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Leitzins Federal Reserve macht das Dutzend voll

31.10.2005 ·  Glaubt man den „Zinsstrategen“, so wird die amerikanischen Notenbank am Dienstag den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt erhöhen und weitere Zinsschritte in Aussicht stellen. Sie sind sich uneins über das Ende des Straffungszyklus.

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Der geldpolitische Rat der amerikanischen Notenbank (Fed) wird an diesem Dienstag den Leitzins abermals um einen Viertelprozentpunkt erhöhen und zugleich weitere Zinsschritte in Aussicht stellen. Damit rechnet die große Mehrheit der Akteure an den Finanzmärkten. Es wird die zwölfte Anhebung des Zielzinssatzes für Tagesgeld in Folge seit Sommer vergangenen Jahres sein.

Zuletzt hatten die Währungshüter um Chairman Alan Greenspan den Leitzins im September von 3,5 auf 3,75 Prozent erhöht. Fed-Beobachter erwarten, daß sich auch die schriftliche Begründung zur Zinsentscheidung nur wenig von der vorangegangenen Version unterscheiden und die Formulierung einer "maßvollen" geldpolitischen Straffung enthalten wird. Meinungsunterschiede bestehen allerdings mit Blick auf ein mögliches Ende der Zinsrunde.

Orientiert sich die Zinspolitik am Immobilienmarkt?

"Der Zyklus der Zinserhöhungen ist nahezu vorüber. Ich rechne noch mit einem weiteren Schritt im Dezember, und zwar von 4 auf 4,25 Prozent", sagt James O'Sullivan von der Investmentbank UBS in New York. Der Ökonom begründet seine Einschätzung mit der Erwartung, daß insbesondere der amerikanische Immobilienmarkt sich in den kommenden Monaten abkühlen wird. Der kraftvolle Aufschwung auf dem Markt für Wohnungen und Häuser war bisher eine wichtige Stütze für den Konsum, insbesondere aufgrund der niedrigen langfristigen Zinsen. Sie gaben vielen Hausbesitzern die Möglichkeit, ihre Hypothekendarlehen zu günstigeren Konditionen neu auszuhandeln und frei werdendes Geld in den Konsum zu stecken. "Die Abkühlung geht einher mit unserer Erwartung, daß die langfristigen Zinsen in den kommenden Monaten weiter steigen werden", sagt O'Sullivan. UBS sagt für die maßgebliche amerikanische Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit zum Ende des Jahres eine Rendite von 5 Prozent voraus, das sind 43 Basispunkte mehr als derzeit. O'Sullivan gesteht zu, daß die tatsächliche Leitzinsentwicklung von seinem Szenario eher nach oben als nach unten abweichen wird.

„Zinsfalken“ rechnen mit weiteren Zinserhöhungen

Nach Ansicht von Monica Fuentes von Goldman Sachs liegt das Ende der Runde der Zinserhöhungen noch in einiger Ferne. Die Fed wird ihrer Ansicht nach noch bis in die erste Hälfte des kommenden Jahres hinein die Geldpolitik weiter straffen und den Leitzins auf 5 Prozent anheben. "Die Zentralbanken begehen einen Fehler, wenn sie meinen, die Gefahr einer Beschleunigung der Inflation bestehe nicht. Um die Inflationserwartungen fest auf niedrigem Niveau zu verankern, müssen sie sich ihre Glaubwürdigkeit als Hüter der Preisstabilität verdienen", sagt Fuentes. Als Quell weiterer Inflationsgefahren nennt die Ökonomin insbesondere den Arbeitsmarkt. In dem Maße, wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessere, werde auch der Aufwärtsdruck auf die Löhne und die Lohnstückkosten größer. Damit drohe sich auch die von der Fed beachtete, um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kerninflation zu beschleunigen, die derzeit 2 Prozent beträgt.

Quelle: F.A.Z., 01.11.2005, Nr. 254 / Seite 19
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