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Kommentar Das kommt einem griechisch vor

29.01.2010 ·  Sagt man bald „gegriecht“ statt „getürkt“ und kommen einem die Dinge „griechisch“ und nicht mehr „spanisch“ vor? Die Chancen stehen zum Leidwesen der Anleger gut.

Von Stefan Ruhkamp
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Griechenland hat gute Chancen, einen prominenten Rang in der Alltagssprache zu bekommen. Die Regierung des Landes setzt seit Jahren Maßstäbe im Umgang mit Wahrheit und Fakten. Schon den Beitritt zur Währungsunion hat Griechenland nur mit gefälschten - früher hätte man gesagt „getürkten“ - Zahlen geschafft. Die Verschuldung war viel höher, als es die Griechen darstellten.

Danach stimmte kaum ein Jahresbericht über den Stand der Schulden, wie sich oft erst im Nachhinein herausstellte. Selbst der jüngst auf 12,7 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung nach oben korrigierte Wert des Staatsdefizits muss nicht stimmen. Es ist also kein Wunder, dass die Märkte den jüngsten Beteuerungen der griechischen Regierung nicht glauben wollen.

Mal werden Berichte, sie habe in China um Schutz und Schirm in der Schuldenkrise gebettelt, klar dementiert. Dann soll es doch wieder Gespräche und Besuche in China geben. Entsprechend groß ist das Misstrauen der Anleger, denen das Ganze nur noch griechisch vorkommt.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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