07.01.2009 · Das Chemieunternehmen Lyondell-Basell stellt in den Vereinigten Staaten Antrag auf Gläubigerschutz, Alcoa senkt die Produktion und entlässt Mitarbeiter, die Bank of America verkauft ihren Anteil an der China Construction Bank, der Unternehmer Adolf Merckle nimmt sich das Leben. Thyssen-Krupp erwartet einen steigenden Auftragseingang.Die amerikanische Notenbank will auf Dauer eine Politik des billigen Geldes betreiben, die Bundesregierung erwägt angeblich einen Rettungsschirm für Industrieunternehmen im Volumen von 100 Milliarden Euro, derweil sich die Währungsunion gefährlichen Spannungen ausgesetzt sieht und in Deutschland Beschäftigungswachstum und Großhandelsumsatz sinken.
Unternehmen
Lyondell-Basell stellt Antrag auf Gläubigerschutz in Vereinigten Staaten
Der weltweit drittgrößte Petrochemiekonzern Lynondell-Basell hat Antrag auf Gläubigerschutz in den Vereinigten Staaten gestellt. Knapp 80 Tochtergesellschaften hätten sich an dem Schritt beteiligt, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Der Antrag nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes sei in New York eingereicht worden. Das Unternehmen leidet unter einer Schuldenlast von rund 26 Milliarden Dollar. Am Sonntag war die Frist für eine Umschuldung abgelaufen.
Zu den Gläubigern des Konzerns gehören neben Merrill Lynch, Goldman Sachs, Citigroup und der zur Royal Bank of Scotland gehörende ABN Amro auch die Schweizer Großbank UBS. In der Finanzkrise fällt es Unternehmen weltweit inzwischen deutlich schwerer, große Umschuldungen mit ihren Gläubigerbanken auszuhandeln. Lyondell-Basell hat die Schulden durch kreditfinanzierte Zukäufe. Die Firma ist nicht börsennotiert. (Reuters)
Alcoa senkt Metallproduktion und entlässt Mitarbeiter
Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa kürzt angesichts der Wirtschaftsflaute seine Produktion und entlässt tausende Mitarbeiter. Die Aluminiumproduktion werde um rund 18 Prozent zurückgefahren, teilte der Konzern am Dienstag mit. Zudem wolle Alcoa vier Unternehmensbereiche veräußern, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Die Zahl der Mitarbeiter werde um 13.500 gesenkt. Dies entspreche rund 13 Prozent der weltweiten Belegschaft.
Alcoa müsse wegen des massiven Konjunkturabschwungs Kosten sparen, begründete der Konzern die Maßnahmen. Die Gehälter würden eingefroren. Darüber hinaus werde ein Einstellungsstopp verhängt. Die Kapitalausgaben sollen im laufenden Jahr um 50 Prozent gesenkt werden. „Dies sind außerordentliche Zeiten, die Schnelligkeit und Entschiedenheit verlangen, um gegen die gegenwärtige Wirtschaftskrise vorzugehen“, sagte Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld. (Reuters)
Früherer DBA-Eigner Wöhrl strebt bei Tuifly Mehrheit an
Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will bei der angeschlagenen Fluggesellschaft Tuifly einsteigen. „Wir haben Interesse, uns an Tuifly zu beteiligen - sowohl finanziell als auch mit Managementkapazitäten“, sagte Wöhrl der Zeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD, Mittwochausgabe). Grundsätzlich strebe er an, mit seiner Beteiligungsfirma Intro die Mehrheit an der defizitären Airline des Touristikkonzerns Tui zu übernehmen. Für die Höhe einer Beteiligung sei aber entscheidend, welchen Preis Tui verlange.
Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der Chef der Fluggesellschaft, Roland Keppler, Tuifly zum 31. Januar verlässt. Die TUI ist seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Partner für die Airline. Im Spätsommer waren bereits die Verhandlungen zu einem Dreierbund aus Tuifly, der Lufthansa-Tochter Germanwings und dem Ferienflieger Condor geplatzt. Aus Verhandlungskreisen hieß es, TUI-Chef Michael Frenzel habe damals versucht, zumindest ein Zweierbündnis mit Germanwings zustande zu bringen, indem er Wöhrl als Investor in die Gespräche einbrachte, schreibt die 'FTD'. Nachdem alle Optionen scheiterten, suche Tui nun nach einem Sanierer für seine Flugtochter.
„Wöhrl wäre einer, der das kann“, sagte ein Tui-Manager laut „FTD“. Dennoch sei das Angebot des in der Luftfahrt erfahrenen Unternehmers nicht die bevorzugte Option des Konzerns. „Im Moment läuft es darauf hinaus, dass wir Tuifly vollständig behalten“, hieß es. Ein anderer TUI-Manager sagte nach Zeitungsangaben, Frenzel habe zögerlich auf die Avancen reagiert, die Wöhrl ihm bereits vor Wochen gemacht hat. Ein Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. (dpa-AFX)
Thyssen-Krupp erwartet steigenden Auftragseingang
Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp blickt trotz eines zurückliegenden schwachen Quartals zuversichtlich auf das neue Jahr. „Unser Auftragseingang wird Anfang 2009 wohl wieder steigen“, sagte Peter Urban, Finanzchef der Stahlsparte, dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. „Allerdings bewegen sich die Zahlen weiter auf insgesamt niedrigem Niveau.“ Die Monate Oktober und November seien „extrem mies“ gewesen. Er erwarte, dass die zuletzt ausgebliebenen Bestellungen im Januar und Februar zumindest teilweise nachgeholt würden, sagte Urban der Zeitung weiter.
Wegen des weltweiten Einbruchs der Stahlnachfrage hatte der Konzern im Dezember angekündigt, die 20.000 Beschäftigten von ThyssenKrupp Steel von Februar bis September in Kurzarbeit zu schicken. Zuvor waren bereits die Arbeitszeitkonten der Stammbelegschaft abgebaut und die Verträge mit 2100 Leiharbeitern gekündigt worden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei ThyssenKrupp Steel bis Ende September 2013 aber ausgeschlossen. ThyssenKrupp liefert rund 40 Prozent seiner Stahlprodukte an die Autoindustrie, die in einer tiefen Absatzkrise steckt. Weltweit fahren deshalb Stahlkonzerne ihre Produktion zurück. (Reuters)
Bank of America verkauft CCB-Anteil für 2,8 Milliarden Dollar
Die Bank of America hat sich von einem milliardenschweren Anteil an der China Construction Bank getrennt, um angesichts der Finanzkrise ihre Kapitaldecke zu stärken. Nach der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorliegenden Informationen verkaufte die Bank of America fast 13 Prozent ihres CCB-Anteils für 2,83 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Ausgabepreis der Aktien bedeutet dies trotz eines Abschlags auf den Schlusskurs vom Dienstag von zwölf Prozent für die BoA einen Gewinn von 1,13 Milliarden Dollar. Nach Abschluss der Transaktion hält die BoA noch einen CCB-Anteil von 16,6 Prozent. (Reuters)
Unternehmer Adolf Merckle nimmt sich das Leben
Der finanziell in Bedrängnis geratene schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat sich das Leben genommen. Die Staatsanwaltschaft Ulm erklärte am Dienstag, Merckle sei am Montag von einem Zug bei seinem Heimatort Blaubeuren erfasst und getötet worden. Der 74-Jährige hatte zuletzt mit den Banken um die Rettung seines Familienimperiums gerungen, das unter anderem wegen Fehlspekulationen mit VW-Aktien massiv unter Druck gekommen war.
