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Sonntag, 12. Februar 2012
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Marktbericht Dax schließt nach Jahrestief knapp über 3.900 Punkte-Marke

11.03.2004 ·  Begleitet von Spekulationen nach den Anschlägen in Madrid stand der deutsche Aktienmarkt unter Verkaufsdruck. Der Dax fiel zwischenzeitlich auf ein neues Jahrestief und hat knapp über der Marke von 3.900 Punkten geschlossen.

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Vor allem die erneut schwachen amerikanischen Börsen haben am Donnerstag die deutschen Aktienmärkte unter Druck gebracht und bei ungewöhnlich hohen Umsätzen eine kräftige Abwärtsbewegung ausgelöst. Sämtliche Standardwerte notierten mit Verlusten und drückten den Leitindex Dax auf den tiefsten Stand seit Dezember 2003.

Zur Mittagszeit rutschte der Dax sogar unter die Marke von 3.900 Punkten. Gegen 12.40 Uhr stand ein sattes Minus von 4,2 Prozent auf 3.876,03 Punkten zu Buche, das bisherige Jahrestief lag bei 3.960,41 Punkten. Zum Handelsschluß hielt sich der Dax, nachdem sich zuvor schon bis auf 3.924 Punkte erholt hatte, nach einer weiteren kurzen Talfahrt knapp über der Marke von 3.900 Punkten. Er ging mit einem Minus von knapp 3,5 Prozent bei 3.904 Punkten aus dem Tag. Der MDax der 50 mittleren Werte gab um 2,6 Prozent auf 4.755 Punkte nach: zuvor hatte er sich schon um 3,7 Prozent auf 4.705,93 Zähler abgeschwächt. Der TecDax fiel um 4,32 Prozent auf 590 Punkte, nachdem er im Tagesverlauf schon um drastische 6,2 Prozent auf 579,19 Punkte abgerutscht war.

„Die vor wenigen Minuten veröffentlichten Konjunkturdaten aus Amerika sind wie erwartet ausgefallen und stabilisieren nun den Markt etwas“, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Zuvor hatten aufkommende Spekulationen über einen islamistischen Hintergrund der Anschläge von Madrid die Talfahrt verschärft: „Kurzfristig orientierte Anleger haben auf die Nachrichtenlage zwischenzeitlich mit Panikverkäufen vor allem bei Aktien reagiert, bei denen sie noch Kursgewinne hatten", sagte Stefan Müller, Händler beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Auch die anderen europäischen Börsen sind in erhebliche Mitleidenschaft gezogen worden - aber nicht so stark wie der deutsche: In Madrid verliert der Leitindex „lediglich“ 2,2 Prozent, in Lonson 2,1 Prozent und in Paris wie in Amsterdam 2,9 Prozent.

Etliche Belastungsfaktoren

„Der Dax hat heute in kürzester Zeit bei hohem Umsatz mehr als 100 Punkte verloren. Das hat zu extremer Nervosität am Markt und teils zu kopflosen Verkäufen geführt“, sagte ein Händler. Er sieht die Hauptursache darin, daß die amerikanischen Börsen am Vortag mangels positiver Impulse und einem überraschend gestiegenen Handelsbilanzdefizit in Amerika weiter an Boden verloren und noch tiefer unter psychologisch wichtige Marken gefallen waren.

Hinzu kommen Aussagen von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke, nach denen es in der Euro-Zone mehr Abwärtsrisiken für die Wirtschaft als Aufwärtsrisiken gibt, er aber trotzdem Argumente für eine Zinserhöhung sieht. Zudem wird in einem Bericht der Europäischen Zentralbank darauf hingewiesen, dass die europäischen Aktienmärkte eventuell überbewertet sein könnten.

Tui-Aktie vom Bombenanschlag in Madrid belastet

Die Bombenanschläge in Madrid am Morgen, die mehr als 170 Menschen in den Tod gerissen hatten, hätten so gut wie keine Auswirkungen auf den Aktienmarkt, da kein Zusammenhang mit dem Terrornetz von Al Qaida vermutet werde, hieß es zuerst. Nur die Tui-Aktie wurde von dieser Nachricht sichtbar belastet und fiel als zwischenzeitlich schwächster Dax-Wert um 4,88 Prozent auf 18,50 Euro. Der weltgrößte Touristikkonzern sei stark auf den Mittelmeerraum ausgerichtet, sagte ein Analyst. Im Tagesverlauf hat sich aber Nervosität breitgemacht, da die Urheberschaft des Anschlags unklar ist. Schwächster Dax-Wert war letztlich die Bayer-Aktie, die im Zuge der angekündigten Dividendenkürzung 5,3 Prozent auf 21,84 Euro abgab.

Die Aktie der HypoVereinsbank (HVB) hielt sich vor Veröffentlichung von Eckdaten zur Bilanz 2003 relativ gut im schwachen Gesamtmarkt und gibt 1,41 Prozent auf 16,76 Euro nach. Konzernchef Dieter Rampl betonte erneut, daß die HVB bei der Konsolidierung der Bankenbranche offen für „sinnvolle“ Lösungen sei. Zudem hieß es, dass der Bezugspreis für die geplante Kapitalerhöhung der HVB voraussichtlich am 18. März veröffentlicht werde. Wie die „Financial Times Deutschland“ (Donnerstag) berichtete, wird die Wiener AVZ-Stiftung nun doch mitziehen und bis zu zwei Drittel ihrer Bezugsrechte ausüben. Im TecDax geraten Aixtron nach Jahreszahlen vor allem wegen des enttäuschenden Ausblicks auf 2004 unter Druck und brachen um 7,7 Prozent auf 5,72 Euro ein.

Bleibt es bis zum Handelsschluß bei Verlusten in der bisherigen Größenordnung, dann hätte sich damit die charttechnische Lage deutlich verschlechtert. Denn bei einem Schlußstand auf dem derzeitigen Niveau, wäre die Unterstützung von 3.991 Punkten, welche die jüngste Seitwärtsspanne auf Schlußkursbasis nach unten begrenzte, nachhaltig verletzt worden. Richtig kritisch würde es aber erst dann, falls auch die nächste Unterstützungszone zwischen 3.850 und 3.750 Punkten ebenfalls nicht halten sollte.

Anleger verlieren ihren Optimismus

Immerhin hat die zuletzt enttäuschende Kursentwicklung aber schon dazu geführt, einen Teil der Optimisten am deutschen Aktienmarkt zu verjagen. Nach der neuen Umfrage von Cognitrend zur Stimmung am deutschen Aktienmarkt sind nur noch 34 Prozent der Anleger zuversichtlich für den Dax. Der Anteil der Optimisten ist damit im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage Mitte der vergangenen Woche um zwölf Prozentpunkte gesunken. Das Lager der “Bären“ wuchs dagegen um vier Punkte auf 34 Prozent und das Lager der neutral eingestellten Anleger um acht Prozentpunkte auf 32 Prozent.

In einer Bewertung der Umfrage meint Cognitrend-Analyst Gianni Hirschmüller, vermutlich hätten in der Nähe des Jahreshochs Leerverkäufe eingesetzt. Diese dürften nun bei neuen Jahrestiefs eingedeckt werden, so der Analyst. Sollte es überraschend zu neuen Jahreshochs kommen, dürften die “Bären“ dem Dax dann hinterherlaufen. Die Lage am deutschen Aktienmarkt sei besser als sie es auf den ersten Blick vermuten lasse, lautet seine Einschätzung. Es wird spannend sein zu beobachten, ob letztlich dieser Stimmungsindikator oder die derzeit eingetrübte Charttechnik Recht behalten wird.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung beim Dax.

Quelle: dpa, Reuters, JüB, @thwi
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10.02.2012 17:45 Uhr
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Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
FAZ-INDEX 1.495,13 −1,32%
TecDAX 769,89 −0,43%
MDAX 10.249,10 −1,04%
SDAX 4.985,13 −0,71%
REX 421,06 −0,02%
Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,01 −1,60%
Dow Jones 12.801,20 −0,69%
Nasdaq 100 2.547,32 −0,65%
S&P500 1.342,64 −0,69%
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