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Kurz vor Börsengang : Zwei Milliardengebote für das Empire State Building

Bild: AP

Der Börsengang des Empire State Building kommt näher, jetzt treten zwei potentielle Käufer auf den Plan. Sie wollen das Gebäude in New York für über 2,0 Milliarden bzw. 2,1 Milliarden Dollar kaufen.

          Kurz vor dem geplanten Börsengang haben die Besitzer des New Yorker Empire State Building zwei Kaufangebote für den berühmten Wolkenkratzer erhalten. In einem Brief an die Investoren sprach der Verwalter und Mehrheitseigner des Gebäudes, Malkin Holdings, von zwei unaufgeforderten Barofferten in Höhe von 2 Milliarden und 2,1 Milliarden Dollar. Der Brief war Teil einer Mitteilung an die Börsenaufsicht. Um wen es sich bei den Kaufinteressenten handelt, ließ das Schreiben offen. „Wir berücksichtigen alle Angelegenheiten, einschließlich nicht angeforderter Gebote, im Einklang mit unseren treuhänderischen Pflichten, um ein Urteil über angemessene Maßnahmen zu fällen“, hieß es juristisch gestelzt in dem Brief an die Anleger. Im vergangenen Sommer wurde der Wert des Empire State Building auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Das niedrigere Angebot stammt von der Cammeby’s International Group des New Yorker Immobilienmagnaten Rubin Schron. Das hatten Anwälte von Investoren, die den Börsengang verhindern wollen, in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Die höhere Offerte soll nach Angaben New Yorker Lokalzeitungen von einem Bieter aus dem Nahen Osten stammen. „Die Leute wollen diesen Vermögenswert unbedingt“, zitierte die „Daily News“ den Vorstandsvorsitzenden der Immobiliengesellschaft Philips International, Philip Pilevsky, der die Bieter berät. „Wenn die etwas wollen, bekommen sie es“, sagte Pilevsky.

          Malkin hat das Empire State Building zusammen mit mehr als 17 anderen Bürogebäuden in einer Immobiliengesellschaft (Reit) gebündelt. Die sogenannte Empire State Realty Trust soll nach bisherigen Plänen mit dem Kürzel ESB an die New Yorker Börse gebracht werden. Nach längeren juristischen Auseinandersetzungen, hatten die Anleger den Börsenplänen kürzlich mit einer ausreichenden Mehrheit zugestimmt. Hinter Malkin Holdings steht der Immobilieninvestor Anthony Malkin, der vor drei Jahren die Kontrolle über das Empire State Building erhalten hatte. Malkin will mit dem Börsengang, dessen Termin noch nicht feststeht, bis zu 1 Milliarde Dollar aufnehmen.

          Das Empire State Building ist trotz der hoch anmutenden Bewertung nicht das teuerste Gebäude in Manhattan. Der Wert des General Motors Gebäudes am südöstlichen Ende des Central Park beläuft sich nach einenm Anteilsverkauf Anfang Juni sogar auf 3,4 Milliarden Dollar. Das GM-Gebäude ist vielen Besuchern von New York durch den Spielzeugladen FAO Schwarz bekannt, der im Erdgeschoß des Wolkenkratzers untergebracht ist. Zudem befindet sich vor dem Gebäude der gläserne Eingang zu einer Filiale des Elektronikkonzerns Apple. Die Preise für Bürogebäude in Manhattan sind nach dem Ende der Finanzkrise generell wieder gestiegen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete für den April dieses Jahres einen Preiszuwachs um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

          Zu den anderen Gebäuden des Börsenkandidaten Empire State Realty Trust gehören mehrere Hochhäuser in Midtown Manhattan, dem wichtigsten New Yorker Geschäftsviertel. Die restlichen Immobilien befinden sich in New Yorker Vororten und im angrenzenden Bundesstaat Connecticut. Das Empire State Building ist jedoch das Herzstück der Gesellschaft. Das 1931 fertiggestellte Gebäude wird seit einigen Jahren aufwendig renoviert, um modernen Umweltstandards zu genügen. Ein Teil des Kapitals, das durch die Emission von Aktien in das Unternehmen fließt, soll für die Renovierung genutzt werden. Das Empire State Building war mit 381 Metern - inklusive Antenne 443 Meter - mehr als vier Jahrzehnte das höchste Gebäude der Welt. 1974 wurde es vom Sears Tower in Chicago abgelöst, der 442 Meter misst. Das höchste Gebäude der Welt mit 828 Metern der Bury Khalifa in Dubai.

          Quelle: FAZ.net

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