28.10.2011 · Nach einem wahren Kursfeuerwerk am Donnerstag legen die Kurse zum Wochenschluss zunächst zu. Nach einer schwach gelaufenen Anleiheauktion Italiens drehen die Märkte etwas ins Minus.
Die europäischen Aktienmärkte haben ihre Kursgewinne am zweiten Tag nach dem EU-Gipfel zunächst ausgebaut. Der Euro Stoxx 50, der die 50 wichtigsten Unternehmen des Euroraums abbildet, stieg am Vormittag um bis zu 1 Prozent auf mehr als 2500 Punkte. Der deutsche Standardwerteindex Dax legte auf mehr als 6400 Punkte zu. Nach einer schwach verlaufenen Anleiheauktion Italiens drehten die Kurse allerdings ins Minus. Für neue zehnjährige Anleihen musste das Schatzamt in Rom mehr als 6 Prozent bieten - soviel wie noch nie seit Einführung des Euro. Marktteilnehmer nannten aber auch Gewinnmitnahmen als Grund, warum sich die Rally zu Wochenschluss nicht fortsetzte. Der Dax schloss schließlich kaum verändert mit 6340 Punkten, der Euro Stoxx 50 mit 2461 Punkten, der marktbreite deutsche F.A.Z.-Index mit 1420 Punkten.
Am gestrigen Donnerstag sprangen der Euro Stoxx 50 um 6 Prozent und der Dax um 5 Prozent nach oben, Bankaktien legten um bis zu 20 Prozent zu. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verkündeten die Euro-Regierungen einen Schuldennachlass von 50 Prozent der privaten Gläubiger Griechenlands, eine Erhöhung der Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF und eine engere Zusammenarbeit. Auch wenn Detail in einzelnen Punkten offenblieben, war das offenbar mehr, als die Anleger zuvor erwartet hatten. Wie der EFSF en Detail ausgestaltet werden wird, war denn auch am Freitag ein Thema an den Märkten. Für etwas Ernüchterung sorgte eine Meldung, nach der das Bundesverfassungsgericht nicht mit der Entscheidung des Bundestages, ein Sondergremium mit dem Thema EFSF zu befassen, nicht einverstanden ist.
Auch am Freitag gehörten Finanzwerte und insbesondere die beiden französischen Großbanken Société Générale und BNP Paribas und die Deutsche Bank zu den besten europäischen Standardwerten mit Kurssteigerungen von bis zu 5 Prozent. Aber auch Aktien von Unternehmen, deren Geschäft überdurchschnittlich stark mit der gesamtwirtschaftlichen Aktivität schwankt, legten zu wie etwa die Automobilunternehmen Volkswagen und BMW und der Stahlkonzern Arcelor Mittal. Volkswagen hatte am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die Vorzugsaktien des Unternehmens gewannen daraufhin bereits rund 10 Prozent an Wert.
Ebenfalls zu den gefragten Werten gehörten die Titel der Deutschen Börse. Der Aktienkurs stieg um mehr als 2 Prozent. Am Donnerstag hatten der deutsche Börsenbetreiber und die Nyse Euronext , mit der er fusionieren will, ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt . Außerdem hatte das Unternehmen sein Kostenziel für das laufende Jahr gesenkt. „Der Aktienrückkauf sendet ein Signal der Stärke und zeigt dass Nyse und Deutsche Börse bereits effizient Hand in Hand arbeiten“, schrieben die Analysten von Silvia Quandt Research in
einem Kommentar. Auch die Senkung des Kostenziels sorge für Unterstützung.
An den Anleihemärkten gingen die Kurse leicht zurück sowohl von deutschen wie auch von französischen Staatsanleihen. Die Kurse italienischer und spanischer Anleihen gaben nach. Deutsche Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit rentierten mit 2,2 Prozent, französische Papiere mit derselben Restlaufzeit mit tund 3,1 Prozent, italienische mit beinahe 6 Prozent. Zehnjährige Griechische Staatsanleihen wiesen eine Rendite von 21 Prozent auf, und spiegelbildlich dazu einen Kurs von 35 Prozent ihres Nennwertes. Der Euro behielt seinen Vortagesgewinn bei und notierte mit rund 1,42 Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |