16.02.2009 · Air Liquide steigert Nettogewinn um 8,6 ProzentPremiere tiefer in die roten Zahlen als erwartetGewinneinbruch bei der Direktbank DABTNT: Umsatz- und Gewinneinbruch im 4. QuartalT-Mobile erwartet weitere Preisrückgänge„Süddeutsche“: Insiderverdacht bei HRE-AktienMerkel: Bund muss bei HRE Mehrheit bekommenHSH Nordbank schreibt 2009 und 2010 schon abMünchener-Rück-Chef kritisiert Boni-RegelnRoyal Bank of Scotland streicht bis zu 20.000 JobsLandesbank Berlin zahlt keine DividendeVW kritisiert Hilfen für französische AutoindustrieGM und Gewerkschaft nehmen Gespräche wieder aufDaimler und BMW wollen kooperierenJapanische Wirtschaft um 12,7 Prozent eingebrochenStark warnt vor aggressiven ZinssenkungenÖkonomen erwarten lange Durststrecke
Unternehmen
Trotz schwarzer Zahlen sucht Aareal Bank Staatsschutz
Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank vorsorglich unter den Bankenschirm der Bundesregierung, obwohl er im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben hatte. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) habe eine Stille Einlage in Höhe von 525 Millionen Euro sowie einen Garantierahmen für neue Emissionen im Volumen von bis zu vier Milliarden Euro gewährt, teilte die Aareal Bank am Sonntag mit. Dies wird aber ausdrücklich mit Vorsorge begründet.
„Wir nehmen den Soffin nicht aus einer Notlage in Anspruch. Die Bank ist kerngesund und nichts deutet darauf hin, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte“, betonte Vorstandsvorsitzender Wolf Schumacher. „Wir wollen damit eine Eisbrecherfunktion in Deutschland übernehmen.“ Man habe sich mit dem Soffin auf die Maßnahmen geeinigt, um ein „nachhaltig profitables Geschäft“ dauerhaft abzusichern.
Anders als bei der Kapitalspritze des Soffin für die Commerzbank ist mit der Stillen Einlage für die Aareal kein Einstieg des Staates als Aktionär verbunden. Die Aareal bleibe zu 100 Prozent eine private Bank. Mit den Staatsmaßnahmen könne die Bank aber die Kernkapitalquote von rund 8 auf mehr als 10 Prozent erhöhen. Die Stille Einlage wird mit 9 Prozent verzinst und soll „möglichst rasch zurückgeführt werden“.
Zugleich legte die Bank vorläufige Zahlen für 2008 hervor. Danach schloss sie das Jahr mit einem Vorsteuerergebnis von 117 Millionen Euro ab, nach 380 Millionen Euro im Jahr 2007. Bereinigt um Sondereffekte im Vorjahr sei der Vorsteuergewinn lediglich von 159 Millionen auf 153 Millionen Euro gefallen. Ausgesprochen schwach fiel das vierte Quartal mit einem Vorsteuergewinn von 11 Millionen Euro aus. (dpa-AFX)
Air Liquide steigert Nettogewinn 2008 um 8,6 Prozent
Der Industriegasehersteller Air Liquide SA hat sein Nettoergebnis im vergangenen Geschäftsjahr um 8,6 Prozent auf 1,123 Milliarden Euro gesteigert. Operativ sei der Gewinn um 8,6 Prozent auf 1,949 Milliarden Euro gewachsen, teilte der in Paris ansässige Konzern am Montag mit. Das Unternehmen habe sich auch im vierten Quartal noch widerstandsfähig gegen das schwieriger werdende Umfeld gezeigt. Der Konzern generiere 80 Prozent seiner Einnahmen aus Märkten oder mit Produkten, die defensiv und nicht zyklisch angelegt seien. Der Umsatz legte 2008 um 11 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro zu. Diese Kennzahl hatte Air Liquide bereits vorab berichtet. Im vierten Quartal seien die Einnahmen auf vergleichbarer Basis noch um 7,9 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr werde sich Air Liquide auf den Erhalt ihrer Barmittel konzentrieren. Bei Investitionen werde das Unternehmen selektiver vorgehen. Durch diese Stärkung der „Unternehmensfundamente“ solle die Finanzierung des Umsatz- und Gewinnwachstums im laufenden Jahr gesichert werden. Für 2008 will der Konzern eine unveränderte Dividende von 2,25 Euro je Aktie auszahlen. (Dow Jones Newswires)
Premiere rutscht tiefer in die roten Zahlen als erwartet
