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Marktbericht S&P-Herabstufung schreckt Märkte nicht

 ·  Nach der Herabstufung mehrerer Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor’s entwickelte sich der deutsche Aktienmarkt am Montag gelassen.

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Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag trotz der Herabstufung einiger Staaten des Euroraumes durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) mit freundlicher Tendenz gezeigt. Der Dax baute im Handelsverlauf seine Gewinne aus und schloss 1,25 Prozent höher bei 6220 Punkten. Damit blieb er nur knapp unter seinem Tageshoch. Der M-Dax mittelgroßer Werte gewann 0,89 Prozent auf 9572 Punkte, der Tec-Dax stieg um 1 Prozent auf 725 Punkte. Der marktbreite F.A.Z.-Index legt um 1,13 Prozent auf 1392 Punkte zu. Wegen der feiertagsbedingt geschlossenen amerikanischen Börsen blieb das Geschäft recht ruhig.

Experten verwiesen auf Eindeckungen von Marktteilnehmern, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten, sowie eine positiv verlaufene Auktion französischer Geldmarktpapiere. Frankreich hatte am Freitagabend ebenso wie Österreich seine Top-Bonitätsnote bei der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) verloren. Zudem wurde sieben weiteren Mitgliedern der Eurozone eine schlechtere Kreditwürdigkeit als bisher bescheinigt.

Herabstufung beeindruckt Märkte kaum

„Die Frankreich-Auktionen sind sehr gut aufgenommen worden“, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Der Einfluss der Rating-Herabstufungen lasse offenbar nach. „Viel bedeutsamer ist es, dass die EZB sich wohl ein Beispiel an den Notenbanken in Japan, Großbritannien und den USA nimmt und die Märkte - wenn auch indirekt - mit Liquidität flutet. Das Signal ist eindeutig: Die EZB lässt die prekären Staatsanleihemärkte nicht sinken.“

Laut Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets war der Schritt von S&P ohnehin erwartet worden. Viel wichtiger sei, welche Auswirkung die Herabstufung auf den Rettungsfonds EFSF haben werde. Eine Aufstockung des Rettungsschirms dürfte nun schwieriger und teurer werden, erwartet Paluch.

Daimler gefragt

Unter den Einzelwerten stehen Automobilwerte im Fokus, die zu den stärksten Dax-Titeln gehörten. Daimler profitiert von einer Hochstufung durch Goldman Sachs und ist mit plus 3,6 Prozent auf 39,34 Euro Spitzenreiter im Leitindex. BMW gewinnt 2,58 Prozent auf 59,96 Euro.

Heidelbergcement bildet nach negativen Nachrichten eines Konkurrenten das Schlusslicht im Dax. Zuletzt sackte der Aktienkurs des Baustoffkonzerns um 3,37 Prozent auf 33,95 Euro ab. Der Schweizer Wettbewerber Holcim hat im vierten Quartal wegen eines Einbruchs des Zementverbrauchs in einigen Regionen der Welt außerordentliche Abschreibungen verbuchen müssen.

Heidelberger Druckmaschinen verlieren

Am unteren Ende des Kurstableaus im M-Dax notieren Heidelberger Druckmaschinen mit einem Verlust von 3,25 Prozent auf 1,66 Euro. Händler verweisen auf die jüngsten Nachrichten zum insolventen Konkurrenten Manroland, wo das Ringen um die Zukunft des insolventen Druckmaschinenherstellers vorerst weitergeht. Ein Händler sagte, mit einer Zerschlagung von Manroland sei das Problem der Überkapazitäten kaum aus dem Markt zu bekommen. Hannover Rück verloren erst 1,41 Prozent, auch wegen der Sorge über eine Belastung des Rückversicherers durch das Schiffsunglück des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste. Im Handelsverlauf erholte sich die Aktie aber wieder und notierte mit 0,07 Prozent leicht im Plus.

Im Tec-Dax kletterten Kontron um 7,42 Prozent an die Spitze des Technologieindex. Der Hersteller von Minicomputern hat 2011 nach vorläufigen Berechnungen mehr umgesetzt als Experten erwartet hatten.

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