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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Marktbericht Dax von Gewinnmitnahmen belastet

 ·  Die deutschen Aktienmärkte haben am Dienstag leicht im Minus geschlossen. Der Dax litt unter Gewinnmitnahmen und Unsicherheit angesichts der Verhandlungen zur Schuldenkrise in Griechenland.

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Die Zitterpartie um die Zukunft der griechischen Staatsschulden hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag zu Gewinnmitnahmen verleitet. Der Leitindex Dax schloss 0,27 Prozent tiefer bei 6419 Punkten, konnte dabei aber einen Großteil seiner zwischenzeitlichen Verluste von bis zu 1,5 Prozent zum Ende hin aufholen. An den vergangenen sechs Handelstagen hatte er in der Spitze mehr als 5 Prozent zugelegt und bei 6467 Punkten den höchsten Stand seit Anfang August markiert. Der M-Dax ging am Ende mit minus 0,89 Prozent auf 9765 Punkte aus dem Handel und der Tec-Dax verlor 1,77 Prozent auf 736 Punkte. Der marktbreite F.A.Z.-Index fiel um 0,4 Prozent auf 1434 Punkte.

Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital verwies darauf, dass Griechenland mit seinen privaten Gläubigern nach wie vor kein Abkommen über einen Schuldenschnitt erreicht habe. Der Durchbruch bei den Verhandlungen mit Banken und Versicherungen ließ weiter auf sich warten. „Andererseits bleibt es aber beim Optimismus der Anleger“, so der Marktbeobachter. Schließlich habe Griechenland zur Vermeidung einer Pleite letztendlich keine andere Wahl. Eine Einigung könne jederzeit verkündet werden, und so hätten sich Anleger zur Schlussglocke hin wieder mit Aktien eingedeckt, begründete er die späte Reduzierung der Verluste. Zudem drücken laut Analyst Gregor Kuhn von IG Markets neue Sorgen über den Kapitalbedarf Portugals auf die Stimmung: „Gewinnmitnahmen sind angesichts der unsicheren Lage und der fulminanten Jahresanfangsrallye nicht weiter verwunderlich.“

Enttäuschende Unternehmensbilanzen belasten Wall Street

Enttäuschende Geschäftszahlen wichtiger amerikanischer Unternehmen und ausbleibende Fortschritte bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern belasten die Aktienkurse an Wall Street am Dienstag. Der Dow-Jones-Index fällt im Handelsverlauf um 0,3 Prozent auf 12.671. Der S&P-500 verliert 0,2 Prozent auf 1313. Der Nasdaq-Composite gibt um 0,1 Prozent auf 2786 nach. Das Risiko, dass die Verhandlungen um einen Schuldenschnitt für Griechenland scheitern könnten, dämpfe die Stimmung, sagt Andrew Wilkinson von Miller Tabak.

Ansonsten interessieren sich die Anleger für die zahlreichen Unternehmensbilanzen. Unter anderem hat Mc Donald’s im vierten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Dennoch fällt die Aktie um rund 2 Prozent auf 99 Dollar. Analysten hatten gesagt, Mc Donald’s müsse die Preise erhöhen, um hohe Inflationsraten zu kompensieren. Johnson & Johnson hat im vierten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, aber einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr gegeben. Die Aktie gewinnt 0,4 Prozent auf 65,2 Dollar. Die am Montag nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen von Texas Instruments waren besser als erwartet, allerdings gab das Unternehmen einen eher pessimistischen Ausblick auf das laufende Quartal. Der Kurs der Aktie fällt um 1 Prozent auf 32,85 Dollar.

Siemens sacken wegen Ausblick ab

Händlern zufolge bindet die laufende Berichtssaison zunehmend die Aufmerksamkeit der Börsianer. Hierzulande rutschten die Aktien von Siemens nach der Vorlage der Zahlen des Elektrokonzerns als einer der schwächsten Dax-Werte um 1,3 Prozent ab. Händler reagierten verhalten auf die Quartalszahlen und werteten den Ausblick als „zu optimistisch“. Zudem seien der Umsatz und das Ergebnis klar hinter den durchschnittlichen Marktschätzungen zurückgeblieben. Analyst Volker Stoll von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hob vor allem den erheblichen Margendruck hervor.

Die in den vergangenen Tagen stark gestiegenen Bankentitel litten unter Gewinnmitnahmen. Commerzbank-Aktien brachen ihren am Morgen noch fortgesetzten Höhenflug ab und verloren am Dax-Ende 2,8 Prozent auf 1,89 Euro. Ein Börsianer sagte: „Der ’Short-Squeeze’ der vergangenen Tage läuft aus. Anleger nehmen Gewinne mit, nachdem die Aktien zu schnell zu stark gestiegen sind.“ Deutsche Bank büßten 1,8 Prozent ein.

Q-Cells-Aktien brechen ein

Aktien der Software AG sackten im Tec-Dax um 6,6 Prozent auf 24 Euro ab. Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller hat die Eckdaten für das vierte Quartal bestätigt und einen weiteren Umsatzrückgang im Stammgeschäft mit Großrechnersoftware angekündigt. Börsianer stellten aber vor allem darauf ab, dass sich „die Datenbanksparte ETS weiter im Rückwärtsgang befindet“.

Die Anteile an Q-Cells brachen um 18 Prozent auf 0,4 Euro ein. Der Solarkonzern befindet sich in extremer finanzieller Not. Analyst Stephan Wulf von Warburg wertet die Entscheidung des Frankfurter Gerichts gegen die Restrukturierungspläne negativ und nennt die Entwicklung des Eigenkapitals „beunruhigend“. Wincor Nixdorf verloren im M-Dax 7,4 Prozent auf 33,7 Euro. Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller hatte gestern die Zahlen des ersten Geschäftsquartals veröffentlicht, in dem das Unternehmen das schwankende wirtschaftliche Umfeld zu spüren bekommen und gut ein Viertel weniger verdient hatte als noch vor einem Jahr.

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