26.09.2005 · Nach einer Studie von Union Investment verfehlen einige Dax-Unternehmen wichtige Standards bei der Gewährung von Aktienoptionen. Bei Managern von SAP und Infineon klingelt auch dann die Kasse, wenn sich der Aktienkurs kaum bewegt.
Nach einer Studie von Union Investment verfehlen einige Dax-Unternehmen wichtige Standards bei der Gewährung von Aktienoptionen. Bei Managern von SAP und Infineon klingelt auch dann die Kasse, wenn sich der Aktienkurs kaum bewegt.
Die Qualität der Aktienoptionsprogramme mißt Union Investment an fünf Kriterien:
• Steigerung des Aktienkurses um mindestens sechs Prozent jährlich. Wilhelm: „Die Manager sollten nur von Aktienoptionen profitieren, wenn die Aktie eine risikolose Rendite aus Bundesanleihen deutlich übertrifft. Bundesanleihen rentieren aktuell mit 3 Prozent, und Aktien sollten zusätzlich eine rund 3-prozentige Risikoprämie erwirtschaften. Deswegen sollte die Aktienrendite mindestens 6 Prozent erreichen.“
• Bessere Kursentwicklung als die Wettbewerber. Hierzu ist möglichst ein branchentypischer Vergleichsindex heranzuziehen. Wilhelm: „Eine zusätzliche Vergütung über Optionsprogramme ist nur dann gerechtfertigt, wenn sich eine Aktie langfristig besser entwickelt als die Kurse wichtiger Wettbewerber. Andernfalls würden die Manager für den Rückenwind einer günstigen Branchenkonjunktur entlohnt.“
• Hohes Eigeninvestment: Durch ein möglichst hohes Eigeninvestment sollen die Begünstigten nicht nur von den Chancen profitieren, sondern auch das unternehmerische Risiko der Aktionäre teilen.
• Die Zahl der ausgegebenen Aktienoptionen sollte zwei Prozent der ausstehenden Aktien nicht überschreiten. Drees: „Auf diese Weise können die Kosten der Optionsprogramme in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden.“
• Zudem berücksichtigt Union Investment bei der Bewertung ein Bündel von Randfaktoren. Hierzu zählt auch eine möglichst langfristige Ausrichtung (mindestens fünf, besser zehn Jahre) des Aktienoptionsprogramms mit einer entsprechenden Sperrfrist. „Union Investment ist als langfristiger Investor an nachhaltigen Kurssteigerungen interessiert“, so Wilhelm. Positiv bewertet er, wenn der Berechtigtenkreis eng begrenzt und der Wert des Programm gedeckelt ist. Wilhelm: „Dann laufen die Kosten des Programms nicht aus dem Ruder.“
Renditeziele: Altana, Schering und Telekom vorne
Hinsichtlich eines relativen Renditeziels bewertete Union Investment die Programme von Altana und Schering als vorbildlich. Beide Unternehmen setzen voraus, daß ihre Aktie einen relevanten Vergleichsindex schlagen muß. Dagegen weisen die Programme von SAP, Siemens und VW kein relatives Renditeziel auf. Die Begünstigten können also auch von einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung profitieren. Drees. „Eine solche Selbstbedienung kann nicht im Interesse der Aktionäre sein.“ Hinsichtlich der absoluten Renditeziele zeigt sich die Deutsche Telekom mit einer Mindestrendite von jährlich 9,1 Prozent vorbildlich. Demgegenüber sind die Mindestrenditen von Infineon (0,7 Prozent p.a.), Eon (1,4 Prozent p.a.) und FMC (2,2 Prozent p.a.) ungenügend.
Eigeninvestment: BASF und Schering führend
ährend fast die Hälfte der untersuchten Programme keine Eigeninvestments voraussetzen, überzeugen BASF, Commerzbank und Schering dadurch, daß sie signifikante Eigeninvestments vorschreiben. So müssen die Begünstigten von BASF für jeweils vier Optionen eine Aktie erwerben. Schering verlangt den Kauf einer Aktie aus dem eigenen Vermögen bevor die Begünstigten jeweils zehn Optionen erhalten. „Auf diese Weise werden die Anreize für das Management wirkungsvoll mit den Interessen der Aktionäre verbunden,“ so Drees.
Programmumfang: Bayer und Münchner Rück vorbildlich
Bayer und Münchner Rück überzeugen durch ein vergleichsweise geringes Volumen der Optionsprogramme. So erreicht das Programm von Bayer maximal ein Volumen von 24 Millionen Euro und auch das Programm der Münchener Rück begrenzt die Verwässerung auf erfreulich geringe 0,6 Prozent des Unternehmenswertes. Dagegen verwässern die Programme von VW und SAP den Besitz der Aktionäre um mehr als 7 Prozent. Und auch das Programm von FMC erreicht mit einer potentiellen Verwässerung von 4,6 Prozent ein unangemessen großes Volumen.
Randfaktoren vermitteln ein heterogenes Bild
Die Optionsprogramme von BASF und MAN überzeugen mit langen Laufzeiten von acht und sieben Jahren. Drees: „Dagegen sind die Programme von Metro, RWE und Deutscher Telekom mit einer Laufzeit von lediglich drei Jahren bedauerlicherweise nur vergleichsweise kurzfristig angelegt.“ Hinsichtlich einer Deckelung überzeugt MAN mit einer Begrenzung des Wertes auf maximal 24 Euro pro Recht. Keine Wertobergrenze ist dagegen bei den Programmen der Deutschen Börse, der Deutschen Post sowie bei FMC und Infineon gegeben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |