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Medienschau Amerikanische Investoren schielen auf Karstadt und Kaufhof

22.03.2010 ·  Der Automobilverband VDA rechnet mit höheren Autoexporten, Singulus kehrt in den TecDax zurück. Die FDP plant eine Bankenabgabe. Coca-Cola verhandelt über Kostensenkungen und die EMI will alte Aufnahmen abgeben.

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Unternehmen

Amerikanische Investoren schielen auf Karstadt und Kaufhof

In der deutschen Warenhauslandschaft könnte sich nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ ein deutscher Großkonzern unter der Regie von amerikanischen Investoren entstehen. Nach Informationen des Blattes gibt es Investoren, die nicht nur die insolvente Karstadt-Kette übernehmen, sondern auch Metro die Kaufhof-Warenhäuser abkaufen wollen. Ein Metro-Sprecher sagte der Zeitung dazu lediglich, man rede mit vielen Interessenten, die solch ein Geschäft gern machen wollten. „Es gibt derzeit aber keine konkreten Verkaufsgespräche.“ (dpa-AFX)

Singulus kehrt zurück in TecDax

Die Aktie von Singulus wird in Kürze wieder in den TecDax zurückkehren. Das Papier des Spezialmaschinenbauers wird von diesem Montag an (22. März) wieder in den Technologie-Index aufgenommen und dort Rofin-Sinar ersetzen. Dies hatte die Deutsche Börse nach der Sitzung des Arbeitskreises Aktienindizes am 3. März beschlossen. Singulus war erst im September 2009 aus dem Technologie-Index herausgefallen. Der Verbleib des Laserspezialisten Rofin-Sinar scheiterte laut Experten wohl am schwachen Börsenumsatz in Deutschland. Im Dax und MDax gab es keine Änderungen. Im SDax werden die Aktien von Balda und Amadeus Fire neu aufgenommen. Dafür fallen Curanum und Arques heraus. (dpa-AFX)

Coca-Cola verhandelt über Kostensenkungen

Der Getränkeriese Coca-Cola verhandelt angesichts des scharfen Preiskampfes in der Branche über Einsparungen an seinen deutschen Standorten. Thema in laufenden Tarifgesprächen seien auch Ansatzpunkte für Kostensenkungen, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag auf Anfrage in Berlin. Dabei gehe es darum, in den nächsten Jahren mögliche Überkapazitäten abzubauen und in ländlichen Gebieten Vertriebsaktivitäten an externe Partner geben zu können. Zugleich sei aber „eine umfassende Beschäftigungssicherung“ angeboten worden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnte vor einer Schließung von 24 Standorten und drohte mit Warnstreiks. (dpa-AFX)

VDA rechnet mit höheren Autoexporten

Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), erwartet in diesem Jahr ein gutes Exportjahr für die deutschen Autobauer. Laut der „Stuttgarter Zeitung“ rechnet er damit, dass die weltweite Pkw-Produktion der deutschen Hersteller 2010 um drei Prozent auf rund zehn Millionen Fahrzeuge zunimmt. Im vergangenen Jahr war ein Rückgang von neun Prozent zu verzeichnen.

Wissmann rechnet vor allem mit besseren Geschäften von Autoherstellern im gehobenen Bereich. Nachdem die Kaufanreize für Klein- und Mittelklassewagen in vielen Ländern auslaufen, drehe sich die Entwicklung. Die Marktanteile der Premiumhersteller nähmen zu. Der Verkauf von Firmen- und Mietwagen habe sich in den vergangenen Monaten verdoppelt. (dpa-AFX)

EMI will alte Aufnahmen abgeben

Im Ringen um sein Überleben will der britische Musikkonzern EMI einem Zeitungsbericht zufolge das Management alter Aufnahmen für rund fünf Jahre an die Konkurrenz übergeben. Dadurch könnte das strauchelnde Unternehmen rund 400 Millionen Pfund einnehmen und eine Übernahme durch die Citigroup verhindern, bei der es hohe Schulden hat, schreibt die „Sunday Times“. EMI sei mit mehreren Konkurrenten im Gespräch, um seinen nordamerikanischen Backup-Katalog zu übergeben. In solchen Katalogen sind die Rechte an Aufnahmen enthalten, die noch lieferbar aber keine Neuerscheinungen sind. EMI wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Derzeit werde unter anderem mit Universal Music verhandelt, auch Sony und Warner Music kämen infrage, schreibt die Zeitung. In dem Back-Katalog seien unter anderem alte Aufnahmen der Beatles und von Blondie enthalten. Er sei für einen Großteil des Umsatzes verantwortlich. In der vergangenen Woche war spekuliert worden, dass der Konkurrent Warner Music sich mit dem amerikanischen Finanzinvestor KKR zusammengetan habe, um die Briten zu übernehmen. Derzeit gehört der Konzern, der Musikgrößen wie Robbie Williams und Coldplay unter Vertrag hat, noch dem Investor Terra Firma. EMI häuft seit längerer Zeit Verluste an und kann möglicherweise seine Milliardenkredite nicht rechtzeitig bedienen. (dpa-AFX)

Daimler-Aktionär Aabar will Beteiligung nicht erhöhen

Daimler-Großaktionär Aabar Investments will seine Beteiligung an dem Stuttgarter Automobilhersteller derzeit nicht erhöhen. Nach dem Kursanstieg der Daimler-Aktie seien Pläne für eine Aufstockung verschoben worden, sagte Aabar-Vorstandschef Mohamed Badawy al-Husseiny der Nachrichtenagentur Bloomberg. Nach dem Kursanstieg sei die Frage, ob es großen strategischen Wert habe, die Beteiligung auf 15 Prozent von 10 Prozent zu erhöhen.

Die Aabar Investments PJSC war Ende März 2009 über eine Kapitalerhöhung mit gut 9 Prozent bei Daimler eingestiegen und hatte den Stuttgartern so 1,95 Milliarden Euro in die Kassen gespült. Aabar-Chairman Khadem Abdulla al-Qubaisi hatte im November gesagt, das Staatsunternehmen könne den Anteil auf 15 Prozent ausweiten. Die Aktie der Stuttgarter hatte im vergangenen Jahr um 59 Prozent zugelegt, wie Bloomberg auf ihrer Webseite am Sonntag weiter berichtet. (Dow Jones)




Wirtschaftsnachrichten

Bernanke nennt Existenz „zu großer“ Banken unzumutbar

Der amerikanische Zentralbankpräsident Bernanke hat erneut davor gewarnt, das Problem sehr großer und systemisch wichtiger Banken aus dem Auge zu verlieren, die „zu groß zum Scheitern“ sind. „Es ist nicht zumutbar, dass das Schicksal der Weltwirtschaft so eng mit einer kleinen Gruppe gigantischer Finanzinstitute verknüpft sein soll“, sagte Bernanke am Samstag bei einer Rede vor Mitarbeitern lokaler Banken in Orlando.

Bernanke forderte abermals die Schaffung einer Behörde, die für die geordnete Abwicklung von Banken zuständig ist. Er erteilte zudem dem Vorschlag eine Absage, die Aufsicht über lokale Banken der Fed zu entziehen und der geplanten Verbraucherschutzbehörde zu übertragen. Die Präsidenten der regionalen Federal Reserve Banks erhielten durch die Aufsicht über diese Banken wichtige Informationen, die auch in die Zinsentscheidungen der Fed einflössen. (Reuters)

FDP plant Bankenabgabe

Der FDP-Finanzmarktexperte Frank Schäffler hat ein Modell erarbeitet, das sich in den Grundlinien mit den Plänen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) deckt. Danach sollen alle Kreditinstitute eine so genannte Finanzmarktversicherungsprämie zahlen, die sich nach dem Risiko des Instituts richte, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD - Montagausgabe). Die Prämie soll an den Bankenrettungsfonds SoFFin fließen, der zu einer dauerhaften Rettungseinrichtung würde. (Dow Jones)

Justizministerium will Managerhaftung verschärfen

Das Bundesjustizministerium hat Pläne für eine Verschärfung der Managerhaftung konkretisiert. Laut der „Berliner Zeitung“ will das Ministerium die Verjährungsfristen für die zivilrechtliche Haftung von fünf auf zehn Jahre auszuweiten. Firmen hätten bei einer solchen Verlängerung der Verjährungsfrist bessere Chancen, ihre Schadenersatzansprüche gegenüber Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern geltend zu machen. (dpa-AFX)

Republikaner wollen zahlreiche Änderungen der Finanzreform

Nach ihrer Niederlage bei der Gesundheitsreform wollen die amerikanischen Republikaner zahlreiche Änderungen der Neuregulierung der Finanzmärkte beantragen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vor der ersten Beratung der Reform im Bankenausschuss des Senats vorlagen. Damit zeichnet sich eine langwierige Debatte über das Projekt ab, mit dem Präsident Obama eine Wiederholung der Finanzkrise vermeiden will.

Die Republikaner streben den Dokumenten zufolge rund 300 Änderungen an dem Gesetzentwurf an, den die Demokraten nach dem Scheitern monatelanger überparteilicher Gespräche vorgelegt haben. Abgeschwächt werden sollen vor allem der Rat für
systemische Risiken, ein Fonds zur Abwicklung angeschlagener Finanzinstitute und der Plan, hunderte regionaler Banken aus der Kontrolle der Notenbank Fed zu lösen.

Die Republikaner wollen zudem große Teile der geplanten Regulierung des Derivatehandels verhindern, der bislang direkt zwischen den Beteiligten abgewickelt wird und als intransparent gilt. (Reuters)

Argentiniens Wachstum beschleunigt sich nach offiziellen Angaben im vierten Quartal

Argentiniens Wirtschaftswachstum hat sich in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen Oktober und Dezember 2009 um 2,6 Prozent zum Vorjahresquartal, wie die Statistikbehörde des Landes am Freitag mitteilte. Im dritten Jahresviertel hatte das BIP lediglich um 1,9 Prozent höher gelegen.

Im Gesamtjahr expandierte die argentinische Wirtschaft der Behörde zufolge um 0,9 Prozent. Diese Angaben stehen allerdings im Widerspruch zu Berechnungen von privaten Analysten. Sie gehen davon aus, dass die Wirtschaft 2009 zwischen 2,0 Prozent und 4,5 Prozent geschrumpft ist. Wirtschaftsminister Amado Boudou rechnet für das laufenden Jahr mit einem BIP-Anstieg um 2,5 Prozent. (Dow Jones)

Griechenland braucht keine Finanzhilfen

Griechenland braucht gegenwärtig keine finanziellen Hilfen. Das habe der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel versichert, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung des Bundesregierung. Merkel habe außerdem die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung gelobt und die Bereitschaft der EU bekräftigt, die Stabilität des Euroraums zu verteidigen. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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