15.01.2008 · SAP überrascht mit unerwartet hohen Umsätzen; EU eröffnet neue Kartelluntersuchungen gegen Microsoft; Samsung Electronics-Gewinn sinkt nicht so stark wie erwartet; Continental: Umsatz stieg 2007 ohne VDO über 16 Milliarden Euro; Deutsche-Bank-Chef Ackermann erwartet weiteren „Kollaps“ der Marktpreise; Mercedes-Benz Cars will Produktivität um 15 Prozent steigern; Fresenius bestätigt Ausblick 2007 und Mittelfristziele; Südzucker hebt Umsatzprognose 07/08 an; Finanzvorstand Derrick Noe verlässt Pfleiderer-Vorstand per sofort; EADS stellt Airbus-Fabrik in Alabama in Aussicht; Flexstrom stellt Börsenpläne zurück und spricht mit Investoren; Handelsblatt: Bundesnetzagentur senkt Netzentgelte drastisch; Cognos-Aktionäre stimmen Übernahme durch IBM zu; Daimler hofft auf mehr als 20.000 feste Smart-Bestellungen in Amerika; Genentech verdient weniger als erwartet; Greenspan - Vereinigte Staaten bereits in Rezession oder zumindest knapp davor; DIHK-Präsident kritisiert Erbschaftssteuerreform; Trichet erwartet für 2008 Wirtschaftswachstum von zwei Prozent; Steinbrück: 2008 kein schnelles Ende der Finanzkrise
Unternehmensmeldungen
Beiersdorf steigert 2007 Umsatz und operatives Ergebnis
Die Beiersdorf AG, Hamburg, hat im abgelaufenen Jahr einen höheren Umsatz und ein höheres operatives Ergebnis als im Vorjahr erreicht. Der Umsatz sei vorläufigen Berechnungen zufolge wechselkursbereinigt um 9,1 Prozent auf 5,507 (5,120) Milliarden Euro gesteigert worden, teilte der Konsumgüterhersteller am Dienstag mit. Das bereinigte Ebit habe sich auf rund 683 (597) Millionen Euro gestellt. Unter Berücksichtung der Sondereffekte liege das Ebit bei rund 613 (477) Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern sei indes auf rund 442 (668) Millionen Euro gesunken, hieß es weiter. „Die Zahlen zeigen, dass wir erfolgreich wachsen und sie überschreiten sogar leicht unsere eigenen Erwartungen“, sagte Vorstandschef Thomas Quaas. „Die Entscheidung, Beiersdorf weltweit auf Haut- und Schönheitspflege auszurichten, erweist sich als der richtige strategische Weg. Die gleichzeitig erfolgreiche Entwicklung von tesa rundet das Gesamtbild ab.“ (Dow Jones, dpa-AFX)
SAP überrascht mit unerwartet hohen Umsätzen
SAP profitiert von ungebremsten Investitionen der Unternehmen in ihre Computersysteme. Mit Software-Lizenzen und -Wartung erlöste der weltgrößte Hersteller im abgelaufenen Jahr 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie SAP am Montag mitteilte. Ohne die außerhalb des Einflusses von SAP liegenden Währungseffekte lag das Plus vorläufigen Zahlen zufolge sogar bei 17 Prozent und damit über den vom Vorstand angepeilten 12 bis 14 Prozent. Die zuletzt lahmende SAP-Aktie verteuerte sich daraufhin um drei Prozent auf 33,70 Euro. „Es war viel Skepsis im Markt, die löst sich jetzt in Luft auf“, analysierte Branchenexperte Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck mit Blick auf SAP. Oliver Finger von der DZ Bank sagte: „Der wichtigste Impuls für die künftige Kursentwicklung wird nun die Prognose für 2008 sein, die SAP am 30. Januar veröffentlichen will.“ Hauptkonkurrent Oracle hatte bereits im Dezember über deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn berichtet. SAP verkaufte im abgelaufenen Jahr für 3,4 Milliarden Euro Lizenzen für seine Software. Das ist eine Steigerung um 13 Prozent. Die Lizenzerlöse sind ein Indikator dafür, wie viel SAP künftig mit Software-Wartung und der Beratung der Softwarekunden verdienen kann. Der Gesamtumsatz stieg um neun Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. (Reuters)
EU eröffnet neue Kartelluntersuchungen gegen Microsoft
Wenige Monate nach ihrem Triumph vor Gericht hat die EU-Kommission zwei weitere Kartelluntersuchungen gegen den amerikanischen Softwarekonzern Microsoft eröffnet. Das Unternehmen steht demnach erneut im Verdacht, seine Marktdominanz missbraucht zu haben, um seinen Internet-Browser und seine Büro-Software branchenweit durchzusetzen. Der Schritt eröffnet eine neue Front in dem seit Jahren anhaltendem Kampf zwischen der europäischen Kartellbehörde und einem der größten amerikanischen Unternehmen. Microsoft kündigte am Montag an, vollständig mit der Kommission zusammenzuarbeiten und alle nötigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Kommission gehe zum einen einer Beschwerde des norwegischen Web-Browser-Produzenten Opera nach, teilte die Kommission am Montag in Brüssel weiter mit. Darüber hinaus hatte sich als Branchenverband der Europäische Ausschuss für Interoperable Systeme (ECIS) darüber beklagt, dass Microsoft wichtige Informationen zu seinem Office- sowie dem E-Mail-Programm Outlook zurückhalte und damit die Entwicklung von Konkurrenzprodukten blockiere. (Reuters)
Samsung Electronics-Gewinn sinkt nicht so stark wie erwartet
Der führende südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics hat aufgrund des Preisverfalls bei Speicherchips im Schlussquartal 2007 weniger verdient als vor einem Jahr. Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Gewinnrückgang gerechnet. Wie der weltweit größte Hersteller für Computerspeicherchips am Dienstag in Seoul mitteilte, fiel der Überschuss im Vorjahresvergleich um 6,6 Prozent auf 2,2 Billionen Won (etwa 1,6 Milliarden Euro). Allerdings fiel der Gewinnrückgang dank des Ergebniswachstums im Geschäft mit Flachbildschirmen und Handys geringer als erwartet aus. Die Umsätze legten im vierten Quartal um 11,4 Prozent auf fast 17,5 Billionen Won zu. Im Gesamtjahr 2007 fiel der Reingewinn auf 7,43 Billionen Won von 7,92 Billionen Won im Jahr davor. Die Erlöse kletterten um 7 Prozent auf 63,17 Billionen Won (45,8 Milliarden Euro). Die Aktie des Unternehmens legte nach den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen deutlich zu. Samsung erwartet mit Blick auf das Geschäft mit DRAM-Speichern ein robustes Wachstum bei Computern und eine stabile Nachfrage nach Spezialprodukten. Allerdings werde das Überangebot bei Speicherchips im ersten Halbjahr 2008 andauern. In der zweiten Jahreshälfte rechnet der Konzern mit einer deutlichen Verbesserung der Situation am Speicherchipmarkt. Als weltweit zweitgrößter Handyhersteller im vergangenen Jahr verkaufte Samsung nach eigenen Angaben im vierten Quartal mit 46,3 Millionen Mobiltelefonen so viel wie nie zuvor in einem Vierteljahr. Der Handy-Absatz im gesamten Jahr stieg um 42 Prozent auf 161 Millionen Einheiten. Der Umsatz im Geschäft mit Flüssigkristallbildschirmen (LCD) stieg 2007 im Vorjahresvergleich um 25 Prozent auf 14,66 Billionen Won. Samsung ist Marktführer bei LCD- Displays. (dpa-AFX)
Continental: Umsatz stieg 2007 ohne VDO über 16 Milliarden Euro
Die Continental AG hat offenbar alle für 2007 gesteckten Ziele erreicht. So habe der Umsatz ohne die kürzlich übernommene Siemens VDO im vergangenen Jahr mehr als 16 (Vorjahr: 14,9) Milliarden Euro betragen, wie es in einer Präsentation des Unternehmens hieß. Das Ebit habe ebenfalls den Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro übertroffen. Auch bereinigt sei das Ebit im Vergleich zu 2006 gestiegen. (Dow Jones)
Deutsche-Bank-Chef Ackermann erwartet weiteren „Kollaps“ der Marktpreise
Die Krise am Kreditmarkt wird nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank AG andauern. In den kommenden Monaten werde sich der „Kollaps“ der Marktpreise fortsetzen, sagte Vorstandschef Josef Ackermann anlässlich der Einführung als Gastprofessor an der London School of Economics and Political Science. Auch rund sechs Monate nach Beginn der Krise würden die Preise für Kreditprodukte, die inzwischen von Anlegern gemieden würden, von Woche zu Woche weiter absacken. (Dow Jones)
Mercedes-Benz Cars will Produktivität um 15 Prozent steigern
