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Marktbericht Amerika hievt die Aktienkurse ins Plus

 ·  Spanien leidet unter der Krise, eine amerikanische Großbank verliert zwei Milliarden - aber die Aktienkurse drehen doch noch ins Plus. Denn die Amerikaner sind wieder in Kauflaune.

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Amerikas Konjunkturdaten sind besser als erwartet ausgefallen - das hat dem Dax am Freitag zu einem versöhnlichen Wochenabschluss verholfen. Die Zitterpartie um die griechische Regierungsbildung sowie die schwierige finanzielle Lage Spaniens und seiner Banken hielten die Anleger jedoch in Atem. Darüber hinaus versetzte ihnen eine milliardenschwere Zockerei der amerikanischen Bank JP Morgan einen Schreck.

Die größte US-Bank hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, wegen einer fehlgeschlagenen Handelsstrategie zwei Milliarden Dollar verloren zu haben. „Jeder kann sich mal verkalkulieren“, sagte ein Börsianer. „Bedenklich ist aber, dass die Fehler so lange nicht aufgefallen sind.“ Lex van Dam, Hedgefonds-Manager bei Hampstead Capital, äußerte sich ähnlich: „Dass nicht einmal JP Morgan in der Lage ist, seine Händler zu kontrollieren, heißt, dass es mehr Regulierung und weniger Gewinne geben wird.“ Im amerikanischen Handel verloren die Aktien von JP Morgan sieben Prozent.

Amerikas Verbraucher sind guter Stimmung

Am Nachmittag hellte sich die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten dann auf. Auslöser war der Anstieg des Stimmungsbarometers der amerikanischen Verbraucher auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. „Um den Konsum in den Vereinigten Staaten braucht man sich derzeit keine großen Sorgen zu machen“, sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Die Käufe der Verbraucher sind die Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Der Dax verabschiedete sich nach vorübergehenden Verlusten mit einem Plus von einem Prozent bei 6579,93 Punkten ins Wochenende. Der F.A.Z.-Index, der zusätzlich kleinere Unternehmen umfasst, stieg um 0,8 Prozent auf 1443,19 Punkte. Der Euro-Stoxx 50 schloss immerhin noch 0,2 Prozent fester bei 2253,71 Zählern. Der Leitindex der Athener Aktienbörse fiel dagegen zeitweise auf 608,71 Stellen - den tiefsten Stand seit November 1992 - und beendete den Börsentag gerade einmal drei Punkte darüber. Die 60 dort gelisteten Unternehmen sind derzeit zusammengerechnet gerade einmal 20 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Volkswagen verdiente 2011 unter dem Strich fast genauso viel. Trotz mehrerer Anläufe konnte in Griechenland noch keine neue Regierung gebildet werden. Damit steuert das Land auf Neuwahlen zu. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones am Freitag bei Börsenschluss in Deutschland 0,4 Prozent im Plus.

Der spanische Ibex gab 0,7 Prozent nach. Die Regierung in Madrid kämpft mit hohen Schulden, einer Rezession und einer rekordhohen Arbeitslosigkeit. Das Land wird den Berechnungen der EU-Kommission zufolge die Defizit-Vorgaben verfehlen. Darüber hinaus drohen zusätzliche Milliardenbelastungen durch Hilfen für die Banken, die unter einem Berg von faulen Immobilienkrediten ächzen. Die Geldinstitute sollen hierfür weitere Milliarden zurücklegen.

Der JP-Morgan-Schreck und die Fragilität der spanischen Bankenlandschaft setzten den gesamten europäischen Finanzsektor unter Druck. Der Branchenindex verlor 0,9 Prozent. Im Euro-Stoxx 50 gehörten die französische Societe Generale und die italienische Intesa Sanpaolo mit einem Minus von jeweils 1,5 Prozent zu den größten Verlierern. Die Deutsche Bank büßte 0,2 Prozent ein, die Commerzbank 0,3 Prozent. An der Londoner Börse verlor Barclays 2,9 Prozent. Am spanischen Aktienmarkt fiel der Kurs von Banco Popular zeitweise auf ein 19-Jahres-Tief von 2,02 Euro und schloss bei 2,13 Euro.

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