Der MDax stieg am Freitag um 0,49 Prozent auf 10 539,60 Punkte. Einzig der TecDax gab nach. Der Index der Technologiewerte fiel um 0,40 Prozent auf 933,69 Punkte.
„Das liegt vor allem an der Liquidität im Markt“, sagte Chefvolkswirt Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse mit Blick auf die Kursgewinne. Zudem seien Aktienwerte im Vergleich zu anderen Anlageformen nach wie vor attraktiv.
Ungeachtet dessen nehmen nach Meinung Intelmanns aber auch die Sorgen ab, dass die Katastrophe in Japan die Erholung der Weltwirtschaft abwürgen könnte.
Deutsche Börse im Dax vorn
Die Titel der Deutschen Börse setzten sich mit plus 2,87 Prozent auf 54,45 Euro an die Spitze des Dax. Der amerikanische Sender „Fox Business“ hatte berichtet, dass die Gremien der umworbenen NYSE Euronext am Sonntag über das Übernahmeangebot des Rivalen Nasdaq OMX sprechen wollen. Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research betonte, dass der Sender bereits mit dem Gegengebot der Nasdaq OMX für die NYSE gut informiert gewesen sei.
Mit 0,31 Prozent im Minus bei 12,87 Euro lagen dagegen die Aktien der Deutschen Post . Der niederländische Konkurrent TNT hatte wegen eines unerwartet unsicheren Geschäftsumfelds in den ersten zwölf Wochen des Jahres im Expressgeschäft weniger verdient als vor einem Jahr und die erst im Februar ausgelobte Gewinnprognose gekippt.
Hochtief verlieren erneut
Nach einem wechselhaften Tagesverlauf lagen die jüngst schwankungsanfälligen Papiere der Commerzbank am Ende vom Dax. Sie standen zeitweise im Plus, büßten zum Schluss aber 3,17 Prozent auf 5,252 Euro ein. In Medienberichten war die Rede davon, dass Spekulanten mit Hilfe von Leerverkäufen in Milliardenhöhe jüngst eine Wette auf einen Kursverfall der Titel aufgebaut hätten.
Im MDax gaben die bereits am Vortag heftig unter Druck geratenen Titel von Hochtief weiter nach. Sie verbilligten sich nochmals um 1,76 Prozent auf 68,76 Euro. Die Zeitung „The Australian“ hatte berichtet, dass die australische Hochtief-Tochter Leighton über eine Kapitalerhöhung nachdenkt.
Börsenneuling Norma notiert knapp unter dem Ausgabepreis
Im TecDax legten die Titel von Roth & Rau nach endgültigen Zahlen eine Achterbahnfahrt hin. Sie rutschten erst um mehr als vier Prozent ab, schlossen aber 3,03 Prozent höher bei 19,75 Euro. Händler sprachen von Spekulationen um eine Fusion oder Übernahme. Auch einen Börsengang gab es.
Norma-Aktien gingen bei 20,80 Euro aus dem Handel und lagen damit leicht unter dem Ausgabepreis von 21,00 Euro. Der Börsengang des Industrieausrüsters ist der größte seit der Platzierung von Titeln des Chemikalienhändlers Brenntag im März 2010.
Der EuroStoxx 50 stieg um 0,71 Prozent auf 2984,66 Punkte. Auch in Paris und London schlossen die Leitindizes mit Gewinnen. In New York lag der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss dagegen auf Augenhöhe mit seinen Schlusskursen vom Vortag.
Anleihenrenditen klettern weiter
Am Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,23 (Donnerstag: 3,20) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,26 Prozent auf 120,59 Punkte. Der Bund Future gab um 0,55 Prozent auf 120,05 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,4401 (1,4283) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6944 (0,7001) Euro.
