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Medienschau Aurubis kürzt nach Gewinneinbruch die Dividende

16.12.2009 ·  Porsche vertagt die Entlastung von Wiedeking, der Basler Ausschuss schiebt offenbar eine schärfere Bankenregulierung auf. Kaufzurückhaltung belastet Adobe, Delta erwartet 2009 einen Milliardenverlust, General Electric 2010 kaum Wachstum.

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Unternehmen

Aurubis kürzt nach Gewinneinbruch die Dividende

Europas größte Kupferhütte Aurubis hat im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Gewinneinbruch verbucht und kürzt die Dividende. Bei einem um 20 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro geschrumpften Konzernumsatz sank der Überschuss um 78 Prozent auf 53 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt für das im September abgelaufene Geschäftsjahr lediglich mit einem Gewinn von 25 Millionen Euro gerechnet. Die Aktionäre, darunter der Stahlkonzern Salzgitter, sollen eine Dividende von 65 Cent je Aktie erhalten. Im Vorjahr waren 1,60 Euro Dividende ausgeschüttet worden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 wagte die frühere Norddeutsche Affinerie angesichts der unsicheren Konjunktur keine konkrete Prognose. „Insgesamt ist festzustellen, dass die Ertragsentwicklung unserer Gesellschaft auch von schlecht zu prognostizierenden externen Einflussfaktoren beeinflusst wird“, erklärte der Vorstand. Aurubis sehe sich in Europa gut aufgestellt. „Aus heutiger Sicht gehen wir insgesamt von einer sich stabilisierenden Ertragslage aus“, hieß es. (Reuters)

Porsche vertagt Entlastung von Wiedeking

Porsche hält sich die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen seinen unter Insiderverdacht stehenden früheren Vorstandschef Wendelin Wiedeking offen. Der Aufsichtsrat beschloss am Dienstag in Stuttgart, die Entlastung für Wiedeking und den ebenfalls von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen betroffenen ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter für das zurückliegende Geschäftsjahr zu vertagen. Darüber soll die Hauptversammlung am 29. Januar entscheiden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wiedeking und Härter wegen des Verdachts der unberechtigten Weitergabe von Insiderinformationen und der Marktmanipulation.

Externe Gutachter seien zwar zum dem Ergebnis gekommen, dass die beiden Manager gegen keine Gesetze verstoßen hätten, teilte Porsche mit. Vorstand und Aufsichtsrat seien trotzdem der Auffassung, dass das Ergebnis der behördlichen Ermittlungen abgewartet werden solle.

Wiedeking und Härter hatten mit komplizierten Finanzgeschäften versucht, Volkswagen unter die Kontrolle von Porsche zu bringen. Sie hatten Porsche dabei einen hohen Schuldenberg aufgebürdet. (Reuters)

Kaufzurückhaltung belastet Adobe

Die Kaufzurückhaltung der Kunden hat den Software-Hersteller Adobe Systems belastet. Im vierten Quartal sei ein Verlust von 32 Millionen Dollar verzeichnet worden, teilte der Anbieter der Acrobat-, Flash- und Photoshop-Programmen am Dienstag nach amerikanischem Börsenschluss mit. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Überschuss von 246 Millionen Dollar angefallen.

Ohne Sonderkosten habe sich der Gewinn auf 39 Cent je Anteilsschein belaufen, teilte der Konzern mit. Analysten haben im Schnitt lediglich mit 37 Cent gerechnet. Der Umsatz des Unternehmens ging im vierten Quartal um 17 Prozent auf 757 Millionen Dollar zurück und lag damit ebenfalls leicht über den Prognosen von Branchenkennern.

Kunden zögerten, ihre Programme aufzurüsten, so Adobe. Analysten gehen davon aus, dass viele Konsumenten die Upgrades im kommenden Jahr abwarten, bevor sie sich neue Adobe-Software zulegten. Der Kurs der Adobe-Aktien stieg nachbörslich um 1,6 Prozent. (Reuters)

Delta erwartet 2009 Milliardenverlust und hofft auf 2010

Die weltgrößte Fluggesellschaft Delta Air Lines rechnet in diesem Jahr mit einem Nettoverlust von 1,1 Milliarden Dollar. Die Umsatzentwicklung im vierten Quartal deute für 2010 aber eine Besserung an, teilte der Konzern am Dienstag mit. Für dieses Jahr macht Delta-Chef Ed Bastian vor allem Verluste aus Absicherungsgeschäften bei Kerosin für das Minus verantwortlich. Diese seien zu Jahresbeginn angefallen, sagte Bastian. Die Aktien der Airline gaben in New York um 1,3 Prozent nach.

Die Fluggesellschaft leidet zudem unter der hohen Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten. Sowohl Firmen als auch Privatleute sparen wegen der angespannten Lage am Jobmarkt bei Flugreisen. Allerdings gebe es auch Anzeichen für einen Aufwärtstrend, sagte Konzernchef Bastian. So habe der Verkauf von Tickets an Geschäftskunden in den vergangenen Wochen um fast 15 Prozent zugelegt. Die Airline rechnet für das vierte Quartal mit einer operativen Marge von ein bis zwei Prozent. Zuvor hatte Delta lediglich mit Erreichen der Gewinnschwelle gerechnet.

Der Fluggesellschafts-Dachverband IATA geht indes wegen steigender Kerosinpreise und stagnierender Erlöse trotz der anziehenden Konjunktur von einem weltweiten Verlust der Airlines im kommenden Jahr von 5,6 Milliarden Dollar aus. (Reuters)

Siemens lehnt Partnerschaft mit Areva ab

Der Münchener Mischkonzern Siemens will die alte Liebe mit dem französischen Atomkonzern Areva nach einem Pressebericht nicht wieder aufwärmen. „Der Zug ist abgefahren“, zitiert das „Handelsblatt“ (Mittwoch) aus Industriekreisen. Der Münchener Technologiekonzern wolle weiterhin seinen 34-prozentigen Anteil an der gemeinsam betriebenen Areva NP verkaufen und in Sachen Nukleartechnik künftig mit der russischen Rosatom zusammenarbeiten.

Am Vortag waren Spekulationen aufgekommen, dass die französische Regierung um ein Investment von Siemens bei Areva buhlen würde. Denn der Staatskonzern braucht binnen zwei Jahren rund 10 Milliarden Euro für eigene Investitionen und hat deshalb bereits seine Stromnetz-Sparte verkauft. Die Franzosen müssen unter anderem den deutschen Partner bei Areva NP auszahlen - um den Preis streiten die beiden Unternehmen gerade. Das hat die Stimmung doppelt vergiftet, denn bevor Areva sich nicht mit Siemens einigt, wird auch die Zusammenarbeit der Deutschen mit den Russen blockiert. (dpa-AFX)

Swiss Life gibt MLP mit Anteilsverkauf größere Unabhängigkeit

Der Finanz- und Versicherungsmakler MLP ist künftig unabhängiger vom ungeliebten Großaktionär Swiss Life. Der größte Schweizer Lebensversicherer reduzierte seine Beteiligung auf 9,9 von bislang 15,9 Prozent. Das sechsprozentige MLP-Paket übernahm der Krankenversicherer Barmenia, wie Swiss Life am Dienstag mitteilte. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Swiss Life war im Zuge der Übernahme von AWD an ein 24-Prozent-Paket an MLP gekommen. MLP hatte sich vehement gegen den Großaktionär zur Wehr gesetzt, weil die Firma sich in ihrer Unabhängigkeit bedroht sah. Eine Rolle spielte dabei auch, dass ein
Vermittler Kunden auf mögliche Interessenkonflikte hinweisen muss, wenn er Produkte eines Aktionärs verkauft, der mehr als zehn Prozent an ihm hält.

Um Unabhängigkeit zu demonstrieren, hatte MLP nach dem unerwünschten Einstieg den Vertrieb von Swiss-Life-Produkten eingestellt. Damit wurde der Plan der Schweizer torpediert, über den Vertriebskanal MLP mehr Policen in Deutschland zu verkaufen.
Im März hatte Swiss Life bereits rund neun Prozent an MLP an den Versicherer Talanx verkauft. (Reuters)

General Electric erwartet 2010 kaum Wachstum

Der amerikanische Mischkonzern General Electric geht ohne große Wachstumshoffnungen ins neue Jahr. In den Industriesparten seien keine deutlichen Sprünge zu erwarten, sagte Konzernchef Jeff Immelt am Dienstag vor Investoren. Dies gelte auch für die Bereiche Technologie, Hausgeräte oder Elektronik. GE werde in sein Kerngeschäft investieren und setze darauf, dass Wartung und Reparaturen bereits verkaufter Maschinen die Absatzeinbußen ausgleichen. Die Finanzdienstleistungssparte hat dabei nach Immelts Worten das Schlimmste hinter sich. Zudem verkauft GE derzeit seinen Anteil an dem Medienunternehmen NBC Universal. Der Siemens-Konkurrent veröffentlicht seit dem vergangenen Jahr keine Gewinnprognosen mehr und beschränkt sich darauf, einen allgemeinen Ausblick auf die erwarteten Geschäfte zu geben. (Reuters)

GM verhandelt mit Spyker Cars über Saab-Verkauf

Der amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) verhandelt mit dem niederländischen Sportwagenbauer Spyker über eine Übernahme seiner vom Aus bedrohten schwedischen Tochter Saab. Wie GM-Chef Ed Whitacre am Dienstag vor Reportern in Detroit sagte, sei Spyker Cars der einzig verbliebene Interessent. GM will Saab abwickeln, wenn nicht bis Ende des Jahres ein Käufer gefunden wird.

Am Montag hatte Saab den Verkauf von Technologie aus den Modellreihen 9-5 und 9-3 an den chinesischen Autokonzern BAIC mitgeteilt. Auch ein Teil der Fertigungsanlagen für diese Fahrzeuge wechselt den Besitzer. (dpa)

Wells Fargo übernimmt Prudential-Anteil an Gemeinschaftsunternehmen

Die amerikanische Bank Wells Fargo übernimmt für 4,5 Milliarden Dollar in bar den Anteil von Prudential Financial an dem Gemeinschaftsunternehmen Wells Fargo Advisors. Prudential Financial hielt einen Minderheitsanteil an Wells Fargo Advisors, das in der Vermögensberatung und als Retail-Broker tätig ist.

Erst am Vortag hatte Wells Fargo als letzte der großen amerikanischen Banken angekündigt, die Staatshilfe der Regierung von 25 Milliarden Dollar zurückzuzahlen. Dazu stemmt das Unternehmen eine Kapitalerhöhung, die dem Konzern am Dienstag einen Erlös von 12,25 Milliarden Dollar brachte.

Der Erlös war damit höher als von der Regierung vorgegeben, so dass Well Fargo nun auf den Verkauf von Unternehmensteilen verzichten kann. Hätte die Kapitalerhöhung nur ein Volumen von 10,4 Milliarden Dollar erreicht, wäre die Bank nach den Vorgaben der
Regierung verpflichtet gewesen, 1,5 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Unternehmensteilen zu generieren. (Dow Jones)


Wirtschaft

Amerikaner kaufen nur zögerlich für Weihnachten ein

Die amerikanischen Bürger kaufen nur zögerlich für Weihnachten ein. Der Einzelhandelsverband National Retail Federation (NRF) veröffentlichte am Mittwoch eine Umfrage, nach der die Amerikaner bis zur zweiten Dezemberwoche gerade 46,7 Prozent ihrer Einkäufe für die Feiertage erledigt hatten. Dies sei der niedrigste Anteil seit 2004. Die Verbraucher warteten auf die günstigsten Angebote, sagte eine Sprecherin der NRF. Ohnehin rechne der Einzelhandel wegen der Wirtschaftskrise mit einem geringeren Umsatz. (Reuters)

Basler Ausschuss lässt Zeit bei schärferer Regulierung

Notenbanken und internationale Aufsichtsbehörden wollen der Finanzbranche Verhandlungskreisen zufolge Zeit bei der Umsetzung neuer Vorschriften lassen. Der Basler Ausschuss habe jedoch keine festen Fristen für die Umsetzung der härteren Auflagen ins Auge gefasst, sagten drei mit den Gesprächen vertraute Personen Reuters am Mittwoch weiter. Demnach hält der aus 30 Staaten gebildete Ausschuss zudem an seinen Plänen fest, die neue Regulierung 2012 einzuführen. Die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ hatte zuvor von einer zehnjährigen Übergangsfrist berichtet, was faktisch einem Aufschub gleichkäme.

Im Basler Ausschuss beraten derzeit Notenbanker und Vertreter von Regulierungsbehörden über schärfere Auflagen für die Bankenbranche, deren riskante Geschäfte die Finanzkrise ausgelöst haben. Der Ausschuss will die Branche auf mehr und qualitativ besseres Eigenkapital verpflichten, ihre Verschuldung begrenzen und verhindern, dass der Zusammenbruch eines Großinstituts noch einmal das gesamte System ins Wanken bringt. (Reuters)

Australiens Wirtschaft erholt sich träger als erwartet

Die australische Wirtschaft hat sich im dritten Quartal schwächer als erwartet erholt. Wie die nationale Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 0,4 Prozent vorhergesagt. Auf Jahressicht legte das BIP um 0,5 Prozent zu, die Prognose hatte allerdings auf ein Plus von 0,7 Prozent gelautet. Für das zweite Quartal wurde die Wachstumsrate von 0,6 Prozent zum Vorquartal bestätigt.

Die unerwartete BIP-Entwicklung wurde auf einen schwachen Außenhandel und das allmähliche Auslaufen des Konjunkturprogramms zurückgeführt. Ökonomen sagten allerdings, dass die BIP-Daten etwas überholt seien, in jüngster Zeit hätten positive Signale vom Arbeitsmarkt auf eine stärkere Wirtschaft im Jahr 2010 hingedeutet. (Dow Jones)

Irischer Staat könnte bald die Hälfte der größten Banken besitzen

Der irische Staat könnte nach Einschätzung des Zentralbankchefs Patrick Honohan bald die Hälfte an den Kreditinstituten Allied Irish Banks und Bank of Ireland besitzen. Dies sei möglich, sagte Honohan bei einer Parlamentsanhörung am Dienstag in Dublin.

Das 54 Milliarden Euro schwere „Bad Bank“-Gesetze zwingt die beiden Geldhäuser zur Auslagerung ihrer Papiere. Die Institute müssen dadurch zusätzliches Kapital generieren. Bisher hält der irische Staat indirekt ein Viertel an der AIB und BOI.

Anfang Januar, nach der Übernahme der Anglo Irish Bank, hatte die Regierung erklärt, den Banken weitere Gelder bereitzustellen, wenn sich keine privaten Geldgeber finden ließen. Weitere Verstaatlichungen solle es hingegen nicht geben, hieß es. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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