Der Bezahlfernsehsender Premiere ist 2008 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Der Nettoverlust weitete sich aus auf 269,4 (2007: minus 51,6) Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Minus von 239 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr leicht auf 941 von 937 Millionen Euro. Auch im vierten Quartal war der Fehlbetrag mit 114,3 (Vorjahresquartal: minus 23,5) Millionen Euro höher als von den Branchenexperten vorausgesagt. Deren Erwartung belief sich auf einen Verlust von 82 Millionen Euro. Für 2009 rechnet das Unternehmen mit einem erheblichen operativen Verlust (Ebitda). Die Abonnentenzahlen dürften im ersten Halbjahr stagnieren und erst danach auf Grund einer neuen Marketing-Kampagne zunehmen, prognostizierte Premiere. Schwarze Zahlen werden weiterhin für das Jahr 2011 angepeilt, hieß es weiter. Premiere könnte bald zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp gehören. Er hält bereits mehr als ein Viertel der Anteile und hat zugesichert, die Aktien aus einer geplanten Kapitalerhöhung zu kaufen, womit sein Anteil auf über 50 Prozent steigen könnte. (Reuters)
Börsenkrise führt bei Direktbank DAB 2008 zu Gewinneinbruch
Die Münchner Direktbank DAB hat wegen der Börsenkrise im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Überschuss sei um zwei Drittel auf 8,36 Millionen Euro gefallen, teilte die Tochter der HypoVereinsbank am Montag mit. Dieser Gewinn solle vollständig ausgeschüttet werden, was einer Dividende von elf Cent je Aktie entspreche. DAB-Vorstandsmitglied Alexander von Uslar sagte, wegen der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten sei eine Prognose für 2009 derzeit nicht möglich. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der ausgeführten Wertpapiertransaktionen der gut eine Million DAB-Kunden um ein Fünftel auf 9,2 Millionen, dadurch fiel auch der Provisionsüberschuss um fast ein Viertel auf 108 Millionen. Zudem musste die DAB Abschreibungen von 28 Millionen Euro auf ihr 3,5 Milliarden Euro schweres Anlageportfolio vornehmen. Der Großteil der DAB-Gelder liegt in festverzinslichen Wertpapieren. Ursprünglich hatte sich die Bank vorgenommen, 2008 einen Vorsteuergewinn von mehr als 55 Millionen Euro einzufahren. Das Ziel wurde im Jahresverlauf aber zunächst gesenkt und dann ganz kassiert.
TNT erwartet rückläufiges Geschäft - Umsatz- und Gewinneinbruch im 4. Quartal
Der niederländische Logistiker TNT rechnet nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im vierten Quartal auch für 2009 mit rückläufigen Transportmengen. „2009 wird voraussichtlich ein sehr schwieriges Jahr“, sagte TNT-Chef Peter Bakker am Montag in Amsterdam. Eine konkrete Prognose wollte er nicht abgeben. Allerdings rechnet das Management damit, dass die Volumina im Brief- und im Expressgeschäft zurückgehen. Bei der Altersversorgung erwartet das Management für 2009 im laufenden Jahr zudem eine 40 Millionen Euro schwere Sonderbelastung. Am Einsparziel von 400 Millionen Euro hält das Unternehmen fest. Im Schlussquartal 2008 ging der Umsatz des Konzerns um 2,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 36,8 Prozent auf 160 Millionen Euro. Der Überschuss nach Minderheitsanteilen Dritter brach um 60,1 Prozent auf 59 Millionen Euro ein. Währungseffekte und Sonderabschreibungen herausgerechnet, wäre der Überschuss um 17,2 Prozent auf 207 Millionen Euro zurückgegangen. Im Gesamtjahr kam TNT auf einen Umsatz von 11,15 Milliarden Euro (plus 1,2 Prozent). Der Überschuss brach um 43,6 Prozent auf 556 Millionen Euro ein. (dpa-AFX)
T-Mobile erwartet weitere Preisrückgänge
Die Aktien der Deutsche Telekom rücken am Montag mit in den Blick. Die Preise fürs Telefonieren mit dem Handy werden nach Einschätzung der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile weiter fallen. Das sagte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan der Berliner Tageszeitung „Die Welt“. Ein Händler wollte den Aussagen zwar keinen großen Einfluss auf den Kurs der T-Aktie zubilligen, bewertete sie aber dennoch leicht negativ. (dpa-AFX)
„Süddeutsche“: Insiderverdacht bei HRE-Aktien
Mehrere Banken sind einem Medienbericht zufolge wegen des Verdachts des Insiderhandels mit Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) ins Visier der Finanzaufsicht geraten. Die Banken stünden im Verdacht, ihr internes Wissen missbraucht und HRE-Aktien vor einem Kurssturz Ende September vergangenen Jahres in größerem Umfang verkauft zu haben. „Die Untersuchung dauert noch an“, zitiert die Zeitung die Finanzaufsicht Bafin. Gegen welche Banken ermittelt werde, habe die Behörde nicht mitgeteilt. Insiderhandel kann in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldbußen bestraft werden.
Ende September war bekanntgeworden, dass die damals noch im Dax notierte Hypo Real Estate wegen Finanzierungsproblemen ihrer Tochter, dem dem Staatsfinanzierer Depfa Bank plc (Dublin) kurz vor der Pleite stand. Daraufhin stürzte die Aktie am 29. September 2008 innerhalb eines Tages um rund 80 Prozent ab. Der Konzern musste schließlich mit Hilfe von Bund und Banken gerettet werden und hat seitdem mehr als 100 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und Garantien erhalten. Die dramatische Lage der HRE war mehreren Banken dem Bericht zufolge bereits in der Woche vor dem Kurssturz bekannt. Vom 23. September an hatte die damalige HRE-Spitze nach Erkenntnissen der Bafin in der Finanzbranche um Hilfe gebeten, berichtete die Zeitung.
Der Zeitung zufolge hatte die Bafin bereits im Herbst vergangenen Jahres auffällige Verkäufe von HRE-Aktien vor dem Kurssturz am 29. September 2008 registriert. Das gehe aus einer internen Notiz der Aufsichtsbehörde hervor. Die betreffenden Banken hätten sowohl HRE- Aktien, die ihnen selbst gehörten, als auch HRE-Papiere von Kunden veräußert. Die Bafin habe die Banken bereits aufgefordert, die Namen dieser Kunden mitzuteilen. (dpa-AFX)
Merkel: Bund muss bei HRE Mehrheit bekommen
Der Bund muss nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate mit einer Kontrollmehrheit Gestaltungskraft erlangen. „Außergewöhnliche Krisen erfordern außergewöhnliche Lösungen“, sagte Merkel am Sonntag der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Es gehe darum, die soziale Marktwirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, sagte die CDU-Vorsitzende zu Bedenken gegenüber einem zu starken Eingriff des Staates in die Wirtschaft. (dpa-AFX)
HSH Nordbank schreibt 2009 und 2010 schon ab
Die HSH Nordbank erwartet einem Zeitungsbericht zufolge erst für 2011 wieder nachhaltige Gewinne, die die Ausschüttung einer Dividende an ihre Eigner ermöglichen. Für 2009 und 2010 sei damit nicht zu rechnen, hieß es in einem Vorabbericht der „Financial Times Deutschland“ vom Sonntag unter Berufung auf Eigentümerkreise. Die Bank hat nach vorläufigen Zahlen 2008 bis zu 2,8 Milliarden Euro vor Steuern und Restrukturierungskosten verloren. 2007 hatte sie noch 285 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.
Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein halten jeweils rund 30 Prozent an der HSH Nordbank. Weitere Eigentümer sind die Sparkassen in Schleswig-Holstein und der amerikanischen Finanzinvestor J.C. Flowers. (Reuters)
Münchener-Rück-Chef kritisiert Boni-Regeln für Top-Manager
Der Chef des Dax-Konzerns Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Nikolaus von Bomhard, hat Verständnis für die öffentliche Empörung über hohe Bonuszahlungen an Manager geäußert. „Es gab klare Exzesse“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers dem Magazin „Der Spiegel“. Gerade die hohen, kurzfristigen Bonuszahlungen hätten als eine Art Brandbeschleuniger der Krise gewirkt. Er kritisierte die mangelnde persönliche Verantwortung vieler Top-Manager. „Wenn die Musik ganz laut spielt, muss man auch mal zu sagen wagen: Nein, ich tanze nicht mit.“ Angesichts der Dimension der Finanzkrise müsse man sich aber auch überlegen, ob man nur die Manager kritisiere oder nicht auch die Aufsichtsräte und Investoren, die solche Vergütungssysteme geschaffen haben. Er habe großes Verständnis für politische Pläne, die Boni nun zu deckeln. (dpa-AFX)
Royal Bank of Scotland streicht bis zu 20.000 Jobs
Die angeschlagene britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) will einem Zeitungsbericht zufolge bis zu 20.000 Jobs streichen. Der Stellenabbau sei Teil eines Sparprogramms von mehreren hundert Millionen Pfund bei der teilverstaatlichten Bank, berichtete die Sonntagszeitung „Sunday Times“. Dabei würde sich die Bank auch aus Märkten in Schwellenländern wie Rumänien und der Slowakei zurückziehen. (dpa-AFX)
Landesbank Berlin zahlt keine Dividende
Die Landesbank Berlin (LBB) zahlt ihren Anteilseignern nach einem Bericht des „Spiegels“ keine Dividende für das vergangene Jahr. Selbst die stillen Einlagen würden nicht verzinst, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe. LBB-Sprecherin Constanze Stempel sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa, das Jahresergebnis liege noch nicht vor. Deshalb seien Aussagen zur Dividende derzeit nicht möglich. Ähnlich äußerte sich die Sparkassengruppe, die 98,6 Prozent der LBB- Anteile hält.
Die LBB war wegen der Finanzkrise im dritten Quartal 2008 in die roten Zahlen gerutscht. Die Sparkassen hatten 2007 den 81-prozentigen Anteil des Landes Berlin an der LBB gekauft. Die Landesbank zahlte im vergangenen Jahr für 2007 rund 100 Millionen Euro Dividende, 10 Cent pro Aktie. Die Jahresbilanz 2008 wird am 31. März vorgelegt. (dpa-AFX)
VW kritisiert Hilfen für französische Autoindustrie
VW-Chef Martin Winterkorn hat die geplanten Staatshilfen für die französische Automobilindustrie kritisiert. Dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sagte Winterkorn, es sei niemandem geholfen, weder Beschäftigten und Unternehmen, noch den Kunden, wenn der Protektionismus der französischen Agrarpolitik jetzt auf den Automobilbereich übertragen würde. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte am Montag ein umfangreiches Hilfspaket für die Autobranche angekündigt. PSA Peugeot Citroën und Renault sollen insgesamt 6 Milliarden Euro als zinsgünstiges Fünf-Jahres-Darlehen erhalten. (dpa-AFX)
Deutsche Post plant keine Sonntagslieferung
Die Deutsche Post will auch künftig nur an sechs Tagen Briefe zustellen und plant keine Portoerhöhung für montags ausgelieferte Briefe. Konzernsprecher Manfred Harnischfeger wies in der „Bild-Zeitung“ (Montag) Medienberichte zurück, wonach die Post im Rahmen der „Strategie 2015“ Briefe künftig an sieben Tagen zustellen und am Sonntag und Montag Extraporto kassieren wolle. „Das ist blanker Unsinn. Es gibt keine Pläne, die Zustellung zu ändern oder das Porto zu erhöhen“, sagte Harnischfeger. Beides sei wirtschaftlich unvernünftig und politisch nicht machbar. Die Deutsche Post muss sich Portoanhebungen von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Eine Briefzustellung an Sonntagen muss außerdem vom Gesetzgeber erlaubt werden. (dpa-AFX)
T-Mobile erwartet Preisrückgänge für Handy-Gespräche
Die Preise fürs Telefonieren mit dem Handy werden nach Einschätzung der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile weiter fallen. Das sagte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan der Tageszeitung „Die Welt“. Allerdings verlangsame sich der Rückgang in Deutschland, sagte Akhavan. Die Mobilfunkbranche trifft sich von diesem Montag an in Barcelona zu ihrer Leitmesse, dem Mobile World Congress. (dpa-AFX)
GM und Gewerkschaft nehmen Gespräche wieder auf
Der Opel-Mutterkonzern GM und die Gewerkschaft UAW haben ihre Gespräche über ein Sanierungsprogramm für den angeschlagenen amerikanischen Autobauer am Sonntag wieder aufgenommen. Ob es bis Dienstag zu einer Einigung komme, sei offen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Bis dahin müssen GM und Konkurrent Chrysler dem amerikanischen Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkredite abzulegen. GM und die UAW hatten die Verhandlungen am Freitag wegen Unstimmigkeiten über die Krankenversicherung pensionierter Mitarbeiter abgebrochen. (Reuters)
Daimler und BMW wollen kooperieren
Die Krise beschleunigt nach Medieninformationen die Kooperation der beiden süddeutschen Automobilunternehmen Daimler und BMW. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, die ersten Verträge zwischen den beiden Konkurrenten seien unterschriftsreif. Jede Art der Kooperation, die der Kunde nicht bemerke und die somit der Akzeptanz der Marke nicht schade, sei möglich, zitiert das Blatt ranghohe Manager. „Alles unterhalb einer kapitalmäßigen Verflechtung“ sei denkbar. Ein Sprecher von Daimler erklärte am Sonntag, der Konzern kommentiere den Bericht nicht. (dpa-AFX)
Lufthansa-Frachttochter sieht Existenz ohne Nachtflüge in Gefahr
Ohne Möglichkeit von Nachtflügen von und nach Frankfurt sieht die Lufthansa Cargo ihre Existenz in Gefahr. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa-Frachttochter, Carsten Spohr, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). Ausweichmöglichkeiten auf andere Flughäfen gebe es nicht. „Frankfurt als Europas größter Frachtflughafen und Nummer sieben der Welt ist letztlich in Deutschland ohne Alternativen - auch und gerade nachts“, sagte Spohr. Bei einem Stopp aller Nachtflüge seien nach dem Ergebnis einer Studie 3700 Arbeitsplätze gefährdet, allein bei Lufthansa Cargo 2100. (dpa-AFX)
Hoffen auf Investor für Gummisparte von Conti
Der Vize-Aufsichtsratschef des Autozulieferers Continental, Werner Bischoff, hofft auf den Einstieg eines Investors in die Gummisparte des Konzerns. „Wir sollten eine industrielle Kooperation anstreben“, sagte Bischoff, der auch Vorstandsmitglied der Gewerkschaft IG BCE ist, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Nach harten Sanierungsschritten der vergangenen Jahre sei „die Produktion modern ausgerichtet und der Bereich intakt“. (dpa-AFX)
Insolvenzverwalter von Schiesser sieht gute Chancen auf Rettung
Die Chancen für eine Rettung des insolventen Wäscheherstellers Schiesser steigen. Der vorläufige Insolvenzverwalter des Radolfzeller Unternehmens, Volker Grub, zeigt sich optimistisch, dass die Firma gerettet werden kann. „Ich sehe gute Chancen für das Überleben von Schiesser“, sagte der Stuttgarter Anwalt dem „Tagesspiegel“ in Berlin (Sonntag). Der Betrieb mit Sitz in Radolfzell am Bodensee hatte am Montag Insolvenz angemeldet. (dpa-AFX)
Glaxo Smithkline kündigt billigere Medikamente an
Der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern Glaxo Smithkline will billigere Medikamente für arme Länder anbieten. Zudem sollten einige Patente in einem Pool für andere Forscher zugänglich gemacht werden, sagte Glaxo-Chef Andrew Witty der Zeitung „The Guardian“ vom Samstag. Das britische Unternehmen werde Medikamente - darunter auch gegen HIV - in den 50 ärmsten Ländern der Welt zu einem Viertel des Preises der reichen Länder anbieten. Ein Fünftel der Profite der Firma aus Entwicklungsländern soll außerdem in Krankenhäuser investiert werden. (dpa-AFX)
Bahn rechnet mit 35 Milliarden Euro Umsatz
Bahnchef Hartmut Mehdorn rechnet für das vergangene Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Umsatzanstieg. Die Erlöse der Deutschen Bahn seien auf rund 35 Milliarden Euro geklettert, sagte er in einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ (Montag). Im Geschäftsjahr 2007 lag der Umsatz bei 31,3 Milliarden Euro. Der Gewinn lag laut Mehdorn 2008 bei 2,7 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2007 betrug das Ergebnis vor Steuern und Abgaben (Ebit) 2,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag damals bei 1,7 Milliarden Euro. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Japanische Wirtschaft um 12,7 Prozent eingebrochen
Die Wirtschaft in Japan ist zum Jahreswechsel weit stärker eingebrochen als in Europa oder den Vereinigten Staaten. Das Bruttoinlandsprodukt sank im vierten Quartal 2008 im Jahresvergleich um 12,7 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag mitteilte. In der Eurozone betrug das Minus 1,2 Prozent, in den Vereinigten Staaten waren es 3,8 Prozent.
Japan stehe in der „schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsära“, sagte Wirtschaftsminister Kaoru Yosano nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo. Der Rückgang um 12,7 Prozent ist der größte Einbruch seit der Ölkrise von 1974. Damit ist das Sozialprodukt das dritte Quartal in Folge niedriger ausgefallen als jeweils ein Jahr zuvor. Im Zeitraum von Juli bis September wurde ein Rückgang um 3,3 Prozent registriert. Das Gesamtjahr 2008 ergab eine Schrumpfung um 0,7 Prozent. (AP)
Stark warnt vor aggressiven Zinssenkungen
EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark hat vor aggressiven Zinssenkungen im Kampf gegen die Finanzkrise gewarnt. „Aggressive Zinssenkungen, wenn wir keine Deflationsrisiken sehen, würde die Unsicherheit verschlimmern und nicht lösen“, sagte Stark in einem Interview mit der „Financial Times“. Die Europäische Zentralbank habe bei ihrer Geldpolitik auf kleine Schritte gesetzt.
Die EZB beließ den Leitzins im letzten Monat bei 2 Prozent. Zugleich deutete sie aber ihre Bereitschaft zu einer Zinssenkung im März an. Mit den Zinsen liegt die EZB damit aber noch weit über den Niveaus in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten. (Reuters)
Ökonomen erwarten lange Durststrecke
Der Konjunktureinbruch zum Jahreswechsel wird in diesem Jahr schwer auf der deutschen Wirtschaft lasten. Führende Ökonomen planen, ihre ohnehin pessimistischen Prognosen nochmals zu senken. „Die Ausgangsbasis für dieses Jahr ist noch weit schlechter als bislang vermutet“, sagte der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, dem „Handelsblatt“ (Montag). Die deutsche Wirtschaft war im vierten Quartal um 2,1 Prozent geschrumpft. Das war der größte Rückgang gegenüber einem Vorquartal im wiedervereinigten Deutschland. (dpa-AFX)
Guttenberg sieht Besserung schon ab Herbst
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erwartet ein Abflauen der Wirtschaftskrise bereits für den Herbst des Jahres. Guttenberg sagte der „Bild-Zeitung“ (Montag): „Machen wir uns nichts vor, wir stecken mitten in einer sehr harten Krise. Aber wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt. Nicht zuletzt deshalb erwarten wir, dass es spätestens ab Herbst wieder aufwärts geht.“ (dpa-AFX)
Tiefensee fordert Mindestlohn von 7,50 Euro
Die SPD drängt die Union dazu, bundesweit einem gesetzlichen Mindestlohn zuzustimmen. Der für Ostdeutschland zuständige Bundesminister, Wolfgang Tiefensee (SPD), sagte dem „Handelsblatt“ (Montag): „Auch bei den Löhnen wird immer noch stark nach der Himmelsrichtung unterschieden: Deswegen setze ich mich für einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn von 7,50 Euro ein.“ Dieser Betrag, den die Gewerkschaften seit langem fordern, sei „als unterste Haltelinie ein Schritt zu einem gerechten und ausgewogenen Lohngefüge“. (dpa-AFX)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |