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Marktbericht am Mittag Schwächerer Euro läßt Dax steigen

 ·  Nach der unterwartet leichten Zinssenkung in Amerika und relativ optimistischen Äußerungen der Notenbanker hat der Wirtschaftsoptimismus Oberhand. Die Börsen tendieren freundlich, Rentenmarkt und Euro fallen.

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Erneute Kursverluste des Euro haben den Deutschen Aktienindex (Dax) und dabei vor allem die Papiere der exportorientierten Automobil-Hersteller am Donnerstag aus der Verlustzone gezogen. Die Erwartung eines Vorziehens der Steuerreform habe die meisten Aktien ebenfalls beflügelt, sagten Händler. „Da wird offenbar das Vorziehen der nächsten Steuerreformstufe gespielt. Und wenn sie wirklich kommt, gäbe das starke Impulse für die Konjunktur und den Aktienmarkt", hieß es im Handel.

Am Nachmittag wies das Börsenbarometer Dax ein Plus von 0,7 Prozent auf 3.220 Punkte auf. Der Nebenwerte-Index MDax legte minimal um 0,1 Prozent auf 3479 Punkte zu, der Technologie-Index TecDax 0,4 Prozent auf 422 Stellen. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes deuteten derweil auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin.

Marktteilnehmer setzen auf die positive Wirkung der Liquiditätsversorgung

Am Markt habe sich im Handelsverlauf die Ansicht durchgesetzt, dass die Kursabschläge vom Vormittag in Reaktion auf die „kleine Zinssenkung“ in den USA übertrieben waren. „Angesichts des niedrigsten Zinsniveaus seit 1958 müssen vor allem die institutionellen Anleger irgendwann wieder zu den Aktienmärkten zurückkehren", sagte ein Börsianer. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 1,0 Prozent gesenkt - dem tiefsten Stand seit 45 Jahren.

Trotz des bereits niedrigen US-Zinsniveaus hatten viele Marktteilnehmer auf eine umfangreichere Zinssenkung gehofft, besonders nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Juni den Euro-Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,00 Prozent zurückgenommen hatte. Der „kleine“ Zinsschritt bedeutet Devisenanalysten zufolge eine Verringerung des Zinsabstands zwischen USA und Europa und macht damit Dollar-Anlagen attraktiver. Daraufhin fiel der Euro auf 1,1440 Dollar, nachdem er vor zwei Wochen noch ein Allzeithoch von 1,1932 markiert hatte.
Der Rückgang des Euro sei wiederum positiv für Exporte und Konjunktur und deshalb auch für die Aktienkurse, sagten Händler. Die Papiere von DaimlerChrysler gewannen 2,16 Prozent auf 29,35 Euro, die Anteilsscheine von BMW zogen um 2,45 Prozent auf 33,09 Euro an. Auch Volkswagen-Titel waren gefragt.

Sonderfaktoren beeinflussen Einzelwerte

Zu den Gewinnern im Dax zählten Metro- und Deutsche Post-Aktien. Händler begründeten die Gewinne mit charttechnischen Faktoren. Metro legten um 2,51 Prozent auf 27,36 Euro zu, Post kletterten 2,95 Prozent auf 12,90 Euro. Größte Verlierer im Dax waren die Aktien von ThyssenKrupp nach einem Medienbericht über schlechte Chancen für einen umfassenden Einsatz des Transrapid in China. In einem Zeitungsbericht hieß es unter Berufung auf Regierungskreise, der für Herbst geplante Start des Alltagsbetriebs auf der weltweit ersten Strecke in Shanghai müsse verschoben werden und dem Transrapid-Konsortium drohe eine Konventionalstrafe in zweistelliger Millionenhöhe. Die ThhyssenKrupp-Papiere verloren 3,57 Prozent auf 9,73 Euro.

Verluste verbuchten auch Papiere der Versicherungsbranche, nachdem der Rettungsversuch für die angeschlagene Mannheimer Versicherung am Vortag vorerst gescheitert war. „Das hat große Symbolkraft, die Versicherer hatten bislang den Nimbus der unantastbaren und sicheren Finanzinstitutionen", sagte ein Aktienhändler. Die Aktien der Münchener Rück büßten 1,11 Prozent ein auf 92,01 Euro. Die Titel der Mannheimer Versicherung brachen ein und verbuchten mit 4,59 Euro ein Minus von 36,25 Prozent.

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