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Medienschau Bundesregierung will Banken notfalls zerschlagen

24.03.2010 ·  Wacker Chemie will wieder wachsen, Q-Cells wieder mehr als eine Milliarde Euro Umsatz machen. Kontron hält trotz Gewinnrückgang die Dividende stabil, Adobe übertrifft die Erwartungen, Constantin Medien verdient 2009 mehr als erwartet.

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Unternehmen

Wacker Chemie will dank Erholung wieder wachsen

Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie sieht sich weiter auf Erholungskurs und will beim Umsatz wieder zulegen. Für das laufende Jahr werde mit einem Konzernumsatz von mehr als vier Milliarden Euro gerechnet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wie bereits bekannt, sank der Umsatz im abgelaufenen Jahr auf 3,72 Milliarden Euro von 4,3 Milliarden im Vorjahr. Unter dem Strich rutschte Wacker deutlich ins Minus und verbuchte nach einem Gewinn von 438,3 Millionen Euro einen Verlust von 74,5 Millionen. Für das laufende Jahr soll der Jahresüberschuss nun „deutlich positiv ausfallen“. Die Dividende soll um ein Drittel auf 1,20 Euro gekürzt werden. (dpa-AFX)

Q-Cells will wieder mehr als eine Milliarde Euro Umsatz machen

Nach einem hohen Verlust und einem Umsatzeinbruch im Jahr 2009 will das angeschlagene Solarunternehmen Q-Cells im laufenden Jahr die Trendwende schaffen. Der neue Vorstandsvorsitzende Nedim Cen stellte am Mittwoch einen Umsatz von 1 bis 1,2 Milliarden Euro in Aussicht. Im vergangenen Jahr hatte Q-Cells aufgrund des Preisverfalls in der Branche einen Rückgang um ein Drittel auf 802 Millionen Euro hinnehmen müssen. Zugleich will Q-Cells sein operatives Ergebnis „signifikant“ verbessern. 2009 verbuchte das Unternehmen vor Zinsen und Steuern einen Verlust von 486 Millionen Euro nach einem Gewinn von 205 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stand sogar ein Fehlbetrag von knapp 1,4 Milliarden Euro. Insbesondere im ersten Halbjahr erwartet Q-Cells ein deutliches Wachstum des europäischen Marktes. (dpa-AFX)

Kontron hält trotz Gewinnrückgang Dividende stabil

Der Minicomputer-Hersteller Kontron hat im vergangenen Jahr weniger verdient. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank von 46,9 auf 30,1 Millionen Euro, wie das im TecDax notierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Unterm Strich fiel der Überschuss von 34,9 auf 21,9 Millionen Euro. 2010 werde ein Konsolidierungsjahr, hieß es. Der derzeit hohe Auftragsbestand werde sich im zweiten Halbjahr positiv niederschlagen. (dpa-FAX)

Adobe übertrifft Erwartungen

Der Software-Anbieter Adobe hat dank der Wirtschaftsaufhellung und den damit verbundenen höheren Investitionsausgaben von Unternehmen mehr verdient als erwartet. Im ersten Quartal habe der Gewinn je Aktie ohne Sonderposten 40 Cent betragen, teilte der Hersteller von Programmen wie Flash, Photoshop und Acrobat Reader am Dienstag nach amerikanischen Börsenschluss mit. Analysten hatten lediglich mit einem Überschuss je Anteilsschein von 37 Cent gerechnet. Der Umsatz stieg in dem am 5. März zu Ende gegangenen Quartal um neun Prozent auf 858,7 Millionen Dollar. Adobe hatte im abgelaufenen Jahr einen deutlichen Stellenabbau vorgenommen und seine Kosten reduziert.

Das kalifornische Unternehmen rechnet im zweiten Quartal mit Gewinnen je Aktie zwischen 39 und 44 Cent. Der Umsatz soll zwischen 875 und 925 Millionen Dollar erreichen, wie Adobe mitteilte. Analysten erwarteten bislang im Schnitt 860,5 Millionen Dollar. Die Adobe-Aktie stieg nachbörslich in New York um mehr als vier Prozent. (Reuters)

Constantin Medien verdient 2009 mehr als erwartet

Die Constantin Medien AG hat 2009 dank eines Sonderertrags mehr verdient als erwartet. Das auf die Anteilseigner entfallende Konzernergebnis 2009 liege voraussichtlich bei 8,7 Millionen Euro beziehungsweise bei 0,12 Euro je Aktie, teilte Constantin Medien am Dienstagabend mit. Constantin Medien hatte mit einem Konzernergebnis von 3,1 Millionen Euro bis 5,1 Millionen Euro beziehungsweise 0,04 bis 0,06 Euro je Aktie gerechnet. Für das laufende Jahr stellt der Konzern allerdings einen Verlust in Aussicht.

Der Umsatz 2009 werde voraussichtlich mit rund 511 Millionen Euro leicht über dem Zielwert von 500 Millionen Euro liegen, hieß es von dem SDax-Unternehmen weiter. Als Grund für das Übertreffen der Zielvorgabe beim Konzernergebnis nannte der Konzern einen Ertrag aus den beiden Vergleichen mit zwei D&O-Versicherungsgesellschaften. Diese beiden Vergleiche standen im Zusammenhang mit Schadenersatzklagen gegen frühere Organmitglieder der Rechtsvorgängerin EM.TV & Merchandising AG. Ohne Berücksichtigung dieses Ertrags hätte der Konzern, wie angekündigt, mit einem Fehlbetrag im „deutlich zweistelligen Millionenbereich“ abgeschlossen.

Für 2010 geht Constantin Medien im Segment Sport derzeit von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. Der Constantin-Vorstand rechnet derzeit für das Jahr 2010 mit einem auf die Anteilseigner entfallenden Konzernverlust in einer Spanne von 12 Millionen Euro bis 14 Millionen Euro. Der Konzernumsatz soll 440 bis 460 Millionen Euro betragen. (Dow Jones)

Deutsche-Bank-Mitarbeiter in London wegen Insider-Handels festgenommen

Sechs Männer, darunter angeblich auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bank, sind in London wegen möglichen Insider-Handels festgenommen worden. Die britische Finanzaufsicht FSA teilte am Dienstag mit, bislang habe es eine derartig große Aktion noch nicht gegeben. Es handelt sich vermutlich um einen seit längerem operierenden Ring. Die FSA erklärte lediglich, unter den Männern seien zwei hochrangige Banker von „führenden Instituten“ in der Londoner City sowie ein Hedge-Fonds-Manager. Medien berichteten derweil, dass einer der Verdächtigen von der Deutschen Bank ist. Ein Sprecher der Bank sagte der britischen Nachrichtenagentur PA am Abend: „Wir kooperieren in dem Fall mit den Behörden.“ Laut einem Bericht des Senders BBC ist unter den Festgenommenen auch ein Mitarbeiter des Hedge Fonds Moore Capital sowie einer der französischen Bank BNP Paribas. (dpa-AFX)

Deutsche Börse verschärft ihren Sparkurs

Die Deutsche Börse verschärft ihren Sparkurs und streicht dazu 370 Arbeitsplätze vor allem in Frankfurt und Luxemburg. Zwei Drittel der Stellen sollen am Standort Prag wieder aufgebaut werden, wie der Dax-Konzern am Dienstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung in Frankfurt mitteilte. Bis zum Jahr 2013 sollen die jährlichen Kosten dadurch um weitere 100 Millionen Euro pro Jahr sinken. Zusammen mit den bereits angekündigten Sparmaßnahmen sollen sich die Einsparungen dann auf 150 Millionen Euro belaufen. Die Aktie des Konzerns reagierte im nachbörslichen Handel nicht auf die Neuigkeiten. Die Kosten für das erweiterte Sparprogramm sollen den Angaben zufolge weniger als 200 Millionen Euro betragen. (dpa-AFX)

Kreditbranche will Gebühren an Geldautomaten deckeln

Eine einheitliche Obergrenze für die Gebühren an fremden Geldautomaten rückt laut einem Pressebericht näher. Nach Informationen der „Welt“ (Mittwoch) haben sich die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft grundsätzlich darauf verständigt, an allen 55.000 Automaten im Land den Kunden anderer Institute einen einheitlichen Betrag in Rechnung zu stellen. Wo die Gebührengrenze liegen werde, sei allerdings noch offen, berichtet die Zeitung. Um die Transparenz zu erhöhen, sollen die Kunden direkt am Automaten erfahren, welche Gebühr verlangt wird.

Die Kreditbranche will einer gesetzlichen Regelung entgehen, die freiwillige Selbstverpflichtung soll aber zeitlich begrenzt sein. Bis Mitte April soll es mehr Klarheit geben. Die Gebühren an Geldautomaten sollen künftig niedriger ausfallen. (dpa-AFX)

Vereinigte Staaten bezichtigen Daimler der Korruption

Daimler steht in den Vereinigten Staaten wegen Korruption am Pranger. Nach jahrelangen Ermittlungen hat das amerikanische Justizministerium den Stuttgarter Autobauer am Dienstag angeklagt. Über zehn Jahre hinweg soll der Konzern in mindestens 22 Ländern gegen amerikanische Gesetze verstoßen haben, um sich lukrative Aufträge zu sichern. Nach Informationen der Deutschen Press-Agentur dpa hat sich Daimler bereits mit den Behörden auf eine Strafzahlung geeinigt, um das Verfahren schnell ad acta legen zu können. Der Autobauer muss demnach um die 185 Millionen Dollar berappen. Die eine Hälfte des Geldes soll dabei an das Justizministerium fließen, die andere an die Börsenaufsicht SEC. Der zuständige Richter muss dem Vergleich aber noch zustimmen. Ein Daimler-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Der Anklageschrift nach hat der deutsche Konzern über verschiedene Wege Schmiergelder an ausländische Regierungsmitarbeiter gezahlt. Sie seien als Kommissionen, spezielle Rabatte oder „nützliche Aufwendungen“ getarnt gewesen. Millionenbeträge seien auf diese Weise unter anderem an Beamte in China, Russland, Ägypten, Griechenland, der Türkei geflossen. (Reuters)

WTO fordert EU zum Stopp von Subventionen für Airbus auf

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat die Europäische Union zur Beendigung illegaler Beihilfen für den Flugzeugbauer Airbus aufgefordert. Dies geht aus einem mehr als 1000 Seiten umfassenden WTO-Bericht im Streit zwischen den Vereinigten Staaten und der EU um Flugzeug-Subventionen hervor. Die Vereinigten Staaten werfen der EU vor, mit den Hilfen dem amerikanischen Konzern Boeing zu schaden. Die EU, die ihrerseits die Vereinigten Staaten wegen Beihilfen verklagt hat, betonte, der WTO-Entscheid sei nur ein Teil des Streits. Es sei zu früh, um einer Seite den Sieg zuzusprechen.

Der EU-Sprecher für Handelsfragen, John Clancy, sagte, dass sich ein Gesamtbild erst mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zu der EU-Klage wegen Subventionen für Boeing ergebe. Das sei in den kommenden Monaten zu erwarten.

Laut Airbus weist der WTO-Bericht rund 70 Prozent der amerikanischen Vorwürfe zurück. Vor einer endgültigen Bewertung müssten Airbus und die EU den Abschlussbericht aber erst genau prüfen. (Reuters)

Auftragsflut überfordert Infineon

Die Kunden der Industriesparte von Infineon, darunter viele Solarhersteller, müssen laut einem Zeitungsbericht mit Wartezeiten rechnen. „Unsere Auftragsbücher sind voll, und unsere Kunden würden gerne noch schneller und mit noch mehr Produkten beliefert werden“, sagte Arunjai Mittal, Chef der Industriesparte des Chipproduzenten mit Sitz in Neubiberg, dem „Handelsblatt“ (HB - Mittwochausgabe). Zusätzliche Produktionskapazitäten sollen den Engpass bald beheben.

Vom Auftragsboom profitiert neben der Autosparte vor allem der Bereich Industrial & Multimarket, der Großkunden wie ABB, Alstom, General Electric oder Siemens beliefert. „Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen wir gerade mit Abnehmern aus der Windkraft- und Solarindustrie“, sagte Divisionsleiter Mittal. (Dow Jones)

Strauchelnde EMI kassiert Absage

Der britische Musikkonzern EMI muss weiter um sein Überleben kämpfen. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg vom Dienstag hat die rivalisierende Universal Music kein Interesse am nordamerikanischen Musikkatalog. Die befristete Abgabe der Verwertungsrechte an Stücken von den Beatles bis Pink Floyd sollte rund 400 Millionen britischen Pfund (444 Millionen Euro) einbringen.

EMI ächzt unter einem Schuldenberg von 2,5 Milliarden Pfund. Kann der Konzern seine Raten nicht pünktlich zahlen, könnten Mitte des Jahres die Schuldner die Kontrolle übernehmen, allen voran die amerikanische Bank Citigroup. Der Finanzinvestor Terra Firma hatte EMI 2007 für 4 Milliarden Pfund gekauft und die gemachten Schulden - wie bei solchen Geschäften üblich - dem Musikkonzern aufgebürdet.

EMI sucht nun händeringend nach Möglichkeiten, Bares einzunehmen. Auch der Komplettverkauf aller Musikrechte wird diskutiert. „Wenn EMI auf den Markt kommt, werden wir uns damit befassen“, sagte am Dienstag Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe. Am nordamerikanischen Musikkatalog sollen auch Sony und Warner Music interessiert sein. (dpa-AFX)


Wirtschaftsnachrichten

Bundesregierung will Banken notfalls zerschlagen

Die Bundesregierung will offenbar deutsche Großbanken, die in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, künftig notfalls zerschlagen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ - Mittwochausgabe) unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, wird derzeit an einem Vier-Punkte-Plan gearbeitet, der die rasche Sanierung und den Umbau systemrelevanter Kreditinstitute ermöglichen soll. Dabei sollen im Notfall die systemrelevanten Teile eines Finanzinstituts auf eine staatliche „Brückenbank“ übertragbar sein.

Nach den Plänen der Regierung solle zunächst das Aufsichtsrecht verschärft und um Vorschriften für einen Umbau systemrelevanter Geldhäuser ergänzt werden. Hinzu komme ein eigenes Bankeninsolvenzrecht, das für den Fall einer Schieflage ein zweistufiges Verfahren vorsieht. Lasse sich die Krise noch abwenden, solle zunächst ein Sanierungsverfahren gestartet werden, das die Probleme „durch frühes und entschiedenes Eingreifen auf der Ebene der Geschäftsführung“ beseitige, heißt es. Gehe das nicht mehr, werde ein sogenanntes „Reorganisationsverfahren“ in Gang gesetzt, berichtet die SZ weiter.

Im Extremfall solle die Bankenaufsicht die systemrelevanten Teile eines Instituts aber auch auf eine staatliche „Brückenbank“ übertragen können. Diese Brückenbank würde die entsprechenden Geschäfte fortführen, um Finanzmarktstörungen zu verhindern. Die übrigen, nicht systemrelevanten Betriebsteile würden zugleich liquidiert.

Die Punkte drei und vier des Plans sollen sich den Angaben zufolge mit der Sonderabgabe für Banken befassen, deren Einführung die Spitzen der Koalition am Sonntagabend beschlossen hatten. Beitragspflichtig seien demnach alle deutschen Kreditinstitute,
wobei die Höhe der Abgabe von der Größe, der Vernetzung, der Risikoneigung und den eingegangenen Verpflichtungen jedes Geldhauses abhänge. Das Geld fließe in einen Fonds, der bei der staatlichen Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA) angesiedelt werde. (Dow Jones)

Wende im Steuerstreit mit der Schweiz naht

Die Schweiz und Deutschland stehen im Steuerhinterziehungs-Streit offenbar kurz vor einer Einigung. An diesem Freitag werden Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein Schweizer Kollege Hans-Rudolf Merz in Berlin ein neues Doppelbesteuerungsabkommen verkünden, will das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) aus Regierungskreisen erfahren haben. „Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss“, bestätigte ein Sprecher Schäubles. Das neue Abkommen beziehe sich allerdings nicht auf alte Fälle. (Dow Jones)

Brüderle gegen Bankenabgabe für alle Institute

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich gegen die von der schwarz-gelben Koalition geplante Abgabe für alle Banken ausgesprochen. Es sollten nicht alle Geldhäuser über einen Kamm geschoren und besonders Institute mit Risikogeschäften in die Pflicht genommen werden, sagte Brüderle der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch).

Brüderle warnte vor einer Kreditklemme, wenn Banken zu stark belastet werden. Die Bundesregierung will jedoch zur Abwehr künftiger Finanzkrisen alle deutschen Geldinstitute in die Pflicht nehmen. Das geht aus einem Entwurf für die Eckpunkte der neuen Abgabe hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.

Die Abgabe soll in einen Stabilitäts-Fonds fließen. Angaben zur Höhe und zum Fondsvolumen werden nicht gemacht. Zuletzt hieß es, dass pro Jahr etwa 1,2 Milliarden Euro eingezahlt werden sollen. Wie viel eine Bank zahlen muss, soll sich an der Bedeutung der Bank für Branche und Volkswirtschaft orientieren. Die „Zumutbarkeit“ werde fortlaufend vom Finanzministerium geprüft. Sparkassen und Volksbanken, die auf ihr solides Geschäftsmodell verweisen, wollen keine Zwangsabgabe zahlen.

Als Reaktion auf die Schuldenkrise Griechenlands hat Brüderle neue EU-Regeln für zahlungsunfähige Staaten gefordert. Benötigt werde „eine Art geordnetes Insolvenzverfahren für Staaten“. Zur Umsetzung könne ein Notfall-Fonds für künftige Krisensituationen eingerichtet werden. Negative Effekte für den Euro sehe er noch nicht. Er fügte aber hinzu: „Wir müssen sehr aufpassen, dass die Akzeptanz des Euro nicht Schaden nimmt.“ (dpa-AFX, Reuters)

Amerikanische Regierung fordert Reform der Hypothekenfinanzierung

Amerikas Finanzminister Timothy Geithner verlangt eine Reform der staatlich gestützten Hypothekenfinanzierung. Die Kombination aus privater Eigentümerschaft und öffentlicher Unterstützung habe sich als Fehler erwiesen, sagte Geithner am Dienstag vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses. Der Staat sollte aber in jedem Fall weiterhin eine Rolle spielen. Grund sei die zentrale Bedeutung des Immobiliensektors für die amerikanischen Wirtschaft und seine Anfälligkeit für Verwerfungen auf dem Finanzmarkt.

Der Finanzminister sprach sich unter anderem für eine breitere Investorenbasis sowie saubere und transparente Preise im Hypothekengeschäft aus. Zugleich signalisierte er aber auch eine weitere Unterstützung der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Ihre vollständige Verstaatlichung sollte nach Ansicht Geithners aber vermieden werden. (Reuters)

Japans Handelsbilanzüberschuss im Februar höher als erwartet

Die japanische Handelsbilanz hat im Februar einen höheren Überschuss aufgewiesen als erwartet, was auch an einer starken Exportnachfrage aus Asien und den Vereinigten Staaten lag. Der Aktivsaldo belief sich auf nicht-saisonbereinigter Basis auf 651,0 Milliarden Yen, wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten für Februar mit einem Überschuss von 550,0 Milliarden Yen gerechnet.

Die Exporte legten im Februar um 45,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, während Ökonomen einen Zuwachs um 47,3 Prozent erwartet hatten. Es war der dritte Monat in Folge, in dem ein Anstieg auf Jahressicht verzeichnet wurde. Dabei erhöhten sich die Exporte nach Asien (plus 55,7 Prozent) - insbesondere nach China (plus 47,7 Prozent) - kräftig. In die Vereinigten Staaten wurden den zweiten Monat in Folge wieder mehr Waren ausgeführt (plus 50,4 Prozent) als im Vorjahr. Die Ausfuhren nach Europa legten um 19,7 Prozent zu. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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