28.07.2009 · Nach gemischten Vorgaben entwickeln sich die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstag freundlich. Der Leitindex Dax, der am Vortag auf dem höchsten Stand seit Anfang November 2008 geschlossen hatte, gewann in den ersten Minuten 0,7 Prozent auf 5.288 Punkte und setzt damit die Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage fort.
Nach gemischten Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax, der am Vortag auf dem höchsten Stand seit Anfang November 2008 geschlossen hatte, gewann in den ersten Minuten 0,61 Prozent auf 5.283 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,77 Prozent auf 6.146 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax dagegen fiel um 0,4 Prozent auf 660 Zähler.
Die europäischen Börsen haben ihre Kursrally auch am Dienstag fortgesetzt. Der EuroStoxx 50 gewann in den ersten Minuten 0,56 Prozent auf 2.615 Zähler. Der CAC-40-Index stieg um 0,55 Prozent auf 3.391 Zähler. Für den FTSE 100 ging es um 0,4 Prozent auf 4.605 Punkte nach oben.
Zahlreiche Quartalsberichte standen im Fokus. Größte Gewinner im EuroStoxx 50 waren Aktien der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die nach Zahlen um 2,64 Prozent auf 10,515 Euro zulegten. Der Gewinn der spanischen Großbank ist zwar wegen einer höheren Risikovorsorge im ersten Halbjahr erneut gesunken. Die Erwartungen der Analysten konnte die BBVA jedoch leicht übertreffen. Aktien der Deutschen Bank sanken nach Zahlen dagegen mit minus 5,15 Prozent auf 49,35 Euro und markierten das Ende des europäischen Leitindex.
Aktien der Deutschen Bank verloren am Dax-Ende 5,18 Prozent auf 49,335 Euro. Der deutsche Branchenprimus fuhr zwar im zweiten Quartal dank seines florierenden Investmentbankings erneut einen Milliardengewinn ein. Dennoch bleibt Bankchef Josef Ackermann vorsichtig. „Der Ausblick für das verbleibende Jahr 2009 hängt stark davon ab, wie es mit der Entwicklung der globalen Wirtschaft weitergeht“, sagte er. Beim Zinsüberschuss verfehlte die Bank zudem die Erwartungen. Händler waren geteilter Meinung. Ein Börsianer bemängelte die hohe Risikovorsorge und prognostizierte mögliche Gewinnmitnahmen. Zahlreiche Analysten fanden diverse Kritikpunkte. Die Commerzbank erwägt eine Abstufung der Titel. Der Überschuss sei zwar besser als erwartet ausgefallen, die Gewinnqualität habe allerdings enttäuscht, schrieb Analyst Michael Dunst. Die Titel der Commerzbank stiegen unbeeindruckt von den Zahlen ihres Konkurrenten um 2,90 Prozent auf 5,500 Euro.
Die Stammaktien von Volkswagen (VW) verbilligten sich sich nach einem Bericht des „Handelsblatt“ (HB) um 0,16 Prozent auf 256,09 Euro. Dort hieß es unter Berufung auf übereinstimmende Informationen aus Finanz- und Unternehmenskreisen, der Autobauer plane eine hauptsächlich mittels Vorzugsaktien erfolgende Kapitalerhöhung. Dies solle die Vorgehensweise die wichtigen Großaktionäre bei der geplanten Kapitalmaßnahme schützen. Die VW-Vorzüge verloren deutlichere 3,07 Prozent auf 54,67 Euro.
Titel der Lufthansa gehörten prozentual unverändert bei 9,535 Euro ebenfalls zu den Stiefkindern im Leitindex. Die führende deutsche Fluggesellschaft will die Übernahme des Konkurrenten Austrian Airlines (AUA) mit einem Monat Verzögerung doch noch zum Abschluss bringen. Man habe bei der österreichischen Übernahmekommission eine Verlängerung der Frist bis zum 31. August beantragt, teilte die Lufthansa mit. Bisher sollte das Übernahmeangebot für die AUA am 31. Juli auslaufen. Ein Händler sprach von einer „unendlichen Geschichte“.
Dagegen ließ eine positive Studie Papiere der Deutschen Post um 2,99 Prozent auf 10,690 Euro steigen. Merrill Lynch stufte sie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 10,50 auf 13,00 Euro. Die Aktie habe sich in den vergangenen zwölf Monaten schlechter als der Gesamtmarkt und der Sektor entwickelt, schrieb Analystin Samantha Gleave. Damit erscheine der Anlagehintergrund attraktiver. Auch aus fundamentaler Sicht stehe die Post solide da.
Im MDax drehten EADS-Titel nach anfänglichen Verlusten ins Plus und gewannen 4,02 Prozent auf 13,19 Euro. Der Luft- und Raumfahrtkonzern steht nach einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr weiterhin vor großen Unsicherheiten durch den verspäteten Militärtransporter A400M. Ein Händler sprach von gemischten Zahlen. Während der Umsatz die Erwartungen übertroffen habe, liege der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Rahmen der Konsensschätzungen. Der schwächere Nettogewinn gehe vor allem auf Aufwendungen für den Militärtransporter A400M zurück. „Die Aktie hatte in den vergangenen Tagen einen guten Lauf, so dass es im Verlauf noch zu zu Gewinnmitnahmen kommen könnte“, warnte indes ein Händler.
Continental-Papiere stiegen um unterdurchschnittliche 0,16 Prozent auf 25,67 Euro. Rechtzeitig vor der wichtigen Aufsichtsratsitzung am Donnerstag sprechen sich Gläubigerbanken nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) für eine Kapitalerhöhung aus. Sie verlangten auch, dass Conti und Mehrheitsaktionär Schaeffler mittelfristig getrennte Wege gehen, hieß es in dem Bericht. Damit wäre der gesellschaftsrechtliche Zusammenschluss der Continental AG und der Schaeffler KG vorerst vom Tisch. „Die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung steigt und könnte einmal mehr auf der Conti-Aktie lasten, auch wenn eine solche in den vergangenen Wochen schon dargestellt worden ist“, sagte der Börsianer.
Bei den Technologiewerten ging es Anteilsscheine von TecDax-Spitzenreiter Pfeiffer Vacuum um 5,59 Prozent auf 51,60 Euro hoch. Der Vakuumpumpen-Hersteller erfüllte im zweiten Quartal die Erwartungen weitgehend, konkretisierte aber die Jahresprognose nicht und stellt weiter einen Umsatzrückgang um maximal 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Dabei soll die Ebit-Marge aber nicht unter 20 Prozent fallen. Laut einem Händler fielen die Zahlen durchwachsen aus. Der Umsatz sei etwas besser als erwartet, wogegen die Ergebnissen unter den Prognosen gelegen hätten. Gleichzeitig hob er hervor, dass Pfeiffer seinen sehr zurückhaltenden Ausblick bestätigt habe.
Kontron-Aktien gewannen 2,48 Prozent auf 8,26 Euro. Der Minicomputer-Hersteller sicherte sich durch die Ausgabe neuer Aktien frisches Kapital von knapp 39 Millionen Euro. Im Rahmen einer Privatplatzierung seien 4,895 Millionen Aktien zu je 7,88 Euro je Aktie an den Private-Equity-Investor Warburg Pincus verkauft worden, teilte die Gesellschaft mit.
Deutsche Anleihen: Kursverluste zum Start
Der deutsche Rentenmarkt ist am Dienstag mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank im frühen Handel um 0,16 Prozent auf 120,11 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte auf 3,503 Prozent. „Auch heute dürfte der Druck auf die Unterstützungszone bei rund 120 anhalten“, heißt es beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Die Daten aus den Vereinigten Staaten am Nachmittag könnten allerdings bestätigen, dass der Verfall bei den amerikanische Immobilienpreisen auslaufe. Aus Sicht der Commerzbank ist es unterdessen noch offen, ob es am amerikanische Wohnungsmarkt zu einer Stabilisierung kommt. Der Rückgang der Hauspreise habe sich aber drastisch abgeschwächt. Die wieder aufgekommene Konjunkturzuversicht an den Finanzmärkten dürfte eher von der unverändert gedrückten Stimmung der amerikanische Konsumenten gedämpft werden. „Heute müssen einmal mehr die Aktienmärkte und die amerikanische Vorgaben als Orientierungspunkte herhalten“, erwartet die HSH Nordbank. Dabei könnten zahlreiche Quartalsberichte von Unternehmen Impulse liefern. Auch das Angebot an neuen Titeln könnte am Markt eine Rolle spielen. Die HSH Nordbank sieht den Bund-Future im Tagesverlauf zwischen 119,63 und 120,75 Punkten.
Euro bewegt sich weiter auf hohem Niveau
Der Euro tendiert am Dienstagmorgen im frühen europäischen Währungshandel zu Dollar und Yen fest. Der Euro profitiert unverändert von den stabilen internationalen Finanzmärkten. Zum Dollar wechselt der Euro gegen 7.43 Uhr MESZ mit 1,4272 Dollar den Besitzer. „Der Widerstand bei 1,43 Dollar scheint für den Euro aber noch immer eine zu hohe Hürde zu sein“, sagt ein Händler. In den vergangenen Tagen war die Gemeinschaftswährung mehrfach am Sprung über diese Marke gescheitert. „Die Zuversicht an den Finanzmärkten, dass der Tiefpunkt der konjunkturellen Dynamik im Sommer erreicht wurde, bleibt vorhanden und so konnte der Euro in dem seit Monaten beobachtbaren Muster von steigenden Aktiennotierungen profitieren“, schreibt die Helaba in einem Marktkommentar. Technisch stoße der Euro bei 1,43 Dollar und beim bisherigen Jahreshoch von 1,4339 Dollar auf Widerstand. Erst beim Sprung über letztere Marke erschließe sich dem Euro weiteres Potential nach oben. Unterstützt sei der Euro bei 1,4240 Dollar. Am Nachmittag werden in den Vereinigten Staaten der Case-Shiller Hauspreisindex im Mai und der Index des Verbrauchervertrauens im Juli veröffentlicht. Letzterer dürfte laut der Konsensschätzung von Volkswirten auf 48,2 von 49,3 im Juni nachgegeben haben. Die Helaba sieht mit Blick auf die Daten „kein Überraschungspotential“. Die Feinunze Gold kostet im frühen Londoner Handel 955,45 Dollar. Am Montagnachmittag wurde sie mit 955 Dollar gefixt.
Nikkei schließt gehalten
Die asiatischen Börsen haben sich am Dienstag mehrheitlich fester präsentiert. Viele Anleger legten nach den Zuwächsen der vergangenen zwei Wochen aber eine Pause ein. Auch Gewinnmitnahmen hielten die Indizes auf vergleichsweise niedrigem Niveau, nachdem positiv interpretierte Zahlen vom amerikanischen Häusermarkt die Hoffnung auf eine baldige Konjunkturerholung gestützt hatten. In China hielten sich die Investoren vor dem für Mittwoch angesetzten weltweit größten Börsengang des Jahres durch das Wohnungsbauunternehmen China State Construction Engineering (CSCEC) zurück.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index nahezu unverändert bei 10.087 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,2 Prozent auf 930 Zähler. In Tokio gehörten die Aktien von JFE zu den Gewinnern. Der weltweit fünftgrößte Stahlhersteller gab trotz eines Quartalsverlusts eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr von umgerechnet fast 300 Millionen Euro bekannt. Die Papiere des Konzerns verteuerten sich um 7,3 Prozent. Auch die Aktien von Hitachi standen im Fokus. Der größte japanische Elektronikkonzern hat im ersten Quartal erneut einen Verlust eingefahren. Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, will Hitachi fünf Tochterunternehmen aufkaufen und so sein weit verzweigtes Firmenkonglomerat bündeln. Die Kosten für die Übernahmen sollen sich auf rund zwei Milliarden Euro belaufen. Die Anteilsscheine von Hitachi schlossen 3,6 Prozent im Minus. In Shanghai warteten viele Anleger offenbar auf das Börsendebüt von CSCEC. Das Wohnungsbauunternehmen will sich umgerechnet 5,1 Milliarden Euro am Markt beschaffen. Der Konzern hatte zwölf Milliarden Aktien zu einem Ausgabepreis von 4,18 Yuan begeben. Der Wohnbauriese will die Erlöse unter anderem in neue Immobilienprojekte investieren.
Aktien in Hongkong zeigen sich mittags freundlich
An der Börse in Hongkong hält die Aufwärtsbewegung am Dienstag ungebrochen an. Nach Ende der ersten Sitzungshälfte gewinnt der HSI 0,7 Prozent auf 20.393 Punkte, damit verzeichnet der Leitindex in neun der vergangenen elf Handelstage Aufschläge. In der Summe ergibt sich daraus ein Plus von 18,2 Prozent. Die Hoffnung auf eine kräftige wirtschaftliche Erholung in China lasse Anleger unvermindert Positionen aufbauen, heißt es im Handel. „Die Makrodaten des Monats überzeugen Investoren hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Erholung der chinesischen Wirtschaft“, sagt ein Händler. Pessimismus sei durch spürbaren Optimismus ersetzt worden, ergänzt ein Analyst. Unter den Indexschwergewichten ziehen China Mobile um 2,2 Prozent auf 82,15 Hongkong-Dollar, China Construction Bank um 1,3 Prozent auf 6,25 Hongkong-Dollar und ICBC um 2 Prozent auf 5,59 Hongkong-Dollar an. Allein diese drei Werte stehen für über die Hälfte der Aufschläge im Leitindex.
Aktien in Singapur tendieren mittags in volatilem Handel fester
Die Börse in Singapur pendelt am Dienstag zwischen positivem und negativem Terrain. Anleger schwankten zwischen der Verlockung auf Gewinnmitnahmen und der Hoffnung auf weitere positive Überraschungen aus der laufenden Berichtsperiode, heißt es aus dem Handel. Nach Ende der ersten Sitzungshälfte legt der STI um 1,2 Prozent auf 2.607 Punkte zu. „Es gibt die Hoffnung, dass die kommenden Quartalsausweise sowohl hier als auch in den Vereinigten Staaten über Markterwartung ausfallen könnten“, sagt ein Händler. Als Zugpferde des Leitindex fungieren Titel aus den Bereichen Immobilien und Banken. DBS steigen um 4 Prozent auf 13,52 Singapur-Dollar, CityDev um 2,5 Prozent auf 9,98 Singapur-Dollar und CapitaLand um 2,5 Prozent auf 4,04 Singapur-Dollar. Auch im Rohstoffsektor verzeichnen einige Werte deutliche Gewinne. So legen Golden Agri um 6,6 Prozent auf 0,405 Singapur-Dollar zu.
Ölpreis verharrt über 68 Dollar
Der amerikanische Ölpreis hat sich am Dienstag nach dem kräftigen Schub am Vortag bei der Marke von 68 amerikanischen Dollar eingependelt. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im September 68,41 Dollar - das sind drei Cent mehr als am Vortag. Die wachsende Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft nach der steilen Talfahrt hatte den amerikanische Ölpreis zu Wochenbeginn an die Marke von 69 Dollar getrieben. Ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent kostete am Dienstagmorgen 70,87 Dollar und damit sechs Cent mehr als am Vortag. Händler sehen in der jüngsten Entwicklung eine Verschnaufpause nach dem kräftigen Preisanstieg in jüngste Zeit. Die Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur hatte den Ölpreis zuletzt kräftig in die Höhe getrieben. Seit seinem Tief im Dezember 2008 bei knapp 33 Dollar hat sich der Ölpreis inzwischen glatt verdoppelt. Im Vergleich zum Rekordstand vom Juli 2008 bei rund 150 Dollar erscheinen die Notierungen aber weiterhin als vergleichsweise gemäßigt.
Nachrichten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse zeigten sich am Montag im nachbörslichen Handel wenig verändert. Der Nasdaq 100 After Hours Index gab gerade einmal um 0,43 Punkte nach auf 1.598,88 Zähler.
Die Aktien von Amgen sind im nachbörslichen amerikanische Handel gesucht gewesen. Der Biopharmakonzern hatte am Montagabend nach der Schlussglocke Zweitquartalszahlen über Markterwartungen vorgelegt und darüber hinaus seinen Ausblick angehoben. Das Unternehmen geht nun von einem Jahresgewinn je Aktie von 4,80 Dollar bis 4,95 Dollar aus. Zuvor hatte die Gesellschaft den anteiligen Überschuss mit 4,55 Dollar bis 4,75 Dollar prognostiziert. Analysten hatten im Konsens einen Gewinn je Aktie von 4,47 Dollar je Schein für 2009 erwartet. Positiv wurde am Markt auch die Vereinbarung mit GlaxoSmithKline zur gemeinsamen Vermarktung des Mittels „Denosumab“ aufgenommen. Der Kurs von Amgenpapieren zig um 0,2 Prozent auf 60,92 Dollar an. Kurz zuvor wurde die Aktie noch mit 62,72 Dollar gehandelt, nachdem sie im regulären Handel bei 60,77 Dollar geschlossen hatte.
Wall Street schließt nach Gewinnmitnahmen etwas leichter
Im späten Geschäft sind die amerikanische Börsen am Montagabend noch ins Plus gedreht und haben mit einer gut behaupteten Tendenz geschlossen. Gestützt wurden die Kurse von überraschend guten Daten zu den Neubauverkäufen, was vor allem Finanztitel wie Bank of America angetrieben habe, sagten Händler. Technologietitel hinkten nach einer Reihe positiver Tage etwas hinterher, schafften aber auch einen positiven Indexschluss.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte stieg zum zehnten Mal innerhalb der letzten elf Sitzungen, diesmal um 0,2 Prozent oder 15 Punkte auf 9.109. Der S&P-500-Index gewann 0,3 Prozent oder 3 auf 982 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index legte um 0,1 Prozent oder 2 Punkte auf 1.968 zu. Umgesetzt wurden 0,94 (Freitag: 1,02) Milliarden Aktien. Dabei standen 1.927 Kursgewinnern 1.063 Verlierer gegenüber, 87 Titel gingen unverändert aus der Sitzung.
Den größten Teil des Handels notierten die Indizes jedoch im Minus, was Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen begründeten, die angesichts der überkauften Lage überfällig gewesen seien. Von Konjunkturseite ist die Zahl der Neubauverkäufe im Juni vor dem Hintergrund gesunkener Preise um 11 Prozent auf 384.000 gestiegen und lag damit deutlich über den Markterwartungen von 352.000. Einige Marktteilnehmer gaben sich aber angesichts ähnlich guter Zahlen aus der Vorwoche wenig überrascht.
Im Blick stand daneben weiter die Berichtssaison - in dieser Woche legen 146 Unternehmen aus dem S&P-500 Quartalszahlen vor. „Ich denke, wir fangen gerade an zu verarbeiten, was wirklich in den Quartalsberichten drin steckt“, kommentierte ein Vermögensverwalter. „Die Anleger mögen die Gewinnzahlen, die sich vor allem aus den Kostensenkungen speisen. Aber das fehlende Umsatzwachstum wird ein größeres Problem für den Markt werden, je mehr Leute sich darauf fokussieren“, fügte er hinzu.
„Die bisherigen Berichte deuten darauf hin, dass sich die Anhebung der Prognosen durch Analysten fortsetzen dürfte“, meinte dagegen ein anderer Marktteilnehmer. Bei spätestens 950 Punkten sollte der S&P-500 daher eine gute Unterstützung finde, sofern er überhaupt so tief fallen werde.
Im Dow und an der Nasdaq stand Verizon Communications im Blick. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal trotz eines gestiegenen Umsatzes einen rückläufigen Gewinn ausgewiesen. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank auf 0,63 (0,67) Dollar, was zumindest über dem Analystenkonsens von 0,62 Dollar lag. Dagegen kletterte der Umsatz um 11,3 Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar. Hier hatten Analysten aber mit 28,9 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie fiel um 1,6 Prozent auf 31,00 Dollar.
Größter Gewinner im Dow waren auf der anderen Seite die Aktien der Bank of America, die um 4,6 Prozent auf 13,09 Dollar zulegten - auch insgesamt hatte der Finanzsektor am Berichtstag am besten abgeschnitten, mit Abstand gefolgt von Industrie- und Rohstofftiteln. Alcoa gewannen 2,5 Prozent auf 11,30 Dollar, General Electric 2,4 Prozent auf 12,32 Dollar und Caterpillar 2 Prozent auf 42,86 Dollar.
Für eine Enttäuschung hatte Aetna gesorgt. Wegen der nochmaligen Rücknahme der Prognosen innerhalb von zwei Monaten verlor die Aktie 2,7 Prozent auf 25,72 Dollar. Honeywell erwartet auf Jahressicht Ergebnisse am unteren Ende der bisherigen Schätzungen. Der Titel gab zunächst nach, gewann aber letztlich 0,7 Prozent auf 34,24 Dollar. Corning musste im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 81 Prozent verkraften. Obwohl die Ergebnisse die Schätzungen der Analysten übertrafen, verlor die Aktie vor dem Hintergrund fallender Margen 2,9 Prozent auf 16,50 Dollar.
Amerikanische Anleihen zeigen sich leichter
Schwächer tendieren die amerikanische Anleihen am Montag im späten Geschäft in New York. Wichtigster Belastungsgrund waren die in dieser Woche anstehenden Anleiheauktionen im Rekordvolumen von insgesamt 205 Milliarden Dollar über alle Laufzeiten. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,125 Prozent fielen um 15/32 auf 95-4/32 und rentierten mit 3,721 Prozent, nach 3,66 Prozent am Freitag. Die mit 4,250 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe verlor 1-11/32 auf 93-3o/32. Ihre Rendite stieg von 4,54 auf 4,627 Prozent. Am Berichtstag machte die Auktion zwanzigjähriger, an den Inflationsindex gebundener amerikanische Notes im Wert von 6 Milliarden Dollar den Anfang. Die Aufnahme sei gut gewesen und habe die Treasury-Kurse zwischenzeitlich auch gestützt, hieß es. Das bid-to-cover-Verhältnis, ein Indikator für die Nachfrage, war auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Es folgen in dieser Woche aber noch Papiere mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr im Wert von 90 Milliarden Dollar und Papiere mit längeren Laufzeiten im Wert von 109 Milliarden Dollar, beginnend am Dienstag mit den Zweijährigen im Wert von 42 Milliarden Dollar. Dies hat die Anleihekurse weiter klar im Minus gehalten. Gleichwohl sind sich die meisten Marktteilnehmer sicher, dass es trotz des Rekordvolumens auch hier keinen Nachfragemangel geben werde. Von Konjunkturseite hatte auch der unerwartet starke Anstieg der Neubauverkäufe im Juni belastet. Die Käufe kletterte im Vergleich zum Mai um 11,0 Prozent auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 384.000, den höchsten Stand seit November 2008. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg um lediglich 2,3 Prozent gerechnet.
Lateinamerikas Börsen schließen am Montag im Plus
Die größeren lateinamerikanischen Börsen sind am Montag mit Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. In der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo stieg der Bovespa-Index leicht um 0,17 Prozent auf 54.548,99 Punkte. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires legte um 0,65 Prozent zu. Der Endstand lag bei 1.685,95 Zählern. Auch in Mexiko-Stadt endete der Wertpapierhandel im Plus: Der IPC-Index stieg um 0,63 Prozent auf 26.815,30 Punkte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |