Home
http://www.faz.net/-gv6-15b11
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau Chinas Wirtschaftswachstum statistisch robust

 ·  Ebay steigert Gewinn leicht, Starbucks profitabler, Ahold steigert Umsatz um 3,4 Prozent, Hynix mit Gewinn, Logitech steigert Gewinn deutlich, AT&S - belastet von Einmaleffekten, MGM - durch Insolvenz attraktiver?, China: Wirtschaftswachstum von 10,7 Prozent - Inflation zieht an- Notenbank strafft Geldpolitik, USA: Schuldenobergrenze soll erhöht werden, Kreise - Obama will gegen Großbanken in die Offensive gehen, Weltbank: Wirtschaft erholt sich nur langsam

Artikel Lesermeinungen (0)

Unternehmen

Ebay steigert Gewinn unterdurchschnittlich zum Umsatz

Das Internet-Auktionshaus Ebay hat im entscheidenden Weihnachtsquartal unerwartet viel verdient. Dank des starken Wachstums bei seinem Bezahldienst PayPal stellte der Konzern auch für das neue Jahr einen unerwartet hohen Gewinn in Aussicht. Branchenexperten sprachen von einer Wende bei der Neuausrichtung im Kampf gegen Amazon und andere Online-Einzelhändler. Im nachbörslichen Handel schoss die Ebay-Aktie um acht Prozent in die Höhe. Der Überschuss sei auf 1,4 Milliarden Dollar von 367 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum geklettert, teilte Ebay am Mittwoch nach amerikanischem Börsenschluss mit. Auf bereinigter Basis betrug das Nettoergebnis 44 Cent je Aktie und lag damit um zehn Prozent höher als an der Börse erwartet. Der Umsatz erhöhte sich um rund 16 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar. PayPal legte hier um 28 Prozent zu und sorgte damit für über ein Drittel der Einnahmen.

Kaffeehauskette Starbucks steigert Gewinn - Aktie im Plus

Die Rückkehr spendierfreudiger Verbraucher und harte Einschnitte haben der Kaffeehauskette Starbucks zu einem kräftigen Gewinnsprung verholfen. Der Überschuss sei im abgelaufenen Vierteljahr auf 241,5 Millionen Dollar von 64,3 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum geklettert, teilte das amerikanische Unternehmen am Mittwoch mit. Ohne Sonderposten verdiente der Konzern 33 Cent je Aktie. Damit übertraf Starbucks die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 28 Cent. Die Starbucks-Aktie legte nachbörslich etwa drei Prozent zu. Die Kaffeehauskette hatte sich in den vergangenen Monaten mit Stellenstreichungen, Kosteneinsparungen und der Schließung von weltweit mehr als 900 Filialen gegen die Finanzkrise gestemmt. In der Rezession hatten immer weniger Menschen Geld für hochwertige Kaffee-Spezialitäten ausgegeben. Stärkster Konkurrent für Starbucks ist die Fast-Food-Kette McDonald's. (Reuters)

Ahold steigert Umsatz um 3,4 Prozent

Der niederländische Einzelhandelskonzern Royal Ahold konnte die Erlöse im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres im Vergleich mit dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro steigern. Preissenkungen hätten die Kunden in die amerikanischen Filialen Stop & Shop gelockt, heißt es. Auf vergleichbarer Basis - flächenbereinigt - konnten die Umsätze dort jedoch nur um ein Prozent gesteigert werden. In den Niederlanden stiegen die Erlöse der Supermarktkette Albert Heijn auf vergleichbarer Basis um 1,2 Prozent. (Bloomberg)

Hynix mit Gewinn

Der südkoreanische Halbleiterhersteller Hynix hat dank der Branchenerholung im vierten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Für die drei Monate per Ende Dezember wies die Hynix Semiconductor Inc am Donnerstag einen Nettogewinn von 657 Milliarden Won (umgerechnet 577 Millionen Dollar) bei einem Umsatzplus von 85 Prozent auf 2,80 Billionen Won aus. Operativ wurden 708 Milliarden Won verdient. In der Vorjahresperiode musste Hynix noch einen Nettoverlust von 1,69 Billionen Won und einen Betriebsverlust von 802 Milliarden Won bilanzieren. „Seitdem die Weltwirtschaft in eine Phase der Erholung eingetreten ist, rechnen wir mit einem weiteren Wachstum der Chip-Nachfrage“, sagte Hynix-CFO Kim Min-chul während einer Telefonkonferenz. Die Preise hätten sich in den vergangenen drei Monaten erholt. So legte der Durchschnittspreis bei den DRAM-Chips im Schlussquartal um 26 Prozent zu. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres, traditionell das Schwächste bei den Halbleiterproduzenten, dürfte der Durchschnittspreis für DRAM-Chips nach Einschätzung von Kim prozentual im einstelligen mittleren Bereich fallen. Auf Gesamtjahressicht sieht er aber dann wieder einen Anstieg im einstelligen mittleren Prozentbereich. Für die NAND-Speicherchips, die vor allem in Digitalkameras und MP3-Playern eingesetzt werden, rechnet der Manager mit einem Preisrückgang in einer Spanne von 14 Prozent bis 17 Prozent in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Im Gesamtjahr könnte der Preis sogar um 30 Prozent sinken, fügte er hinzu. Hynix ist der nach Umsatz zweitgrößte Chiphersteller weltweit nach Samsung Electronics. Am Mittwoch hatten bereits die Wettbewerber Nanya Technology und Inotera Memories für die vergangenen drei Monate wieder schwarze Zahlen berichtet. Insgesamt hatte die Halbleiterbranche im Jahr 2009 den schlimmsten Umsatzrückgang in ihrer Geschichte zu beklagen. Nach Einschätzung von Marktforschungsinstituten lag der Rückgang bei 11 Prozent. Für das laufende Jahr gehen Beobachter von einem erneuten Aufschwung für Chip-Hersteller aus. Der Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA) geht von einem Umsatzzuwachs von 10 Prozent aus. 2011 soll das Wachstum noch einmal 8 Prozent erreichen. (Dow Jones Newswires)

Logitech steigert Gewinn deutlich

Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehörhersteller Logitech hat seinen Gewinn überraschend deutlich gesteigert. In dem wichtigen Weihnachtsquartal verdiente das Unternehmen nach Angaben vom Mittwoch (Ortszeit) netto 57 Millionen Dollar nach 40 Millionen Dollar vor einem Jahr. Branchenexperten hatten Logitech im Schnitt lediglich einen Gewinn von 47 Millionen Dollar zugetraut. Der Konzern äußerte sich zudem zuversichtlich zu den Aussichten für das Jahresanfang und stellte zweistellige Wachstumsraten und ein kräftiges Gewinnplus in Aussicht. Das abgelaufene Quartal sei ein Wendepunkt in den Bemühungen des Konzerns, gestärkt aus der Wirtschaftsflaute herauszutreten, erklärte Firmenchef Gerald Quindlen. Der Umsatz sank im abgelaufenen Vierteljahr zwar um zwei Prozent auf 617 Millionen Dollar, war damit jedoch ebenfalls höher als erwartet. Für den Jahresanfang prognostizierte Logitech einen Umsatz zwischen 500 und 515 Millionen Dollar. (Reuters)

AT&S - belastet von Einmaleffekten

Das dritte Quartal 2009/10 zählt bei AT&S zu den profitabelsten seit dem Rekordjahr 2000/01. Bei einem Umsatz von 101,2 Millionen Euro wurde ein Betriebsergebnis von 13,5 Millionen Euro erzielt, was einer Ebit-Marge von 13,4 Prozent entspricht. Durch die Restrukturierung des Standorts Leoben-Hinterberg und ein AT&S weites Kostensenkungsprogramm wurde die Kostenbasis in den letzten 12 Monaten deutlich verringert: Bei einem um 15,9 Millionen Euro geringeren Umsatz als im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres stieg das Betriebsergebnis exklusive Einmalaufwendungen im Quartalsvergleich um Euro 6,0 Millionen. Das Ziel, im laufenden Geschäftsjahr ein ausgeglichenes Betriebsergebnis (exklusive Einmaleffekte) zu erreichen, wurde schon im dritten Quartal übertroffen. Der Wert für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres ist bereits mit Euro 4,8 Millionen positiv. Inklusive Einmaleffekte beträgt das Betriebsergebnis aber minus 31,8 Millionen Euro. Das Eigenkapital konnte im abgelaufenen Quartal von 173,5 Millionen auf 189,3 Millionen Euro gesteigert werden. Der Buchwert pro Aktie beträgt somit 8,1 Euro. Die Nettoverschuldung konnte seit Beginn des Geschäftsjahres um 15,5 Millionen Euro reduziert werden. Aufgrund des durch Restrukturierungsaufwendungen und Währungseffekte gesunkenen Eigenkapitals stieg aber der Verschuldungsgrad auf 83,9 Prozent. (Ad-hoc)

Kreise - MGM könnte Attraktivität durch Insolvenz steigern

Die zum Verkauf stehende Filmfirma Metro-Goldwyn-Mayer erwägt Kreisen zufolge eine geordnete Insolvenz, um sich für potenzielle Käufer attraktiver zu machen. MGM könnte über das Insolvenzverfahren unter anderem Verbindlichkeiten abbauen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang hätten viele Medienunternehmen - darunter Time Warner und Lions Gate Entertainment - und mehrere Beteiligungsgesellschaften Gebote für das berühmte Hollywood-Studio abgegeben, allerdings nicht alle zwölf Empfänger des Geheimhaltungsabkommens von Ende vergangenen Jahres. Die Anfangsofferten hätten allesamt unter zwei Milliarden Dollar gelegen, sagten die Personen weiter. MGM kämpft mit einer Schuldenlast von fast vier Milliarden Dollar. Das Filmstudio hatte Mitte November erklärt, einen Verkauf zu prüfen. (Reuters)



Wirtschaft

Chinas Wirtschaftswachstum beschleunigt sich auf 10,7 Prozent

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich am Jahresende erneut deutlich beschleunigt. Nach offiziellen Angaben vom Donnerstag nahm die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik im vergangenen Vierteljahr um 10,7 Prozent zu. Volkswirte hatten der chinesischen Wirtschaft im Schnitt im Jahresvergleich sogar eine Zunahme von 10,9 Prozent zugetraut. In den drei Monaten zuvor hatten das Bruttoinlandsprodukt lediglich um knapp neun Prozent zugelegt. Im Gesamtjahr belief sich damit das Wachstum auf 8,7 Prozent. (Reuters)

Chinas Inflation zieht auch im Dezember an

Die Lebenshaltungskosten für die chinesischen Verbraucher haben sich im Dezember den zweiten Monat in Folge auf Jahressicht erhöht, während es zuvor neun Monate in Folge zu Rückgängen gekommen war. Wie die nationale Statistikbehörde am Donnertag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent zum Vorjahr und damit etwas stärker als von Ökonomen erwartet. Volkswirte hatten nur mit einer Inflationsrate von 1,7 Prozent gerechnet. Die Erzeugerpreise erhöhten sich im Dezember binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent, was den ersten Anstieg nach zwölf Monaten mit Rückgängen markierte. Im November waren die Produzentenpreise um 2,1 Prozent gefallen. Volkswirte hatten für Dezember nur einen Anstieg um 0,5 Prozent veranschlagt. Im Gesamtjahr 2009 sind die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent und die Erzeugerpreise um 5,4 Prozent gefallen. (Dow Jones Newswires)

Chinas Notenbank setzt Straffung der Geldpolitik fort

Die chinesische Zentralbank setzt ihren Kurs der geldpolitischen Straffung fort. Am Donnerstag erhöhte People's Bank of China (PBoC) die Rendite für dreimonatige Schatzwechsel auf 1,4088 Prozent, das veräußerte Volumen betrug 90 Milliarden Yuan. Eine Woche zuvor hatte die Rendite 1,3684 Prozent betragen. In den vergangenen Wochen hat die PBoC begonnen, ihre Geldpolitik allmählich zu straffen und neben den Schatzwechselrenditen auch die Mindestreserve für die Geschäftsbanken erhöht. Die chinesische Wirtschaft hat im vierten Quartal 2009 wieder eine zweistellige Wachstumsrate erzielt und damit die Erholung von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise fortgesetzt. Allerdings ist die mittlerweile drittgrößte Volkswirtschaft der Welt einem zunehmenden Inflationsdruck ausgesetzt und mit der Gefahr einer Vermögenspreisblase insbesondere an den Immobilien- und Aktienmärkten konfrontiert. (Dow Jones Newswires)

Vereinigten Staaten wollen „Schuldenbremse“ weiter nach oben drehen

Das amerikanische Präsidialamt hat den Kongress aufgefordert, die erst im Dezember festgesetzte Schuldenobergrenze von 12,4 Billionen Dollar weiter hochzuschrauben. Damit solle sichergestellt werden, dass die Regierung reibungslos weiterarbeiten könne und die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten nicht infrage gestellt werde, erklärte das Präsidialamt am Mittwoch. Die Demokratische Partei von Präsident Barack Obama will den Betrag rasch um 1,9 Billionen Dollar anheben, um so das Thema aus dem anlaufenden Wahlkampf herauszuhalten. „Wir waren im Restaurant, wir haben gegessen. Und nun müssen wir die Rechnung bezahlen“, sagte der Vorsitzende des Senats-Finanzausschusses, Max Baucus. Die Demokraten streben darüber hinaus an, neue Ausgaben oder Steuersenkungen durch Einsparungen gegen zu finanzieren. Die Staatsverschuldung hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Grund sind die Kriege im Irak und in Afghanistan, Steuersenkungen und die Rezession. (Reuters)

Kreise - Obama will gegen Großbanken in die Offensive gehen

Der amerikanische Präsident Barack Obama will noch am Donnerstag nach Angaben aus Finanzkreisen gegen Großbanken in die Offensive gehen. Er werde sich öffentlich für Reformen stark machen, die den Instituten teuer zu stehen kommen könnten, sagten mehrere Personen aus der Branche der Nachrichtenagentur Reuters. Obama werde sich zunächst mit dem ehemaligen Fed-Chef und seinem Berater Paul Volcker treffen und werde voraussichtlich dessen Vorschlag unterstützen, den Eigenhandel der Banken zu begrenzen. Ziel der Vorschläge Obamas wird es nach Worten eines Regierungsmitarbeiters sein, die Banken daran zu hindern, zu große Risiken einzugehen. (Reuters)

Weltbank: Wirtschaft erholt sich nur langsam

Die Weltwirtschaft erholt sich von der Krise langsamer als gedacht. In ihrer „Globalen Wirtschaftsprognose 2010“ dämpft die Weltbank die Hoffnung auf ein rasches Wachstum. Die Konsequenzen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise werden demnach voraussichtlich noch in den nächsten zehn Jahren zu spüren sein. Das Bruttonationaleinkommen steigt nach den neuen Berechnungen weltweit in diesem Jahr um 2,7 Prozent und 2011 um 3,2 Prozent. Während sich der Aufschwung in den Entwicklungsländern stabil fortsetze - mit 5,2 Prozent in diesem und 5,8 Prozent im kommenden Jahr - steige das Bruttonationaleinkommen in den Industrieländern nach den Prognosen dieses Jahr lediglich um 1,8 Prozent und 2011 voraussichtlich um 2,3 Prozent. Es war im vergangenen Jahr infolge der Krise um 3,3 Prozent geschrumpft. Das Welthandelsvolumen wird nach den neuen Schätzungen in diesem Jahr um 4,3 Prozent zulegen, nachdem es 2009 rapide abgenommen hatte, nämlich um 14,4 Prozent. „Wir können nach dieser tiefen und schmerzlichen Krise keine Gesundung über Nacht erwarten“, sagte Weltbank-Chefökonom, Justin Lin. „Es wird viele Jahre dauern, bis die Wirtschaften wiederaufgebaut und Jobs geschaffen werden. Die Armen zahlen die Zeche.“ (dpa-AFX)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen.

Quelle:
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Finanzmärkte aktuell
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Wertpapiersuche