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Konsum Heizöl so günstig wie seit 15 Monaten nicht mehr

27.01.2007 ·  Heizöl ist in Deutschland derzeit günstig zu haben. In den vergangenen Tagen ist der Preis zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch in der Nähe des zyklischen Tiefstands. Gutgefüllte Lager versprechen stabile Preise.

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Heizöl ist in Deutschland derzeit günstig zu haben. In den vergangenen Tagen ist der Preis zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch in der Nähe des zyklischen Tiefstands. Bestellt man heute 3000 Liter, zahlt man rund 1500 Euro oder etwa 50 Cent je Liter. Die Preise können sich je nach Region in manchen Marktphasen um bis zu 10 Prozent unterscheiden, wobei der Norden wegen der Nähe zu den Häfen meist günstiger einkauft als der Süden. Zuletzt lagen die Preise im Herbst 2005 auf diesem Niveau. Im vergangenen August waren es noch bis zu 66 Cent. Der milde Winter und gutgefüllte Lager haben zu dem Preisverfall beigetragen.

Das sind gute Nachrichten für die Verbraucher von Heizöl. Aber auch wer mit Gas heizt, kann sich freuen. Denn der Gaspreis ist seit den sechziger Jahren an den Preis für Heizöl gekoppelt - wenn auch mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Monaten. Im vergangenen Jahr sind die Gaspreise um 10 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu Anfang 2005 sind es sogar mehr als 30 Prozent. Wegen der Entspannung beim Heizölpreis könnte es nun also eine Verbesserung geben.

Sinkenden Energiekosten können das Budget der Mieter entlasten - später

Die sinkenden Energiekosten werden - sofern der Trend andauert - auch das Budget der rund 21 Millionen Mieter in Deutschland entlasten. Doch das werden sie frühestens im nächsten Jahr zu spüren bekommen. Denn zunächst drohen Nachforderungen, wenn die Vermieter die Abrechnung für das Jahr 2006 schicken. "Wir rechnen damit, dass die Betriebskosten weiter gestiegen sind", sagt Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB). Schon im Jahr 2005 waren sie um 12 Prozent auf durchschnittlich 2,74 Euro geklettert, wegen der damals deutlich gestiegenen Heizkosten. Sie werden auch die Betriebskostenrechnung für 2006 dominieren, weil der Jahresdurchschnitt der Heizölpreise abermals um 16 Prozent und der Jahresdurchschnitt der Gaspreise um gut 18 Prozent gestiegen ist. Allein dieser Effekt dürfte die durchschnittlichen Betriebskosten je Quadratmeter und Monat um knapp 10 Cent gesteigert haben, weil sich der durchschnittliche Verbrauch der Haushalte nach Einschätzung des Mieterbunds im vergangenen Jahr kaum verändert hat. Bei einer 100 Quadratmeter großen Wohnung wäre also im Durchschnitt allein wegen der höheren Ausgaben für die Heizung eine Nachzahlung in der Größenordnung von 120 Euro zu erwarten.

Die tatsächliche Summe hängt allerdings stark vom Einzelfall ab. Für 2005 mussten die meisten Vermieter bereits eine Nachzahlung verlangen. Bei der dann üblichen Erhöhung der monatlichen Vorauszahlung dürften viele Vermieter einen Sicherheitspuffer aufgeschlagen haben. Dann wäre die für 2006 zu erwartende Nachzahlung geringer. Entscheidend ist - zumindest, wenn das Haus mit Öl beheizt wird - wann der Vermieter bestellt hat. Hat er den Tank im Sommer gefüllt, als in Süddeutschland bis zu 66 Cent je Liter gezahlt wurden, wird es für die Mieter teuer. Zu Beginn des Jahres 2006 waren es in Süddeutschland dagegen nur 58 Cent und im Dezember weniger als 55 Cent je Liter.

Der Vermieter kann die Nachforderung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ende der Abrechnungsperiode übersenden. Die Periode reicht üblicherweise von Anfang Januar bis Ende Dezember, seltener von Anfang Oktober bis Ende September. Kommt die Abrechnung verspätet, kann der Vermieter kein Geld mehr nachfordern. Ein möglicher Rückzahlungsanspruch des Mieters bleibt dann aber dennoch bestehen. In diesem Jahr dürften die Nachforderungen überwiegen. Dann bleibt für die Mieter nur der Trost, dass die Kosten für 2007 geringer ausfallen können. Diese Hoffnung ist begründet, denn der Preis für Rohöl liegt auf dem Weltmarkt derzeit um rund 15 Prozent unter dem Durchschnitt des Jahres 2006.

Preisentwicklung: „Es gibt zu viele Unwägbarkeiten“

Ob nun für Ölkäufer der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um zu bestellen, ist schwierig zu beantworten. "Es gibt zu viele Unwägbarkeiten", sagt Klaus Bergmann, der den Informations- und Vermittlungsdienst Esyoil betreibt. Die Lager seien zwar bis zur Kante gefüllt, was für weiter fallende Preise spreche. Die verbliebenen Wintermonate könnten gar nicht mehr so kalt werden, dass sich daran etwas Wesentliches ändern würde. Aber politische Verwerfungen oder eine Naturkatastrophe könnten die Ölpreise weltweit in die Höhe schießen lassen. Lokal könne es zum Beispiel durch Hoch- oder Niedrigwasser auf dem Rhein zu einer Verknappung kommen. Von einer Spekulation auf regelmäßig niedrigere Preise im Sommer hält Bergmann nichts. Im Sommer werde zwar wegen des warmen Wetters weniger Heizöl gebraucht. Aber das rechneten die Produzenten und Raffinerien in ihre Planungen ein. Erst eine unerwartete zusätzliche oder fehlende Nachfrage beeinflusse die Preise. Ein Saisoneffekt sei bei der langfristigen Analyse der Preisentwicklung nicht zu erkennen.

Einen kleinen Vorteil können sich Verbraucher verschaffen, wenn sie größere Mengen abnehmen. Üblich ist eine Bestellung von 3000 Litern. Das kostet in Frankfurt nach Angaben von Esyoil derzeit rund 1530 Euro. Wer die doppelte Menge abnimmt, zahlt gut 40 Euro oder 2,8 Prozent weniger. Allerdings passen solche Mengen nur in ältere Tanks. Neuere Anlagen fassen meist nur 4000 Liter, und dann verringert sich der Preisvorteil beim Volltanken auf 1,2 Prozent. Eine Variante ist der gemeinsame Einkauf mit den Nachbarn. Aber auch das bringt nur wenig. Kaufen zwei Haushalte jeweils 3000 Liter, beträgt der Vorteil 1,2 Prozent. Bei vier Bestellern steigt er auf 2 Prozent. Mehr als 3 Prozent sind nicht zu holen, selbst wenn die ganze Straße mitmachen sollte..

Quelle: ruh., F.A.Z., 27.01.2007, Nr. 23 / Seite 23
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