FAZ.NET hat Rupert Brandt, Fondsmanager des Foreign & Colonial Mexican Portfolio nach seinen aktuellen Favoriten gefragt. Wenn es nach dem Südamerika-Experten geht, dann sind zum Teil Kursgewinne von 50 Prozent in den nächsten zwei Jahren drin.
Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des mexikanischen Aktienmarkts ein?
Ich glaube, dass das Land - einmal vorausgesetzt, es kommt zu keinen größeren unvorhersehbaren Störungen noch erhebliches Potenzial aufweist. Bei manchen Aktien halte ich Kursgewinne von 50 Prozent für durchaus erreichbar.
Was sind denn für Sie derzeit die aussichtsreichsten Kandidaten?
Da fällt mir als erstes die Grupo Televisa ein, das größte Medienunternehmen in Mexiko. Die kontrollieren einen Großteil nicht nur der TV-Szene, sondern auch im Bereich Zeitungen und Zeitschriften. Trotz steigender Gewinne hat sich der Aktienkurs bisher eher schlecht entwickelt. Da spielt natürlich die schwache Konjunktur und damit auch das rückläufige Werbegeschäft eine Rolle. Wenn die US-Wirtschaft im kommenden Jahr wieder anzieht, dann sehe ich durchaus Chancen auf einen Wertzuwachs um 50 Prozent in den nächsten zwei Jahren.
Wie sieht es denn in anderen Branchen aus?
Da fällt zum einen Electra ein, größter Einzelhändler für Elektronikgeräte in Mexiko. Wenn die Menschen dort erst einmal wieder Vertrauen in die eigene Wirtschaft setzen, dann dürfte das eine interessante Story werden. Kursgewinne von 30 bis 40 Prozent auf Sicht von zwei Jahren halte ich durchaus für möglich.
Zu nennen wäre dann auch noch Ara, einer der kleineren Werte an der mexikanischen Börse. Das Unternehmen baut Sozialwohnungen und kann sich dabei auf die direkte und indirekte Unterstützung der Regierung verlassen. Denn die vergibt die Bauaufträge und leiht den potenziellen Käufern das Geld für den Erwerb zu besonders günstigen Konditionen. Das Unternehmen ist schuldenfrei und hat auch keine größeren Kredite aufgenommen. Zudem weist Ara einen vergleichsweise hohen Cash-Flow auf. Aus meiner Sicht ein Kandidat für Kursgewinne von wenigstens 25, wenn nicht sogar 50 Prozent in den nächsten 24 Monaten.
