Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben sich zum Wochenschluss fester gezeigt. Der Euro Stoxx 50, der die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen des Euroraums abbildet, stieg um rund 1,5 Prozent auf 2440 Punkte. Der deutsche Standardwerteindex Dax überwand im Tagesverlauf die Marke von 7000 Punkten, schloss allerdings leicht unterhalb dieser Schwelle. Der den deutschen Aktienmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index notierte um die Marke von 1500 Punkten herum.
Marktteilnehmer begründeten die positive Tagestendenz zunächst mit Einschätzungen der mit Spannung erwarteten Rede des amerikanischen Notenbankpräsidenten Ben Bernanke auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. Die Rede selbst fiel ersten Analysen zufolge dann wenig überraschend aus. Bernanke betonte, dass die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten weiterhin zu hoch sei und dass die Notenbank, sollte sich die Wirtschaft nicht schneller und stärker beleben, abermals am Markt eingreifen und Geld drucken könne. Damit schaffte er den Spagat, nicht im Detail ein neues - drittes - Lockerungsprogramm (“QE3“) anzukündigen, zugleich aber die Anleger, die das erwarten, nicht zu enttäuschen.
Entscheiden darüber werden die amerikanischen Währungshüter wohl aber erst während ihres anstehenden Treffens am 12./13. September, wobei unter den stimmberechtigten Fed-Direktoren offenbar eine Mehrheit für ein weiteres Kaufprogramm vorhanden ist. Daneben kamen gemischte Konjunkturdaten aus den Vereinigen Staaten heraus. Der Vertrauensindex der Michigan-Universität fiel etwas besser aus als erwartet, der Einkaufsmanagerindex für den Raum Chicago etwas schlechter. Im Euroraum legte die Arbeitslosigkeit auf 11,3 Prozent zu, was den Erwartungen der professionellen Marktbeobachter entsprach.
Deutsche Bank an Dax-Spitze
Auf dem deutschen Aktienmarkt verzeichneten die Anteile an der Deutschen Bank mit mehr als 4 Prozent die höchsten Kursgewinne unter den großen Standardwerten. Die Titel des Versicherers Allianz kletterten um rund 2 Prozent. Der Aktienkurs von Thyssen Krupp tendierte etwas fester, obwohl es schlechte Vorgabe durch deutliche Kursverluste zweier japanischer Stahltitel gegeben hatte. Einem Medienbericht zufolge haben Nippon Steel und Sumitomo Metal Industries ihre Verlustprognosen aufgrund von Abschreibungen erhöht.
Aktien der Lufthansa zeigten trotz des begonnenen Streiks der Flugbegleiter ein leichtes Kursplus. Linde-Aktien zeigten sich vorüberehend überdurchschnittlich fest, was damit begründet wurde, dass der Industriegase-Konzern von Börsianern als potenzieller Kandidat für einen Euro Stoxx-Aufstieg erachtet wird. Kursverluste zeigten die Aktien von Heidelberg Cement, K+S und Metro.
Hochtief-Titel zeigten Kursgewinne von 2,6 Prozent auf mehr als 37 Euro. Händler verwiesen auf einen Bericht der „Financial Times Deutschland“, demzufolge der spanische Baukonzern ACS eine Fusion mit Hochtief erwäge. Ein Börsianer winkte allerdings aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel der Spanier ab. Übernahmefantasie hielt auch die Aktien von Rhön-Klinikum weiter im Fokus. Händler harren einem möglichen zweiten Übernahmeangebot von Fresenius entgegen.
