Leitzins der amerikanischen Notenbank bleibt unverändert
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Federal Reserve : Amerikanische Notenbank verändert Leitzins nicht

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Der Chefin der amerikanischen Notenbank Janet Yellen wurde zuletzt ein Machtkampf mit Präsident Trump nachgesagt. Bild: dpa

Der Leitzins bleibt auch in der Ära Trump erst einmal unverändert. Wie Trumps Wirtschaftspolitik künftig auf die Geldpolitik wirkt, ist für Volkswirte eine Rechnung mit vielen Unbekannten.

          Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat erwartungsgemäß ihren Leitzins im Januar unangetastet gelassen. Der Zinssatz liegt seit Dezember vergangenen Jahres in einem Korridor zwischen 0,5 Prozent und 0,75 Prozent. Obwohl der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten stabil bleibt und sich das Verbrauchervertrauen verbessert hat, werde es auch in Zukunft nur vorsichtige Änderungen am Leitzins geben, teilte der Offenmarktausschuss der Notenbank nach seiner Sitzung am Mittwoch in Washington mit.

          Es war die erste Zinsentscheidung der Federal Reserve seit der Amtsübernahme von Donald Trump als Präsident. Trump hält den Dollar für zu stark im Vergleich zu ausländischen Währungen wie dem Euro oder dem chinesischen Yuan. Sein Wirtschaftsberater Peter Navarro hatte in der „Financial Times“ vor allem Deutschland vorgeworfen, das Währungsgefälle für billige Exporte nach Amerika auszunutzen.

          Machtkampf zwischen Trump und Yellen

          Trumps expansive Wirtschaftspolitik mit geplanten Stimuli für die Infrastruktur und einem Wachstumsziel von vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes würde aber eher dazu führen, dass die Federal Reserve ihren Zins schneller als langsamer erhöhen müsste, um eine Überhitzung zu vermeiden. Damit würde der Dollar noch stärker gemacht. Dies wiederum wäre Gift für Trumps politisches Ziel, das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten zu senken.

          In amerikanischen Medien wurde zuletzt über einen Machtkampf zwischen Trump und Notenbankchefin Janet Yellen spekuliert. Yellen, von Barack Obama berufen und wie Trump aus New York stammend, wird die Fed noch mindestens ein Jahr führen. Danach kann Trump sie ersetzen. Yellen hat jedoch die Option, als einer von mehreren Gouverneuren der Bank weiterzumachen.

          Die Notenbank kam zu der Auffassung, die Ziele einer Maximalbeschäftigung sowie einer Inflation von rund zwei Prozent seien in absehbarer Zeit zu erreichen. Yellen hatte in der Vergangenheit signalisiert, es könnte im Jahr 2017 mehrere Zinsschritte geben, um die Inflation rechtzeitig im Zaum zu halten und Blaseneffekte zu verhindern.

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