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Lebensversicherung Schmerzhafte Renditeabschläge für Lebensversicherte

21.06.2004 ·  Eine neue Analyse der Ablaufleistungen macht die Folgen der gesunkenen Überschußbeteiligung deutlich. Besonders hart trifft es Bauherren, die ihre Immobilienfinanzierung auf eine Kapitallebensversicherung stützen.

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Die Korrektur der Überschußbeteiligung in den vergangenen drei Jahren hat zu nachhaltigen Einschnitten in der durchschnittlichen Jahresrendite von kapitalbildenden Lebensversicherungen geführt. Aus einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse der Ablaufleistungen durch den Brancheninformationsdienst Map-Report geht hervor, daß vor allem bei Verträgen mit kurzen Laufzeiten die zu erzielende Rendite im Durchschnitt zuletzt drastisch gesunken ist.

Unter der Annahme, daß ein Mann beim Abschluß einer kapitalbildenden Lebensversicherung mit 100 Prozent Todesfallschutz 30 Jahre alt ist und einen Jahresbeitrag von 1200 Euro einzahlt, würde dieser Sparer bei einer Police mit zwölf Jahren Laufzeit, die Ende dieses Jahres fällig wird, einen jährlichen Wertzuwachs von im Durchschnitt 5,04 Prozent auf seine Einzahlungen verzeichnen können. Für Policen mit gleicher Laufzeit, die 1999 fällig wurden, lag die Rendite noch bei 6,22 Prozent und hielt sich bis 2001 über der Marke von 6 Prozent.

Für den konkreten Fall heißt dies, daß sich die Ablaufleistung innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 21 800 auf 20 100 Euro verringert hat. Das entspricht einem Abschlag von 1700 Euro. Verträge mit 20 und 30 Jahren Restlaufzeit konnten die jüngste Abwärtsentwicklung zwar noch vergleichsweise sanft abfangen, weil hier ein schwaches Verzinsungsjahr nicht so hart durchschlägt wie bei zwölf Jahren Laufzeit. Allerdings ist auch hier der Trend eindeutig. In dieser Entwicklung spiegeln sich die Folgen der dreijährigen Aktienbaisse wider, die mit einer sinkenden Verzinsung des Sparanteils in der Police von 7,2 Prozent im Jahr 1999 auf derzeit 4,4 Prozent im Marktdurchschnitt verbunden sind.

Besonders hart für Bauherrn

Besonders hart trifft die deutlich sinkende Ablaufleistung Bauherren, die ihre Immobilienfinanzierung auf eine Kapitallebensversicherung stützen. Dabei vereinbaren die Bank oder der Versicherer mit dem Kunden, daß der ausgereichte Kredit am Ende der Laufzeit komplett getilgt wird. Während der Laufzeit sind lediglich die Zinszahlungen zu leisten. Parallel dazu wird eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen, mit deren Auszahlungssumme am Ende der Laufzeit das Darlehen beglichen wird.

Diese Form der Finanzierung ist vor allem bei Kreditnehmern verbreitet, die eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben, weil sie die Darlehenszinsen steuerlich geltend machen können. Allerdings weitet sich auch die Tilgungslücke über die Jahre, wie die von Map-Report berechneten Ablaufleistungen zeigen. Schmerzhaft schlagen sich die Einschnitte auch bei privaten Rentenversicherungen in der Bezugsphase nieder.

Altersvorssorgesparer und Neukunden nur wenig betroffen

Weniger betroffen sind dagegen die Altersvorsorgesparer, weil hier zum einen die Laufzeiten der Police normalerweise deutlich über zwölf Jahren liegen. Zum anderen haben sie die Möglichkeit, eventuell auftretende Versorgungslücken noch rechtzeitig schließen zu können. Auch für Neukunden, die kaum Guthaben aufgebaut haben, bedeuten die jüngsten Abschläge noch keine größeren Verwerfungen.

Mit Blick auf die Ablaufleistung waren zuletzt Debeka, Neue Leben und HUK-Coburg die besten Anbieter. Der Marktführer Allianz findet sich in der Aufstellung des Map-Report mit ebenfalls überdurchschnittlichen Renditen über alle drei berechneten Laufzeiten hinweg auf dem elften Rang. Die Hamburg-Mannheimer kommt auf Rang 30, die Aachener und Münchener allerdings ist nicht unter den besten 30 Anbietern zu finden.

Quelle: sfu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2004, Nr. 138 / Seite 21
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