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Marktbericht Dax gibt nach Berg- und Talfahrt deutlich nach

28.04.2010 ·  Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse am Mittwoch weiter nachgegeben. Die europäische Schuldenkrise wirkt belastend, doch nahm der Kursdruck nach Meldungen über weitere Hilfen für Griechenland ab. Davon profitierten vor allem die Kurse griechischer Staatsanleihen.

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Ein Auf und Ab vollzog sich am Mittwoch am deutschen Aktienmarkt. Trennten sich Anleger aus Furcht vor einer Ansteckung weiterer Euro-Staaten durch die griechische Schuldenkrise zunächst in großem Stil von europäischen Aktien, so trieben Spekulationen, dass die EU größere Hilfspakete zur Verfügung stellen werde, die Kurse fast wieder in den grünen Bereich.

Die Chefs der mit der griechischen Regierung verhandelnden Institutionen und die Bundesregierung wollen Finanzhilfen für Griechenland so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Dies bekräftigten der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, am Nachmittag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Später kamen allerdings die Sorgen wieder deutlicher zum Tragen. Neue Nahrung erhielt die Angst vor einem Dominoeffekt kurz vor Handelsschluss, als die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihre Bonitätseinstufung für Spanien von „AA+“ auf „AA“ senkte. Der Euro fiel auf 1,3137 Dollar.

Sehr hohe Handelsvolumina

Der Dax gab im Tagesverlauf bei sehr hohen Handelsvolumina um bis zu 2,2 Prozent nach, schloss aber letztlich nur 1,2 Prozent tiefer bei 6084 Punkten. Das Handelsvolumen stieg auf 241 (Dienstag: 160) Millionen Aktien, der Umsatz erhöhte sich auf 7,7 (5,6) Milliarden Euro und erreichte damit ein Niveau, wie es sonst nur an Verfallstagen an den Terminmärkten üblich ist. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Anleger misst, hat in den vergangenen beiden Handelstagen deutlich zugelegt. Am Nachmittag lag er bei 24,7 Prozent. Der MDax gab um 1,5 Prozent auf 8219 Punkte nach, der TecDax 2,6 Prozent auf 800 Zähler.

„Die alarmierenden Nachrichten aus Griechenland veranlassen nun auch den größten Optimisten, die 'rosa Brille' abzunehmen“, kommentierte Analyst Patrick Pflüger von IG Markets. Nun sei eine schnelle Lösung der griechischen Refinanzierungsprobleme nötig, um die bislang positive Grundstimmung nicht komplett zu verlieren.

Berg- und Talfahrt griechischer Anleihen

Noch ärger fiel die Berg- und Talfahrt der griechischen Staatsanleihen aus. Der Kurs der im August 2011 fälligen Anleihe fiel zunächst von 85 Prozent der Nominale bis auf 73 Prozent und schloss bei 88,95 Prozent. Der Kurs der 2019 fälligen Rente sank von 76 auf 60 Prozent und beendete den Handel mit 78,25 Prozent.

Mit der sich zuspitzenden Lage in den EU-Staaten führten Finanzwerte lange Zeit die Verliererliste im Dax an, kamen aber dank positiver Unternehmenszahlen aus den Vereinigten Staaten etwas von Ihren Tagestiefs zurück. Die Aktien der Deutschen Bank waren gar kurz ins Plus gedreht, sanken am Ende aber um 0,7 Prozent auf 52,24 Euro. Commerzbank-Titel fielen um 2,4 Prozent auf 5,952 Euro, waren zuvor jedoch bis auf 5,70 Euro abgerutscht. Die Bank ist mit 3,1 Milliarden Euro in Griechenland engagiert. Die Papiere der Allianz büßten 2 Prozent ein, die im MDax gelisteten Postbank-Aktien sanken um 1,3 Prozent.

Als erfreulich interpretierte Zahlen des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA gingen im schlechten Umfeld unter, die Titel fielen um 2,2 Prozent auf 62,88 Euro. Unter den weiteren Berichtsunternehmen verloren zum Beispiel die Aktien des Softwareherstellers SAP 3 Prozent. Hier hatten sich einige Anleger Händlern zufolge eine höhere Gewinnmarge gewünscht. Angesichts einer verbesserten Jahresprognose schlugen sich die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 5,25 Euro noch vergleichsweise gut.

Kurse an Wall Street stabilisieren sich

Nach dem Ausverkauf am Dienstag stabilisieren sich die Aktienkurse an Wall Street. Damit findet die an den europäischen Börsen begonnene zaghafte Erholung von den Tagestiefstkursen an Wall Street ihre Fortsetzung. „Die größten Verlierer von gestern liegen heute vorn. Das signalisiert, dass wir es mit einer technischen Gegenbewegung zu tun haben“, sagt ein Händler.

Für den Dow Jones Index für 30 Industriewerte (DJIA) geht es um 0,4 Prozent nach oben auf 11.038 Zähler. Der S&P-500 erholt sich um 0,55 Prozent auf 1190 Stellen. Der Nasdaq Composite notiert hingegen praktisch unverändert bei 2471 Stellen. Das beherrschende Thema auch am amerikanischen Aktienmarkt ist weiter die Gefahr eines Schuldnerausfalls Griechenlands und möglicherweise auch Portugals.

Dow Chemical legen um 5,4 Prozent auf 31,69 Dollar zu. Im ersten Quartal ist der Gewinn des Chemiekonzerns auf 466 Millionen Dollar oder 0,41 Dollar je Aktie gestiegen von 24 Millionen Dollar oder 0,03 Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Konsens mit einem Gewinn von 0,29 Dollar je Aktie gerechnet. Fast alle Sparten und alle Regionen haben zu dem Gewinnwachstum beigetragen.

AOL brechen ein

Broadcom verteuern sich um 1,5 Prozent auf 35,34 Dollar. Das Unternehmen prognostiziert für das zweite Quartal einen Nettoumsatz zwischen 1,535 und 1,635 Milliarden Dollar, während Experten im Schnitt mit 1,42 Milliarden Dollar rechnen. Mit dem Gewinn je Aktie von 0,40 Dollar lag das Unternehmen im ersten Quartal aber unter der Prognose von 0,48 Dollar.

AOL brechen um 13,6 Prozent auf 24,21 Dollar ein. Mit einem Gewinn je Aktie von 0,32 Dollar hat der Telekomkonzern den Analystenkonsens von 0,70 Dollar deutlich verfehlt. Geringere Werbeeinnahmen in Folge der Restrukturierung macht AOL für den unerwartet niedrigen Gewinn verantwortlich.

Quelle: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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REX 434,70 −0,15%
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F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
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