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Medienschau Amerikanische Banken bauen Stellen ab

 ·  Jeder zehnte Arbeitsplatz in amerikanischen Banken ist gefährdet. Mercedes-Benz und Porsche mussten in den Vereinigten Staaten Absatzeinbußen hinnehmen. Bundesbank-Präsident Axel Weber hält die Finanzkrise noch nicht für beendet.

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Unternehmensmeldungen

Amerikanische Banken vor drastischem Stellenabbau

Bei amerikanischen Banken droht nach Einschätzung des Finanzforschungsunternehmens Celent in den kommenden 12 bis 18 Monaten ein drastischer Personalabbau. Etwa 200.000 der bislang zwei Millionen Arbeitsplätze könnten verloren gehen. Weitere Kündigungen seien unausweichlich, da die Subprime-Krise allmählich auch andere Teile der Bankenbranche treffe. 2007 hatte der Finanzdienstleistungssektor 153.000 Stellenstreichungen bekannt gegeben. (AP)

Intel treibt mobiles Internet voran

Der amerikanische Chip-Hersteller Intel hat eine neue Familie stromsparender Mikroprozessoren vorgestellt, mit der die mobile Nutzung des Internets vorangetrieben werden soll. Das Unternehmen präsentierte am Dienstag in Schanghai fünf neue Chips seiner Produktreihe „Atom“, die in „Mobile Internet Devices“ (MID) eingesetzt werden können. Partner des Konzerns wie Lenovo, Benq, Panasonic, LG und Asus stellten auf dem Intel-Entwicklerforum IDF Prototypen der Internet-Geräte in Taschenbuchgröße vor, in denen ein Atom-Chip arbeitet. (dpa)

Phoenix Solar erhöht Kapital

Der Solaranlagenbauer Phoenix Solar hat eine Kapitalerhöhung um 607.500 Aktien, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Preis für die neuen Anteilsscheine steht noch nicht fest. Die Aktie des Unternehmen aus der Nähe von München war vorige Woche in den Tec-Dax aufgenommen worden und notierte am Montag bei 35 Euro. (Reuters)

Patrizia bewertet Immobilien höher

Die Höherbewertung von Immobilien hat Patrizia Immobilien im vergangenen Jahr einen höheren Gewinn beschert. Der Konzernüberschuss betrage wie erwartet 48 Millionen Euro und liege damit gut 48 Prozent über dem Vorjahreswert, teilte die Augsburger Gesellschaft am Mittwoch mit. Wegen der amerikanischen Hypothekenkrise und deren Auswirkung auf die deutsche Immobilienwirtschaft erwartet Patrizia für 2008 mit 25 bis 30 Millionen Euro nur noch gut die Hälfte des Vorsteuerergebnisses von 2007. Im vergangenen Jahr war es um 34 Prozent auf 63 Millionen Euro gestiegen. (Reuters)

Börsengang von Evonik verschoben
Die RAG-Stiftung hat den Börsengang des Industriekonzerns Evonik wegen der schwierigen Situation am Kapitalmarkt auf Eis gelegt und will nun einen Investor suchen, der sich an Evonik beteiligt. Der Börsengang sei zwar der weiterhin bevorzugte Weg, hieß es am Dienstag.

Er werde aber jetzt wegen mangelnder Aussicht auf einen angemessenen Erlös für die Evonik-Aktien nicht mehr weiterverfolgt. Der Weg könne bei aussichtsreicheren Perspektiven aber wiederaufgenommen werden. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ sind drei bis vier Investoren im Gespräch. (dpa)

Mercedes-Benz und Porsche setzen weniger in den Vereinigten Staaten ab
Mercedes-Benz und Porsche mussten in den Vereinigten Staaten zum Teil hohe Einbußen beim Absatz hinnehmen. Volkswagen, Audi und BMW dagegen verkauften mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Auch die amerikanischen Hersteller sowie Toyota mussten Federn lassen.

Der Mercedes-Benz-Absatz sank um 3,7 Prozent auf 20.808 Fahrzeuge. Der Sportwagenhersteller Porsche lieferte in den Vereinigten Staaten und Kanada nur noch 2624 Autos aus - 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der größte amerikanische Hersteller General Motors brachte in seinem Heimatmarkt 13 Prozent weniger Autos an die Kunden und lieferte nur noch 282.732 Fahrzeuge aus. Auch Toyota verkaufte weniger: Insgesamt sank der Absatz des japanischen Konzerns in den Vereinigten Staaten um 3,4 Prozent auf 217.730 Stück. (Reuters)

Münchener Rück kauft in Amerika zu
Der Versicherungskonzern Münchener Rück hat den Kauf des amerikanischen Versicherers für Senioren Sterling Life Insurance Company abgeschlossen. Der Kaufpreis habe 243 Millionen Euro betragen, teilte die Assekuranz mit. Mit rund 176.000 Kunden zähle Sterling in den Vereinigten Staaten zu den führenden Krankenversicherern für Menschen über 50 beziehungsweise über 65 Jahren.

Die Münchener Rück hatte den Zukauf im Dezember angekündigt, nachdem sie bereits im Oktober für 900 Millionen Euro den amerikanischen Spezialversicherer Midland übernommen hatte. Die Münchener Rück will das seit Jahren schleppende Geschäft in den Vereinigten Staaten umorganisiere. (AFP)

Fed billigt Übernahme von Bear Stearns
Die amerikanische Zentralbank (Fed) hat die jüngste Übernahme der angeschlagenen Investmentbank Bear Stearns durch J.P. Morgan Chase gebilligt. Zwei Wochen nach der spektakulären Übernahme teilte die Zentralbank in Washington mit, sie habe dem Kauf nach der Prüfung aller Aspekte zugestimmt.

Die amerikanische Zentralbank hatte den Kauf von Bear Stearns seinerzeit durch ungewöhnliche eigene Zusagen ermöglicht, um dadurch einen Zusammenbruch der fünftgrößten Investmentbank des Landes im Zuge der amerikanischen Immobilienkrise zu verhindern sowie möglichen Panikreaktionen an den Finanzmärkten vorzubeugen. (dpa)

Wirtschaftsmeldungen

Bundesbank hält Finanzkrise noch nicht für beendet
Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, hält die internationale Finanzkrise nicht für ausgestanden. „Es ist noch zu früh, Entwarnung zu geben. Die Vertrauenskrise ist noch nicht überstanden“, sagte Weber der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe). Solange der Preisverfall am amerikanischen Immobilienmarkt anhalte, müsse mit weiteren Turbulenzen gerechnet werden.

Weber forderte die Vorstände der großen Banken auf, das verloren gegangene Vertrauen der Märkte wieder zurückzuerlangen. „Es ist leider viel Vertrauen verspielt worden. Das gilt es schnellstens zurückzugewinnen“, betonte der Bundesbank-Präsident.

„Das wirksamste Rezept ist Offenlegung der Risiken und Transparenz an den Finanzmärkten.“ National wie international seien zuallererst die Banken selbst gefordert. „Banken, die hohe Risiken eingegangen sind, müssen ihre Verluste offenlegen. Die Eigentümer dieser Banken, egal ob staatlich oder privat, müssen diese Verluste tragen, sonst werden keine Lehren aus der Krise gezogen“, sagte Weber und warnte zugleich vor einem übereilten Eingreifen des Staates: „Allgemein ist der Staat nur dann gefordert, wenn es darum geht, eine Krise des Gesamtsystems abzuwenden. Unser deutsches Finanzsystem ist im Kern jedoch robust.“ (AFP)

Almunia sieht Höhepunkt der Finanzkrise nicht erreicht
EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sieht den Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise noch nicht erreicht. „Wir haben noch immer keinen Überblick über das gesamte Ausmaß der Verluste und es fehlt immer noch an Vertrauen in die Banken“, sagte Almunia in einem vorab verbreiteten Interview der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwochausgabe).

Klagen über den starken Euro wies Almunia zurück. Zwar hätten einzelne exportorientierte Unternehmen durch den hohen Kurs der Gemeinschaftswährung große Probleme, räumte der Währungskommissar ein. „Aber die Mehrzahl der Branchen hat diese Schwierigkeiten nicht“. (Reuters)

IWF erwartet robustes Wachstum
Trotz Finanzkrise und drohender Rezession in den Vereinigten Staaten geht der Internationale Währungsfonds (IWF) weiter von einem robusten Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr aus. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochsausgabe) prognostiziert der IWF in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick für 2008 ein Wachstum von 3,7 Prozent.

Im Januar hatten die IWF-Volkswirte noch 4,1 Prozent weltweites Wachstum vorausgesagt. Seitdem habe sich die Finanzkrise aber erneut zugespitzt. Außerdem schließt nun auch der IWF den Angaben zufolge eine Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft nicht mehr aus. Den neuen Ausblick stellt der IWF in der kommenden Woche bei seiner Frühjahrstagung in Washington vor. 2006 und 2007 lag das globale Wachstum mit 5,0 und 4,9 Prozent deutlich höher gelegen. (AFP)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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