Auch die Ulmer Staatsanwaltschaft geht von einem Freitod Merckles aus. Dafür sprächen alle bisherigen Erkenntnisse, sagte der Sprecher der Behörde, Wolfgang Zieher. „Es ist insbesondere ein Abschiedsbrief an seine Familie vorgefunden worden.“
„Baden-Württemberg verliert eine große Unternehmerpersönlichkeit“, zeigte sich Ministerpräsident Günther Oettinger erschüttert. Der von der Zeitschrift „Forbes“ als fünftreichster Deutscher geführte Unternehmer hatte 1967 die familieneigene Firma in Blaubeuren übernommen, die zu diesem Zeitpunkt mit 80 Mitarbeitern gerade einmal vier Millionen DM erwirtschaftete. In den Jahrzehnten danach baute er ein riesiges und schwer durchschaubares Firmenkonglomerat auf, zu dem neben dem Baustoffkonzern Heidelberg-Cement unter anderem der Generikahersteller Ratiopharm, der Pharmahändler Phoenix und eine Beteiligung am Pistenraupenhersteller Kässbohrer gehören. Die Merckle-Gruppe erwirtschaftete zuletzt mit rund 100.000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 30 Milliarden Euro.
Der stets öffentlichkeitsscheue Unternehmer war vor einigen Wochen in die Schlagzeilen geraten, nachdem sein Sohn Ludwig bei der von ihm geleiteten Vermögensverwaltung VEM Zahlungsschwierigkeiten eingeräumt hatte. Allein durch Fehlspekulationen mit VW-Aktien war ein dreistelliger Millionenverlust entstanden. Dazu kam, dass Heidelberg-Cement nach dem Kauf des britischen Konkurrenten Hanson mit mehreren Milliarden Euro in der Kreide steht. Die Kreditgeber fordern frisches Kapital. Damit war Merckle zu harten Verhandlungen mit seinen Gläubigerbanken gezwungen, sein Firmenimperium drohte zusammenzubrechen.
Banker, die Merckle auch persönlich kannten, reagierten fassungslos. Man sei geschockt, hieß es. „Einfacher wird die ganze Situation dadurch sicher nicht“, sagte ein Banker. Einer Sprecherin der Merckle-Vermögensverwaltung VEM zufolge hatte Merckle noch zuletzt seine Unterschrift unter einen dringend benötigten Überbrückungskredit für die Firmengruppe gesetzt. „Der Tod des Unternehmers hat keine Auswirkungen auf den weiteren Sanierungsprozess“, erklärte VEM. Auch in Bankenkreisen hieß es, der Selbstmord habe keine Folgen für das Rettungspaket.
Merckle hatte sich in den vergangenen Wochen nach zähen Gesprächen mit den Banken im Grundsatz geeinigt. Er benötigte laut Finanzkreisen kurzfristig rund 400 Millionen Euro, die die Banken mittels Überbrückungskredit bereitstellen wollen. Hier sei man auch auf Bankenseite kurz vor der Einigung, hieß es in den Kreisen. Mittelfristig ist der Finanzbedarf aber höher - daher stehen in den nächsten Monaten weitere Verhandlungen über eine umfassende Umschuldung der Gruppe an. (Reuters)
Wirtschaft
Weniger Beschäftigungswachstum wegen Rezession
Die Rezession macht sich immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland bemerkbar. Das Wachstum der Erwerbstätigkeit schwächte sich im November merklich ab, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der erwerbstätigen Personen erhöhte sich zwar um 1,2 Prozent auf 40,83 Millionen. Das war aber die niedrigste Rate seit Dezember 2006. Im Januar 2008 lag der Zuwachs noch bei 1,7 Prozent.
Auch der Vormonatsvergleich zeigt die Auswirkungen der schrumpfenden Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik. Im Vergleich zum Oktober nahm die Beschäftigung um 12.000 Personen zu. In den November-Monaten 2005 bis 2007 waren es dagegen im Durchschnitt 53.000. (AP)
Großhandelsumsatz sinkt im November kräftig
Die Umsätze im deutschen Großhandel sind im November kräftig gesunken. Real seien die Umsätze auf Jahressicht um 3,2 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Nominal gingen die Umsätze um 4,1 Prozent zurück. Der Behörde zufolge mussten die Unternehmen damit die größten Umsatzrückgänge für den Berichtsmonat November seit 2003 hinnehmen. Im Monatsvergleich kletterten die Umsätze hingegen saison- und kalenderbereinigt real um 0,4 Prozent, während sie nominal um 1,9 Prozent sanken. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres setzte der Großhandel den Angaben zufolge real 2,9 Prozent mehr und nominal 9,0 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. (dpa-AFX)
Indonesiens Notenbank senkt Leitzins um 50 Basispunkte
Die indonesische Notenbank hat ihren Leitzins stärker als erwartet gesenkt. Der Schlüsselzinssatz wurde um 50 Basispunkte auf 8,75 Prozent reduziert, wie die Zentralbank am Mittwoch mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mehrheitlich mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte gerechnet.