Die Daimler AG will ihre Produktivität in den nächsten zwei Jahren um 10 Prozent bis 15 Prozent steigern. „Einen guten Teil haben wir uns für 2008 vorgenommen“, sagte der COO von Mercedes-Benz Cars, Rainer Schmückle, auf der Automobilmesse in Detroit. Im vergangenen Jahr habe Daimler die Produktivität um 10 Prozent gesteigert, sagte Schmückle im Interview mit Dow Jones Newswires. smart rechnet mit nachhaltigem Breakeven Die Daimler-Marke smart hat im vergangenen Jahr den Breakeven erreicht. „Wir haben schwarze Zahlen geschrieben und sind zuversichtlich, dass dies dauerhaft so sein wird“, sagte Anders Sundt Jensen, zuständig für die Markenführung smart, auf der Detroiter Automobilmesse am Montag. (Dow Jones)
Fresenius bestätigt Ausblick 2007 und Mittelfristziele
Der Gesundheitskonzern Fressenius SE hat seine Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 und seine mittelfristigen Ziele bekräftigt. Wie aus einer Präsentation des Unternehmens auf einer Investorenkonferenz hervorgeht, rechnet Fresenius für 2007 weiter mit einem währungsbereinigten Anstieg des Jahresüberschusses von mehr als 25 Prozent. Der Konzernumsatz soll dabei währungsbereinigt um 9 Prozent bis 10 Prozent steigen. (Dow Jones)
Südzucker hebt Umsatzprognose 07/08 an
Die Südzucker AG hat ihre Prognose für das operative Konzernergebnis 2007/08 von mindestens 210 Millionen Euro bekräftigt. Dagegen werde der Umsatz höher als bisher angekündigt bei 5,5 Milliarden Euro liegen, teilte das MDax-Unternehmen bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit. Bislang war Südzucker für 2007/08 von Erlösen zwischen 5,2 Milliarden und 5,4 Milliarden Euro ausgegangen. Im dritten Quartal ging das operative Ergebnis auf 55 (104) Millionen Euro zurück. (Dow Jones)
Finanzvorstand Derrick Noe verlässt Pfleiderer-Vorstand per sofort
Die Pfleiderer AG verliert ihren Finanzvorstand. Derrick G. Noe scheide nach einem Aufsichtsratsbeschluss mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus, teilte das MDax-Unternehmen mit. Über die Gründe der Trennung hüllt sich der Holzverarbeitungskonzern in Schweigen. (Dow Jones)
EADS stellt Airbus-Fabrik in Alabama in Aussicht
Der europäische Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS will im amerikanischen Staat Alabama eine zivile Flugzeugfabrik bauen, sollte er zusammen mit seinem nordamerikanischen Partner Northrop Grumman den Auftrag zum Bau eines militärischen Tankflugzeugs erhalten. Das teilte Airbus-Chef Thomas Enders in Mobile mit. Es wäre die erste Flugzeugfabrik seit mehr als 40 Jahren, die in den Vereinigten Staaten neu errichtet wird. (Dow Jones)
Flexstrom stellt Börsenpläne zurück und spricht mit Investoren
Der Billigstromanbieter Flexstrom hat Planungen für einen Börsengang zurückgestellt und verhandelt stattdessen mit potenziellen Investoren über eine Beteiligung an dem Unternehmen. Zurzeit würden Gespräche mit verschiedenen Partnern über einen Einstieg bei Flexstrom geführt, sagte Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel Dow Jones Energy Daily. (Dow Jones)
Handelsblatt: Bundesnetzagentur senkt Netzentgelte drastisch
Die Bundesnetzagentur verstärkt einem Zeitungsbericht zufolge ihren Druck auf die großen Energiekonzerne. Die Behörde habe den ersten Unternehmen einen Bescheid für die Entgelte, die sie in diesem Jahr Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze in Rechnung stellen dürfen, zugesandt und dabei zum Teil drastische Kürzungen verlangt, schreibt die Zeitung „Handelsblatt“. (Dow Jones)
Cognos-Aktionäre stimmen Übernahme durch IBM zu
Die Aktionäre des kanadischen Softwareherstellers Cognos haben der angepeilten Übernahme durch IBM zugestimmt. Die Transaktion bedürfe noch der Genehmigung durch kanadische Gerichte, teilte Cognos am Montag in Ottawa mit. Damit werde am 16. Januar gerechnet. IBM will das Unternehmen für 58 amerikanischen Dollar in bar oder insgesamt fünf Milliarden Dollar übernehmen. (dpa-AFX)
Daimler hofft auf mehr als 20.000 feste Smart-Bestellungen in Amerika
Der Autobauer Daimler hofft für seinen Kleinwagen Smart in den Vereinigten Staaten bereits in diesem Jahr auf mehr als 20.000 feste Bestellungen. Derzeit lägen 30.000 Vormerkungen für das Auto vor, sagte Rainer Schmückle, Vorstandsmitglied von Mercedes-Benz Cars, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag auf der Automesse in Detroit. Er sei optimistisch, dass letztlich rund 70 Prozent der Kunden, die Interesse an dem Kleinwagen angemeldet haben, ihn auch tatsächlich bestellen. Schmückle rechnet damit., dass die Fahrzeuge trotz begrenzter Kapazitäten im smart-Werk in Lothringen noch in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten ausgeliefert werden. Auch eine Ausweitung der Modellpalette bei Smart sei vorstellbar, sagte Schmückle. „Wir denken darüber nach, was zwischen dem smart fortwo und der A- und B-Klasse geht.“ Der inzwischen wegen hoher Verluste eingestellte viersitzige smart forfour sei keine schlechte Idee gewesen, sondern vielleicht nur schlecht ausgeführt worden. Schmückle schloss nicht aus, dass die smart-Plattform wieder ausgebaut werden könne. Der smart-Verkauf startete zu Jahresbeginn in den Vereinigten Staaten. Die im Jahr 2007 vorgestellte neue Generation des Zweisitzers erfüllte die für die Zulassung in den Vereinigten Staaten notwendigen technischen Voraussetzungen. Dem Marktstart in den Vereinigten Staaten gingen umfangreiche Tests und Marktstudien voraus. Der Vertrieb wurde in die Hände des amerikanischen Unternehmers Roger Penske gelegt, der unter anderem einer der größten Autohändler des Landes ist. (dpa-AFX)
Genentech verdient weniger als erwartet
Die Roche- Tochter Genentech hat im vierten Quartal mehr verdient als von Experten erwartet. Der bereinigte Gewinn sei von 0,61 amerikanischen Dollar je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,69 Dollar gestiegen, teilte das Biotechnologieunternehmen am Montag in South San Francisco mit. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten hingegen nur mit 0,67 Dollar gerechnet. Insgesamt kletterte der Gewinn von 659 auf 737 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg im vierten Quartal wie von Experten erwartet um neun Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit den Medikamenten Rituxan, Avastin und Herceptin konnten gesteigert werden, während die Verkäufe mit Lucentis hinter den Vorjahreszahlen zurückblieben. Der Umsatz mit Avastin stieg im vierten Quartal von 490 auf 603 Millionen Dollar. Rituxan steigerte den Absatz von 560 auf 596 Millionen Dollar und Herceptin von 322 auf 327 Millionen Dollar. Der Umsatz mit Lucentis ging von 217 auf 197 Millionen Dollar zurück. (dpa-AFX)
Wirtschaftsmeldungen
Greenspan - Vereinigte Staaten bereits in Rezession oder zumindest knapp davor
Der ehemalige amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan sieht schlechte Zeiten auf die Wirtschaft zukommen. Die amerikanischen Wirtschaft sei bereits in einer Rezession oder zumindest nahe davor, sagte Greenspan dem“Wall Street Journal“ vom Dienstag. “Die Anzeichen dafür sind eindeutig. Rezessionen kommen nicht auf die sanfte Art. Sie werden üblicherweise durch eine Unstetigkeit an den Märkten signalisiert und die Daten der vergangenen Wochen können ganz klar in diese Richtung interpretiert werden.“ Im Dezember hatte Greenspan Medienberichten zufolge gesagt, er sehe die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den Vereinigten Staaten bei etwa 50 Prozent. In den Zeiten davor hatte der Ex-Fed-Chef noch von 30 Prozent gesprochen. (Reuters)
DIHK-Präsident kritisiert Erbschaftssteuerreform
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, lehnt die von der großen Koalition geplante Erbschaftssteuerreform als „Misstrauensgesetz gegen Familienunternehmen“ ab. Diesen werde zum Beispiel unterstellt, kurzfristig privates Vermögen im Betrieb zu parken, um Steuervorteile zu genießen, sagte Braun der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Die Vorgabe, erst nach 15 Jahren Betriebsweiterführung Privilegien zu gewähren, seien eine nicht hinnehmbare „Verhaftungsfrist“. Kein Unternehmer könne so weit vorausschauen. „Der CDU-Wirtschaftsflügel hat absolut Recht, wenn er murrt“, sagte der DIHK-Chef. Das gute Ziel, betriebliche Erbschaften zu erleichtern, sei in das Gegenteil verkehrt worden. Ursprünglicher Ansatz sei gewesen, finanzielle Substanz in Unternehmen zu belassen. „Jetzt aber kommt staatlicher Dirigismus, der sich gegen Familienunternehmer richtet. Dax-Unternehmen können sich dagegen ungehindert entwickeln“, kritisierte er. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie der „Steigbügelhalter“ für Kapitalflucht ins Ausland sein wolle. Gleichzeitig rief Braun die Koalitionsparteien zur Mäßigung bei Auseinandersetzungen auf. Mit ihrem rüden Umgangston gäben sie ein Stück Kultur verloren. Verglichen mit den heutigen Anwürfen seien die als ruppig bekannten Attacken des früheren SPD-Fraktionschefs Herbert Wehner geradezu harmlos. „Beide Koalitionspartner vergessen, dass sie vom Bürger den Auftrag haben, wichtige Reformen einzuleiten, um Deutschland zukunftsfähig zu machen. Stattdessen blockieren und provozieren sie einander“, bemängelte Braun. Da bleibe Politikverdrossenheit nicht aus. Er befürchte bei den anstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen den Rückgang der Beteiligung in die Nähe von 60 Prozent. (ddp)
Trichet erwartet für 2008 Wirtschaftswachstum von zwei Prozent
Die Wirtschaft im Euro-Raum wird nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in diesem Jahr rund zwei Prozent wachsen. „Wir sehen wieder als ein Referenz-Szenario ein Wachstum, das beträchtlich bleibt, und das um unser Potenzial herum von zwei Prozent liegt“, sagte Trichet dem französischen TV-Sender Public Senat am Montag in einem Interview. Allerdings gebe es für dieses Szenario Risiken wie die Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten sowie steigende Öl- und Rohstoffpreise. Gefahren sehe er auch durch eine mögliche Korrektur der globalen Ungleichgewichte und im Protektionismus. Die EZB habe bewiesen, dass ihre Geldpolitik glaubwürdig und der Euro stabil sei, sagte Trichet weiter. Die Risiken für die Preisstabilität seien derzeit sehr entscheidend. Der Euro-Raum dürfe nun nicht in eine Spirale mit steigenden Preisen und Löhnen geraten, fügte Trichet hinzu. EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher hatte am Montag gesagt, dass die Wirtschaft im Euro-Raum trotz gestiegener Risiken und hohem Inflationsdruck noch immer auf einem gesunden Wachstumsniveau sei. Die Hauptsorge der Europäischen Zentralbank sei die Inflation, hatte Liebscher in einem Interview mit dem „WirtschaftsBlatt“ gesagt. Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum flache zwar etwas ab. Er erwarte aber ein Wachstum von zwei Prozent oder knapp darunter. (Reuters)
Steinbrück: 2008 kein schnelles Ende der Finanzkrise
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Krise an den Kreditmärkten gedämpft. „Wir sind noch nicht durch mit diesen Turbulenzen“, sagte Steinbrück am Montag bei einer Konferenz in Frankfurt. Im Gegenteil: Er gehe davon aus, dass das Thema wohl fast das gesamte Jahr über die Branche in Atem halten werde. Dieses Bild ergebe sich für ihn aus Gesprächen mit Bankchefs in New York und regelmäßigen Telefonaten mit seinem amerikanischen Kollegen Henry Paulson. „Es wird weiter höchste Wachsamkeit geben“, sagte der Minister. Einige Institute auch in Deutschland hatten Ende 2007 die Hoffnung geäußert, dass mit der Vorlage der Jahresbilanzen im Frühjahr 2008 das Vertrauen an die Märkte zurückkehren werde. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |