Der Fußball-Bundesligist Schalke 04 nutzt die Gunst der Stunde: Die Qualifikation zur wirtschaftlich attraktiven Champions League ist gelungen, nun will der hochverschuldete Traditionsverein den Kapitalmarkt anzapfen. Neu an der Schalke-Anleihe ist die Konzeption als Mittelstandsanleihe, die an einer deutschen Börse notiert werden soll. Bislang richteten sich die Anleihen deutscher Fußballklubs eher an die eingeschworene Anhängerschaft. Die Schuldtitel sind an keiner Börse gelistet worden, was den Verkauf vor Fälligkeit unmöglich macht.
Ob Schalke zum Wellenbrecher wird und künftig auch andere Fußball-Anleihen an Börsen gelistet werden, muss aber bezweifelt werden. Auf Anleihen greifen in der Regel Vereine zurück, die mit einer hohen Schuldenlast kämpfen. Gemessen an den Risiken, fällt die Verzinsung zu gering aus. Die Klubs wenden sich auch deshalb vor allem an ihre Fans, um eine günstige Finanzierung zu erhalten.
Es spricht Bände, dass ein wirtschaftlich gesunder Verein wie der FC Bayern ohne Fan-Anleihen auskommt. Die Fans müssen sich bewusst sein, dass die Zeichnung einer Fußball-Anleihe eine unsichere Geldanlage ist. Ein Stadionbesuch lohnt sich eher.