„Der Inflationsdruck hat sich infolge der sinkenden Rohstoff- und Energiepreise in den vergangenen Monaten weiter abgeschwächt“, erklärte Notenbankgouverneur Boediono. Zuletzt hatte die Notenbank ihren Leitzins Anfang Dezember 2008 um 25 Basispunkte reduziert.
Fed will Rezession auf Dauer mit billigem Geld bekämpfen
Die amerikanische Notenbank will die Rezession noch längere Zeit mit einer faktischen Nullzinspolitik bekämpfen. Zudem erwägen die Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke, der Krise mit unorthodoxen Mitteln wie dem Ankauf von langfristigen Staatsanleihen zu Leibe rücken, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll vom 16. Dezember hervorgeht. Es sei sinnvoll, den Leitzins angesichts der anhaltenden konjunkturellen Talfahrt „noch einige Zeit auf äußerst niedrigem Niveau zu halten“ und diese Absicht auch den Märkten mitzuteilen. Die meisten amerikanischen Zentralbanker gehen davon aus, dass sich die amerikanische Wirtschaft erst in der zweiten Jahreshälfte etwas erholen wird.
Es gibt jedoch auch warnende Stimmen, die eine längere Schwächeperiode befürchten. Zugleich äußerten einige Zentralbanker die Sorge, dass die Teuerungsrate sich auf ein allzu niedriges Niveau einpendeln könnte. „Dass Notenbanker die Sorge vor einer Deflation und wirklich trüben Konjunkturaussichten umtreibt, dürfte den Hang zur Nullzins-Politik noch einige Zeit verstärken“, meint Analyst Omer Esiner von Ruesch International. Dies sei negativ für den Dollar.
Der Offenmarktausschuss hatte den Leitzins in der Dezember-Sitzung faktisch auf Null gesetzt, um die tiefgreifende Rezession in den Vereinigten Staaten mit einer Politik des billigen Geldes zu bekämpfen. Der Leitzins liegt seither mit einem Zielband von null bis 0,25 Prozent so niedrig wie seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr. Da nun praktisch kein Spielraum mehr für weitere Senkungen bleibt, muss die Notenbank die Menge der den Banken zugeführten Liquidität anderweitig steuern - etwa durch den Ankauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren oder Staatsanleihen.
Diese im Fachjargon „Quantitative Easing“ genannte Politik soll primär verhindern, dass es zu einer Kreditklemme kommt und sich die Wirtschaftskrise noch vertieft. Bernanke hat bereits Anfang Dezember von der Möglichkeit gesprochen, zu diesem Zweck substanzielle Mengen lang laufender Staatsanleihen aufzukaufen. Darüber diskutierten die Notenbanker dann auch in der Zinssitzung Mitte des vorigen Monats und erörterten zudem den Ankauf weiterer Papiere, wie aus dem Protokoll hervorgeht.
Die amerikanische Notenbank hat bereits Anfang der Woche damit begonnen, Hypothekenpapiere aufzukaufen. Damit will sie dem angeschlagenen Immobilienmarkt unter die Arme greifen. Bis Mitte 2009 will die Fed Papiere im Volumen von 500 Milliarden Dollar kaufen. Ziel ist es, die Kosten für Kredite zum Hauskauf zu senken und den Zugang zu diesen Darlehen so verbessern. (Reuters)
Berlin erwägt 100 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für Konzerne
Die Große Koalition diskutiert laut einem Pressebericht über einen Rettungsschirm für Firmen mit Finanzierungsproblemen, der bis zu 100 Milliarden Euro umfassen könnte. Diese Zahl sei im Koalitionsgespräch am Montagabend genannt worden, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD/Mittwoch). Hintergrund sei die Sorge der Regierung, dass große Konzerne im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen könnten, weil sie keine neuen Kredite bekommen oder keine Anleihen zu vertretbaren Konditionen erhalten. „Wir können nicht wegen momentaner Schwierigkeiten Unternehmen in Konkurs gehen lassen“, zitiert die Zeitung Unionskreise.
Die zuständige Regierungsarbeitsgruppe berät laut „FTD“ am Freitag über mögliche Konstruktionen für den neuen Rettungsschirm. Eine Möglichkeit wäre, über eine Bundesbürgschaft der staatseigenen KfW-Bank ein zusätzliches Kreditvolumen von 100 Milliarden Euro zu verschaffen. Die KfW hatte bereits beim ersten Konjunkturpaket die Möglichkeit erhalten, Kredite für Mittelständler in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro zu vergeben.
Nach Erkenntnissen des Finanzministeriums haben kleinere Betriebe derzeit keine Probleme, an Kredite zu kommen. Probleme könne es dagegen im Laufe des Jahres mit großen Konzernen geben. Denkbar sei auch, dass der Staat über eine Behörde direkt Kredite gibt, etwa über den Rettungsfonds SoFFin. Als Alternative für Kredite des Staates oder einen KfW-Schirm wird laut „FTD“ auch gesehen, mit den Großbanken eine verstärkte Kreditvergabe zu vereinbaren. (dpa-AFX)
Gefährliche Spannungen in der Währungsunion
Wachsende Unterschiede bei der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Euro-Staaten provozieren einem Zeitungsbericht zufolge gefährliche Spannungen in der Währungsunion. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte der EU-Kommission in einer vertraulichen Studie für die Euro-Finanzminister, wie die „Financial Times Deutschland“ (Mittwochsausgabe) berichtet. „Die anhaltenden Unterschiede bei der Wettbewerbsfähigkeit unter den Mitgliedsländern bei Preisen und Kosten ist zusammen mit dem Entstehen von Leistungsbilanzdefiziten in einigen Ländern ein Anlass zur Sorge“, heißt es in dem Papier, das dem Blatt vorliegt. Die Entwicklung sei „nicht nachhaltig“, warnen die Ökonomen.
Die Kommissionsanalyse zeigt der Zeitung zufolge, dass der Euro zehn Jahre nach seiner Einführung nicht zu einer Annäherung der Wirtschaftspolitik in den 16 Ländern geführt hat. Hintergrund sei, dass sich die Regierungen zwar den Haushaltsregeln des Stabilitätspakts unterwerfen. In anderen Fragen der Wirtschaftspolitik blieben sie hingegen souverän und verpflichteten sich nur zu unverbindlichen Absprachen. Währungskommissar Joaquín Almunia warne deshalb vor auseinanderstrebenden Kräften in der Euro-Zone und fordert eine strengere Koordinierung wirtschaftspolitischer Entscheidungen.
Besonders beunruhigend ist demnach, dass Deutschland die einzige große Euro-Volkswirtschaft ist, die kaum Probleme bei der Wettbewerbsfähigkeit aufweist und zudem einen sehr großen Leistungsbilanzüberschuss verzeichnet. „Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit wieder auf das Niveau vor dem Boom nach der Wiedervereinigung gebracht“, schreiben die Kommissionsökonomen laut „FTD“. Die Bundesrepublik „ist im Vergleich zu anderen Euro-Staaten heute wettbewerbsfähiger als in den frühen 90er-Jahren“. In die gleiche Liga ordne die Studie nur die Niederlande, Finnland, Luxemburg und Österreich ein. Eher gelassen sehe Brüssel auch die Lage in Zypern, Malta und Slowenien. (AFP)
| Name | Kurs | Prozent |
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| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |