Weiterhin stabil seitwärts nach dem freien Fall im Eröffnungsgeschäft zeigt sich der deutsche Aktienmarkt am Montag mittag. Der Dax pendelt eng um die Marke von 4.210 Punkten, nachdem er im frühen Geschäft sogar bis auf 4.182 Punkte eingebrochen war. Gegen 15.10 Uhr verliert der Dax 2,4 Prozent auf 4.208,84 Punkte. Sämtliche 30 Dax-Werte liegen mit Abschlägen von 1,0 Prozent bis 4,2 Prozent im Minus.
Nach massiven Absicherungsgeschäften am Morgen habe sich der Markt beruhigt, heißt es. Die meisten Anleger hätten die Reißleine gezogen und ihre Bestände über Verkäufe am Terminmarkt abgesichert. Unterstützt werde der Dax beim Hoch vom Januar 2004 bei 4.170 Punkten und dann bei der 200-Tage-Linie bei 4.101 Punkten. Auf Widerstand treffe er um 4.230 Punkte.
Skeptisches Warten auf die Berichtssaison
Händler meinen, der Dax sei mit Verzögerung dem Dow nach unten gefolgt. Nun werde mit Spannung darauf gewartet, wie der amerikanische Markt auf die schwache Vorlage des Nikkei aus Tokio reagiere. Der japanische Leitindex war mit den Spannungen zwischen Japan und China um 3,8 Prozent abgesackt.
Gleichzeitig werde die Stimmung vom schwachen Start in die Berichtssaison zum ersten Quartal belastet, heißt es. Auf der Verliererseite stünden unter anderem Technologietitel, nachdem nun auch Philips eine enttäuschende Gewinnentwicklung bekannt gegeben hat. Auch die schwachen Zahlen von IBM drückten weiter auf die Stimmung.
Die überraschend guten Zahlen von Bank of America wurden im Handel bislang nicht eingearbeitet. Alle Banktitel tendieren deutlich im Minus: Deutsche Bank verlieren 1,9 Prozent auf 65,05 Euro, HypoVereinsbank 2,3 Prozent auf 18,03 Euro und Commerzbank 2,2 Prozent auf 17,20 Euro.
Auto- und Techwerte weiter unter Druck
Automobiltitel stehen nach dem Einbruch der Unternehmensanleihen von General Motors (GM) weiter unter Verkaufsdruck. Der Markt “fürchte sich“ vor den Zahlen von GM und Ford, die bis Mittwoch anstehen, sagt ein Händler. Auch die Pleite von Rover belaste das Sentiment. DaimlerChrylser fallen um 1,8 Prozent auf 30,65 Euro und VW um 2,2 Prozent auf 33,62 Euro. Beide Titel haben damit neue Jahrestiefststände markiert. BMW verlieren 1,8 Prozent auf 33,38 Euro.
In Technologiewerten setzt sich der Abgabedruck fort, der bereits nach den IBM-Zahlen eingesetzt hatte. SAP fallen um 1,9 Prozent auf 113,70 Euro, Infineon um 2,6 Prozent auf 6,82 Euro. Tagesverlierer Tui geben 4,2 Prozent auf 19,42 Euro ab. Hier hatte die Logistik-Tochter Hapag-Lloyd von zunehmendem Wettbewerbsdruck gesprochen. Am besten hält sich im Dax die Deutsche Telekom mit einem Minus von 0einem Prozent auf 15,35 Euro.
IWKA nach Gewinnwarnung massiv unter Druck
In der zweiten Reihe brechen IWKA nach einer Gewinnwarnung am Freitag abend um 7,2 Prozent auf 18,29 Euro ein. Depfa legen um 0,9 Prozent auf 11,65 Euro zu. Die Bank hat am Morgen mitgeteilt, sie stoppe den Verkauf der Deutschen Pfandbriefbank. Als Grund wurden zu niedrige Kaufangebote genannt. Im TecDax fallen Funkwerk, Mobilcom, Freenet und Pfeiffer Vacuum alle um mehr als sechs Prozent.
Der MDax verliert 2,3 Prozent auf 5.597 Punkte, der TecDax fällt um 2,8 Prozent auf 501,70 Punkte und phasenweise hatte er sogar die 500er-Marke unterschritten. Die Terminkontrakte auf die amerikanischen Hauptindizes deuten einen gewisse Stabilisierung an: Der S&P-500-Futures steigt um 0,1 Prozent. Deutsche Staatsanleihen notieren durch die Bank fester, das Gold wurde im Londoner Vormittagsfixing mit 425,65 Dollar etwas fester gefixt.
