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Kommentar : Prokon und die Gier

Die Firma Prokon versprach goldene Rendite, und zehntausende Anleger sind darauf hereingefallen. Schuld ist die Gier.

          Zehntausende Anleger bangen in dieser Woche um ihr mühsam Erspartes. Sie sind auf die goldenen Renditeversprechen der Firma Prokon hereingefallen. Man ist fast versucht zu sagen: Schon wieder. Alle Jahre wieder kommen neue Meldungen von Anlegern, die vermeintlich sicheren Geschäftsmodellen aufgesessen sind.

          Man muss fragen: Wurde nicht genug vor den Risiken solcher Anlagen gewarnt? Warum macht ein Sparer so etwas? Die Antwort ist einfach: Gier. Die Gier nach Geld. Der Staat verteilte 2013 rund 20 Milliarden Euro für die so genannte Energiewende um. Einige Anleger wollten von dem großen Kuchen etwas abhaben. Prokon versprach 8 Prozent Rendite, welches das Unternehmen unter anderem durch Investitionen in Windparks erzielen wollte. „Eine total sichere Sache“, warb Prokon selbst. Das klang vielversprechend.

          Aber hohe Renditen gibt es nicht ohne hohes Risiko. Wenn ein Unternehmen eine hohe Rendite verspricht, macht es das nicht aus Philanthropie. Die Firma handelt so, weil Banken das Geld nicht so günstig leihen wollen – eben weil die Geschäfte hochspekulativ sind. Prokon-Anleger mussten für diese Lektion einen hohen Preis zahlen.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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