Die Aktienindizes Euro Stoxx 50 und Dax haben am Donnerstag den zweiten Tag zugelegt. Die Kurse stützte, dass Italien beim Verkauf von Anleihen 4,9 Milliarden Euro erlöste und für 2015 fällige Anleihen jährlich 3,89 Prozent Zins bieten musste. Das war zwar mehr als bei der letzten Auktion mit 2,76 Prozent, aber weniger als befürchtet. Die Rendite für zehn Jahre laufende italienische Staatsanleihen sank daraufhin von 5,5 auf 5,4 Prozent.
Der Dax legte in Frankfurt um 1,03 Prozent auf 6761 Punkte zu. Die Aktie des Einzelhändlers Metro war Tagesverlierer im Dax. Sie fiel auf den tiefsten Kurs seit drei Jahren. Metros Konkurrent Carrefour hatte in Frankreich enttäuschende Umsatzzahlen mitgeteilt. Außerhalb der Indizes legte die Aktie von Borussia Dortmund leicht zu. Die Mannschaft ist nach dem Heimsieg gegen Bayern München kurz davor, wie schon im Vorjahr Deutscher Fußballmeister zu werden.
Trotz enttäuschender Nachrichten vom amerikanischen Arbeitsmarkt startete die Aktienbörse in New York mit höheren Kursen. In dieser Woche haben 380 000 Amerikaner und damit mehr als erwartet einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt.
Eurokurs legt zu
Der Eurokurs ist am Donnerstag dank einer gewissen Entspannung in der Schuldenkrise gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3183 US-Dollar gehandelt. Im Mittagshandel hatte der Euro zeitweise nur 1,3102 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3153 (Mittwoch: 1,3131) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7603 (0,7616) Euro.
„Die Entspannung an den Anleihemärkten von Italien und Spanien war der Hauptgrund für den Anstieg des Eurokurses“, sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Die Risikoaufschläge für die Staatsanleihen beider Länder sind am Donnerstag den zweiten Tag in Folge merklich gesunken. Zudem gelang es Italien mit mehreren Anleiheauktion, fast die maximal angestrebte Summe einzunehmen. „Die seit Ende März wieder aufgekommene Unsicherheit wegen der Schuldenkrise scheint ihren Boden gefunden zu haben“, sagte Rieke.
Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten haben dem Devisenmarkt keine nachhaltig neue Richtung gegeben. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung waren überraschend gestiegen und hätten kurzzeitig für Verunsicherung gesorgt. Gleichzeitig war jedoch das US-Handelsbilanzdefizit im Februar deutlich gesunken. Dies dürfte laut Rieke zu einem höheren Wirtschaftswachstum in den USA im ersten Quartal führen.
Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82470 (0,82595) britische Pfund, 106,54 (106,18) japanische Yen und 1,2027 (1,2011) Schweizer Franken festgelegt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1668,50 (1658,00) Dollar gefixt.
