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Kommentar Quittung für die Reform

06.09.2010 ·  Die amerikanischen Banker glauben sich einer Hetzjagd der Regierung ausgesetzt. Jetzt wenden sie sich der Opposition zu.

Von Norbert Kuls
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Die Wall Street zahlt es den Demokraten heim. Noch im Wahlkampf vor zwei Jahren hatte die Partei des Präsidenten Barack Obama zu den Favoriten der Finanzbranche gehört. Jetzt spenden Angestellte bei Banken überwiegend für Kandidaten der Republikaner - obwohl die im Kongress in der Minderheit sind.

Mit Spenden erkaufen sich Interessengruppen vor allem Zugang zu Abgeordneten. Amtsinhaber werden daher in der Regel bevorzugt. Deswegen kommt die Trendwende bei den Wall-Street-Spenden ungewöhnlich rasch und deutlich. Es ist ein Zeichen dafür, wie stark sich das Verhältnis zwischen Politikern und Bankern abgekühlt hat. Banker wurden von Kongressmitgliedern wegen Finanzkrise und Bonuszahlungen öffentlich abgekanzelt.

Die Börsenaufsicht, geführt von einer Demokratin, warf dem Wall-Street-Primus Goldman Sachs in einer sensationellen, aber auch umstrittenen Klage Wertpapierbetrug vor. Und trotz aller Lobbyanstrengungen wurde jüngst ein Finanzmarktreformgesetz verabschiedet, das bisher lukrative Geschäfte einiger Banken beschränken wird. Der Liebesentzug per Scheckbuch ist die Quittung für eine aus Sicht der Banker beispiellose Hetzjagd auf die Branche.

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