17.02.2012 · Die deutschen Aktienmärkte sind am Freitag mit kräftigen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Signale für eine zeitnahe Lösung der Griechenland-Krise verliehen dem Dax Auftrieb.
Hoffnung auf eine baldige Lösung der Griechenland-Krise hat dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang deutlich Auftrieb gegeben. Der Dax beendete den Handel mit plus 1,4 Prozent bei 6848 Punkten auf einem neuen Sechsmonatshoch. Auf Wochensicht steht ein Aufschlag von 2,3 Prozent zu Buche. Der M-Dax legte zum Handelsschluss um 1,4 auf 10441 Punkte zu, der Tec-Dax gewann 0,7 Prozent auf 778 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legte um 1,4 Prozent auf 1527 Punkte zu.
Händler sagten, am Markt hätten in Sachen Griechenland derzeit die Optimisten die Oberhand. Für Montag wird die Freigabe des 130 Milliarden Euro schweren EU-Hilfspakets für Griechenland erwartet. Die Chancen einer negativen Überraschung seien nur noch marginal, sagte ein Marktstratege. Auch eine sich anbahnende Einigung beim Forderungsverzicht privater Gläubiger wirke positiv.
Finanzwerte waren vor der Entscheidung für weitere Griechenland-Hilfen und dem absehbaren Schuldenschnitt gefragt. Commerzbank stiegen um 2,6 Prozent, Deutsche Bank um 1,9 Prozent. Unangefochtener Spitzenreiter im Dax waren aber die Papiere von Heidelberg Cement mit einem Aufschlag von 6,4 Prozent. Händler erklärten das Plus mit den Zahlen des französischen Wettbewerbers Lafarge, dessen operatives Ergebnis besser als erwartet ausgefallen war.
Autowerte legten nach Absatzzahlen von Volkswagen ebenfalls zu. Aktien des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care rutschten dagegen wie schon am Vortag ans Dax-Ende, weil laut Händlern negative Analystenkommentare weiterhin belasteten.
Im M-Dax waren Klöckner & Co aufgrund einer technischen Erholung mit plus 6,4 Prozent vorne. Im Tec-Dax gelang Aixtron-Aktien mit einem Plus von fast 8 Prozent der Sprung an die Index-Spitze. Ein Branchendienst hatte berichtet, das Überangebot im LED-Markt sollte im zweiten Quartal 2012 auf 16 Prozent fallen, nachdem es 2011 bei 30 Prozent gelegen habe.
Singulus Technologies rückten nach einem Auftrag in dem für das Unternehmen noch relativ jungen Solargeschäft um 3,1 Prozent vor.
Nachdem die Wall Street die vermeintliche Rettung Griechenlands bereits am Vortag gefeiert hat, hält sich die Euphorie am Freitag in Grenzen. Die Kurse präsentieren sich im frühen New Yorker Handel uneinheitlich ohne große Ausschläge. Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,2 Prozent auf 12.928 Punkte. Der S&P-500 bleibt nahezu unverändert bei 1358 Punkten und der Nasdaq-Composite sinkt um 0,4 Prozent auf 2948 Punkte. In den Vereinigten Staaten seien die sich mehrenden Signale für eine Freigabe des zweiten Schuldenpakets für Griechenland durch die Eurogruppe schon eingepreist worden, sagen Händler. Vor dem langen Feiertagswochenende in den Vereinigten Staaten - am Montag findet in Amerika der President’s Day statt - und auch mit Blick auf das mutmaßlich entscheidende Treffen der Eurogruppe zum zweiten Hilfspaket für Griechenland am Montag könnten die Teilnehmer zudem dazu neigen, erst einmal Positionen glattzustellen.
Konjunkturseitig liefern die Verbraucherpreisdaten keine neuen Impulse. Mit Blick auf die Einzelwerte fallen Bank of America auf, die einen Abschlag von rund 1 Prozent auf 8 Dollar verbuchen. Händler sprechen nach den deutlichen Vortagesgewinnen von Gewinnmitnahmen. Tendenziell sind Bankenwerte eher gesucht. Intel legen um 1,7 Prozent auf 27,3 Dollar zu. HJ Heinz haben mit ihren Zahlen zum dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten und außerdem einen positiven Ausblick abgegeben. Die Aktie gewinnt 5 Prozent auf 54,7 Dollar. Dagegen geht es für die Aktie des Nahrungsmittelwettbewerbers General Mills um 4 Prozent auf 38,2 Dollar nach unten. Das Unternehmen hat gewarnt, dass der Gewinn im dritten Quartal unter den aktuellen Schätzungen liegen dürfte und den Ganzjahresausblick gesenkt. Enttäuschende Ergebnisse einer Studie zur Behandlung von Hepatitis C lassen Gilead Sciences um rund 15 Prozent auf 46,7 Dollar einbrechen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |