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Marktbericht Dax schließt knapp über 6.000 Punkten

04.05.2010 ·  Spekulationen über eine Ausweitung der Schuldenprobleme in Europa haben europäische Aktienmärkte und den Euro am Dienstag belastet, während deutsche Staatsanleihen gefragt waren. Die Unsicherheit über die griechische Verschuldung bleibe sehr hoch, sagte ein Händler.

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Kräftig angeheizte Sorgen über Ausmaß und Folgen der Griechenland-Krise haben am Dienstag zu teils heftigen Kursstürzen am deutschen Aktienmarkt geführt. Die Unsicherheit über die griechische Verschuldung bleibe sehr hoch, sagte ein Händler.

Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel im Tagestief bis auf 1,3021 Dollar, nachdem sie im späten Vortagesgeschäft um 1,3195 Dollar gehandelt worden war. „Keiner glaubt so richtig, dass Griechenland wirklich gerettet ist, sondern dass Athen ab 2012 wieder an den Kapitalmarkt muss“, sagte ein Anleihehändler. Deutsche Rentenpapiere dagegen waren gefragt. Der Kurs des Bund-Future zog um 95 Ticks an auf 125,45 Prozent an.

Markt beeinflusst von kursierenden Gerüchten

Die Sorgen über Ausmaß und Folgen der Griechenland-Krise ließ eine ganze Reihe erfreulicher Quartalsbilanzen zur Nebensache werden. Der deutsche Leitindex Dax fiel zeitweise unter 6000 Punkte und ging mit minus 2,60 Prozent auf 6006,86 Punkten aus dem Handel. Der MDax verlor 3,37 Prozent auf 8148,80 Punkte. Der TecDax rutschte um 2,78 Prozent auf 789,39 Punkte ab.

„Die Finanzmisere Griechenlands holte die Anleger an diesem Tag wieder ein und es kam zu teilweise panischen Reaktionen“, sagte Analyst Mark Rohles von IG Markets. Für Unruhe habe insbesondere eine Meldung gesorgt, der zufolge der griechische Bedarf an Finanzhilfen mit dem derzeit beschlossenen Umfang von 110 Milliarden Euro bis Ende 2012 nicht gedeckt sei, sagte er. Die Griechen selbst wollen zudem gekürzte Löhne, massive Steuererhöhungen und Einstellungsstopps im Staatsdienst nicht einfach hinnehmen. Streiks und Proteste sind die Folge, am Mittwoch soll es zu noch größeren Aktionen kommen.

Diese Hiobsbotschaften belasteten nahezu alle Dax-Werte. Nur die Aktie des Konsumgüterherstellers Beiersdorf verbuchte ein kleines Plus von 0,12 Prozent. Die Anteilsscheine des Versorgers Eon, die nach überraschend vorgelegten Gewinnzahlen für das erste Quartal zeitweise bis auf 28,765 Euro gestiegen waren, schlossen hingegen kaum verändert bei 28,180 Euro.

Quartalszahlen wurden kaum beachtet

Gute Quartalszahlen konnten auch die Aktien von Adidas nicht lange stützen. Trotz berichteter Rekordumsätze im ersten Quartal und einer angehobenen Jahresprognose fielen die Titel des Sportartikel- Herstellers um 4,46 Prozent auf 43,230 Euro. Um mehr als vier Prozent gaben auch die Anteilsscheine des Gaseherstellers Linde trotz deutlicher Gewinnzuwächse im ersten Quartal nach. Solide bewertete Zahlen gab es auch von Fresenius samt Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care, deren Aktien ebenfalls nachgaben. Mit Enttäuschung aufgenommene Gewinnzahlen zum ersten Quartal schickten zudem die Lufthansa-Aktien auf Talfahrt. Sie büßten 4,71 Prozent auf 12,045 Euro ein.

Dass sich der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück trotz Erdbebens und Unwetter nicht von seinen Gewinnplänen abbringen lässt, brachte den Papieren ein Plus von 0,44 Prozent auf 35,525 Euro ein. Die Aktien von Symrise konnten trotz starker Zahlen des Duftstoffherstellers ihre Gewinne nicht bis Handelsende halten. Sie verloren etwas mehr als drei Prozent. Sehr schwach zeigten sich trotz positiver Details auch die Aktien von Continental und Gildemeister.

Gegen den Trend dagegen stemmten sich die Anteilsscheine von Pfeiffer Vacuum, die um 2,27 Prozent auf 58,00 Euro zulegten. Zwar hatte der Vakuumpumpen-Hersteller im ersten Quartal erneut einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet, erklärte die Krise allerdings wegen gestiegener Auftragseingänge für überwunden.

Der EuroStoxx büßte 3,84 Prozent auf 2708,47 Punkte ein und auch die Börsen in London und Paris schlossen sehr schwach. In den Vereinigten Staaten zeigten sich die wichtigsten Indizes ebenfalls tief im Minus. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,58 (Vortag: 2,62) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,26 Prozent auf 125,72 Punkte.

Aktien in Athen brechen um knapp 7 Prozent ein

Die Börse in Athen hat am Dienstag einen schwarzen Tag erlebt und ist regelrecht eingebrochen. Am Berichtstag belasteten neue Sorgen über die griechische Schuldenkrise europaweit das Sentiment. Für den ASE ging es vor diesem Hintergrund um 6,7 Prozent auf 1.730 Punkte talwärts, wobei der griechische Aktienmarkt seine Verluste über den Sitzungsverlauf kontinuierlich ausbaute. Die Stimmung leide unter Spekulationen, wonach das 110-Mrd-Euro-Hilfspaket nicht ausreichen könnte. Hinzu kämen Sorgen vor innenpolitischen Unruhen und größer angelegten Streiks aus Protest gegen die beschlossenen Sparmaßnahmen. „Die Ängste über die Schuldenkrise wurden gepaart mit Sorgen über eine mögliche tiefe Rezession, was vor allem im Bankensektor zu einem Ausverkauf führte“, erläuterte ein Analyst. Der Bankensektor brach um 10,3 Prozent ein, unter den Einzelwerten verloren die Kurse der Papiere der National 12,1 Prozent, von Alpha 11,2 Prozent, von Piraeus 10,5 Prozent und der Eurobank 10,4 Prozent.

Übergreifen der Schuldenkrise auf Spanien befürchtet

Nach der Einigung der Euro-Finanzminister auf ein milliardenschweres Griechenland-Paket wachsen in der Finanzwelt die Befürchtungen, die Schuldenkrise könnte auf Spanien übergreifen (siehe auch:Ausverkauf am spanischen Aktienmarkt). „Wenn Spanien keine drastischen Maßnahmen ergreift, läuft es Gefahr, in dieselbe Falle zu gehen wie Griechenland“, betonte auch die „New York Times“ am Dienstag. „Es könnte sich in einer Lage befinden, in der es unmöglich wird, auf den Geldmärkten Kredite zu akzeptablen Zinsraten aufzunehmen.“ An der Madrider Börse sank der Aktienindex Ibex 35 am Dienstag bis zum Nachmittag um 3,3 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand des Jahres. Unter den Anlegern breiteten sich zunehmend Zweifel aus, ob der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero das wachsende Haushaltsdefizit in den Griff bekommen kann. Die spanische Wirtschaft befindet sich nach wie vor in der Rezession. Die Arbeitslosenquote stieg auf ein Rekordniveau von über 20 Prozent.

Spanien muss trotz seiner eigenen Verschuldung eine Summe von 9,8 Milliarden Euro für das Griechenland-Paket aufbringen. „Die Investoren befürchten, dass die Schuldenkrise auch andere schwächere Länder der Eurozone wie Portugal oder Spanien infizieren könnte“, erklärte die „Financial Times“. „Einige warnen gar davor, dass es für diese Staaten möglicherweise auch Rettungspakete geben müsse.“ Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ ergänzte: „Aus dem Magier Zapatero ist ein Improvisateur geworden. Spanien glaubt nicht mehr an seinen Kapitän.“ König Juan Carlos rief die Spanier zur Einigkeit auf. „Wenn alle gemeinsam daran arbeiten, die Krise zu überwinden, können wir die Dynamik von Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand zurückerlangen“, sagte der Monarch in der nordspanischen Stadt León.

Der IBEX-35 sank am Dienstag um 5,4 Prozent auf 9.859 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2009. Auch im Nachbarland Portugal gab es für die Kurse kein Halten mehr, der PSI-20 verlor 4,2 Prozent auf 7.098 Zähler. „Der Abwärtstrend bleibt bestehen“, fasste ein Analyst in Madrid das Sentiment zusammen. Er sieht den spanischen Leitindex kurzfristig bis 9.300 Punkte fallen, sollte der Schlüsselwiderstand bei 9.800 Zählern nicht verteidigt werden können. Im Finanzsektor fielen die Notierungen besonders eklatant. So brachen Sacyr um 10 Prozent ein und bildeten damit den Tagesverlierer. Für BBVA ging es 7,6 Prozent und für Santander 7,1 Prozent südwärts.

Euro fällt unter langfristigen Aufwärtstrend

Neue Spekulationen über die Finanzlage der Euroländer in Südeuropa haben die Gemeinschaftswährung im Verlauf des Dienstag zum Dollar immer weiter unter Druck gebracht. Nach einem Start um 1,3187 Dollar in den europäisch geprägten Devisenhandel notierte der Euro am frühen Abend nur noch um 1,3030 Dollar, dem niedrigsten Stand seit dem 28. April 2009. Dies ist ein Minus von 1,2 Prozent. „Nachdem auch die offizielle Einigung zwischen Eurogruppe, IWF und Athen der Gemeinschaftswährung keine positiven Impulse verleihen konnte, rechnen wir nicht mehr mit einer zwischenzeitlichen Erholung“, sagte Ulrich Leuchtmann, Leiter des Währungs-Researchs bei Commerzbank Corporates & Markets. Mit der vollständigen Aussetzung der Besicherungsregeln für griechische Staatsanleihen am Vortag habe die Europäische Zentralbank (EZB) zudem ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt.

„Wer bei den Sicherheiten Rücksicht auf kleinere Staaten nimmt, muss sich den Verdacht gefallen lassen, auch bei den Zinsentscheidungen zu stark auf Einzelbelange zu achten und die Geldpolitik notfalls zu spät zu straffen“, so ein Devisenhändler. Dies habe Folgen für die Rendite- und Inflationserwartungen der Investoren und belaste die Gemeinschaftswährung. Die am Nachmittag veröffentlichten amerikanische Konjunkturdaten beeinflussten den Wechselkurs von Euro zu Dollar nicht. Im März stieg der Auftragseingang der amerikanische Industrie um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, Volkswirte hatten hingegen ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Ohne die häufig stark schwankende Transportgütersparte fiel das Plus mit 3,1 Prozent sogar noch deutlich besser aus. Charttechnisch ist die Gemeinschaftswährung zum Greenback nunmehr unter den langfristigen Aufwärtstrend um 1,3170 Dollar gefallen. „Marktakteure sollten sich auf weitere Wechselkursverluste einstellen“, hieß es von den Analysten der DZ Bank. Die nächsten Unterstützungen fänden sich auf den Niveaus von 1,3000 Dollar und 1,2964 Dollar. Die Feinunze Gold kostete zum Londoner Nachmittag-Fixing 1.185 Dollar nach 1.184,90 Dollar am Vortag.

Quelle: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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25.05.2012 17:45 Uhr
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Name Kurs Prozent
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FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%