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Medienschau Amerikanische Notenbank bleibt beim Nullzins - Japan lockert geldpolitische Zügel

17.03.2010 ·  Unicredit weist Gewinn von 1,7 Milliarden Euro aus, Metro verzeichnete 2009 Rückgänge, Lanxess für laufendes Jahr optimistisch, Milliardenschulden bei Porsche, Linde scheut Prognose für 2010, CIT mit Milliardenverlust, Korea Life mit Kurssprung zum Börsendebüt, Kreise - Pfizer reicht bindende Offerte für Ratiopharm ein, Blatt- Nissan könnte sich Renault/Daimler-Gesprächen anschließen, Börsengang soll Joyou bis zu 190 Millionen Euro bringen, amerikanische Notenbank bleibt beim Nullzins,Japan lockert geldpolitische Zügel, Weltbank - China sollte Zügel in Geldpolitik anziehen, amerikanischer Kongress will China zur Aufwertung zwingen, Experte warnt vor Finanzhilfen für Griechenland

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Unternehmen

Unicredit weist Gewinn von 1,7 Milliarden Euro aus

Die italienisch-deutsche Bankengruppe Unicredit weist für das Jahr 2009 einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro aus. Das ist ein Minus von 58 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Der operative Gewinn dagegen sei um 20,3 Prozent auf 12,25 Milliarden Euro gestiegen, während die operativen Kosten um 8,2 Prozent gefallen seien. Das Unternehmen will eine Dividende von drei Cents je Aktie zahlen. (Ad-hoc)

Metro verzeichnete 2009 Rückgänge

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat 2009 Rückgänge verzeichnet. Der Umsatz nahm um 3,6 Prozent auf 65,5 Milliarden Euro ab, teilte die Metro AG am Mittwoch in Düsseldorf zur Bilanzvorlage mit. Das ging jedoch auf Wechselkurseffekte zurück. In den Währungen der jeweiligen Ländern stieg der Umsatz leicht um 0,2 Prozent. Der Konzerngewinn sank 2009 um fast 7 Prozent auf 519 Millionen Euro. Bereinigt um Aufwendungen für den Konzernumbau stieg der Gewinn um 14 Prozent auf 824 Millionen Euro. Zur Metro gehören Großhandelsmärkte, die Elektronikketten Media Markt/Saturn, der Lebensmittelhändler Real und Kaufhof-Warenhaus. (dpa)

Lanxess für laufendes Jahr optimistisch

Der Spezialchemiekonzern Lanxess zeigt sich nach einem Nachfrageeinbruch 2009 für das laufende Jahr optimistisch. „Das vierte Quartal 2009 und unser Start ins neue Jahr stimmen uns zuversichtlich“, sagte Konzernchef Axel Heitmann am Mittwoch in Köln laut Redetext. Für 2010 sei ein deutlich verbessertes Ergebnis zu erwarten. Ein selbst tragender Aufschwung sei aber noch nicht erkennbar. Die Krise hatte 2009 zu einem kräftigen Einbruch des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (Ebitda) auf 465 (Vorjahr 722) Millionen Euro geführt, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz brach um gut 23 Prozent auf 5,057 Milliarden Euro ein. Dank Kostensenkungen und der von China ausgehenden Konjunkturerholung blieb der Konzern mit 40 (183) Millionen Euro aber klar in der Gewinnzone. Die Dividende für 2009 soll mit 0,50 Euro je Aktie stabil bleiben. Die Leverkusener trafen die Erwartungen der Analysten damit in etwa und erfüllten auch die zuletzt angehobene hauseigene operative Ergebnisprognose. Im vierten Quartal setzte sich die Erholung getrieben durch eine hohe Nachfrage in Asien und ein gutes Kautschuk-Geschäft fort. (dpa-AFX)

Milliardenschulden bei Porsche durch gescheiterte VW-Übernahme

Nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen drücken den Sportwagenhersteller Porsche weiter Milliardenschulden. Im Ende Januar abgeschlossenen ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/2010 stand der Stuttgarter Konzern noch immer mit 6,1 Milliarden Euro bei den Geldgebern in der Kreide, wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Halbjahresbericht hervorgeht. Die 3,9 Milliarden Euro aus dem Einstieg von Volkswagen seien zum Großteil in den Schuldenabbau geflossen, erklärte Porsche. Ende Juli 2009 hatten die Stuttgarter noch 11,4 Milliarden Euro Schulden. Porsche, dessen Bilanz durch der Einbeziehung des VW-Ergebnisses nicht mehr mit den Vorjahren vergleichbar ist, hat nach eigenen Angaben mit seinem Sportwagengeschäft in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres operativ 329 Millionen Euro eingefahren. Die Marge von Porsche sei damit trotz widriger wirtschaftlicher Bedingungen zweistellig geblieben, womit die Stuttgarter weiter der profitabelste Automobilhersteller der Welt sind. Die Porsche Automobil Holding SE schrieb im abgelaufenen Halbjahr nach Steuern einen Gewinn von 871 Millionen Euro. Im Gesamtgeschäftsjahr erwartet Porsche wie angekündigt einen niedrigen einstelligen Milliardenverlust. Grund ist vor allem die Aufräumaktion in der Bilanz nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen. Hinzu kommt die Kapitalerhöhung von VW, an der Porsche nicht teilnimmt, was zur Verwässerung des Anteils führt. (Dow Jones Newswires)

Linde scheut Prognose für 2010

Der Industriegasekonzern Linde wagt für das laufende Jahr keinen konkreten Ausblick. „Mit Blick auf die aktuellen Konjunkturprognosen erwarten wir aus heutiger Sicht, im Geschäftsjahr 2010 den Konzernumsatz und das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr zu steigern“, kündigte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle bei der Bilanzvorlage am Mittwoch lediglich an. Sollte sich die allgemeine Wirtschaftslage weiter verbessern, gelte dies auch für 2011. Im Hauptbereich Gase hat sich Linde vorgenommen, besser abzuschneiden als seine Konkurrenz und Umsatz und Gewinn nach oben zu schrauben. Das operative Ergebnis werde im laufenden Jahr einen Rekordwert von mehr als rund 2,42 Milliarden Euro erreichen. Der Bereich Anlagenbau werde wie 2009 etwa einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Eine operative Marge von acht Prozent bleibe das Ziel für dieses Segment. Obwohl Linde im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang auf 653 Millionen Euro von zuvor 776 Millionen Euro hinnehmen musste, will der Konzern seinen Eigentümern eine unveränderte Dividende von 1,80 Euro je Aktie zahlen. (Reuters)

CIT mit Milliardenverlust

Die angeschlagene amerikanische Mittelstandsbank CIT hat das vierte Quartal mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Das Minus habe ohne Sonderposten und Bilanzberichtigungen eine Milliarde Dollar erreicht, teilte das zuletzt in einem Konkursverfahren sanierte Unternehmen am Dienstag mit. CIT hatte einen Verlust von 900 Millionen Dollar prognostiziert. Die Bank wird seit Februar von John Thain geleitet, dem ehemaligen Chef der Investmentbank Merrill Lynch, die in der Finanzkrise von der Bank of America übernommen wurde. CIT-Aktien legten nachbörslich 2,8 Prozent zu. (Reuters)

Korea Life mit Kurssprung zum Börsendebüt

Nach Preisabschlägen im Vorfeld hat der südkoreanische Versicherer Korea Life ein furioses Börsendebüt hingelegt. Der Kurs des Neulings schnellte am Mittwoch in Seoul elf Prozent in die Höhe. Dies galt als gutes Omen für weitere IPOs in der Region. Im Mai will Konkurrent Samsung Life an die Börse gehen und dabei rund drei Milliarden Euro einsammeln. Das wäre mehr als doppelt so viel wie bei Korea Life. Der Branchenzweite des Landes nahm rund 1,2 Milliarden Euro ein. In Japan strebt im April der Versicherer Dai-ichi Mutual an die Börse. Dieses IPO könnte mit fast neun Milliarden Euro der weltweit größte Börsengang seit 2008 werden. Korea Life notierte bei 8860 Won, nachdem die Aktie mit 8200 Won unterhalb der angepeilten Preisspanne in den Handel gegangen war. Die Vorsicht des Unternehmens habe sich ausgezahlt und einen starken Start ermöglicht, sagten Analysten. (Reuters)

Kreise - Pfizer reicht bindende Offerte für Ratiopharm ein

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer will in der Schlussrunde des Bieterprozesses um den Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm Kreisen zufolge an diesem Mittwoch seine bindende Offerte einreichen. „Beim Preis wird Pfizer diszipliniert vorgehen“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Mittwoch. Die Frist zur Abgabe finaler Gebote für Ratiopharm läuft mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen zufolge am Donnerstag aus. Wie es um die Offerten der anderen Bieter steht, blieb zunächst unklar. Zuletzt waren neben Pfizer noch der israelische Generikaspezialist Teva sowie der isländische Wettbewerber Actavis im Rennen. Bei Pfizer war zunächst keine Stellungnahme zu den Informationen erhältlich. Bislang war Kreisen zufolge die Offerte von Actavis mit rund drei Milliarden Euro die höchste. Die Eigentümer-Familie Merckle muss Ratiopharm verkaufen, um ihre Milliardenschulden bei den Banken zu verringern. Ratiopharm ringt mit der Bad Vilbeler Stada um Platz zwei unter den deutschen Herstellern von Nachahmermedikamenten. Pfizer-Chef Jeff Kindler und hochrangige Manager des amerikanische Konzerns hatten erst kürzlich in Ulm vor etwa 50 Ratiopharm-Führungskräften ihre Zukunftspläne für das Unternehmen erläutert. So will Pfizer mit dem Zukauf Kreisen zufolge das Generikageschäft in Europa deutlich ausbauen. Demnach ist geplant, die Produktionskapazitäten von Ratiopharm zu erweitern. Das Unternehmen soll bei Pfizer Teil des Bereichs Established Products (EPBU) werden und dort Keimzelle für das Generikageschäft in Europa sein. Pfizer hatte in der Präsentation laut den Informationen auch Investitionen in Aussicht gestellt. Die Marke Ratiopharm solle erhalten und weiter gestärkt werden - auch weltweit. Teva und Actavis hatten Kreisen zufolge ebenfalls dem Ulmer Management ihre Strategien vorgestellt. Wie auch die Wettbewerber Sanofi-Aventis und Novartis will Pfizer sein Original-Präparate-Geschäft stärker mit Generika ergänzen, um die Folgen von Patentabläufen abzumildern, die in den nächsten Jahren anstehen. Vor allem für injizierbare Nachahmerprodukte hatte Pfizer zuletzt einige Kooperationen auf den Weg gebracht. Analysten zufolge könnte ein Zusammenschluss mit Ratiopharm den Amerikanern helfen, etwa in der Produktion die Kosten im Generika-Geschäft zu verringern. (Reuters)

Blatt- Nissan könnte sich Renault/Daimler-Gesprächen anschließen

Nissan schließt sich einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise den Gesprächen der beiden Autobauer Renault und Daimler über eine gegenseitige Beteiligung an. Dies berichtete das japanische Wirtschaftsblatt „Nikkei“ am Mittwoch. Berichte über eine Kapitalverflechtung als Teil einer möglichen längeren Partnerschaft hatten die Aktien von Renault und Daimler am Mittwoch steigen lassen. Darauf angesprochen sagte Renault-Chef Carlos Ghosn, der auch Nissan vorsteht, er sei offen für Überkreuzbeteiligungen mit anderen Autobauern. (Reuters)

Börsengang soll Joyou bis zu 190 Millionen Euro bringen

Der chinesische Armaturenhersteller Joyou will mit seinem Börsengang in Frankfurt Ende März bis zu 190 Millionen Euro einsammeln. Dafür werden bis zu sieben Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten und bis zu 1,05 Millionen Aktien aus dem Bestand der Alteigentümer für eine Mehrzuteilungsoption, wie aus dem in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht. Die erwarteten Bruttoerlöse beziffert das Unternehmen auf 100 bis 190 Millionen Euro - womit Joyou der größte chinesische Neuzugang am deutschen Aktienmarkt werden könnte. Bislang hielt der Müllverbrennungsanlagenbauer ZhongDe, der im Juli 2007 debütierte, mit rund 109 Millionen Euro diesen Titel. Die Aktien von Joyou sollen am 30. März erstmals gehandelt werden. In den Tagen zuvor tauchen schon eine ganze Reihe neuer Namen auf den Kurszetteln der Börsianer auf: Kabel Deutschland, Brenntag und Tom Tailor haben ebenfalls für die letzten März-Tage ihr Börsendebüt angekündigt. Nachdem monatelang kaum ein Unternehmen den Sprung an den Kapitalmarkt gewagt hat, wird nun gespannt gewartet, ob die Börsenneulinge bei den Investoren gut ankommen - vor allem Kabel Deutschland und Brenntag, weil sie mit einem Emissionsvolumen von über 800 Millionen Euro als Vorreiter für andere Börsenkandidaten gelten. Joyou will mit den Erlösen aus dem Initial Public Offering (IPO) seine Expansion finanzieren. Geplant sei unter anderem, für 35 Millionen Euro einen Produzenten von Keramik-Sanitärprodukten zu kaufen und für 30 Millionen Euro neue Produktionsanlagen zu bauen. Das Unternehmen aus Nanan in der Provinz Fujian entwirft, produziert und verkauft Wasserhähne und andere Sanitärprodukte in China. Joyou-Aktien können vom 23. März bis zum 26. März gezeichnet werden. Den Börsengang begleiten Macquarie, die chinesische CICC, WestLB und DZ Bank. (Reuters)




Wirtschaftsnachrichten

Amerikanische Notenbank bleibt beim Nullzins

Trotz aufgehellter Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten bleibt die Notenbank Fed ihrer Politik des billigen Geldes vorerst treu. Der Leitzins werde noch „eine längere Zeit“ außerordentlich niedrig bleiben, kündigte die Federal Reserve am Dienstag nach einer Sitzung ihres Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington an. Die Notenbanker behielten damit trotz einer Gegenstimme aus den eigenen Reihen die in der Krise geprägte Formel bei, die den Finanzmärkten für eine Reihe von Monaten Ruhe an der Zinsfront signalisiert. Die Banken erhalten von der Fed weiterhin frisches Geld praktisch zum Nulltarif: Die Notenbank beließ das Zins-Band bei null bis 0,25 Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Zentralbanker erst bei einer stabilen Belebung der Wirtschaft an der Zinsschraube drehen werden - frühestens im zweiten Halbjahr. (Reuters)

Japan lockert geldpolitische Zügel

Unter politischem Druck lockert die japanische Zentralbank die bereits extrem losen geldpolitischen Zügel noch weiter, um sich gegen den Preisverfall zu stemmen. Zum Abschluss zweitägiger Beratungen beschloss der geldpolitische Rat der Bank von Japan am Mittwoch, dem Finanzmarkt weitere 10 Billionen Yen (derzeit rund 80,6 Milliarden Euro) zu einem festen Zinssatz von 0,1 Prozent zu leihen. Damit verdoppelt die Zentralbank das erst im vergangenen Dezember im Kampf gegen die Deflation eingeführte Finanzprogramm. Den Leitzinssatz beließen Japans Währungshüter vorerst bei 0,1 Prozent. Die Zentralbanker standen in letzter Zeit unter spürbarem Druck der Regierung, mehr im Kampf gegen die Deflation mit andauernd fallenden Preisen zu tun. Finanzminister Naoto Kan hatte unlängst erklärt, dass die Verbraucherpreise um ein Prozent oder etwas mehr steigen sollten. Japans Wirtschaft nimmt zwar an Fahrt auf, wie auch die Zentralbank erklärte. So stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal des bis Ende März laufenden Steuerjahres mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,8 Prozent. Gefahr droht der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt jedoch durch die andauernde Deflation. (dpa)

Weltbank - China sollte Zügel in Geldpolitik anziehen

Die Weltbank fordert China auf, angesichts des kräftigen Wachstums die Zügel anzuziehen. Anders als in anderen Ländern laufe die Wirtschaft in China auf Hochtouren, sagte Weltbank-Experte Louis Kuijs am Mittwoch. Die Weltbank erwartet für das laufende Jahr einen Zuwachs von 9,5 Prozent, nach 8,7 Prozent 2009. „Deswegen braucht China eine andere Geldpolitik als die meisten anderen Länder.“ Angesichts der weltweiten Unsicherheiten müsse die Regierung in Peking flexibel bei ihren Entscheidungen sein. Dabei sprechen sich die Experten unter anderem dafür aus, die Geldpolitik zu straffen, um die Inflationserwartungen und übermäßig steigende Anlagewerte etwa bei Immobilien in den Griff zu bekommen. „Es spricht einiges für eine stärkere Rolle von Zinssätzen in der Geldpolitik“, hieß es in der Studie. „Wenn sich die Verantwortlichen Sorgen um zinsabhängige Kapitalflüsse machen, könnte eine größere Flexibilität der Währung helfen.“ Die Vereinigten Staaten werfen China seit langem vor, den Kurs der Landeswährung Yuan künstlich niedrig zu halten und so den heimischen Exporteuren Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. China wies zuletzt Forderungen nach einer Aufwertung des Yuan zurück. (Reuters)

Amerikanischer Kongress will China zur Aufwertung zwingen

Der amerikanische Kongress will China mit der Androhung von Strafzöllen zwingen, seine Währung gegenüber dem Dollar aufzuwerten. Ein entsprechender überparteilicher Gesetzentwurf wurde am Dienstag im Senat vorgestellt. Er sieht vor, dass eine „Fehlbewertung“ (misalignment) nationaler Währungen vom amerikanische Handelsministerium zum Anlass für Sanktionen genommen werden kann. „Irgendwann werden die Chinesen entscheiden, dass es in ihrem Interesse ist, sich einem flexibleren Austauschkurs anzunähern“, sagte Finanzminister Timothy Geithner dem TV-Sender Fox Business. „Wenn sie sich nicht bewegen, werden wir sie zwingen“, sagte der republikanische Senator Sam Brownback. Die Vereinigten Staaten werfen China vor, seine Landeswährung Yuan mit einem Festkurs zum Dollar künstlich niedrig zu halten. Damit würden chinesische Exporte in die Vereinigten Staaten verbilligt, umgekehrt würden amerikanische Exporte nach China teuerer. Dies beeinträchtige den Handel und schade der amerikanische Wirtschaft. Der demokratische amerikanische Senator Charles Schumer und sein republikanischer Kollege Lindsey Graham versuchen bereits seit Jahren, wegen Währungsmanipulation Strafsteuern gegen China durchzusetzen. Unter dem nun vorgelegten Gesetz würde bereits eine „Fehlbewertung“ von Währungen Strafzölle ermöglichen, ohne dass dem jeweiligen Land eine absichtliche Manipulierung nachgewiesen werden müsste. Der Entwurf sieht vor, dass das amerikanische Finanzministerium jeweils im September und März Länder mit falsch bewerteten Währungen benennt. Dann kann das Handelsministerium, die Fehlbewertung mit in seine Berechnung von Strafzöllen für bestimmte Produkte einbeziehen. Das betroffene Land erhält jeweils 90 Tage Zeit, auf die Entscheidung der Vereinigten Staaten zu reagieren. Das Thema wurde aktuell, weil der amerikanische Präsident Barack Obama zur Überwindung der Wirtschaftskrise eine Verdopplung der Exporte anstrebt. Senator Sherrod Brown sagte, ohne eine Lösung des Währungskonflikts mit China sei das Ziel nicht zu erreichen. Jahrelange Diskussionen hätten nichts gebracht, betonte Schumer. „Wir haben die Schnauze voll.“ Die Initiatoren des Gesetzes rechnen damit, dass es vom Kongress sehr schnell verabschiedet wird. Senator Graham forderte Obama auf, im Halbjahresbericht der Regierung zum internationalen Handel am 15. April China offiziell der Währungsmanipulation zu bezichtigen. (Reuters)

Experte warnt vor Finanzhilfen für Griechenland

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Wolfgang Franz, hat vor Finanzhilfen der Europäer für das hoch verschuldete Griechenland gewarnt. „Wenn geholfen werden soll, wäre das eine Sache für den Internationalen Währungsfonds“, sagte Franz am Dienstagabend auf einem Siemens- Wirtschaftsforum vor Unternehmern in Göhren-Lebbin (Müritzkreis) in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu brauche die EU keinen Europäischen Währungsfonds. Zudem seien die Griechen „alles andere als unverschuldet in die Krise geraten“. „Ich kann nur warnen vor einem in dem Zusammenhang diskutierten EU-weiten Finanzausgleich, das würde ein ökonomisches Desaster“, erklärte der Volkswirtschaftler. Kredithilfen sind auch in der EU äußerst umstritten. Griechenland ist mit mehr als 300 Milliarden Euro verschuldet. Die sozialistische Regierung hat ein hartes Sparprogramm geplant, das unter anderem Gehaltskürzungen für Beamte sowie erhebliche Einsparungen im Sozialbereich vorsieht. (dpa)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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