29.06.2009 · Der Dax ist nahezu unverändert in die neue Woche gestartet. Salzgitter-Titel zeigen deutliche Einbußen. Der Stahlkonzern wird nach Einschätzung von Vorstandschef Wolfgang Leese im laufenden Jahr wohl rote Zahlen schreiben.
Der Dax ist nahezu unverändert bei 4773 Punkten in die neue Woche gestartet. Auch der MDax der mittelgroßen Werte notiert nahezu auf dem Niveau des Freitagsschlusses bei 5680 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax gewinnt dagegen 0,3 Prozent auf 615 Punkte.
Anleger trennen sich am Montagmorgen von den Aktien der Commerzbank, die 1,1 Prozent nachgeben. Belastet werden die Titel Händlern zufolge von Aussagen von Vorstandschef Martin Blessing zu einem holprig verlaufenen zweiten Quartal. Salzgitter-Titel büßen 2,9 Prozent ein. Der Stahlkonzern wird nach Einschätzung von Vorstandschef Wolfgang Leese im laufenden Jahr wohl rote Zahlen schreiben.
Wegen unerlaubter Marktabsprachen droht dem Energiekonzern Eon nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ eine drastische Geldbuße der EU-Kommission. Der Aktienkurs fällt um 0,7 Prozent auf 25,08 Euro. Ein Sprecher von Eon Ruhrgas hatte am Samstag den Vorwurf etwaiger Marktabsprachen zwischen dem deutschen Konzern und der französischen Gesellschaft Gaz de France zurückgewiesen.
Gefragt sind dagegen die Aktien von Münchener Rück mit einem Plus von 2 Prozent. Händler verweisen auf eine Kaufempfehlung der UBS. Die Aktien der Deutschen Telekom legen nach einem Bericht über ein mögliches Gebot von Vodafone für T-Mobile UK
1 Prozent zu.
Im TecDax profitieren Morphosys von einer Meilensteinzahlung und steigen um 2,2 Prozent.
Rentenmarkt wenig verändert
Nach einer leicht freundlichen Eröffnung zeigt sich der deutsche Rentenmarkt am Montag mit einer Seitwärtstendenz. Der für den Staatsanleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future fällt um 3 Basispunkte auf 120,93 Punkte, der Bobl-Future um 2 Basispunkte auf 115,51 Prozent.
„Am Rentenmarkt hat sich die Stimmung aufgehellt“, heißt es dennoch in einem Kommentar der Helaba. Dies liege unter anderem daran, dass der in den vergangenen Wochen etablierte Konjunkturoptimismus nicht weiter zunehme. Die Experten erwarten zudem, dass die in der laufenden Woche anstehenden Daten ebenfalls nicht in der Lage sein werden, Hoffnungen auf einen schnellen Konjunkturaufschwung zu stärken. Auch die anstehende EZB-Ratssitzung dürfte keine Belastung für den Rentenmarkt darstellen, vermutet die Helaba.
Euro hält sich über 1,40 Dollar
Der Euro hat sich am Montag über der Marke von 1,40 Dollar gehalten. Im frühen Handel wurde für die Gemeinschaftswährung 1,4022 Dollar bezahlt. Der Markt beobachtet mit Spannung weiter die Debatte um die Weltleitwährung. Zum Wochenausklang hatte China erneut eine neue, übergreifende Reservewährung gefordert. Der Dollar wurde zwar nicht explizit erwähnt, allerdings kritisierte China, dass die Dominanz einer einzigen Währung ein ernstes Manko im internationalen Währungssystem sei. Händler erwarten allerdings, dass China derzeit seine grundlegende Politik nicht ändern wird.
Märkte in Fernost zu Wochenbeginn mit Verlusten
Die Aktienmärkte in Fernost haben sich zum Wochenanfang trübe präsentiert. Vor Ablauf des zweiten Quartals hielten sich viele Anleger merklich zurück. In Tokio rutschte der Aktienmarkt getrieben von Finanzwerten nach seinen anfänglichen Gewinnen tief ins Minus. Positive Konjunkturdaten konnten den Abwärtssog nicht stoppen.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 1 Prozent auf 9783 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,2 Prozent auf 915 Punkte nach. Auch in Taiwan, Seoul und Hongkong gingen die Kurse runter. Einzig die Börse in Shanghai verzeichnete Gewinne.
Analysten zufolge blieb der Handel in Tokio gering, da der Markt auf eine Reihe von Daten aus den Vereinigten Staaten und Japan im Wochenverlauf blickte. Die Ableger konzentrierten sich demnach stärker auf Einzelwerte als auf Branchen.
Zu den größten Verlierern gehörten Daiwa Securities mit einem Abschlag von mehr als 12 Prozent. Das Finanzinstitut kündigte den Verkauf neuer Aktien im Wert von 2,5 Milliarden Dollar an. Dem Handelshaus Mitsubishi machte der niedrigere Ölpreis von rund 68 Dollar zu schaffen. Seine Titel verbilligten sich um drei Prozent. Eine Herabstufung auf „sell“ von Goldman Sachs ließ die Papiere des Autobatterie-Herstellers GS Yuasa um 10,6 Prozent purzeln.
Den miesen Wochenauftakt konnten Konjunkturdaten der Regierung nicht verhindern, denen zufolge die japanische Industrieproduktion im Mai um 5,9 Prozent stieg. Die Zahlen seien ein wenig schwächer als erwartet ausgefallen, sagte Hiroaki Osakabe von Chibagin Asset Management. Nach Ansicht seines Kollegen Chotaro Morita von Barclays Capital hat dies einen einfachen Grund: „Die Volkswirte haben nach dem Sprung im April Zahlen vorausgesagt, die zu hoch für den Mai und darüber hinaus liegen.“
Die japanische Industrie hatte ihren Ausstoß im April so stark gesteigert wie seit 1953 nicht mehr. Experten befürchten, dass die Industrieproduktion einen Dämpfer erhalten könnte, sobald die globalen konjunkturstützenden Maßnahmen auslaufen.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Die Kurse an der Wall Street tendierten am Freitag nach Börsenschluss etwas leichter. Der Nasdaq 100 After Hours Index fiel um 0,99 Punkte zu auf 1479,21 Zähler.
Palm und Tibco Software zeigten sich praktisch unverändert, nachdem beide Aktien im regulären Handel in Reaktion auf besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen deutlich zugelegt hatten.
Sirius XM Radio zeigten sich von Verlusten im regulären Geschäft deutlich erholt. Der Kurs wurde zuletzt gut 16 Prozent höher genannt mit 0,42 Dollar festgestellt.
Wall Street blickt auf Konjunkturdaten
Die Wall Street steht in der kurzen Handelswoche ganz im Zeichen der anstehenden Konjunkturdaten. Die Anleger lechzen nach Belegen für eine wirtschaftliche Erholung, um zu sehen, ob die jüngste Rally auf kräftigen Beinen steht oder nicht. Entscheidender Faktor könnte am Donnerstag der Arbeitsmarktbericht für Juni sein. Die Zahlen für Juni werden einen Tag früher als gewohnt veröffentlicht, da die Aktienmärkte am Freitag am Vortag des amerikanischen Nationalfeiertags geschlossen bleiben.
Während unerfreuliche Überraschungen auf Konjunkturseite eine lange erwartete Korrektur einläuten könnten, gehen Analysten im Fall weiterer Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft von einer positiven Woche aus. „Es hängt viel davon ab, wo die Überraschung liegt“, sagt Peter Jankovskis von Oak-Brook Investments mit Blick auf die Arbeitsmarktzahlen. „Im letzten Bericht haben die Leute darauf geschaut, dass der Rückgang nicht so groß war wie erwartet - die Arbeitslosenquote stieg aber dennoch gewaltig. Am Ende des Tages entschied dies alles.“
Laut einer Reuters-Umfrage könnten in den Vereinigten Staaten außerhalb der Landwirtschaft im Juni 355.000 Jobs weggefallen sein. Im Mai waren es 345.000. Die Arbeitslosigkeit dürfte demnach auf um 0,2 Prozent auf 9,6 Prozent steigen. „Wir glauben, dass ein Anstieg der Arbeitslosigkeit eigentlich etwas Positives sein könnte, da er signalisieren könnte, dass entmutigte Arbeiter wieder in den Arbeitsmarkt drängen und nach Jobs suchen“, sagte Phil Orlando von Federated Investors. „Es könnte in der kommenden Woche aber noch etwas anderes eine Rolle spielen: eine Art Bilanzverschönerungseffekt. Es liegt derzeit eine Menge Kapital am Rand.“ Am Dienstag enden sowohl der Juni als auch das zweite Quartal. Häufig wird sich an solchen Tagen von schwachen Aktien getrennt und das Portfolio mit einigen Überfliegern aufgehübscht.
Kurz vor beginn der Berichtssaison rollt in der kommenden Woche neben den Arbeitsmarktdaten eine Armada von Wirtschaftsdaten auf die Börsianer zu. Zu den Höhepunkten dürften am Dienstag das Verbrauchervertrauen für Juni und am Mittwoch der
amerikanischen Autoabsatz sowie der Einkaufsmanagerindex stehen.
Mit besonderem Interesse dürfte zudem am Montag die Urteilsverkündung im Prozess gegen den geständigen Milliardenbetrüger Bernard Madoff verfolgt werden.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging am Freitag mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 8438 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 0,2 Prozent auf 919 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq behauptete sich indes mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 1838 Punkten. Im Wochenvergleich gab der Dow-Jones-Index um 1,2 Prozent nach. Beim S&P-500-Index ergab sich ein Rückgang von 0,25 Prozent. Der Nasdaq-Index erhöhte sich im Wochenverlauf um 0,6 Prozent.
Amerikanische Anleihen schließen nach gestiegener Sparquote etwas fester
Die amerikanischen Anleihen haben den New Yorker Handel am Freitag etwas fester beendet, nachdem bekannt geworden war, dass die Sparquote der Privathaushalte deutlich gestiegen ist. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,125 Prozent erhöhen sich um 9/32 auf 96-27/32 und rentierten mit 3,51 Prozent. Der mit 4,250 Prozent verzinste Longbond gewann 17/32 auf 99-4/32. Seine Rendite schrumpfte auf 4,30 Prozent.
Die Sparquote der privaten amerikanischen Haushalte war im Mai auf 6,9 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit Dezember 1993. Im April hatte die Sparquote 5,6 Prozent und im März 4,3 Prozent betragen. Die steigende Sparquote zeige, dass die Bürger sich mit Ausgaben zurückhielten und somit nicht die Konjunktur stimulierten, kommentierte ein Volkswirt. Negative Konjunkturdaten steigern häufig die Nachfrage nach den als vergleichsweise sichere Anlage geltenden Staatsanleihen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |