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Kunst Nur Klassiker versprechen stabilen Wert

27.05.2010 ·  Nur anerkannte Klassiker versprechen am Kunstmarkt eine stabile Wertentwicklung, die vor Inflation schützt. Doch diese Werke sind sehr teuer. Ansonsten drohen immer wieder spekulative Blasen.

Von Markus Frühauf
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Wer in zeitgenössische Kunst investiert, muss davon überzeugt sein. Weniger von der Inflationssicherheit der Geldanlage als vielmehr von dem Talent des Künstlers. Schließlich hat das Kunstobjekt einen Mehrwert selbst in Zeiten galoppierender Geldentwertung: Der Betrachter freut sich über den Anblick.

Inflationssicher ist Kunst dann, wenn die Künstler bereits Bestandteil der Kunstgeschichte sind. Der Wert ihrer Bilder oder Skulpturen bleibt langfristig stabil. Der Nachteil: Die Werke sind bereits so teuer, dass sie nur für sehr reiche Interessenten in Frage kommen.

Gutes ist reichlich teuer

Dies lässt sich auch an den Auktionsergebnissen ablesen. Die Commerzbank erlöste mit der Giacometti-Skulptur eines schreitenden Mannes im Februar mit 74 Millionen Euro einen neuen Auktionsrekord. Das höchste Ergebnis im Jahr 2009 erzielte ein Gemälde von Raffael, einem italienischen Maler der Hochrenaissance, mit 30 Millionen Euro.

Deutlich günstiger, aber dafür in der Wertentwicklung unsicher, ist zeitgenössische Kunst, vor allem, wenn es sich noch um junge Künstler handelt. Gemälde von deutschen Stars der Kunstszene wie Neo Rauch oder Jonathan Meese sind bereits teuer und werden auf Auktionen für sechsstellige Summen gehandelt. Gerade bei jungen deutschen Künstlern hat sich in den Jahren vor der Krise die Preisspirale rasant nach oben gedreht. Nicht wenige sprachen hier von Übertreibungen.

Spekulative Blasen drohen immer wieder

So hat der Markt für zeitgenössische Kunst die Finanzkrise zu spüren bekommen. Nach Angaben von „The European Fine Art Fair“ - der Kunstmesse in Maastricht - ist der Auktionsmarkt für zeitgenössische Kunst im Jahr 2009 um 60 Prozent auf 378 Millionen Euro eingebrochen. Zwischen 2002 und 2008 hatte sich der Markt auf 918 Millionen Euro verzehnfacht.

Spekulative Blasen, wie Kursübertreibungen auf den Finanzmärkten bezeichnet werden, können auch am Kunstmarkt drohen. Wie der spezialisierte Informationsdienst Artprice mitteilte, sind die Preise für zeitgenössische Kunst in den Jahren 2008 und 2009 um 40 Prozent gefallen. Von Januar 2002 bis Ende 2007 waren sie um 225 Prozent gestiegen.

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Jahrgang 1967, Redakteur in der Wirtschaft.

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