wurden. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte die Notenbank hunderte Milliarden Dollar in die Märkte und das Bankensystem gepumpt. (AFP)
Britisches GfK-Konsumklima trübt sich im Juli erneut ein
Die Zuversicht der britischen Verbraucher hat im Juli weiter abgenommen, was vor allem an einer skeptischeren Beurteilung der zukünftigen Konjunkturentwicklung lag. Der vom Marktforscher GfK NOP berechnete Konsumklimaindex fiel auf minus 22 Punkte von minus 19 im Juni, wie die Gesellschaft am Freitag mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für Juli mit einem leichteren Rückgang auf minus 20 Zähler gerechnet. Es war der fünfte Indexrückgang in Folge.
„Da die Stimmungsindikatoren normalerweise eine gute Vorhersage für die Wirtschaftsentwicklung in ein paar Monaten liefern, erscheint durch den anhaltenden Rückgang des Index eine 'Double Dip'-Rezession mit jedem Monat wahrscheinlicher“, sagte GfK-Analyst Nick Moon. Die Konsumenten seien wohl über die Sparpläne der britischen Regierung und deren Auswirkungen auf die weitere Wirtschaftsentwicklung besorgt. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |