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Marktbericht Aktienbörsen tendieren weiter seitwärts

Anleger haben positiv darauf reagiert, dass die EZB weitere 529 Milliarden Euro an die Geschäftsbanken verlieh. Aussagen Ben Bernankes enttäuschten aber offenbar.

© F.A.Z.

Die europäischen Börsen zeigten sich nach Bekanntgabe der Details zur nächsten Geldspritze der Europäischen Zentralbank zunächst freundlich. Wichtige Indizes wie der Euro Stoxx 50, der die 50 wichtigsten Unternehmen des gemeinsamen Währungsraums abbildet, der Dax oder der marktbreite deutsche F.A.Z.-Index legten um bis zu 1 Prozent zu. Etwas stärker zeigt sich noch der italienische Leitindex FTSE-MIB. Nachdem der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke allerdings vor einem Ausschusses des Repräsentantenhauses Hoffnungen auf ein weiteres Wertpapierankaufprogramm (Quantitative Easing 3,  QE 3) dämpfte, drehten auch die amerikanischen Börsen wieder auf den Schlusstand vom Vortag.

Die EZB hatte an diesem Mittwoch zum zweiten Mal Geld an die Geschäftsbanken zum Leitzins und für drei Jahre ausgereicht. Diesmal haben sich insgesamt 800 Institute 529 Milliarden Euro geliehen. Das entspricht ungefähr dem zuvor mehrheitlich erwarteten Volumen. Es waren allerdings deutlich mehr Banken als erwartet, die von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. „Die erstaunliche Zahl dieses Mal ist die Anzahl der Banken, die teilnehmen. Das signalisiert, dass wohl viel mehr kleinere Banken auf die EZB-Kredite zugegriffen haben und es ist gut möglich, dass sie das Geld an die Realwirtschaft weiterreichen werden“, sagte Laurent Fransolet, verantwortlicher Zinsstratege von Barclays Capital. Die zweite Geldspritze könne in diesem Sinne eine größere Wirkung haben als die erste.

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Anfang Dezember, als die EZB zum ersten Mal ein Finanzierungsgeschäft dieser Art durchführte, waren es beinahe 490 Milliarden Euro gewesen. Diese Geschäfte haben nach allgemeiner Auffassung unter Anlegern wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Situation an den europäischen Staatsanleihemärkten und mithin auch an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn merklich entspannt hat.

Société Générale und BNP Paribas überdurchschnittlich

Unter den besten euroäischen Standardwerten fanden sich Finanztitel wie die Société Générale, BNP Paribas, ING Group und Unicredit, deren Kurse um gut 2 Prozent zulegen. Dennoch gab es keinen klaren Brachentrend, der Finanztitel generell an die Spitze der Tagesbewegung brachten. Ebenfalls überdurchschnittliche Kursgewinne verzeichnten beispielsweise auch der Versorger RWE, der französische Handelskonzern Carrefour und Eon.

Auf dem deutschen Aktienmarkt gehörten die Titel der Commerzbank zu den besten Werten. Insgesamt ist der Mittwoch damit ein weiterer eher unauffälliger Handelstag - seit Wochenbeginn tendieren die Börsen eher seitwärts. 

Euro bei 1,34 Dollar

Leichte Kursgewinne verzeichnen italienische und spanische Staatsanleihen. Italienische Schuldtitel mit zehn Jahren Laufzeit rentierren mit 5,2 Prozent, spanische mit weniger als 5 Prozent, französische mit 2,8 Prozent, deutsche mit 1,8 Prozent. Kursverluste zeigen entsprechende portugiesische Titel.

Der Euro blieb mit 1,34 Dollar kaum verändert, ein Fass (159 Liter) der europäischen Öl-Sorte Brent kostet knapp 123 Dollar, minimal weniger als am Tag zuvor.

Quelle: FAZ.NET

 
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